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Philomena

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.12.2016

Die Bezeichnung Thriller ist hier irreführend

Im dunklen, dunklen Wald
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Eine Einladung zu einer Jungesellinnenparty. Eigentlich nichts ungewöhnliches. Wenn sie nicht von einer ehemaligen Freundin käme, die man seit 10 Jahren nicht gesehen hat. Nach langem Zögern nimmt die ...

Eine Einladung zu einer Jungesellinnenparty. Eigentlich nichts ungewöhnliches. Wenn sie nicht von einer ehemaligen Freundin käme, die man seit 10 Jahren nicht gesehen hat. Nach langem Zögern nimmt die 26-jährige Nora die Einladung trotzdem an und fragt sich die ganze Zeit, warum Clare ausgerechnet jetzt wieder Kontakt aufgenommen hat. Ein Wochenende in einem Haus, das in einem idyllischen Wald steht. Ein schöner Ort für eine Aussprache...

Eine so große Ansammlung von unsympathischen Charakteren erlebt man nicht alle Tage. Flo, die merkwürdig und schräg ist und offensichtlich einige Probleme mit sich herumträgt. Tom, der herummeckert und seine Aggressionen versteckt. Clare und Nina, die gerne fiese Spielchen spielen und Leute gegeneinander ausspielen. Und dazwischen die kleine, graue Maus Nora.

Am Anfang kann man sich ja noch denken, bei einem Thriller steht aber doch die Spannung im Vordergrund und nicht unbedingt die Charaktere. Nicht hier. Denn sie reden, reden und reden. Es passiert so gut wie nichts, außer dass man die Geschichten der Leute kennenlernt und zwischendurch aus Noras Sicht liest, wie sie nach dem schrecklichen Wochenende im Krankenhaus gelandet ist.

Keine Spur von Spannung sondern eher eine Charakterkunde. Von Personen, die man nicht leiden kann. Erst im letzten Viertel nimmt die Geschichte Fahrt auf. Die Auflösung ist dann aber auch keine große Überraschung mehr, denn ab einem gewissen Punkt konnte man es sich selbst denken. Ab einem ziemlich frühen Punkt.

Für mich leider mal wieder ein enttäuschender Thriller (die Bezeichnung ist hier definitiv nicht gerechtfertigt). Der Schreibstil ist hier das Einzige, was einen irgendwie am Ball bleiben lässt und die kurzen Kapitel lassen das Buch auch kürzer erscheinen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Verführendes Cover. Der Inhalt kann leider nicht überzeugen.

Goddess of Poison - Tödliche Berührung
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Twylla ist die Verkörperung einer Göttin. Sie wird verehrt und befürchtet zugleich. Sie ist die perfekte Waffe. Sie tötet mit einer einzigen Berührung. Sie wurden von den Göttern auserwählt und lebt am ...

Twylla ist die Verkörperung einer Göttin. Sie wird verehrt und befürchtet zugleich. Sie ist die perfekte Waffe. Sie tötet mit einer einzigen Berührung. Sie wurden von den Göttern auserwählt und lebt am königlichen Hof von Lormere. In dem immer beschäftigten Schloss fühlt sich Twylla trotzdem einsam. Keiner möchte ihr aus Angst näher kommen. Doch dann wird ihr ein neuer Wächter zugeteilt. Er scheint ihre Nähe nicht zu fürchten und zusammen kommen sie einer Intrige auf die Spur.

Twylla ist eine nette, süße Protagonistin, die man schnell gerne haben kann. Etwas naiv und gutgläubig ergibt sie sich ihrem Schicksal. Die ganze Zeit frage ich mich, warum sie nicht einfach Handschuhe anzieht, wenn ihre Berührung tödlich ist.

Der Prinz ist anfangs undurchsichtig. Im Laufe der Geschichte lern man ihn zwar näher kennen und auch wieder nicht. Auch Lief ist eher ein durchschnittlicher Charakter. Zusammengefasst sind alle Personen recht eindimensional und wecken keine Gefühle beim Lesen.

Die Geschichte plätschert vor sich hin. Es ist keine Story oder irgendein Plot zu erkennen. Man erfährt viel von Twyllas Alltag und ein wenig aus ihrer Kindheit. Erst ab der Hälfte kommt endlich Spannung und eine Wendung auf. Dennoch bleibt alles flach und nichts, was man nicht schon gelesen hätte. Zudem eine angedeutete Dreiecksbeziehung, die auch nicht gut ausgearbeitet wurde. Das Ende wartet noch einmal mit einer Wendung auf, die aber im nächsten Moment schon wieder nichts Neues ist.

Die Autorin hat sich so eine schöne Welt ausgedacht mit einer Hintergrundgeschichte - die zwar nicht innovativ, sondern abgekupfert ist - die aber trotzdem schön zu lesen war. Auch die Grundidee hat Potenzial. Die Autorin hat einfach nichts daraus gemacht. Hat die Liebesgeschichte viel zu sehr in den Fokus gestellt. Die Auflösung der Intrige wurde am Ende nur noch schnell abgekanzelt.

Zu lange Anlaufzeit, mangelhafte Ausarbeitung, nicht unbedingt die neusten Plottwists. Und warum Twylla nicht einfach Handschuhe tragen konnte, verstehe ich immer noch nicht. Der Schreibstil war dafür recht angenehm und zieht einen dann doch durch das Buch.

Veröffentlicht am 15.06.2021

Frustrierendes Leseerlebnis

Partem. Wie die Liebe so kalt
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Xenia hört Geräusche, wenn sie andere Menschen berührt. Jede Person hat ihr ganz persönli-ches Geräusch. Nur bei Jael hört sie absolute Stille. Jael, der plötzlich mit seinen in der Stadt und in der Schule ...

Xenia hört Geräusche, wenn sie andere Menschen berührt. Jede Person hat ihr ganz persönli-ches Geräusch. Nur bei Jael hört sie absolute Stille. Jael, der plötzlich mit seinen in der Stadt und in der Schule auftaucht und Xenias Leben durcheinanderbringt. Denn Jael hat einen Auftrag. Er soll anderen ihre Liebe stehle. Mit ihrer Fähigkeit ist Xenia zum einem eine Gefahr für ihn, zum anderem wertvoller als alle anderen.

Die Grundidee mit den Gefühlen stehlen und den Geräuschen, die Xenia hören kann, fand ich sehr interessant und war daher auch gespannt, wie es umgesetzt wird. Anfangs hatte ich noch die Hoffnung, dass die Liebesgeschichte zwischen Jael und Xenia keinen so großen Raum ein-nehmen würde. Oder es zumindest gut in die Geschichte eingebaut wird.

Leider zieht sich das anfängliche Geschmachte fast kontinuierlich durch das Buch. Es muss im-mer wieder betont werden, wie unglaublich gutaussehend und unwiderstehlich die neuen Schü-ler sind. Und die Charaktere haben reihenweise unglaublich wunderschöne Augen und irgend-welche Grübchen. Zu Beginn wehrt sich Xenia noch dagegen Jael gut zu finden, aber dann ver-fällt sie doch seinem (Arschloch)-Charme. Weil er hin und wieder so nett lächelt. Zumindest wurde hier die obligatorische Dreiecksgeschichte ausgelassen.

Die Liebesgeschichte ist schon einmal nicht so überzeugend, dann vielleicht der Rest der Hand-lung? Auch eher weniger. Es war ziemlich frustrierend, da man wirklich kaum etwas über die Hintergründe erfährt, warum Jael und die anderen die Gefühle von Menschen stehlen. Man erfährt zwar, dass dahinter irgendeine mysteriöse Gruppierung steckt, aber viel mehr auch nicht.

Natürlich kann es zur Spannung beitragen, wenn dem Leser gewisse Informationen fehlen, aber wenn man komplett im Dunkeln gelassen wird, macht es einfach keinen Spaß. So hat man den Eindruck bekommen, sie sind böse, weil sie böse sind und stehlen Gefühle, weil sie es können.

Durch die vielen Perspektivenwechsel und die eher kurzen Kapitel kommt man recht schnell durch das Buch. Manchmal überschneiden sich die Perspektiven und Szenen werden dadurch wiederholt. Was aber zum Glück nicht allzu häufig vorkommt.

Die Idee war da, aber so ganz durchdacht scheint mir die Geschichte nicht. Man muss dem Leser schon Anhaltspunkte und Informationen geben, ansonsten ergibt es einfach keinen Sinn.

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Veröffentlicht am 27.12.2019

Klischee voraus

Cinder & Ella
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Nach einem schweren Schicksalsschlag und einem langen Krankenhausaufenthalt muss Ella zu ihrem Vater - der sie und ihre Mutter verlassen hat, als sie noch klein war – und seiner neuen Familie ziehen. Sowohl ...

Nach einem schweren Schicksalsschlag und einem langen Krankenhausaufenthalt muss Ella zu ihrem Vater - der sie und ihre Mutter verlassen hat, als sie noch klein war – und seiner neuen Familie ziehen. Sowohl mit ihrer neuen Familie als auch mit den Leuten in der Schule kommt sie nicht wirklich zurecht. Nur ihr Chatfreund Cinder gibt ihr Halt, aber auch er ist nicht ganz ehrlich zu ihr.

Ich habe das Buch so ziemlich blind gekauft. Nur den Klappentext überflogen und mich von den durchweg guten Bewertungen zum Kauf verleiten lassen. Erst mit dem Lesen habe ich bemerkt, dass es eine Adaption von Cinderella ist. Das hatte ich zwar nicht erwartet, muss aber nicht grundsätzlich etwas Schlechtes sein.

Von der Idee her hätte es wirklich gut werden können. Auch die Anlehnungen an Cinderella hätten in die Geschichte gepasst, aber die Autorin hat einfach übertrieben. Das ganze Buch ist größtenteils so unrealistisch und überzogen, dass es keinen Spaß macht es zu lesen. Es werden sehr ernste Themen angesprochen, aber durch die Umsetzung der Autorin wurde alles so oberflächlich behandelt.

Der Großteil der Charaktere verhält sich einfach nur surreal. Natürlich gibt es Menschen, die andere mit ihrem Aussehen und ihrer Krankheit aufziehen und bösartig sein können. Aber in dieser Geschichte sind es so viele, dass es kaum möglich ist. Und auch Ellas Familienmitglieder verhalten sich einfach nicht realistisch. Irgendwann ist das nur noch störend.

Über den Plot kann man nicht so viel sagen, ohne zu viel vorwegzunehmen. Er ist typisch für ein Märchen aufgebaut und mit wenig Überraschungen. Es hätte wirklich gut werden können, aber mit der überzogenen Art wurde es einfach eine weitere Klischeeadaption von Cinderella, die es so schon zu genüge in Buch- oder Filmform gibt.

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Veröffentlicht am 25.10.2018

Rosa Mädchentraum

Ein Augenblick für immer. Das erste Buch der Lügenwahrheit, Band 1
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June möchte ihr Abschlussjahr in Cornwall bei ihrem Onkel absolvieren, um danach in Oxford zu studieren. Eigentlich glaubt sie nicht an alte Legenden und Magie, obwohl Cornwall auf besondere Art magisch ...

June möchte ihr Abschlussjahr in Cornwall bei ihrem Onkel absolvieren, um danach in Oxford zu studieren. Eigentlich glaubt sie nicht an alte Legenden und Magie, obwohl Cornwall auf besondere Art magisch ist. Schon bald nachdem sie angekommen ist, ereignen sich eigenartige Dinge und Jund zweifelt an ihrem Verstand. Und dann wären da auch noch ihre beiden geheimnisvollen Cousins.

Rosa Mädchentraum beschreibt für mich das Buch nicht nur äußerlich, sondern auch vom Inhalt her. Ein altes Schloss, schicke Kleider, aufwändige Bälle und natürlich zwei heiße Typen. Nach der Leseprobe war schon erkenntlich, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln würde. Ich wollte ihr dennoch eine Chance geben. Aber sie konnte mich nicht überraschen.

Ich verstehe nicht, warum es schon wieder eine Reihe sein muss, in der es größtenteils um Geschmachte und heiße Typen geht. Und warum es schon wieder eine Dreiecksbeziehung sein muss. Die Idee ist so alt, dass ich beim Lesen fast eingeschlafen wäre.

Das wirklich interessante, die Legenden, die Magie und Junes Gabe wurden zwar immer mal wieder eingestreut, aber der Hauptaspekt lag auf Junes zwiegespaltenen Gefühlen für ihre Cousins und wie toll vor allem Blake ist. Nach der gefühlt hundertsten Erwähnung wie gut er doch roch, konnte ich nur noch die Augen verdrehen.

Zum Inhaltlichen kann ich dann auch nicht mehr viel sagen, da es nicht wirklich etwas Erwähnenswertes gab. Nichts Neues oder Innovatives von den Autorinnen, das mich vielleicht hätte packen können. Ich konnte mit dem Buch wirklich wenig anfangen.