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Veröffentlicht am 28.11.2021

Pageturner

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Der Albtraum aller Gefängnisdirektoren:innen schlechthin, ja der gesamten Strafverfolgungsbehörden: Ein Massenausbruch aus einem Hochsicherheitsgefängnis. Nicht 20, 50 oder 100 Insassen, die gleichzeitig ...

Der Albtraum aller Gefängnisdirektoren:innen schlechthin, ja der gesamten Strafverfolgungsbehörden: Ein Massenausbruch aus einem Hochsicherheitsgefängnis. Nicht 20, 50 oder 100 Insassen, die gleichzeitig fliehen. Es sind (fast) alle Insassen, die - teils recht verwundert und arg verunsichert - das Weite suchen. Unter ihnen gefährliche Killer, Psychopathen und Gewalttäter. Aber durchaus auch "kleine" Lichter, im Gefängnis nach Trakten untergebracht, die passenderweise Minimum, Medium und Maximum benannt sind. Einer unter ihnen will seine Unschuld beweisen, hat aber einen gefährlichen Psychopathen unfreiwillig im Schlepptau und eine verbissene Aufpasserin auf den Fersen. Eine ziemlich hektische Verfolgungsjagd beginnt, geleitet von einer US-Marshall, die "keine Gefangenen macht". Abwechslungsreich werden hier die Fluchten verschiedener Protagonisten geschildert, ihre Erfolge und Misserfolge, auch von Alex, der eigentlich nicht vor hatte, zu fliehen. Dazwischen immer wieder die Fluchtstationen von John Kradle auf der Suche nach dem Mörder seiner Familie und die Umstände seiner Verurteilung. Und der verzweifelte Versuch, ein neuerliches Massaker eines ebenfalls entwichenen rechtsextremen Terroristen zu vereiteln Sehr spannend, aber auch sehr zynisch erzählt, u.a., was die Einstellung der ermittelnden Behörden zu den - welchem Grund auch immer - Verurteilten betrifft. Allen voran US-Marshall Trinity Parker. Erschütternd zu lesen, wie teilweise mit Verdächtigen und Beweisen umgegangen wird, aber auch, zu welcher Brutalität die Entflohenen fähig sind. Pageturner.

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Veröffentlicht am 17.10.2021

Spannend und beängstigend

Probe 12
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Ein ausgesucht treffsicheres Cover für diese Thriller mit wissenschaftlichem Background. Hochaktuell und spannend in Szene gesetzt. Detailliert dargestellte Protagonisten – mal mehr, mal weniger empathisch. ...

Ein ausgesucht treffsicheres Cover für diese Thriller mit wissenschaftlichem Background. Hochaktuell und spannend in Szene gesetzt. Detailliert dargestellte Protagonisten – mal mehr, mal weniger empathisch. Halt so, wie im richtigen Leben. Beängstigende Szenarien über Multiresistenzen und „austherapierte“ Patienten, was nichts anderes heißt, als dass man sie zum Sterben entlässt. Das Drama dreht sich um einen Wissenschaftler, der Dank seiner intensiven, jahrelangen Forschung in der Lage ist, diesen Multiresistenzen zu begegnen. Altruistisch will er diese von ihm entwickelten Phagen der gesamten Menschheit zur Verfügung stellen, ohne Umweg über gewinnorientierte und gierige Pharmafirmen. Das bekommt ihm wenig. Er wird ermordet. Neben dieser Tragik spielt sich im Leben von Food Hunter Tom eine ganz andere ab: Seine Tochter droht an solchen Multiresistenzen zu sterben, nachdem sie sich bei ihm angesteckt hat. Keine Antibiotikatherapie schlägt an, sie gilt als austherapiert. Auf der Suche nach einer Alternative kreuzen sich seine Wege mit denen der Personen rund um den ermordeten Wissenschaftler und einiger Lobbyisten sowie eines Prometheus, der durch diverse Drohungen und Anschläge auf sich aufmerksam macht. Eine beispiellose Hetzjagd beginnt, bei der es zu zahlreichen weiteren Opfern kommt – bis zum furiosen Finale. Die Auflösung über die Hintergründe und Täter leider ein wenig zu banal. Insgesamt eine hochspannende, wenngleich auch beängstigende Lektüre. Da hat sich das Lesen gelohnt.

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Veröffentlicht am 09.08.2021

Kurzweilig

Dru & Detective
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Da geht es echt tierisch ab in dieser Geschichte, in der Dru zu seinem größten Verdruss einen hörig, unterwürfig, naiv, devot, ergo HUND als Mitbewohner erhält. Und das ihm, einem IFDM, intelligentem Freund ...

Da geht es echt tierisch ab in dieser Geschichte, in der Dru zu seinem größten Verdruss einen hörig, unterwürfig, naiv, devot, ergo HUND als Mitbewohner erhält. Und das ihm, einem IFDM, intelligentem Freund des Menschen. Eine Tote wird gefunden, die seit 14 Monaten als vermisst gilt. Man ist erst unschlüssig, ob es sich um Mord handelt oder etwas anderes dahintersteckt. Neben den offiziellen Behörden ermitteln auch Dru, Detective - das ist die Hündin des plötzlich erkrankten Nachbarn von Drus Dosenöffnerin und aktuelle Mitbewohnerin von Dru - die Dosenöffnerin und der sich nach kurzem Krankenhausaufenthalt selbst entlassene Nachbar (ehemaliger hoch dekorierter Kriminaler). Letztendlich findet dieses merkwürdige Quartett die Hintergründe und damit die Auflösung des Falls. Eine zum größten Teil kurzweilig erzählte Geschichte mit witzigen Dialogen, kurzen Szenenwechsel und Wechsel der Blickwinkel der Menschen- und Katzenartigen. Eine wendungsreiche Geschichte mit eigentlich furchtbaren Hintergründen und Folgen, die sich in einem Rutsch durchliest. Und neugierig auf weitere Folgen macht.

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Veröffentlicht am 27.06.2021

Was für eine Geschichte

Tiefer Fjord
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Was für eine Geschichte wird da aufgedeckt. Schockierend. Was im Hier und Jetzt geschieht, reicht weit in die Vergangenheit der Protagonisten zurück. Das wird durch den steten Wechsel zwischen aktuellem ...

Was für eine Geschichte wird da aufgedeckt. Schockierend. Was im Hier und Jetzt geschieht, reicht weit in die Vergangenheit der Protagonisten zurück. Das wird durch den steten Wechsel zwischen aktuellem und vergangenem Geschehen deutlich. Auch durch die wechselnden Blickwinkel aller beteiligten Figuren. Diese werden dadurch für den Leser auch „lebendig“ und „begreifbar“. Ein Pageturner, der flott und spannend erzählt wird. Obwohl die Person, die verantwortlich für die Taten ist, die in dieser Geschichte verübt werden, früh dem Leser offenbart wird, sinkt der Spannungsbogen nicht ab und auch der Lesewert bleibt erhalten. Lesevergnügen wäre hier nur deshalb das falsche Wort, weil die Geschichte an sich so bedrückend ist und der Schluss unglaublich. Man kann das Buch nur schwerlich zur Seite legen, weil man fasziniert ist von den vielen Wendungen und Hintergründen, ja Abgründen.

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Veröffentlicht am 19.06.2021

Witzig

Nur der Tod ist unsterblich
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Fünf bekannte Schriftsteller, uralt inzwischen, die sich in einem Wiener Kaffeehaus treffen, beschließen, eine WG zu gründen, in der sie zu alter schriftstellerischer Größe und gar Unsterblichkeit (zurück)finden ...

Fünf bekannte Schriftsteller, uralt inzwischen, die sich in einem Wiener Kaffeehaus treffen, beschließen, eine WG zu gründen, in der sie zu alter schriftstellerischer Größe und gar Unsterblichkeit (zurück)finden wollen, denn die aktuellen Verkaufszahlen ihrer altbekannten Werke sind im Keller. Gesagt, getan, doch eine Schreibblockade hat alle befallen und so sitzen sie nurmehr in ihrem - zum Kaffeehaus umgestalteten - Wohnzimmer, trinken Kaffee, rauchen, diskutieren, streiten gar - auch mit dem Vermieter, der sie gerne wieder loswerden will. Eine Haushälterin/Pflegerin kümmert sich um die Herren und will sie auch motivieren, doch wieder zu schreiben, und tatsächlich hat man eine Idee. Doch plötzlich stirbt einer und es sieht ganz nach Mord aus. Kommt einer der alten Männer in Betracht, die Haushälterin, ein irrer Literatenkiller? Der kurz von seiner Pensionierung stehende Kommissar geht eher unmotiviert an die Sache heran, in deren Verlauf noch weitere Todesfälle folgen.
Auf die Idee, der Unsterblichkeit mittels schreibender WG näher zu kommen, muss man erst einmal kommen. Ganz herrlich die Gespräche der alten Herren, die Zitate, die Ideen, die Umsetzung. Das eigentlich eher ernste Thema ist witzig und unterhaltend umgesetzt. Man macht sich nach der Lektüre direkt daran, in den Lebensläufen der Schriftsteller zu forschen. Eine empfehlenswerte Lektüre.

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