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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.04.2017

Jeder Mensch hütet ein Geheimnis

Nur ein kleiner Gefallen - A Simple Favor
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Kurze Inhaltszusammenfassung:
Stephanie und Emily haben eigentlich nur gemeinsam, dass sie beide Mutter eines fünfjährigen Sohnes sind, die befreundet sind und die gleiche Vorschulklasse besuchen. Ansonsten ...

Kurze Inhaltszusammenfassung:
Stephanie und Emily haben eigentlich nur gemeinsam, dass sie beide Mutter eines fünfjährigen Sohnes sind, die befreundet sind und die gleiche Vorschulklasse besuchen. Ansonsten ist Stephanie verwitwet, Buchbloggerin und engagierte Vorstadtmutter und Emily, verheiratet, PR-Chefin bei einem Modelabel. Eines Tages verschwindet Emily spurlos und das Leben aller Beteiligten wird auf den Kopf gestellt.

Meine Meinung zum Buch:
Mir haben die beiden völlig unterschiedlichen Charaktere Stephanie und Emily sehr gut gefallen. Ich glaube auch, dass sie wirklich gute Freundinnen hätten sein können, da sich die beiden super ergänzt hätten. Natürlich war die Charakterisierung etwas überzogen und klischeebehaftet, aber das habe ich in Kauf genommen. Der Hintergrundgedanke, dass jede/R ein Geheimnis mit sich herumträgt, von dem sein Umfeld nichts weiß, hat mir sehr gut gefallen. Vor allem, wenn man neue Bekanntschaften macht, tendiert man doch eher dazu, wie Stephanie auch, sein Gegenüber aufgrund der aktuellen Situation einzuschätzen und weiß nicht, was diese Person vorher schon erlebt hat. An Emily fand ich interessant, dass sie es geschafft hat, so viele Geheimisse und Lügen, nicht nur vor ihrer Freundin Stephanie, sondern auch vor ihrem Mann zu verheimlichen. Sie spielt wirklich viele verschiedene Rollen und diese anscheinend nicht so schlecht. Stephanie ist meiner Meinung nach zu gutgläubig und naiv dargestellt worden. Mich hat es in alltäglichen Situationen weniger gestört, aber am Ende, wo sie doch von allen ausgenutzt und übers Ohr gehauen wird, das war schon zu viel. Auch die Handlungen wurden zum Schluss ziemlich unrealistisch und chaotisch, sodass es mir nicht mehr so gefallen hat. Die spitzen Intrigen und kleinen Geheimnisse und Sticheleien habe ich viel besser gefunden, den abgehobenen Schluss hätte das Buch auch so nicht nötig gehabt.

Titel und Cover:
Das Cover wirkt zeitlos und recht unauffällig. Mir gefällt der doppelte Titel nicht, es vermittelt den Eindruck als ob eine Übersetzung des englischen Titels notwendig wäre oder der deutsche Titel alleine zu wenig aussagekräftig wäre um allein zu stehen.

Mein Fazit:
In jedem Menschen schlummern düstere Geheimnisse. Manche Geheimnisse sollte man wirklich nicht einmal seinen Freunden anvertrauen.

Veröffentlicht am 10.04.2026

KBI - künstliche biologische Intelligenzen

REM
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Zuallererst haben mich der kurze, ausdrucksstarke Titel sowie das ästhetisch wunderschöne Cover angesprochen. Das Genre Horror-Thriller finde ich nur bedingt passend, vor allem die zweite Hälfte passt ...

Zuallererst haben mich der kurze, ausdrucksstarke Titel sowie das ästhetisch wunderschöne Cover angesprochen. Das Genre Horror-Thriller finde ich nur bedingt passend, vor allem die zweite Hälfte passt eher zu Fantasy oder Science-Fiction, was mir persönlich nicht so gut gefällt. Dass es sich hier um ein Autoren-Duo handelt, lässt sich schwer herausfiltern, ich vermute, dass Annika Strauss hier den Hauptanteil beigesteuert hat. Wer die Thriller von Sebastian Fitzek kennt und gerne liest, wird sich hier kaum wiederfinden. Mir war das Buch inhaltlich zu wenig anspruchsvoll, zu wenig psychologischer Hintergrund, dafür zu viel Action durch Horror-Figuren, was sich in die Länge gezogen hat. Obwohl viel passiert, wiederholen und ähneln sich die Szenen zu stark, sodass wenig Spannung aufkommt.
Gut gelungen finde ich, dass die Erfindung des Somnakulars, eine fiktive VR-Brille, gut erklärt und in den Kontext eingebaut wurde. Die Charaktere waren zumeist unnahbar und es konnte beim Lesen kaum eine emotionale Bindung aufgebaut werden, mit Ausnahme von Alysee. Das Thema Schlafforschung und Träume oder wie man Albträume effektiv verhindern oder bewältigen kann, hätte mich noch näher interessiert, hier wird allerdings nicht in die Tiefe gegangen. Der Schwerpunkt liegt am Freilassen und Einfangen der fiktiven Monster und anderer Kreaturen. Meine Erwartungen an das Buch wurden leider nicht erfüllt, für Science-Fiction-Fans könnte es allerdings genau das Richtige sein.

Veröffentlicht am 11.11.2025

holprig, grausam und wenig Tiefe

Station 22. Wo bist du sicher?
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Für den Thriller habe ich mich aufgrund des Hypes um das Buch und auch aufgrund der für mich sehr ansprechenden Aufmachung entschieden. Der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig und ich habe mich erst an ...

Für den Thriller habe ich mich aufgrund des Hypes um das Buch und auch aufgrund der für mich sehr ansprechenden Aufmachung entschieden. Der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig und ich habe mich erst an die kurzen abgehackten Sätze und Szenen gewöhnen müssen, es passt allerdings zum Gefühl auf der psychiatrischen Station, das hiermit vermittelt werden sollte. Ida erzählt aus der Ich-Perspektive und ist selbst auch stark vorbelastet. Zu Beginn waren recht viele Informationen zu verarbeiten, auch viele unschöne Momente, mit der Zeit errät man als Leser*in allerdings schon in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln wird und es wird etwas vorhersehbar. Insgesamt war mir der holprige Schreibstil über das gesamte Buch hinweg zu anstrengend und die Charaktere konnten für mich keine Tiefe entwickeln, was ich schade finde, somit konnte mich die Handlung auch inhaltlich nicht richtig in Beschlag nehmen und überzeugen. Gute Unterhaltung, wenn auch grausam gute, war es dennoch.

Veröffentlicht am 19.10.2025

Ich weiß, was du getan hast!

Ich war's nicht
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Der Ich-Erzähler Will führt ein normales, ruhiges Leben, bis sich dies von einem Tag auf den anderen aufgrund einer kurzen Handlung von Grund auf ändert. Am Heimweg provoziert ihn ein Fremder, er schlägt ...

Der Ich-Erzähler Will führt ein normales, ruhiges Leben, bis sich dies von einem Tag auf den anderen aufgrund einer kurzen Handlung von Grund auf ändert. Am Heimweg provoziert ihn ein Fremder, er schlägt zu und plötzlich bleibt dieser tot liegen. Die Reaktion von Will ist Flucht und in der Hoffnung, dass ihn keiner gesehen hat, unbemerkt zu verschwinden, allerdings kommt es komplett anders als erwartet. Eine falsche Entscheidung im Leben und schon ändert sich alles. Er wird erpresst, nur von wem? Es wird mit den Gefühlen von Will und mit denen der Leser*innen gespielt, von Wut, Schuld, Angst, Kontrolle wird im Verlauf der Geschichte eine breite Palette abgedeckt. Dies hat mir gut gefallen, weniger gelungen finde ich, dass gewisse Handlungen für mich vorhersehbar und von Anfang an klar waren, also nicht überraschend oder neu und häufig waren Szenen stark überzogen und unrealistisch dargestellt.

Veröffentlicht am 17.07.2025

viel Hetze, wenig Tiefe

Killer Potential
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Das kreative Cover, in leuchtenden, fröhlichen Farben täuscht bezüglich des Genres und lässt falsche Hoffnungen aufkommen. Der Schreibstil wirkt auf mich gehetzt, ebenso wie die erzählte Geschichte. Es ...

Das kreative Cover, in leuchtenden, fröhlichen Farben täuscht bezüglich des Genres und lässt falsche Hoffnungen aufkommen. Der Schreibstil wirkt auf mich gehetzt, ebenso wie die erzählte Geschichte. Es beginnt zugleich ereignisreich, indem die Nachhilfestunde von Evi entgleist und aus einem kleinen Ereignis, das sich hochschaukelt, plötzlich eine Hetzjagd wird. Von da an war mir die Erzählweise zu sprunghaft, ich konnte mich nicht so gut mit der Situation auseinandersetzen, da man von einer Szene zur nächsten katapultiert wird. Dadurch bleiben leider auch die Charaktere Evi und Jae recht oberflächlich, man hat das Gefühl, dass die Zeit fehlt, um sie kennenzulernen. Gewisse Aktivitäten der Verfolgungsjagd wiederholen sich mit der Zeit und wirken abgenutzt und sind somit auch nicht mehr so spannend, wie beim ersten Mal. Insgesamt hätte ich mir mehr Tiefe und weniger Hetze gewünscht.