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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.06.2021

Fünf abwechslungsreiche Kurzgeschichten zum Thema Angst

ANGST
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In „Polaroid“ wird ein Mann von einem immer wiederkehrenden Geräusch verfolgt und in den Wahnsinn getrieben. In „Sarah“ entwickelt sich die Autofahrt von Franziska und ihrer Tochter zu einem wahren Alptraum. ...

In „Polaroid“ wird ein Mann von einem immer wiederkehrenden Geräusch verfolgt und in den Wahnsinn getrieben. In „Sarah“ entwickelt sich die Autofahrt von Franziska und ihrer Tochter zu einem wahren Alptraum. Auch „Todesangst“ beschreibt den Alptraum einer Mutter, als ihr Kind plötzlich spurlos vom Spielplatz verschwindet. In „Versteckt“ landet ein angetrunkener Mann in der Nacht im falschen Haus und hat dort eine unheimliche Begegnung. Und in der letzten Geschichte „Dämonen“ dürfen / müssen wir am stetigen Verfall des Autoren Dan teilhaben.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen bzw. bösen Schlusspointen treibt der Autor seine gut aufgebauten Geschichten voran und kommt dabei ziemlich schnell auf den Punkt. Seine Figuren sind aber dennoch gut gezeichnet und vielschichtig angelegt, von einigen hätte ich gerne noch etwas mehr gelesen.

Auch wenn in einer solchen Sammlung erfahrungsgemäß nicht alle Geschichten den persönlichen Lesegeschmack in Gänze treffen können, ist hier die Trefferquote schon ziemlich hoch. Zugleich machen die Geschichten auch neugierig auf das weitere Schaffen des Autoren, den ich auf jeden Fall im Blick behalten werde.

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Veröffentlicht am 02.06.2021

Eindringliches Plädoyer für die Meinungsfreiheit und gegen die Cancel Culture

Cancel Culture
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In diesem Sachbuch beschäftigt sich der Autor Kolja Zydatiss mit dem Phänomen „Cancel Culture“ und zeigt auf, was es damit auf sich hat und welche Gefahren sich dahinter verbergen.

Als „Cancel Culture“ ...

In diesem Sachbuch beschäftigt sich der Autor Kolja Zydatiss mit dem Phänomen „Cancel Culture“ und zeigt auf, was es damit auf sich hat und welche Gefahren sich dahinter verbergen.

Als „Cancel Culture“ bezeichnet man den Versuch, unliebsame, aber eigentlich durch die Meinungsfreiheit gedeckte Äußerungen zu unterdrücken, in dem man versucht, denjenigen, der diese Meinung vertritt, stummzuschalten bzw. auszugrenzen. Dies kann zu körperlichen oder verbalen Angriffen bis hin zur Störung von Veranstaltungen bzw. öffentlichen Auftritten führen. Auch ein enormer öffentlicher Druck, um z. B. Menschen von Veranstaltungen auszuladen bzw. diese ganz abzusagen oder die Veröffentlichung von Büchern und Artikeln zu verhindern, gehört dazu und kann im Extremfall sogar zum Jobverlust führen. Betroffen sind davon nicht nur die Personen, die direkt im Mittelpunkt der Attacken stehen. Es wird damit auch ein deutliches Signal an alle Personen mit ähnlichen Meinungen gesendet und dabei aufgezeigt, was auch ihnen blühen könnte, wenn sie ihre Meinung weiterhin öffentlich vertreten.

Der Autor beschäftigt sich schon seit längerer Zeit mit dem Thema. Seit 2016 arbeitet er mit wechselnden Aufgaben für verschiedene Online- und Printmedien, wie „Novo Argumente“ oder „Achse des Guten“. In Letzterem erscheint aktuell seine Kolumne „Der/die Ausgestoßene der Woche“, die sich mit aktuellen Fällen der „Cancel Culture“ beschäftigt. Diese intensive Auseinandersetzung mit dem Thema merkt man dem Buch auch jederzeit an.

Das Buch ist in drei Abschnitte gegliedert und in einem gut verständlichen Schreibstil gehalten, bei dem man nicht ständig im Fremdwörterlexikon nachschlagen muss. Die verwendeten Quellen sind gut gekennzeichnet und direkt auf den jeweiligen Seiten benannt. Im ersten Teil beschreibt der Autor die Problematik und belegt sie mit einigen markanten Beispielen, die einen beim Lesen zunächst mal sprachlos machen. Im zweiten Abschnitt beschäftigt er sich mit den Hintergründen und den Leuten bzw. Gruppieren, die dieses perfide Spiel betreiben. Im dritten Teil stehen die Gefahren für die Meinungsfreiheit und letztendlich auch für die Demokratie im Fokus, zugleich werden aber auch Ansätze aufgezeigt, diese unselige Entwicklung zu überwinden.

Auch wenn man jederzeit merkt, mit welcher persönlichen Meinung der Autor dem Thema gegenübersteht, ist er doch um eine ausgewogene Betrachtung bemüht, die alle Aspekte berücksichtigt. Und auch wenn ich nicht jeder Aussage oder These im Buch vorbehaltlos zustimmen kann, liefert es unter dem Strich doch einen guten Ansatz, sich mit dem wichtigen Thema auseinanderzusetzen und sich am Ende eine eigene Meinung zu bilden oder sich zumindest über andere Quellen tiefer mit der Materie zu beschäftigen.

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Veröffentlicht am 27.05.2021

Band 4 bietet diesmal etwas mehr Mystery und etwas weniger Crime, konnte mich aber erneut gut und spannend unterhalten

Ronda Baker History Crime Band 4
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Mit diesem im Jahr 2015 erschienenen Buch legt die Autorin Renate Behr den vierten und vorerst letzten Kriminalroman um die Romanautorin und Journalistin Ronda Baker-Summer vor, die sich mit Kriminalfällen ...

Mit diesem im Jahr 2015 erschienenen Buch legt die Autorin Renate Behr den vierten und vorerst letzten Kriminalroman um die Romanautorin und Journalistin Ronda Baker-Summer vor, die sich mit Kriminalfällen aus der Vergangenheit beschäftigt.

Zwei Jahre ist Ronda von Träumen verschont worden, die sie auf die Spur längst vergangener und vergessener Verbrechen an und von Indianern bringt. Während einer Urlaubsreise mit ihrem Mann Miles und den gemeinsamen Kindern Jay-Jay und Betty weist sie Betty, die ihre Fähigkeit geerbt zu haben schein, auf ein Grab hin, das in Wirklichkeit leer ist. Uns so steckt Ronda schnell wieder mitten in einer gefährlichen Ermittlung, die nicht nur sie, sondern auch ihre Familie an ihre Grenzen und sogar noch ein ganzes Stück darüber hinaus bringt.

Wer glaubt, dass die Ermittlungen in einem so lange zurückliegenden Kriminalfall nur aus dem Stöbern in verstaubten Akten besteht, wird hier schnell eines Besseren belehrt. Mit einem ruhigen, aber dennoch ungemein packenden Schreibstil treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran und baut dabei schnell ordentlich Spannung auf, die sich am Ende in packenden Showdown entlädt. Hier bietet die Autorin zudem eine schlüssige Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten Charakteren in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen.

Das Ronda auch diesmal immer wieder von Träumen übermannt wird, die sie zurück in die Vergangenheit führen und dort auf die Protagonisten ihrer Nachforschungen treffen lässt, bringt noch einen ordentlichen Schuss Mystery in das Geschehen, der diesmal sogar deutlich größer ausfällt als bei den vorangegangenen Büchern. Doch auch mit etwas weniger Crime-Anteil liefert das Buch ausreichend spannende Unterhaltung. Zudem werden die Träume mit alten Indianerlegenden verknüpft und kommen so durchaus schlüssig rüber.

Renate Behr gelingt es auch diesmal wieder, die Passagen rund um die Indianer ziemlich authentisch erscheinen zu lassen. Hier zeigt sich die genaue Recherchearbeit der Autorin, die voll zum Tragen kommt und der Geschichte zudem das gewisse Etwas verleiht.

Auch dieser Band bietet wieder eine überzeugende Mischung aus spannendem Kriminalroman mit Mystery-Elementen und fundiertem historischem Roman, die mich erneut gut unterhalten konnte.

Mit diesem Buch endet nun die Reihe um Ronda Baker und ihre Familie vorerst (?). Aber wer weiß schon, ob die Träume nicht doch irgendwann zurückkommen.

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Veröffentlicht am 07.05.2021

Abwechslungsreiche Sammlung mit 10 Kurzgeschichten aus dem phantastischen Bereich

Verlorene Geschichten
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In dieser Storysammlung veröffentlicht der Autor Lucian Caligo insgesamt 10 abwechslungsreiche Kurzgeschichten aus dem phantastischen Bereich, die einen guten Überblick über die große Bandbreite an unterschiedlichen ...

In dieser Storysammlung veröffentlicht der Autor Lucian Caligo insgesamt 10 abwechslungsreiche Kurzgeschichten aus dem phantastischen Bereich, die einen guten Überblick über die große Bandbreite an unterschiedlichen Möglichkeiten aufzeigt, die das Genre bietet.

So wechselt die Stimmung in den Beiträgen zwischen düster und humorvoll. Der Schreibstil ist dabei durchgehend packend und mit vielen bildhaften Beschreibungen wird auch das Kopfkino ordentlich angekurbelt. Die Figurenzeichnung kann in Kurzgeschichten naturgemäß nicht so intensiv erfolgen wie in Romanen, dennoch gelingt es dem Autoren auch hier, seine Figuren mit Leben zu füllen, so das man als Leser eine Beziehung zu ihnen aufbauen kann.

Wie in solchen Sammlungen üblich, kann nicht jeder Beitrag den persönlichen Lesegeschmack treffen. Dennoch sollte hier jeder Fan von Kurzgeschichten aus dem phantastischen Bereich den einen oder anderen Beitrag ganz nach seinem Geschmack finden.

Mein persönliches Highlight war hier die Geschichte „Kopfgeldjäger – Gekündigt!“, die mal wieder in das gelungene Steampunk – Western – Setting von Trappland führt. Aber auch die Geschichten „Darik´s Memoiren – Die Sache mit dem Kobold“, „Lagerfeuergeschichten“ und „Der Fluch des Ritters Anastasius“ stechen so ein wenig hervor. Echte Ausreißer nach unten gibt es dabei nicht, jeder Beitrag hat seinen besonderen Reiz und bietet einen hohen Unterhaltungswert.

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Veröffentlicht am 27.04.2021

Ruhiger Kriminalroman mit gut gezeichneten Protagonisten

Nacht über dem Campus
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Mit diesem Kriminalroman legt die Autorin Nicole Peters den zweiten Band ihrer Reihe um die Rechtsanwältin Helen Freitag vor. Auch wenn das Buch meiner Meinung nach nicht ganz die Klasse des Auftaktbandes ...

Mit diesem Kriminalroman legt die Autorin Nicole Peters den zweiten Band ihrer Reihe um die Rechtsanwältin Helen Freitag vor. Auch wenn das Buch meiner Meinung nach nicht ganz die Klasse des Auftaktbandes erreicht, bietet es dennoch gute Krimiunterhaltung und überzeugt vor allem durch ein gut aufeinander abgestimmtes Figurenensemble.

Obwohl hier einige Erzählfäden aus dem Auftaktband weitergeführt werden, braucht man grundsätzlich keine Vorkenntnisse, um das Buch lesen zu können. Alle für das Verständnis erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören.

Neben ihrer eigentlichen Tätigkeit als Rechtsanwältin hat Helen Freitag zusätzlich einen Lehrauftrag als Dozentin an der Hochschule der Gesetzlichen Unfallversicherung in Hennef angenommen. Als einer ihrer Studenten tot in seinem Zimmer auf dem Campus der Hochschule aufgefunden wird, ist dies ein Schock für Helen. Denn Oliver Schönbom hatte kurz vor seinem Tod noch vergeblich das Gespräch mit ihr gesucht. Steht sein Tod im Zusammenhang dazu und hätte Helen ihn somit vielleicht verhindern können ? Da die Polizei zunächst eher in Richtung Selbstmord ermittelt, nimmt Helen die Sache selbst in die Hand und spannt dabei auch ihren Freund, den Journalisten Ralf Peter „Rabe“ Voss, und ihre Auszubildene Marie Glücklich in die Ermittlungen ein.

Auch diesmal nimmt sich die Autorin zu Beginn wieder ausreichend Zeit und Raum ihre vielschichtig angelegten Protagonisten und das neue Setting sorgfältig einzuführen. So braucht die gut aufgebaute und aus wechselnden Perspektiven erzählte Geschichte zwar ein wenig, bis sie richtig ins Rollen kommt, liefert aber auch dank des packenden Schreibstils von Beginn an ein atmosphärisch dichtes Geschehen, bei dem sich die neuen Protagonisten gut in das bereits bekannte Ensemble eingliedern. Ein echter Lichtblick ist dabei Rabes Schwester Kathi, die nach einem Kurzauftritt im ersten Band diesmal als ermittelnde Kriminalkommissarin eine deutlich größere Rolle spielt und dabei ordentlich frischen Wind in das Geschehen bringt. Ihre erfrischende und zuweilen auch unbekümmerte Art tut bei den überwiegend eher verkopften Figuren der Geschichte einfach gut. Die überzeugende Auflösung lässt am Ende zwar keine wesentlichen Fragen offen und ist auch ziemlich schlüssig, allerdings flacht hier die Spannungskurve meiner Meinung nach doch etwas zu früh ab. Dies kann den insgesamt positiven Gesamteindruck aber nur unwesentlich trüben.

Wer auf ruhige Kriminalromane mit starken Figuren steht, wird hier unter dem Strich sehr gut bedient und unterhalten.

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