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Veröffentlicht am 10.08.2021

Passendes Buch für heiße Sonnentage

Adria mortale - Bittersüßer Tod
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Im Sommer 1958 galt Italien als bevorzugtes Reiseziel vieler Deutscher. Der Krieg war lang vorbei und der Aufschwung brachte Wohlstand und Geld zu den Menschen. Dass die beiden Freundinnen Sonja und Elke ...

Im Sommer 1958 galt Italien als bevorzugtes Reiseziel vieler Deutscher. Der Krieg war lang vorbei und der Aufschwung brachte Wohlstand und Geld zu den Menschen. Dass die beiden Freundinnen Sonja und Elke die Reise mit einem Roller antraten, das war wohl doch nicht normal. Aber sie schafften es und erreichten gesund einen kleinen Ort an der Adria. Damals gab es noch nicht so viele Hotels und es galt als normal, dass in einer Pension abgestiegen wurde. Hier war es das Haus von Federica Pellegrini in dem auch der Lehrer des Ortes lebte. Dass er kurz nach Ankunft der Freundinnen ermordet wurde, warf kein gutes Licht auf die beiden Frauen. Aber Federica machte sich umgehend an die Arbeit und ermittelte privat. Das wiederum gefiel dem Experten überhaupt nicht. Zumal er extra anreiste, um den Einwohnern schon bald einen Täter präsentieren zu können.

„Adria Mortale – Bittersüßer Tod“ lässt sich gut lesen. Es bringt viele Wendungen und auch der Humor kommt nicht zu kurz. Die Sprache ist einfach und durch viele Dialoge abwechslungsreich. Was mir sehr gut gefiel, das war die Beschreibung von Land und Leuten. Bei den Gerichten, die ebenfalls viel Raum in dem Buch einnahmen, fand ich diese ausführlichen Rezepte dann doch übertrieben. Überhaupt hat das Buch für meinen Geschmack zu viele Längen. Die Spannung plätschert bis kurz vor dem Ende vor sich hin. Allerdings ist es der Autorin gelungen, den Täter tatsächlich bis zum Schluss außen vor zu lassen. Will sagen, dass ich keine Ahnung hatte, wer es dann schließlich war.

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Veröffentlicht am 10.08.2021

Das harte Leben der Menschen im 19. Jahrhundert

Die Hebamme
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„Die Hebamme“ beruht auf Tatsachen, welche das Leben von Marta Kristine Andersdatter Nedje beschreibt. Sie war die Ururgroßmutter von Edvard Hoem, dem Autor des Buches. Als eine der ersten Frauen, die ...

„Die Hebamme“ beruht auf Tatsachen, welche das Leben von Marta Kristine Andersdatter Nedje beschreibt. Sie war die Ururgroßmutter von Edvard Hoem, dem Autor des Buches. Als eine der ersten Frauen, die sich für den Beruf der Hebamme interessierte, wanderte sie im Jahr 1821 über 600km zum Ausbildungsort. Ihr Wunsch war es stets, den Frauen zu helfen, die Säuglingssterblichkeit zu reduzieren und auch das Leben der Mütter zu schützen. Obwohl ihr Argwohn und sogar Feindschaft entgegenschlug, sie ließ sich nie entmutigen.

Armut war für die Familie der Hebamme alltäglich. Der Ehemann Hans kam krank aus dem Krieg zurück und es waren immerhin 11 Kinder, die versorgt werden mussten. Das beeindruckende an dieser Frau war ihre große und unverrückbare Liebe zum Hans. Aber auch die Geduld sowie das Durchhaltevermögen ihren Beruf zum Wohle der Mütter und Kinder auszuüben, ist bemerkenswert.

„Die Hebamme“ wurde in Norwegen über 60000 mal verkauft. Das ist beachtlich und zeigt, wie gefragt die Historie ist. Der Autor beschreibt die karge Landschaft und das mühselige Leben der Menschen so klar, dass diese „Bilder im Kopf“ beim Lesen wie von selbst entstehen. Die Erzählungen aus Sicht der Hebamme sind schlicht und zuweilen ein wenig einfältig. Sie kam mir vor als sei sie entrückt und stehe nicht mit beiden Beinen auf der Erde. Dabei stimmt das absolut nicht. Sie ließ sich wohl immer mal wieder von ihrem Mann beeinflussen, der ein Träumer war.

Nein, die Pille gab es damals noch nicht und selbst Hebammen kannten sich mit effektiver Verhütung wohl nicht aus. 11 Kinder zu gebären, das war nicht selten und oft starben die Frauen früh. Nicht so die Hebamme Marta. Sie überlebte ihren Ehemann viele Jahre und arbeitete bis ins hohe Alter als Geburtshelferin. Die Wege, welche sie zurücklegte waren mitunter gefährlich, da sie häufig über den stürmischen Fjord führten. Ein lesenswertes Buch, das die harte Zeit im 19. Jahrhundert gut vor Augen führt.

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Veröffentlicht am 08.08.2021

Sehr gutes Debüt für anspruchsvolle Leser

Junge mit schwarzem Hahn
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Der 11jährige Martin musste schon sehr jung alleine klarkommen. Ohne Eltern und Geschwister. Einen treuen Freund hat er aber noch: den schwarzen Hahn, der ihm kaum von der Seite weicht. Als ein Maler ins ...

Der 11jährige Martin musste schon sehr jung alleine klarkommen. Ohne Eltern und Geschwister. Einen treuen Freund hat er aber noch: den schwarzen Hahn, der ihm kaum von der Seite weicht. Als ein Maler ins Dorf kommt, nimmt er den Jungen mit. Denn er merkt rasch, wie intelligent und umgänglich Martin ist. Die Vorbehalte der Menschen aus dem Dorf kann der Maler nicht nachvollziehen. Aber so war das damals. Wer Waise war, der wurde von den Mitbewohnern kaum beachtet.

„Junge mit schwarzem Hahn“ fällt in jedem Buchladen auf, weil das Cover so einzigartig ist. Hier wurde ein Gemälde Pablo Picassos verwendet und das harmoniert perfekt mit der Geschichte. Es stammt aus dem Jahr 1905 und der Titel ist: „Garcon á la Pipe“. Das Buch lässt sich nicht einfach mal „nebenbei“ lesen. Dafür ist die Sprache zu eigen und die Story teilweise mit Elementen der Phantasie bestückt. Der Junge erlebt gute und schlechte Tage und nicht alle Menschen kommen mit offenen Armen auf ihn zu.

Am Schluss des Buches gibt es einen Einblick in die Gedanken der Autorin. Sie berichtet darüber, warum sie das Werk schrieb und welche Botschaft sie vermitteln wollte. Nein, es ist kein Schmöker und trifft nicht jedermanns Geschmack. Lesenswert fand ich es aber trotzdem und zwar für alle, die hochwertige Literatur mögen. Ein tolles Debüt.

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Veröffentlicht am 26.07.2021

Grausame Morde erschüttern Wien

Das Buch des Totengräbers (Die Totengräber-Serie 1)
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In Wien treibt ein Mörder sein Unwesen. Er hat es auf junge Frauen abgesehen und seine Methoden sind abscheulich. August Rothmayer ist Totengräber auf dem Zentralfriedhof. Hier arbeitet er und auch seine ...

In Wien treibt ein Mörder sein Unwesen. Er hat es auf junge Frauen abgesehen und seine Methoden sind abscheulich. August Rothmayer ist Totengräber auf dem Zentralfriedhof. Hier arbeitet er und auch seine Wohnung befindet sich mitten unter den Verblichenen. Dass er sich bestens mit der Materie im Bereich Tod und Verwesung auskennt, sieht jeder, der sich mit seinem neuesten Werk befasst. Dem „Almanach für Totengräber“. Das erkennt auch der junge Inspektor Leopold von Herzfeldt sehr schnell. Leopold ist nämlich gerade erst in Wien bei der neuen Arbeitsstelle angekommen und wird von den Kollegen keineswegs mit offenen Armen empfangen. Das liegt nicht alleine daran, dass er ein „Piefke“ ist. Auch seine Methoden der Ermittlung treffen auf Unverständnis.

Der Autor Oliver Pötzsch beschreibt die Stadtteile Wiens sehr genau. Er kennt sich aus in dieser Stadt und auch die Situation der Dienstmädchen wird zuweilen erschreckend realistisch geschildert. Diese Schere zwischen Armen und Reichen war damals auf keine Fall breiter als heute. Leider ist es vielen Menschen nicht bewusst und es gibt einige, die sich nach der „guten alten Zeit“ zurücksehnen. Schon dieses Schubladendenken auf den Friedhöfen ist zum Glück vorbei. Wie war es noch? Selbstmörder dürfen nicht in „geweihte Erde“? Wir erbärmlich. Und auch diese Vorgehensweise, dass Arme, die sich die Kosten eines vernünftigen Grabes nicht leisten konnten, mit vielen weiteren Leichen in einer Gruft verschwanden… All diese Dinge sind in dem Roman „Das Buch des Totengräbers“ anschaulich geschildert.

Die Furcht vor Neuerungen bei Ermittlungen war damals mit Sicherheit vorhanden. Nicht nur Polizeifotografen wurden skeptisch betrachtet, zumal die Fotografie ja noch in den Kinderschuhen steckte. Niemals kann es mit den heutigen Formaten verglichen werden. Das gilt wohl auch für den Studiengang „Kriminalistik“. Man mag sich nur mal vor Augen führen, dass es weder Fingerabdrücke noch die Möglichkeit der Analyse von DNA gab. Herr Pötzsch schreibt schlicht und ich konnte seinen Ausführungen gut folgen. Zuweilen war es für mich zu ausführlich, was die Methoden der Ermittlung betrifft. Eine Leseempfehlung gibt es aber auch von mir.

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Veröffentlicht am 08.07.2021

Gute Fortsetzung mit etlichen Wendungen

Deluxe Love
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Seraphine ist das einzige Mädchen des verstorbenen Dumont Bruders. Sie leidet sehr unter dem Tod des Vaters und ist immer noch der Meinung, dass er ermordet wurde. Von seinem eigenen Bruder und dessen ...

Seraphine ist das einzige Mädchen des verstorbenen Dumont Bruders. Sie leidet sehr unter dem Tod des Vaters und ist immer noch der Meinung, dass er ermordet wurde. Von seinem eigenen Bruder und dessen Söhnen. Und noch immer sehnst sie sich nach ihrem Cousin Blaise. Dabei dachte sie sie würde es schaffen, ihn zu hassen. Da er aber auf sie angesetzt wurde und nicht mehr von ihrer Seite weicht, gewöhnt sie sich wieder zu sehr an ihn.

Im zweiten Teil der Dumont Saga geht es nicht um die Brüder, sondern um ihre Schwester Seraphine. Die muss sich ganz alleine gegen Onkel und Cousins behaupten und begibt sich dabei sogar in Gefahr. Sie möchte beweisen, was der Onkel anstellte, um alleiniger Herrscher im Imperium zu sein. Gewohnt lebendig und rasant erzählt die Autorin Karina Halle wie sich das Leben von Seraphine entwickelt. Die ausführlichen Sexszenen halten sich im Gegensatz zum ersten Buch dieses Mal in Grenzen. Dafür gibt es mehr echte Spannung und es werden einige drängende Fragen beantwortet. Jedoch nicht alle. Es folgt ja schon bald der dritte und finale Band.

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