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Veröffentlicht am 15.09.2016

knapp 4 STerne

Himmelfahrt
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Als treuer Dübell-Fan habe ich es mir nicht nehmen lassen und nun auch den zweiten Band um den Kommissar Peter Bernwald gekauft. Der Landshuter Kommissar ist mir aus dem ersten Teil bereits als sympathischer ...

Als treuer Dübell-Fan habe ich es mir nicht nehmen lassen und nun auch den zweiten Band um den Kommissar Peter Bernwald gekauft. Der Landshuter Kommissar ist mir aus dem ersten Teil bereits als sympathischer aber etwas knorriger Charakter bekannt. In der Fortsetzung „Himmelfahrt“ läuft es für den Ermittler weder privat noch beruflich nach seinen Wünschen. Flora Sander und er haben sich gerade eben getrennt aber natürlich ist sie weiterhin seine Kollegin und die beiden laufen sich täglich über den Weg, obwohl ihre Gefühlslage zueinander sehr angespannt ist. Das führt ständig zu Reibereien und Geplänkel, welches für die Arbeit nicht unbedingt förderlich scheint. Deshalb wird Flora eine andere Kollegin zugeteilt, als es zu einem neuen Mord kommt.
Der Kriminalfall war für meinen Geschmack nicht spannend genug und wurde relativ kurz und knapp behandelt. Es gab keine wirklich überraschenden Wendungen und auch keinen richtigen Showdown. Eine große Hauptrolle spielten dafür das Wetter und das Unwetter welche in Landshut zu Überschwemmung und anderen Problemen führen und irgendwie eine Untermalung der Querelen unter den Kriminalern sind.

Das Lokalkolorit ist bayerisch angehaucht aber angenehm unaufdringlich. Bernwald ist ein durchaus typischer Vertreter seiner Heimat und auch ein typischer Mann mit ein paar Vorurteilen und Schrullen. Gefallen haben mir die Dialoge, die spritzig und witzig waren, durchaus Auf gute Gespräche lege ich in einem Buch Wert. Hier hatte ich viel Spaß daran. Allerdings war das im Gesamteindruck auch wieder ein Punkt, der mich etwas gestört hat, da ich Krimis gerne spannend und NICHT lustig mag. Alles in allem war ich nicht vollkommen überzeugt von dem Buch. Ich bevorzuge die historischen Romane von Dübell und empfehle dieses Buch „Himmelfahrt“ also eher den Lesern, die leichte, harmlose Regionalkrimis mögen. Man kann an meiner Rezi merken, dass ich etwas unentschlossen bin, wie ich den Krimi bewerten soll. Ich vergebe also knapp 4 Sterne – einfach, weil ich Dübell mag.

Veröffentlicht am 15.09.2016

unterhaltsam

Drei auf Reisen
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Meine Erwartungen waren hoch. Die Leseprobe war spritzig und ich kenne bereits ein Buch von David Nicholls. Auch wenn ich zugeben muss, dass diesmal die Protagonisten etwas älter sein, als ich es so aus ...

Meine Erwartungen waren hoch. Die Leseprobe war spritzig und ich kenne bereits ein Buch von David Nicholls. Auch wenn ich zugeben muss, dass diesmal die Protagonisten etwas älter sein, als ich es so aus eigener Sicht kenne.
Connie will Douglass nach vielen Jahren Ehe verlassen. Das Ganze scheint erst mal ziemlich rational und kühl berechnend, denn sie will genau so lange warten, bis der Sohn auszieht. Damit die Veränderung einfach und ohne großes Trara für den Sohn über die Bühne geht. Das ist auch ein Markenzeichen Connie. Sie handelt überlegt und rational will aber gleichzeitig, dass ihr Mann anders reagiert, als er eigentlich ist. Aber Douglas ist natürlich aus der Bahn geworfen, hat wohl nicht damit gerechnet, dass seine Frau ihn so einfach verlassen will.
Schritt für Schritt wird nun erzählt, wie die beiden sich kennengelernt haben und wie ihre Beziehung, ihre Ehe verlaufen ist. Dabei gab es einige gravierende Tiefpunkte, wie den Tod der gemeinsamen Tochter. Douglas ist sicherlich ein Mannes, der vor allem Pragmatiker und als Biochemiker nicht gerade der liebevollste und impulsivste Mensch ist. Aber hat Connie das nicht gewusst und vielleicht auch gerade geschätzt an ihm? Seine Ruhe, seine Zuverlässigkeit, seine abgeklärte Art mit den Dingen des Lebens umzugehen. Douglas beschließt, um seine Frau zu kämpfen.
Auf einer großen langen Urlaubsreise versucht er seiner Frau wieder näher zu kommen. Aber er verzettelt sich. Vor allem, weil auch sein Sohn mit von der Partie ist und die beiden ebenfalls große Beziehungsprobleme haben. Douglass hat es einfach nicht verstanden, mit seiner Familie so umzugehen, dass sie ihm erhalten bleibt. Und nun fällt es ihm schwer, mit den Folgen umzugehen.
Seine Reise wird zusehends verzweifelter und ohne zu viel zu verraten steht er irgendwann alleine da und ist hilflos und unglücklich. Wie soll er jetzt bloß weitermachen.
Ob es ein Happy End gibt verrate ich nicht. Mir hat das Buch gut gefallen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Sommerlektüre

Der Klang der Lüge
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Der Einstieg in das Buch fällt leicht. Liv Winterberg beginnt die Geschichte mit einem dramatischen Prolog, in dem ein kleines Mädchen von seiner Mutter im Wald zurückgelassen wird. Sollte sie die Nacht ...

Der Einstieg in das Buch fällt leicht. Liv Winterberg beginnt die Geschichte mit einem dramatischen Prolog, in dem ein kleines Mädchen von seiner Mutter im Wald zurückgelassen wird. Sollte sie die Nacht überleben ist sie vielleicht kein Wechselbalg und der liebe Gott hat es gut mit ihr gemeint. Aber das Baby hat Glück. Sybilla findet sie und nimmt sich ihrer an. Die eigentliche Geschichte beginnt viel später, als Alissende bereits eine junge Frau ist und mit zwei Brüdern durch das Land zieht auf Suche nach Arbeit. Auch die geliebte Sybilla hat sie verloren und sie ist allein und arm. Die drei landen zufällig im Dorf Sériol und sie scheinen endlich einmal Glück zu haben, denn die Leute dort nehmen sie gerne auf, sind freundlich und unvoreingenommen und geben ihnen Arbeit und Essen und Unterkunft. Aber dem Dorf droht bereits großes Unheil, da Bischof Durand im Land fanatisch nach Andersgläubigen sucht, die er dingfest machen und dann vernichten kann. Und er hat bereits ein Auge auf das kleine Dorf geworfen. Seine Macht scheint grenzenlos und mit Folter, Gewalt und Geld schaffte er es, dass alle Erwachsenen des Dorfes inhaftiert und fort geschafft werden. Die Kinder und Jugendlichen sind alleine und Sybilla versucht ihnen zu helfen und sich selbst und ihre neue Liebe zu retten.
Das Buch liest sich flüssig und schnell. Man ist gespannt wie es weitergeht, weiß aber ziemlich schnell wie der Hase in der Geschichte läuft. Das ist auch mein größter Kritikpunkt, dass es kaum überraschende Wendungen oder Unvorhergesehenes gibt und auch die Protagonisten ziemlich eindimensional beschrieben werden. Teilweise mag dies den tatsächlichen Geschehnissen geschuldet sein, die diesem Roman wohl zu Grunde liegen. Dennoch habe ich das Buch gerne gelesen, denn man brauch ja nicht immer einen komplizierten Roman sondern auch mal was für den Strand und die leichtere Unterhaltung. Die Heldin ist mir sympathisch gewesen und das Thema der Verfolgung aus Glaubensgründen wird etwas oberflächlich aber treffend geschildert . Deshalb wurde ich durchaus gut unterhalten und empfehle das Buch zur Sommerlektüre und zum Entspannen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

eigenwillige Heldin

Die Frau, die nie fror
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Die Geschichte kommt im gemächlichen Tempo einher. Dies passt aber ganz gut zum nordischen Ambiente, zur Kälte und zu den Geheimnissen, die die eigenwillige Heldin Pirio zu lösen versucht. Erst ganz allmählich ...

Die Geschichte kommt im gemächlichen Tempo einher. Dies passt aber ganz gut zum nordischen Ambiente, zur Kälte und zu den Geheimnissen, die die eigenwillige Heldin Pirio zu lösen versucht. Erst ganz allmählich erkennt sie, dass es überhaupt Ungereimtheiten gibt bei dem Schiffsunglück, welches sie zu einer kurzzeitigen Prominenten machte, da sie stundenlang im Eiswasser überlebt hat, während der Kapitän und guter Freund gestorben ist. Auch um den Hinterbliebenen, Freundin Thomasine und deren Sohn Noah zu helfen, macht Pirio sich auf die Suche nach der Wahrheit.

Ich hatte das Gefühl, der Weg ist das Ziel. Die Langsamkeit, lange Gespräche, forschen in Gefühlen und der eigenen Vergangenheit machen große Teile des Romans aus, der nicht unbedingt ins Thriller-Genre passt. Freilich zieht das Tempo am Schluss an und wird durchaus spannend. Aber man sollte nicht mit einem Nesbo oder Kepler rechnen. Dennoch habe ich mich durchaus gut unterhalten gefühlt. Ich mag es freilich auch, wenn im Winter meine Bücher von Kälte und Schnee handeln - freilich während ich auf der warmen Couch sitze.

Ein Erstling, der Leuten gefallen könnte, die Smilla mochten und auch etwas für ruhigere Geschichten übrig haben. Als Fan guter Dialoge wurde ich besonders gut zufriedengestellt. Pirio reiht sich durchaus in die Reihe der interessanten Heldinnen ala Salander ein - allerdings weniger durch ihre Kampfkraft als durch ihr starkes und doch innerlich zerrissenes Wesen. Vielen Dank fürs Vorablesen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Bauernkriege

Die Burg der Könige
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1524. Rund um den Trifels war alles schon mal besser. Hier wohnten schon Könige und dem Volk ging es gut. Doch nach strengen Wintern, schlechten Sommern und dank der gierigen Obrigkeit, die die niederen ...

1524. Rund um den Trifels war alles schon mal besser. Hier wohnten schon Könige und dem Volk ging es gut. Doch nach strengen Wintern, schlechten Sommern und dank der gierigen Obrigkeit, die die niederen Stände zu schröpfen versteht, hungert die Menschen und immer mehr werden in den hochherrschaftlichen Wäldern erwischt, wie sie durch Wildern an Nahrung kommen wollen. Zwangsläufig kommt es bald zum öffentlich geäußerten Unmut und dann zu den Bauernkriegen.
In diese Kämpfe und Zwistigkeiten werden auch Agnes und Mathis verwickelt. Zwei, die sich schon von Jugend an kennen und inzwischen auch lieben obwohl sie eigentlich durch Standesunterschiede getrennt sein sollten. Doch so einfach macht es der Autor den beiden natürlich nicht. Die Ereignisse reissen die zwei erst mal auseinander und es dauert eine Weile, bis sie wieder gemeinsam nach einer Lösung aller Probleme suchen dürfen.
In Pötzsch` neuem Roman wird wieder geliebt und gestorben, geflucht und gefrotzelt, gefochten und versöhnt was das Zeug hält. Eingewoben in historische Fakten und Daten wird eine lebendige und spannende Geschichte, in der einige Rätsel zu lösen und einige Feinde zu besiegen sind. Nicht alles ist so wie es erst scheint und nicht wenige sind vor allem Agnes schlecht gesonnen.
Nach 900 Seiten habe ich das Buch zufrieden und um einige interessante Geschichteserkenntnis reicher geschlossen. Weiter so Herr Pötzsch.