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Veröffentlicht am 13.06.2018

Erik Donner - bereitss gebrochen und nun vernichtet?

Tod und tiefer Fall
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Im Thriller "Tod und tiefer Fall" von Elias Haller wird Hauptkommissar Erik Donner, dem im Leben bereits fast alles genommen wurde, von Ereignissen aus der Vergangenheit eingeholt. Wird ihn das endgültig ...

Im Thriller "Tod und tiefer Fall" von Elias Haller wird Hauptkommissar Erik Donner, dem im Leben bereits fast alles genommen wurde, von Ereignissen aus der Vergangenheit eingeholt. Wird ihn das endgültig vernichten?

Vor drei Jahren hat Kriminalhauptkommissar Erik Donner an einem einzigen Tag, durch die Hand seines ehemaligen Partners Jeff Balthasar nahezu alles verloren - seine Frau, seine Tochter und sein Leben. Letzteres konnte gerettet werde. Seitdem ist er allerdings körperlich entstellt, seelisch gebrochen und in eine Abteilung versetzt, in der ihn seine Arbeit absolut nicht befriedigt.
Da erhält Donner eine SMS vom vermeintlich Toten Balthasar und am nächsten Tag taucht Journalist "Snuff" auf und eröffnet ihm, dass er in 48 Stunden einen Artikel mit dem Titel "Donner läuft Amok. Wieder wird ein Polizist zum Mörder" veröffentlichen wird. Donner beginnt zu ermitteln und findet sich in einem Netz aus Intrigen wieder...

Das Cover ist eigentlich recht schlicht und gerade dadurch sehr wirkungsvoll. Ein blutiger Strick, kurz vorm Zerreissen. Mich hat es direkt angesprochen. Ein witziges Detail, die Fliege auf dem Cover, man meint sie verscheuchen zu müssen , so echt sieht sie aus! Fliegen werden auch im Roman immer wieder erwähnt.

Die Einteilung in relativ kurze Kapitel hat mir sehr gut gefallen. Der Wechsel zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit vor drei und sieben Jahren ist geschickt gewählt, dadurch wird die Spannung erhöht und man erfährt nach und nach, was in Donners Vergangenheit passiert ist und wie es zum Zerwürfnis mit seinem Partner kam.

Die Charaktere sind sorgfältig beschrieben, nicht nur Protagonist Erik Donner, sondern auch die Nebenfiguren, wie beispielsweise der Polizist Martin Kroll, sein kollege Lichtenberg oder auch Annegret Kolka. Im Verlauf des Buches erfährt man viel über die Personen und ich hoffe, dass sie auch in folgenden Bänden ihren Anteil an der Geschichte haben.
Erik Donner ist kein sympathischer Mensch, ruppig zu seinen Mitmenschen, derb im Umgangston und ein ziemlicher Eigenbrötler. Ich mochte ihn trotzdem! Gerade sein Zynismus und Sarkasmus haben mir gut gefallen. Und er gibt die Menschen, die ihm wichtig sind nicht auf, was ein toller Charakterzug ist.

Neben dem perfekt gezogenen Spannungsbogen, der mich immer zum Weiterlesen animierte, lässt der Autor den Leser ziemlich lange im Dunkeln tappen, was die Frage des Täters und des Motivs betrifft. Ich war wirklich lange ahnungslos und am Ende sehr begeistert von der lückenlosen und schlüssigen Aufklärung des Falls.

Auch die Frage, ob manche Taten eine Selbstjustiz rechtfertigen, hat mich im Laufe des Buches immer wieder beschäftigt.

Ein perfekter Thriller zum Mitfiebern, hochspannend, mit vielen Opfern und einem eigenwilligen Kommissar.

Veröffentlicht am 22.06.2020

Spannend, atmospärisch und überraschend!

Abgrund
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„Abgrund“ ist bereits der vierte Fall für Kommissar Huldar und Psychologin Freyja und nachdem Band 3 „R.I.P.“ mich nicht komplett überzeugen konnte, hat mich dieser hochspannende isländische Thriller von ...

„Abgrund“ ist bereits der vierte Fall für Kommissar Huldar und Psychologin Freyja und nachdem Band 3 „R.I.P.“ mich nicht komplett überzeugen konnte, hat mich dieser hochspannende isländische Thriller von Yrsa Sigurdardottir bestens unterhalten h

Ein Hinweis auf ein unbeaufsichtigtes Kind in einer Wohnung, dem Psychologin Freyja nachgeht und ein Toter, dessen Wohnung Kommissar Huldar aufsucht, führen dazu, dass sich die Wege von Freyja und Huldar auch in diesem vierten Fall kreuzen. Das Kind befindet sich tatsächlich in der Wohnung des Toten, allerdings kann der 3jährige Siggi weder erklären, wer ihn dorthin gebracht hat, noch wo seine Eltern geblieben sind. Eine Verbindung zwischen ihm, seinen Eltern und dem Toten scheint es nicht zu geben. Die Spurenlage ist dürftig, der Freundeskreis des Toten wenig auskunftsfreudig, aber es gilt die Eltern eines kleinen Jungen zu finden und einen Mord aufzuklären.

Der Thriller beginnt hochspannend, denn im ersten Kapitel ist der Leser bei der Ermordung von Helgi hautnah dabei. Besonders die Atmosphäre des zerklüfteten Lavagebietes wurde dabei perfekt eingefangen und transportiert. Dann beginnt für Huldar und seine Kollegen die Ermittlungsarbeit, wobei die Situation auf der Dienststelle nach wie vor nicht einfach ist. Zu Chefin Erla ist das Verhältnis immer noch schwierig, Kollege Gudlaugur kämpft mit seinem Outing und dann stößt als Neue noch die neunmalkluge Lina frisch von der Uni zum Team. Es kommen also neue Charaktere hinzu, aber auch Freyja, ihr zwielichtiger Bruder Baldur und die kleinen Saga haben wieder ihren Part in der Geschichte.

Der Fall ist wirklich mysteriös, undurchsichtig und von Anfang an spannend. Wo es zunächst scheinbar keine Verbindungen gibt, werden Zusammenhänge durch konsequente und hartnäckige Ermittlungsarbeit aufgedeckt und nach und nach zu einem vollständigen Bild zusammengefügt. Dabei treten Machenschaften und Motive zu Tage, die den Leser in die Abgründe der menschlichen Seele blicken lassen. Ein großartig konstruierter Thriller, der auch ernste Themen, wie beispilsweise häusliche Gewalt thematisiert und an dessen Ende alle Fragen beantwortet werden.

Natürlich versucht Huldar auch in diesem Band Freyja wieder näher zu kommen, dabei war es amüsant zu erleben, wie eifersüchtig er auf Freyjas neuen „Hipster“-Kollegen reagiert und welcher Methoden er sich bedient, um an sein Ziel zu gelangen. Mir persönlich ist zwischen den beiden auch im vierten Fall zu wenig passiert, aber wer weiß, auf wie viele Bände die Autorin die Reihe mit diesen zwei Protagonisten ausgelegt hat.

Von mir gibt’s eine Leseempfehlung für einen hochspannenden Thriller, der zwar nicht mit allzu viel Blutvergießen aufwartet, bei mir aber trotzdem für Bestürzung, Abscheu und Gänsehaut gesorgt hat.

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  • Cover
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Veröffentlicht am 28.01.2019

Showdown für Marina und Phil

Jetzt gehörst du mir (Ein Marina-Esposito-Thriller 8)
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"Jetzt gehörst du mir" ist der achte und letzte Fall für Marina Esposito und Phil Brennan.

In Anlehnung an das Cover des siebten Buches, wurde auch diesmal das silberne Klebeband verwendet, diesmal ist ...

"Jetzt gehörst du mir" ist der achte und letzte Fall für Marina Esposito und Phil Brennan.

In Anlehnung an das Cover des siebten Buches, wurde auch diesmal das silberne Klebeband verwendet, diesmal ist damit eine verwelkte Rose auf dem Cover befestigt. Mir persönlich gefallen die Farbgebung und das Motiv des Covers sehr gut. Den englischen Titel "The lost Girl" finde ich persönlich für die Story passender als den deutschen Titel.

Inhalt: Drei Männerleichen werden gefunden. Alle aufgehängt, alle mit derTarotkarte "Der Gehängte", auf der mit schwarzem Edding Phil Brennans Name steht. Die Fundorte der Leichen legen den Schluss nahe, dass hinter den Morden die Stalkerin von Phil stecken muss. Um bei der Aufklärung des Falls zu helfen macht sich Phil auf den Weg zur zuständigen Polizeidienststelle ... kommt dort jedoch nie an.

Es war ein wirklich packendes, in den Bann ziehendes Finale, das mich von Beginn bis zum Ende des Buches in Atem gehalten hat. Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und sehr bildhaft, so dass ich mir die zum Teil absolut grauenvollen Szenarien sehr gut vorstellen konnte. Das Buch wird ja aus der Sicht verschiedener Protagonisten erzählt und als Leser habe ich mich zum Teil richtig hilflos gefühlt, wenn der eine schon eine Information erhalten hatte, die dem anderen aber noch fehlte. Besonders spannend fand ich die Rücklblicke in die Vergangenheit der "Stalkerin", so erfuhr man nach und nach "die ganze Geschichte"

Obwohl für mich das Motiv der Frau, also warum Phil Brennan in ihren Fokus geraten ist, relativ leicht zu durchschauen war, hat mich das Buch bestens unterhalten. Ein hochspannender Thriller und ein geniales Finale! Leseempfehlung für alle Thrillerfans, allerdings macht es Sinn, die persönliche Geschichte von Marina und Phil zu kennen.

Veröffentlicht am 30.07.2018

Wunscherfüller

Sternschnuppengeflüster
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„Sternschnuppengeflüster“ von Sofie Cramer ist ein bezauberndes Buch für junge Mädchen aus dem Carlsen Verlag.

Das liebevoll gestaltete Cover zeigt einen dunkelblauen Nachthimmel mit silbernen, funkelnden ...

„Sternschnuppengeflüster“ von Sofie Cramer ist ein bezauberndes Buch für junge Mädchen aus dem Carlsen Verlag.

Das liebevoll gestaltete Cover zeigt einen dunkelblauen Nachthimmel mit silbernen, funkelnden Sternen. Witzig sind die Emojis in den Sprechblasen und die farbliche Gestaltung der Schrift rundet das Ganze ab.

Leni, Amelie und Paula sind drei junge Mädchen, die sich nicht kennen, aber trotzdem eine Gemeinsamkeit haben: alle haben einen Herzenswunsch. Da der Weg zum Ziel der Träume für sie aussichtslos erscheint, melden Sie sich bei der App „Sternschnuppengeflüster“ an - die App, die Wünsche wahr werden lässt ... so die Versprechungen. Werden sich die Wünsche der Mädchen tatsächlich erfüllen?

Das Buch ist in abwechselnden Kapiteln aus der Sicht von Leni, Amelie und Paula geschrieben. Die Kapitellänge ist für junge Leserinnen optimal gewählt, der Schreibstil ist altersgemäß und gut lesbar. Besonders gut hat mir der Abdruck der SMS - Nachrichten gefallen, das lockert das Lesen einfach auf und passt zum Alltag der heutigen Jugend.

Ich mochte alle drei Mädchen sehr gerne. Jede lebt in einer „anderen Welt“ in ihrer eigenen Umgebung und unter anderen Lebensumständen und ohne die App hätten die drei sich wahrscheinlich nie kennengelernt. Wie auch das Leben, sind auch die Wünsche der drei sind ganz unterschiedlich. Das Buch behandelt die Themen, die junge Mädchen interessieren, die erste Schwärmerei, (Un)Zufriedenheit mit dem eigenen Körper, Angst vor Veränderungen, Zukunftspläne, Anerkennung von Talenten und Freundschaft.

Der Autorin ist es bestens gelungen diese Themen unterhaltsam in eine Geschichte zu verpacken. Allerdings war aus meiner Sicht die gemeinsame Reise mit einer doch „unbekannten“, neuen Freundin zwar etwas unrealistisch- zumindest hätte ich das als Mutter nicht erlaubt. Zudem wurde am Anfang des Buches Leni‘s Unzufriedenheit mit ihrem Aussehen für mein Empfinden etwas zu stark thematisiert, das hat die Autorin aber zum Ende hin wunderbar gelöst.
Und als Leser lernen wir, dass eine App zwar keine Wünsche erfüllen kann, aber die eigene, positive Einstellung kann Wunder wirken!

Fazit: Ein tolles Buch für junge Mädchen, dass mit Sicherheit den Geschmack der Zielgruppe trifft und Themen behandelt, die in diesem Alter interessant sind.

Veröffentlicht am 16.07.2021

Solider Reihenstart

Der Blutkünstler (Tom-Bachmann-Serie 1)
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Ein Mord an einer Galeristin in Düsseldorf der die gleiche Handschrift trägt wie Morde in Hamburg, Bremen und München. Höchste Zeit für das BKA den „Seelenleser“ Tom Bachmann hinzuzuziehen, der erst kürzlich ...

Ein Mord an einer Galeristin in Düsseldorf der die gleiche Handschrift trägt wie Morde in Hamburg, Bremen und München. Höchste Zeit für das BKA den „Seelenleser“ Tom Bachmann hinzuzuziehen, der erst kürzlich aus den USA nach Deutschland zurückgekehrt ist. Gemeinsam mit seinem Team soll er den „Blutkünstler“ stoppen. Doch wird das gelingen, bevor der Serienmörder sein nächstes, blutiges Kunstwerk vollendet?

Den Einstieg fand ich sehr vielversprechend, es kam bereits auf den ersten Seiten Spannung auf und man ist als Leser direkt im Geschehen. Erzählt wird in verschiedenen Zeitebenen und aus unterschiedlichen Perspektiven. So erlebt der Leser nicht nur die Ermittlungsarbeit des BKA, sondern taucht auch in Toms schwierige Vergangenheit ein, schaut in den Kopf des Blutkünstlers und begibt sich mit einer Person auf die Jagd, die Gewalt gegen Kinder rächt. Durch diesen Wechsel bleibt das Lesen spannend und abwechslungsreich.

Ich wusste ja, dass es blutig wird und die expliziten, bildhaften Beschreibungen haben mir tatsächlich einiges abverlangt, grausamer hätte es für mich wirklich nicht mehr werden dürfen. Tom Bachmann als Protagonist konnte meine Sympathien nicht wecken, er war mir zu kalt, unsensibel und empathielos. Die Rückblenden haben allerdings geholfen seinen Charakter und sein Handeln besser zu verstehen. Der Rest seines Teams bleibt leider etwas blass,aber vielleicht erfährt man in den übrigen Bänden der Reihe da noch etwas mehr.

Von Toms Genialität und Brillanz als Profiler hätte ich gern etwas mehr gesehen, denn abgesehen von diversen Exkursen in die Psychologie von Psychopathen und Mordfällen, die er in den USA gelöst hat, war da beim aktuellen Fall meiner Meinung nach nicht wirklich viel zu spüren. Auch die Auflösung der Mordserie hat mich in dieser Hinsicht etwas enttäuscht. Ebenso war das Handeln anderer Protagonisten im Showdown für mich leider nicht ganz nachvollziehbar.

Fazit: Interessanter Reihenauftakt, spannend und blutig, aber in der Auflösung für mich nicht ganz überzeugend. Einen weiteren Band würde ich lesen, einfach um noch mehr aus Tom Bachmanns Vergangenheit zu erfahren. Hier sind doch noch einige Fragen offen.

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