Erik Donner - bereitss gebrochen und nun vernichtet?
Tod und tiefer FallIm Thriller "Tod und tiefer Fall" von Elias Haller wird Hauptkommissar Erik Donner, dem im Leben bereits fast alles genommen wurde, von Ereignissen aus der Vergangenheit eingeholt. Wird ihn das endgültig ...
Im Thriller "Tod und tiefer Fall" von Elias Haller wird Hauptkommissar Erik Donner, dem im Leben bereits fast alles genommen wurde, von Ereignissen aus der Vergangenheit eingeholt. Wird ihn das endgültig vernichten?
Vor drei Jahren hat Kriminalhauptkommissar Erik Donner an einem einzigen Tag, durch die Hand seines ehemaligen Partners Jeff Balthasar nahezu alles verloren - seine Frau, seine Tochter und sein Leben. Letzteres konnte gerettet werde. Seitdem ist er allerdings körperlich entstellt, seelisch gebrochen und in eine Abteilung versetzt, in der ihn seine Arbeit absolut nicht befriedigt.
Da erhält Donner eine SMS vom vermeintlich Toten Balthasar und am nächsten Tag taucht Journalist "Snuff" auf und eröffnet ihm, dass er in 48 Stunden einen Artikel mit dem Titel "Donner läuft Amok. Wieder wird ein Polizist zum Mörder" veröffentlichen wird. Donner beginnt zu ermitteln und findet sich in einem Netz aus Intrigen wieder...
Das Cover ist eigentlich recht schlicht und gerade dadurch sehr wirkungsvoll. Ein blutiger Strick, kurz vorm Zerreissen. Mich hat es direkt angesprochen. Ein witziges Detail, die Fliege auf dem Cover, man meint sie verscheuchen zu müssen , so echt sieht sie aus! Fliegen werden auch im Roman immer wieder erwähnt.
Die Einteilung in relativ kurze Kapitel hat mir sehr gut gefallen. Der Wechsel zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit vor drei und sieben Jahren ist geschickt gewählt, dadurch wird die Spannung erhöht und man erfährt nach und nach, was in Donners Vergangenheit passiert ist und wie es zum Zerwürfnis mit seinem Partner kam.
Die Charaktere sind sorgfältig beschrieben, nicht nur Protagonist Erik Donner, sondern auch die Nebenfiguren, wie beispielsweise der Polizist Martin Kroll, sein kollege Lichtenberg oder auch Annegret Kolka. Im Verlauf des Buches erfährt man viel über die Personen und ich hoffe, dass sie auch in folgenden Bänden ihren Anteil an der Geschichte haben.
Erik Donner ist kein sympathischer Mensch, ruppig zu seinen Mitmenschen, derb im Umgangston und ein ziemlicher Eigenbrötler. Ich mochte ihn trotzdem! Gerade sein Zynismus und Sarkasmus haben mir gut gefallen. Und er gibt die Menschen, die ihm wichtig sind nicht auf, was ein toller Charakterzug ist.
Neben dem perfekt gezogenen Spannungsbogen, der mich immer zum Weiterlesen animierte, lässt der Autor den Leser ziemlich lange im Dunkeln tappen, was die Frage des Täters und des Motivs betrifft. Ich war wirklich lange ahnungslos und am Ende sehr begeistert von der lückenlosen und schlüssigen Aufklärung des Falls.
Auch die Frage, ob manche Taten eine Selbstjustiz rechtfertigen, hat mich im Laufe des Buches immer wieder beschäftigt.
Ein perfekter Thriller zum Mitfiebern, hochspannend, mit vielen Opfern und einem eigenwilligen Kommissar.