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Veröffentlicht am 21.02.2022

Horror-Adaption des Kinder-Klassikers ...

Die Chroniken von Alice - Finsternis im Wunderland
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"Ich hatte nie die Chance zu werden, wer ich wirklich bin. Ich hab mich schon vorher verlaufen."

"Finsternis im Wunderland" ist der erste von drei Bänden der "Chroniken von Alice" von der amerikanischen ...

"Ich hatte nie die Chance zu werden, wer ich wirklich bin. Ich hab mich schon vorher verlaufen."

"Finsternis im Wunderland" ist der erste von drei Bänden der "Chroniken von Alice" von der amerikanischen Autorin Christina Henry. Die Autorin hat aus dem Kinderbuch-Klassiker eine jugendliche Horror-Version adaptiert. Leider konnte mich dies aber nicht überzeugen, auch wenn mir die Idee grundsätzlich zugesagt hat.

Inhalt: Alice ist seit 10 Jahren in einer Irrenanstalt gefangen. Jede Nacht wird sie im Schlaf von einem Mann mit Kaninchenohren verfolgt, doch sie kann sich nicht an die Geschehnisse vor ihrer Einweisung erinnern. Bei einem Brand gelingt ihr, gemeinsam mit dem geisteskranken Axtmörder Hatcher, die Flucht. Doch nicht nur die Beiden sind aus der Irrenanstalt entkommen, denn in den Tiefen des Gebäudes war der gefürchtete Jabberwock gefangen und macht jetzt Jagd auf Alice und Hatcher. Dabei zieht er eine Blutspur durch die ganze Stadt ...

Cover und Design: Das gestaltete Cover des Buches finde ich super ansprechend. Im Vordergrund ist das klassische "Wunderland"-Kaninchen mit der Taschenuhr in der Hand zu sehen. Düster aber dennoch kindlich verspielt, verspricht das Buch eine schaurige Märchenadaption von Alice im Wunderland. Das Buch ist zwar ein Hardcover, aber in Form und Größe eines Taschenbuchs, was es sehr handlich, aber dennoch stabil und hochwertig macht. Und sogar einen besonderen Buchschnitt in Form von Fußspuren hat es.

Meine Meinung: Leider kann der Inhalt des Buches nicht mit dem einzigartigen Cover mithalten. Grundsätzlich sollte das Buch eine blutig düstere Adaption von "Alice im Wunderland" sein, jedoch haben mich weder das Worldbuilding, noch der Aufbau der Geschichte überzeugen können. Die Geschichte wurde ganz nach dem Motto "We're all mad here" aufgebaut und vieles war wirr und undurchsichtig. Auf den ersten Seiten des Buches wurde man in den Inhalt reingeschmissen und es fehlten entscheidende Informationen, um mich in der Geschichte zurechtzufinden. Die fehlenden Informationen haben sich auch durch das ganze Buch hindurchgezogen, so dass ich am Ende fast noch mehr Fragezeichen im Kopf hatte als zu Beginn.
Zuerst einmal das Worldbuilding: ich habe keine Ahnung wie die Stadt heißt, in der sich die Story abspielt, noch wo sich diese Stadt befindet. Es gibt zwei Stadtteile, wobei die "Alte Stadt" anscheinend von Bandenführern regiert wird, was aber leider nie anschaulich erklärt wird. In diesem Stadtteil stehen Verbrechen jeglicher Art inkl. Drogenmissbrauch, Vergewaltigung, Menschenhandel und Mord an der Tagesordnung. Anscheinend gibt es weder Gesetzeshüter, noch irgendeine Art von Politik in dieser Stadt, zumindest bekommt man als LeserIn keine weiteren Informationen darüber. Der Weltenaufbau war für mich viel zu undurchsichtig.
Auch die Handlung konnte mich nicht wirklich überzeugen. Die Grundidee fand ich zwar gut - eine verrückte Alice, die sich auf die Suche nach ihrer Vergangenheit macht - jedoch hat mir die Umsetzung nicht wirklich zugesagt. Oft fühlte es sich für mich so an, als wollte die Autorin so viele grausame und blutige Szenen wie möglich in die Geschichte reinpacken, was mehrmals bei den Haaren herbeigezogen wirkte. Wenn Alice ein Gebäude betritt, dann gibt es kaum Überlebende. Sie zieht ungewollt eine Blutspur durch die halbe Stadt. Sehr viel Blut davon war absolut unnötig und machte das Ganze dann auch ein bisschen lächerlich. Es kommen viele Charaktere aus der originalen "Alice im Wunderland"-Geschichte vor, aber nur stark abgewandelt. Die rauchende Raupe ist z.B. ein grausamer Mafiosi, der sich schöne Frauen als "Schmetterlinge" hält. Grundsätzlich war die Idee zwar nicht schlecht, aber mir hat der typische "Alice im Wunderland"-Flair gefehlt. Alles Verrückte und Irrsinnige wurde zu grausam umgewandelt.

Dann wurde auch noch eine Liebesgeschichte eingebaut, die für mich nicht nachvollziehbar war. Ich konnte im ganzen Buch keine Gefühle spüren, aber plötzlich wird von Liebe gesprochen. Eine Freundschaft wäre mir hier lieber gewesen.
Auch die Charaktere von Alice und Hatcher waren blass. Ihre Persönlichkeiten waren nicht detailliert zu fassen und viele Handlungen und Reaktionen der Beiden waren für mich nicht nachvollziehbar. Außerdem ist Alice sehr sprunghaft in ihren Meinungen. Ich hatte bis zum Schluss kein detailliertes Bild der Charaktere in meinem Kopf.

Geendet hat das Ganze dann viel zu schnell. Der ganze Inhalt des Buches wurde auf ein Ziel aufgebaut, das dann in einigen wenigen Seiten überraschend abgehandelt wurde. Die Autorin hat auf ein großes Ereignis hingearbeitet, den Faden dann aber in Nebensächlichkeiten verloren und das Ende viel zu einfach und unbefriedigend gelöst.

Nachdem mir "Die Chroniken von Peter Pan" so gut gefallen hat, hat mich dieses Buch in ganzer Linie enttäuscht. Einzig den fesselnden Schreibstil der Autorin kann ich loben, der ganze Rest war für mich ein Flop. Der Aufbau der Welt und des Inhalts waren zu undurchsichtig und mir haben die typischen "Alice im Wunderland"-Merkmale gefehlt. Dabei hätte man mit dieser Idee eine so tolle, düster-blutige Geschichte weben können. Da wurde sehr viel Potential verschenkt. Ich werde der Autorin dennoch noch eine Chance geben, vielleicht kann mich der zweite Teil mehr von sich überzeugen. Das Ende von "Finsternis im Wunderland" arbeitet bereits auf die Fortsetzung hin, was mich doch sehr neugierig gemacht hat.

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Veröffentlicht am 09.12.2021

Interessante Grundidee - fehlgeschlagene Umsetzung

Spiegelinsel
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"Spiegelinsel" ist eine romantische Unterhaltungslektüre mit der traumhaften Kulisse Isle of Wight von der Schweizer Autorin Margot S. Baumann. Leider konnte mich das Buch, außer von der Grundidee, nicht ...

"Spiegelinsel" ist eine romantische Unterhaltungslektüre mit der traumhaften Kulisse Isle of Wight von der Schweizer Autorin Margot S. Baumann. Leider konnte mich das Buch, außer von der Grundidee, nicht überzeugen und ich werde vermutlich auch kein Buch der Autorin mehr lesen, weil mir ihr Schreibstil nicht zusagt.

Inhalt: Als Tessa bei der Wohnungsauflösung ihrer Großmutter ein altes Fotoalbum aus dem 19. Jahrhundert entdeckt, beschließt sie auf Spurensuche zu gehen. Die künstlerischen Fotografien haben einen ganz besonderen Stil und Tessa will unbedingt, dass das Talent ihrer Vorfahrin ansprechend gewürdigt wird. Bei ihrer Spurensuche verschlägt es Tessa auf die Isle of Wight und sie ahnt noch nicht, dass diese Insel nicht nur die Vergangenheit ihrer Vorfahrin geprägt hat, sondern auch Tessas Zukunft verändern wird.

Meine Meinung: Das Thema von "Spiegelinsel" mit den alten Fotografien hat mich sehr angesprochen, daher wollte ich dieses Buch unbedingt lesen. Leider konnte es mich, außer das Thema, überhaupt nicht begeistern. Der Beginn hat mir noch recht gefallen. Es beginnt damit, dass Tessa ein Fotoalbum mit alten Porträt-Fotos aus dem 19. Jahrhundert findet und sich auf die Suche nach mehr dieser speziellen Fotos macht. Mich hat das Thema mit den alten Fotografien und die Geschichte dahinter sehr interessiert und es gab viele Hintergrundinformationen zu der Fotografie der damaligen Zeit und die seltene Rolle der Frau in diesem Hobby. Tessas Verwandte ist zwar ein erfundener Charakter, jedoch nimmt sie Bezug auf eine reale Person: Julia Margaret Cameron, eine beeindruckende Frau mit sehr beeindruckenden Werken.
Das Thema der Fotografie wurde auch gut in die Story eingewoben, jedoch fand ich den Verlauf, den die Geschichte gemacht hat sehr bei den Haaren herbeigezogen. Während der Suche nach mehr Fotos hat sich die Protagonistin Tessa in jede Menge Ideen verrannt, die zu nichts geführt haben. Tessa war eigentlich recht sympathisch und zu Beginn auch noch vernünftig, aber manchmal wurde sie absichtlich dumm dargestellt, um die Handlung spannender zu machen. Der Handlungsverlauf war sehr vorhersehbar, die Entscheidungen der Charaktere oft irrational und die meisten Probleme hätten mit logischem Denken vermieden werden können. Entscheidungen und Erklärungen, die im Buch als logisch dargestellt wurden, fand ich einfach nur lachhaft und sehr fragwürdig. Die Polizei wird als unnötig und korrupt dargestellt und haarsträubende Situationen wurden eingebaut, um der Geschichte mehr Thrill zu verleihen - das Ganze wirkte auf mich einfach total realitätsfremd.

Der Schreibstil ist sehr leicht. Zwar verständlich geschrieben, aber der Stil an sich war mir zu einfach, zu wenig anspruchsvoll und nicht wirklich stimmig. Mir sind auch einige Logikfehler aufgefallen. z.B. hatte die Protagonistin einen verletzten und stark geschwollenen Knöchel, so dass sie trotz Adrenalinschub keinen Schritt mehr gehen konnte. Am nächsten Tag trägt sie aber wieder elegante Pumps mit Absatz, von Schmerzen keine Rede mehr. Ein bisschen fühlte es sich für mich so an, als hätte die Autorin das Buch nicht in einem Stück geschrieben, sondern mehrere Kapitel in unterschiedlicher Reihenfolge verfasst und zusammengefügt. Für mich war das ganze Buch leider nicht stimmig und der Verlauf hat mich dann irgendwann einfach nur noch genervt. Sehr schade, da ich die Grundidee und das traumhafte Setting sehr gut fand. Beim Lesen habe ich mich aber mehr geärgert und aufgeregt als gut unterhalten gefühlt.

Ich kann das Buch leider nicht weiterempfehlen, auch nicht als Lektüre für Zwischendurch. Denn auch wenn das Buch leichte Kost sein soll, war es für mich weit entfernt von guter Unterhaltungslektüre. Zwei Sterne gibt es von mir für die zahlreichen und sehr informativen geschichtlichen Informationen und die traumhaft bildliche Darstellung der Isle of Wight - alles drum herum war für mich leider ein Flop.

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Veröffentlicht am 19.08.2021

Verlasse mich nicht ...

GötterFunke 3. Verlasse mich nicht
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"GötterFunke - Verlasse mich nicht" ist der dritte und finale Teil der "GötterFunke"-Reihe von der deutschen Autorin Marah Woolf. Normalerweise bin ich ein großer Fan von Marah Woolf, mit diesem Reihenabschluss ...

"GötterFunke - Verlasse mich nicht" ist der dritte und finale Teil der "GötterFunke"-Reihe von der deutschen Autorin Marah Woolf. Normalerweise bin ich ein großer Fan von Marah Woolf, mit diesem Reihenabschluss konnte sie mich aber leider nicht überzeugen. Ich war gelangweilt von den Charakteren und der Handlung und war froh als es schließlich vorbei war.

Inhalt: Caydens größter Wunsch, auf den er so lange hingearbeitet und für den er alles geopfert hat, hat sich endlich erfüllt und Zeus hat ihn in einen Menschen verwandelt. Doch schnell muss er erfahren, dass das sterbliche Leben vergänglich ist und er sich das Leben als Mensch viel leichter vorgestellt hat. Jess kann Caydens Verrat nicht verzeihen und will endlich mit ihm abschließen. Doch nur gemeinsam können Jess und Cayden Zeus und die olympischen Götter vor dem Thronsturz bewahren und den Untergang der Menschheit verhindern.

Cover: Zum Cover des dritten Teils der Reihe werde ich nicht mehr viel sagen. Es hat sich zu seinen Vorgängern nämlich lediglich in der Farbe geändert. Mir gefällt das Blau des Hintergrunds dieses Covers sehr viel besser als seine Vorgänger, weil die goldenen und weißen Verschnörkelungs-Ornamente dadurch viel besser zur Geltung kommen.
Am Beginn des Buches findet sich ein Gedicht über "Prometheus" von Johann Wolfgang von Goethe. Ich lese zwar nicht viele Gedichte, aber als Einstieg in einen Roman hat mir das Gedicht sehr gut gefallen und war auch gut gewählt.
Am Ende des Buches findet sich wieder ein Stammbaum der Götter und das Glossar, wo alle wichtigen Begriffe und Gottheiten aus der griechischen Mythologie in Marahs eigenen Worten sehr verständlich erklärt werden. Auch ein Rezept zum Nachbacken findet sich auf den letzten Seiten. Dieses zusätzliche "Zuckerl" gefällt mir immer ganz besonders gut. Schade nur, dass Hera das Rezept für ihren berühmten Zitronenkuchen nicht bekannt gegeben hat. 😉

Meine Meinung: Der Schreibstil der Autorin ist toll und bleibt auch so flüssig und bildhaft zu lesen, wie alle ihre vorherigen Bücher. Ich muss aber leider sagen, dass ich dem Finale dieser Romantasy-Reihe rund um die griechische Götterwelt nichts abgewinnen konnte. Der Verlauf der Story hat mich gelangweilt, die Charaktere haben mich genervt und das Ende war mir zu rosarot. Ich war von Beginn an nicht der größte Fan der Reihe, aber da mir der zweite Band eigentlich recht gut gefallen hat, habe ich auf einen fulminanten Abschluss gehofft. Leider wurde ich sehr enttäuscht.

Es beginnt eigentlich relativ spannend. Nach dem gemeinen Cliffhänger von Teil 2 starten wir direkt im Geschehen und Caydens Wunsch hat sich endlich erfüllt und er ist sterblich. Die Sterblichkeit muss er aber sehr schnell auf schmerzlichste Weise erfahren, denn im Kampf zwischen den olympischen Göttern und Agrios wurde er sehr schwer verwundet und kämpft um sein Leben. Mit einem Bein bereits in der Unterwelt, handelt Jess einen Deal mit Hades aus und dieser verschont Cayden. Warum genau Hades seinen Job nicht gemacht hat, habe ich nicht ganz verstanden, denn seien wir uns mal ehrlich, Cayden hat nicht wirklich viel im Kampf gegen Agrios beigetragen. Genau so wie der Rest der Götter, denn alles bleibt an Jess hängen und sie muss ständig die Arbeit der Götter erledigen. Die griechischen Götter sind zwar uralt und angeblich sehr mächtig, aber sie bekommen rein gar nichts auf die Reihe, sondern müssen ständig Jess um Hilfe bitten. Vor allem die Darstellung von Zeus hat mir in diesem Band extrem gestört. Er war komplett unnütz und hilflos, obwohl er der mächtigste Gott im Olymp sein sollte. Sicher, er wurde von seinem Sohn gestürzt, aber vielleicht sollte er seinen A... in die Hand nehmen und etwas TUN, anstatt nur rumzuheulen und ein minderjähriges Teenager-Mädchen um Hilfe anzuflehen. Ich fand die Darstellung des Göttervaters lächerlich und unglaubwürdig.
Was mir allerdings sehr gut gefallen hat, war, dass endlich auch die anderen Gottheiten einen Platz in der Geschichte bekommen haben. Wir lernen nicht nur endlich Hermes persönlich kennen, sondern auch Aphrodite, Artemis, Hades uvm. Diese Götter haben mir sehr gut gefallen, vor allem Hades und Aphrodite, die wurden für meinen Geschmack genau richtig charakterisiert. Grundsätzlich hat es mich aber gestört, dass die Götter so menschlich dargestellt wurden. Es hat ja einen Grund warum sie als Götter gelten, von deren unsterblicher Macht hat man aber leider nicht viel mitgekriegt. Wie gesagt, die ganze Arbeit musste Jess im Alleingang erledigen.


Die Spannung vom Anfang hat leider sehr schnell nachgelassen und bis zum Schluss fand ich das Geschehen und den Fortgang der Geschichte unnötig und total langweilig. Kurz war ich am überlegen, ob ich das Buch sogar abbrechen sollte, aber ich war dann doch zu neugierig auf das Ende. 400 Seiten lang war Jess am Überlegen ob sie Zeus nun den Götterstab überreichen soll oder nicht, bevor sie es am Schluss schließlich tat und das eingetreten ist, was bereits am Anfang des Buches getan hätte werden können. Also war der gesamte Inhalt des Buches ziemlich unnötig. Es diente einzig dem Zweck Cayden und Jess wieder zusammenzuführen. Ein bisschen mehr Story hätte aber schon sein dürfen.

Was jedoch positiv erwähnt werden muss, ist Jess Charakterentwicklung. Sie zeigt nämlich endlich mehr Rückgrat und scheint plötzlich vernünftiger als die gesamte Götterwelt. Ich konnte mich mit ihrem Charakter hier sehr viel besser identifizieren und es hat mir sehr gut gefallen, dass sie Cayden mal ein bisschen hat zappeln lassen. Der hat es nämlich echt nicht verdient, dass man ihm verliebt hinterherrennt und alles verzeiht. Ich weiß nicht ... Cayden war für mich von Anfang an kein Traummann, aber nach diesem Abschluss der Reihe finde ich ihn wirklich zum Davonrennen. Er ist überhaupt nicht liebenswürdig, sondern besitzergreifend und schrecklich eifersüchtig. Jess hätte es verdient von Cayden auf Händen getragen zu werden, bei allem was sie für ihn getan hat. Zum Glück ist Jess nicht so anspruchsvoll wie ich, denn sonst wäre das niemals was geworden zwischen den Beiden. Zum Schluss wurde es dann doch ein bisschen romantisch und emotional, das konnte die Lovestory für mich aber auch nicht mehr retten.

Am Ende der Geschichte wurde es zwar doch noch richtig spannend, das epische Finale wurde bei dem ganzen langatmigen Davor aber zu schnell abgehandelt und mit dem rosaroten Ende war ich nicht einverstanden. Hades hat anscheinend noch weniger Lust seine Arbeit zu erledigen als alle Anderen. Die olympischen Gottheiten haben schon sehr viele Kriege miterlebt, haben den Untergang Trojas, die Liebesgeschichte von Helena und Paris, Romeo und Julia gesehen und viele andere dramatische Momente erlebt, aber Jess Schicksal hat sie so sehr bewegt, dass sie alle Prinzipien auf den Kopf gestellt haben. Ich fand das einfach nicht richtig und ich hätte mir definitiv ein anderes Ende gewünscht.

Langweilig, nervtötend, unnötig - Leider konnte mich der Abschluss der Reihe nicht überzeugen. Ohne Marahs tollen Schreibstil hätte ich das Buch vermutlich sogar abgebrochen. Insgesamt hat mich diese Reihe und vor allem das Finale wirklich enttäuscht - ich bin sehr viel Besseres von Marah Woolf gewohnt, immerhin zählt sie zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen. Diese Reihe ist definitiv für sehr viel jüngere LeserInnen gedacht, die noch nicht so viele Ansprüche an die Liebe und die Story haben. Ich kann die Reihe nicht empfehlen, da gibt es sehr viel bessere Romantasy-Lektüren mit griechischer Mythologie.

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Veröffentlicht am 23.07.2021

Mehr Science-Fiction als Vatikan-Thriller ...

Apocalypsis II
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"Apocalypsis II - Das Ende der Zeit" ist der zweite Teil der Vatikan-Thriller-Trilogie von dem deutschen Autor Mario Giordano. Während mir der erste Teil mit seinen fantasievollen Verschwörungstheorien ...

"Apocalypsis II - Das Ende der Zeit" ist der zweite Teil der Vatikan-Thriller-Trilogie von dem deutschen Autor Mario Giordano. Während mir der erste Teil mit seinen fantasievollen Verschwörungstheorien noch überraschen konnte und auch ein wenig an die Bücher von Dan Brown erinnerte, hat mich diese Fortsetzung leider nur mehr enttäuscht, obwohl der Schreibstil von dem Autor ausgezeichnet ist. Das Buch hat im Genre Science-Fiction viel mehr verloren und hat nicht mehr viel mit einem Vatikan-Thriller zu tun.

Inhalt: Der Journalist Peter Adam erwacht im Kölner Dom und zwar ohne jegliche Erinnerung an die letzten Tage. Plötzlich erklingt ein Grollen, der Boden der Kathedrale beginnt zu beben und die Menschen gehen in Flammen auf. Die Apokalypse hat begonnen.
Gleichzeitig tritt Petrus II seinen Papstantritt an und somit scheint der Hölle und seinen Dämonen nichts mehr im Wege zu stehen. Das Warten hat endlich ein Ende und die Zeit des Bösen ist gekommen.

Meine Meinung: Das Cover des Taschenbuches hat mich sofort angesprochen. Tatsächlich habe ich das Buch auf einem Flohmarkt entdeckt und nur wegen des Covers gekauft, weil es einen tollen mystischen aber auch einen spannenden Flair vermittelt. Die bronzene bzw. goldene, zum Teil abgewetzte Schrift mit dem geschwungenen Symbol der Triskele macht das Buch zu einem Blickfang. Gemeinsam mit den vielen verblassten Symbolen und Zeichen im grauen Hintergrund und dem "alten" Design habe ich mir einen Vatikan-Thriller mit mythischen Aspekten und viel Geschichte aus vergangenen Epochen versprochen. Das Design des Covers ist auf jeden Fall super gewählt und sehr ansprechend.

Auch der Schreibstil des Autors hat mir sehr sehr gut gefallen, auch wenn man fürs Lesen vollste Konzentration benötigt. Die Geschichte wird nämlich aus der Sicht verschiedener Protagonisten und Antagonisten erzählt und es wird nicht nur von Kapitel zu Kapitel der Raum verändert, sondern auch die Zeit. In welcher Zeit wir uns befinden wird aber zu Beginn jeden Kapitels erfasst. Die ganze Geschichte ist sehr geheimnisvoll und unglaublich spannend geschrieben. Du hast eine Vermutung, wie sich die Geschichte entwickeln wird - du liegst definitiv falsch.
Wo mir dieses Rätselraten am Anfang noch sehr zugesagt hat, hat es mich aber leider irgendwann nur mehr genervt, weil es einfach nicht zu einem schlüssigen Ergebnis kam. Dann traten auch noch Logikfehler auf und es wurde im wahrsten Sinne des Wortes echt abgespaced. Dieses Buch hätte im Genre Science-Fiction definitiv mehr verloren, denn aus dem Vatikan-Thriller mit unglaublich vielen Verschwörungstheorien gingen die Theorien nun ins All und in die früheste Vorzeit, nämlich bereits zur Entstehung der Erde. Sorry, aber da war ich irgendwann raus, obwohl ich grundsätzlich Science-Fiction-Einschlägen nicht abgeneigt bin, aber das wurde mir echt zu viel. Von der Realität, der Geschichte des Vatikans, dem Mythos der Tempelritter und anderer geschichtlicher Geheimnisse waren wir weit weg und das alles wurde für mich zum Teil ins Lächerliche gezogen. Da ist dann zum Beispiel das "Böse" ein Alien, das bereits kurz nach Entstehung der Erde sich hier schlafen gelegt hat, oder das weiseste Volk der Erde sind Echsenmenschen, die bereits vor der Entstehung der Menschheit die Geheimnisse der Welt erkundeten und die Gesetze von Raum und Zeit sind auch kein Problem mehr und werden einfach ignoriert.

Die Charaktere konnten mich mit ein paar Ausnahmen leider auch nicht mehr überzeugen. Peters Zwillingsbruder wechselt ständig die Seiten, bevor er gegen Ende ein zahmes Häschen wird und alle seine vorherigen Charaktereigenschaften in den Müll geworfen wurden. Dies wurde alles mit einem bösen Dämon in seiner Seele erklärt, der nach einem Exorzismus natürlich verschwunden ist bzw. weitergegeben wurde.
Auch der undurchschaubare Papst Petrus II, der mich gegen Ende des ersten Bandes echt einen Herzstillstand kostete, hat das Geheimnisvolle verloren und wirkt mehr wie ein Opfer als ein Täter.
Wer nun der Drahtzieher hinter all den Verschwörungen und Geheimnissen ist, bleibt bis zum Schluss undurchschaubar.

Diese vielen Aspekte, gemeinsam mit diverse Logikfehlern, die einfach nicht erklärt wurden (z.B. wie gewisse Menschen den Alterungsprozess stoppen), haben das Buch für mich leider zu einer vollen Enttäuschung gemacht, obwohl es sehr spannend und wie gesagt, sehr gut geschrieben ist. Man kann das Talent des Autors auf jeder Seite spüren, aber da war er wohl zu übermotiviert.

Eine Alien-Invasion gepaart mit unlogischen Einschlägen aus unserer Welt-Religionsgeschichte - für mich leider eine riesige Enttäuschung und ein Jahresflop. Ich kann das Buch leider nicht weiterempfehlen und werde die Reihe auch nicht mehr weiter verfolgen.

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