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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.07.2021

Vielschichtiger und zum Nachdenken anregender Roman

Heldinnen werden wir dennoch sein
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In ihrem Roman „Heldinnen werden wir dennoch sein“ erzählt die Autorin die Geschichte von Jugendlichen die jede freie Minute miteinander verbringen. Dabei sind die typischen Probleme Jugendlicher, wie ...

In ihrem Roman „Heldinnen werden wir dennoch sein“ erzählt die Autorin die Geschichte von Jugendlichen die jede freie Minute miteinander verbringen. Dabei sind die typischen Probleme Jugendlicher, wie z. B. Liebe/Sex, Freiheit aber auch ein guter Schulabschluss Themen des Erzählten. Der Aufhänger für die nun folgenden Lebensbetrachtungen, die Protagonisten sind jetzt um die 50 Jahre, ist ein Vorfall, den sie nur gemeinsam bewältigen können.
In Rückblenden erfährt der Leser, wie unterschiedlich die einzelnen Charaktere ihrem Wesen nach sind, und wie sie ihr Leben seit der gemeinsamen Zeit zu meistern gelernt haben. Christiane Wünsche verknüpft dabei die Themen Freundschaft, Zusammenhalt, Vertrauen aber auch Feigheit und Vergebung zu einem vielschichtigen und nachdenklich stimmenden Roman. Auch wenn aus meiner Sicht der Begriff Heldinnen etwas zu überzogen scheint, glaube ich zu verstehen, was die Autorin damit ausdrücken wollte. Denn sind sie als Jugendliche noch naiv, selbstverliebt, egoistisch und machen so manchen Fehler – entwickeln sie sich weiter und stehen später in entscheidenden Momenten für Familie und Freunde ein und sind somit die Heldinnen ihres selbst gewählten, alltäglichen Lebens.
Dass der Roman kein abgeschlossenes Ende hat fand ich gut gelöst, bleibt doch für mich als Leser auch noch Platz für Spekulationen, was wäre wenn. Mir hat der Roman gut gefallen, nicht zu Letzt wegen einiger hier beschriebener Begebenheiten, die mir meine eigene Jugendzeit wieder in Erinnerung gerufen hat. Ich empfehle das Buch gern weiter und vergebe 4 von 5 Sterne.

Veröffentlicht am 25.07.2021

Generationsübergreifende, bewegende Geschichte

Der Windhof
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Obwohl Mel seit Kindertagen weder mit der Abgeschiedenheit des Windhofs im Westerwald noch mit der eigenartigen Oma Lene zurecht kommt, reist sie dort hin, als die Großmutter ihre Hilfe braucht. Selber ...

Obwohl Mel seit Kindertagen weder mit der Abgeschiedenheit des Windhofs im Westerwald noch mit der eigenartigen Oma Lene zurecht kommt, reist sie dort hin, als die Großmutter ihre Hilfe braucht. Selber ist sie immer noch in Trauer um ihren Mann und in Depressionen gefangen. Das spürt Lene und beginnt Mel ihre Lebensgeschichte zu erzählen. Das löst allmählich die unnahbare Stimmung auf und Mel wird langsam klar, welche dramatischen Ereignisse ihre Großmutter durchlitten hat. Es beginnt für Mel eine Zeit des Nachdenkens, nicht nur über das Erlebte ihrer Großmutter sondern auch über ihre eigene momentane Situation.
Der Roman erzählt in sehr bildhafter Sprache über Liebe, Verlust und die Fähigkeit das Leben so anzunehmen wie es kommt und auch Neues wieder zuzulassen.
Auch wenn der Beginn mit der Beschreibung von Mels Trauer und der damit verbunden Depression ein wenig zu intensiv erzählt und damit der Einstieg für mich zu zäh geraten ist, nimmt das Buch mit Mels Ankunft auf dem Windhof Fahrt auf und ich war von der Sogwirkung des Erzählten total überrascht. Die Darstellung der historischen Abschnitte haben mir hier besonders gut gefallen. Aber auch den Bogen den die Autorin zwischen „Alt und Jung“ schlägt ist wirklich gut gelungen. Jede Generation hat mit seinen eigenen Dämonen zu kämpfen, man muss den Kampf nur annehmen und das Beste für sich daraus machen.
Fazit: „Der Windhof“ von Sonja Roos ist eine generationsübergreifende bewegende Geschichte, die traurig, spannend und äußerst mitreißend ist. Ich kann das Buch absolut weiterempfehlen und vergebe 4 von 5 Sterne.

Veröffentlicht am 25.07.2021

Spannender 5. Fall

Blutreigen
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Auch der 5. Fall in der Sabine-Kaufmann-Reihe ist wieder ein routiniert konstruierter und komplexer Krimi. Die gut durchdachte Handlung schickt den Leser immer wieder auf falsche Fährten und hält auf diese ...

Auch der 5. Fall in der Sabine-Kaufmann-Reihe ist wieder ein routiniert konstruierter und komplexer Krimi. Die gut durchdachte Handlung schickt den Leser immer wieder auf falsche Fährten und hält auf diese Weise die Spannung bis zum überzeugenden Finale aufrecht. Aber auch die beiden Hauptprotagonisten Kaufmann und Angersbach bekommen weiter Profil, was für mich auch dieses Buch/Reihe so interessant macht. Der Schreib- und Erzählstil ist modern und flüssig zu lesen. Neueinsteiger können diesen Serienteil durchaus auch ohne Vorkenntnisse lesen. Aber als Serienfan plädiere ich immer dazu die Reihenfolge einzuhalten, damit einem bei der Weiterentwicklung und/oder Verflechtungen der Figuren nichts entgeht.
Fazit: Mir hat auch Teil 5 wieder angenehme Lesestunden bereitet und deshalb vergebe ich 4 von 5 Sterne.

Veröffentlicht am 25.07.2021

Gut durchdacht und realistisch

Die Mauern von Porto
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Auch „Die Mauern von Porto“ kann locker mit den beiden Vorgängern in Bezug auf Plot, Figuren und portugiesischer Lebensart mithalten. Erneut stehen vor allem die umfangreichen Ermittlungsarbeiten im Mittelpunkt. ...

Auch „Die Mauern von Porto“ kann locker mit den beiden Vorgängern in Bezug auf Plot, Figuren und portugiesischer Lebensart mithalten. Erneut stehen vor allem die umfangreichen Ermittlungsarbeiten im Mittelpunkt. Als Leser verfolgt man diese sehr direkt und kann Stück für Stück selbst dem Täter auf die Spur kommen. Unterstützung dabei bekommt das Team durch den Neuzugang Tete Marinho, Ermittlerin mit angolanischen Wurzeln. Durch sie nimmt der Autor den Leser mit auf einen Geschichtsexkurs Portugals zur Kolonialzeit. Aber auch die Kritik an Rechtsprechung und Gesellschaft kommen wieder nicht zu kurz. Und dass der Autor sich sehr gut in „seinem“ Portugal auskennt, erkennt man auch an den sehr detaillierten Beschreibungen von Land und Leuten sowie den kulinarischen Genüssen.
Mir hat auch Teil 3 wieder gut gefallen und ich kann den Krimi jedem Fan des Genres absolut empfehlen. Ich vergebe 4 von 5 Sterne.

Veröffentlicht am 25.07.2021

Der ideale Krimi für einen heißen Sommer

Hundstage für Beck
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Der Titel ist gut gewählt, kommt man doch schon beim Lesen bei soviel Schwüle und extrem hitziger Atmosphäre gehörig ins Schwitzen.
Der ehemalige LKA-Ermittler Nick Beck hat noch immer schwer an einem ...

Der Titel ist gut gewählt, kommt man doch schon beim Lesen bei soviel Schwüle und extrem hitziger Atmosphäre gehörig ins Schwitzen.
Der ehemalige LKA-Ermittler Nick Beck hat noch immer schwer an einem Trauma um seine ehemalige Kollegin Betty Duschkow zu knabbern, als er im ländlichen Nordbek, in einen neuen Fall verwickelt wird. Gleichzeitig wird Cleo Torner, aus Gründen des Mutterschutzes, hierher versetzt, und soll den Fall um die Vermisste Fanny klären. An ihrer Seite der wortkarge und in sich gekehrte Beck, dem allerdings die Vermisste bekannt ist. Beck erkennt, dass er den Täter finden muss, um seine Verwicklung in diesem Fall verschleiern zu können.
Der Krimi lebt zum einen von der ungewöhnlichen Ausgangssituation um Nick Beck zum Fall, als auch von der Atmosphäre der extremen Hundstage, die nicht nur den Ermittlern sondern auch den Bewohnern zu schaffen machen. Es liegt so viel Spannung in der Luft, dass man dankbar ist, wenn sich Abend für Abend die Gewitter entladen.
Der Schreib- und Erzählstil ist mitreißend und flüssig zu lesen. Die auftretenden Charaktere, seien es die beiden Ermittler oder die Dorfbewohner sind vielschichtig und gut beschrieben. Wie sich Beck aus seiner misslichen Lage in Bezug seiner „Mittäterschaft“ herauswindet, dass wird natürlich nicht verraten, macht aber Spaß zu verfolgen.
Fazit: „Hundstage für Beck“ ist ein gelungener Serienstart, der einige überraschende Wendungen bereithält und eine durchgängige Spannung halten kann. Für einen zweiten Fall würde ich mir allerdings wünschen, dass Cleo gleichberechtigter neben Nick agiert. In diesem ersten Fall war mir die Dominanz von Nick stellenweise leider zu viel. Den Krimi empfehle ich gern weiter und vergebe 4 von 5 Sterne.