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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.06.2017

Ein nettes Schmankerl zur Einstimmung

Der Anfang
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INHALT:
Anna und Sebastiano sind zurück! Das Traumpaar der Zeitenzauber-Trilogie hat einen kühnen Plan: eine eigene Zeitreise-Akademie in Venedig, dem Ort, wo das Abenteuer ihrer Liebe begann.
Doch das ...

INHALT:
Anna und Sebastiano sind zurück! Das Traumpaar der Zeitenzauber-Trilogie hat einen kühnen Plan: eine eigene Zeitreise-Akademie in Venedig, dem Ort, wo das Abenteuer ihrer Liebe begann.
Doch das Rekrutieren neuer Schüler stellt sich als unerwartet gefährlich heraus. Ihr erster Novize heißt Ole und ist ein waschechter und ziemlich rücksichtsloser Wikinger, der völlig andere Pläne verfolgt als Anna und Sebastiano. Ehe die beiden sich versehen, stecken sie bis zum Hals in Schwierigkeiten und müssen nicht nur um Oles Leben kämpfen, sondern auch um ihr eigenes.


MEINUNG:
Der Anfang ist ein Kurzroman als Auftakt zur neuen Jugendbuch-Reihe Time School von Eva Völler. Das eBook enthält außerdem noch eine Leseprobe aus dem 1. Band Auf ewig dein, der am 21. Juli 2017 erscheint.
Ich habe die Zeitenzauber-Trilogie zwar noch nicht komplett gelesen, aber ich habe mich sehr gefreut, dass Eva Völler eine weitere Trilogie um Sebastiano und Anna veröffentlichen wird. In dem Kurzroman versuchen Anna und Sebastiano Ole, einen Wikinger zu rekrutieren. Er spielt also zeitlich vor Auf ewig dein.
In der Kürze der Handlung bekommt man einen Eindruck wer Ole ist und aus welcher Welt er entstammt. Außerdem wird klar, warum Ole sich entscheidet mit Anna und Sebastiano in die Zukunft zu kommen.
Ole Rekrutierung ist spannend und rasant verpackt. Ich habe mich gleich wieder in die Welt von Zeitenzauber, der ersten Trilogie rund um Anna und Sebastiano, zurück versetzt gefühlt und bin nun gespannt, wie es mit Ole in der Time School weiter geht und was ihn zusammen mit Anna und Sebastiano noch erwarten wird.

FAZIT:
Der Anfang ist ein kleines Schmankerl, mit dem man sich auf Eva Völlers neuen Roman Auf ewig dein einzustimmen kann und mit dem gleichzeitig in die Welt von Anna und Sebastiano zurückkehrt. Auf den wenigen Seiten lernt man Ole und dessen Hintergründe besser kennen und bekommt gleichzeitig wieder einen Vorgeschmack, wie rasant die Abenteuer von Anna und Sebastiano wieder sein werden. Für Fans ein Muss!
Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Figuren
  • Humor
  • Spannung
  • Thema
Veröffentlicht am 19.05.2017

Grummel Griff und seine Prinzessin

True North - Wo auch immer du bist
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INHALT:
Als Audrey Kidder der finstere Blick von Griffin Shipley trifft, weiß sie sofort, dass ihr Auftrag in Vermont schwieriger wird als gedacht. Doch sie hat keine Wahl: Wenn sie ihren Job behalten ...

INHALT:
Als Audrey Kidder der finstere Blick von Griffin Shipley trifft, weiß sie sofort, dass ihr Auftrag in Vermont schwieriger wird als gedacht. Doch sie hat keine Wahl: Wenn sie ihren Job behalten will, muss sie Griff davon überzeugen, seinen preisgekrönten Cider zum halben Preis zu verkaufen. Eine harte Nuss, denn der Bio-Farmer ist nicht nur ausgesprochen stur - und unheimlich attraktiv -, sondern seit ihrer heißen Affäre am College auch nicht besonders gut auf Audrey zu sprechen. Und dass sich Audrey in Griffs Nähe augenblicklich so zu Hause fühlt wie nirgends sonst auf der Welt, macht die Sache alles andere als einfach.
MEINUNG:
Ich habe bereits „Him“, welches Sarina Bowen mit Elle Kennedy zusammen geschrieben hat gelesen und war begeistert. Dementsprechend habe ich mich auf den ersten eigenen Roman von Sarina Bowen sehr gefreut. Er lässt mich allerdings mit gemischten Gefühlen zurück.
Die Geschichte wird abwechselnd aus Audreys und Griffs Sicht erzählt. Der Schreibstil von Sarina Bowen lässt sich sehr flüssig lesen, ist aber leider auch relativ flach. Natürlich weiß ich, dass es sich hier nicht um hohe Literatur handelt, aber ich bin auch kein Freund davon, dass der Schreibstil in etwa zu umgangssprachlich ist wie man normalerweise redet. Vorteil war natürlich, dass man durch die Geschichte sehr schnell durchgekommen. Ich glaube, ich habe noch so schnell 100 Seiten gelesen.
Das Setting in Vermont ist großartig gewählt. Vor allem Griffs Familie ist mir sehr ans Herz gewachsen und auch das Leben als Farmer und die damit verbundene harte Arbeit und die Existenzprobleme hat Sarina Bowen sehr gut umrissen. Auch von Audreys Job bei einem großen Restaurantimperium bekommt man einen guten Einblick, auch wenn dieser nicht frei von Klischees ist. Sarina Bowen stellt das in meinen Augen etwas zu schwarz-weiß da. Die Farmer sind die Guten und die solche Konzerne die Böse, aber das nur mal so am Rande. Griffs Familie ist eine quasi eine Bilderbuchfamilie. Natürlich gibt es hier und da kleinere Konflikte, aber im Großen und Ganzen habe sich alle ein großes Herz und ausgezeichnete Wertvorstellungen. Ecke und Kanten findet man hier nicht wirklich. Es ist und bleibt ein Wohlfühlbuch.
Ich mochte Audrey und Griff, aber so richtig greifbar waren sie für mich nicht. Schon nach sehr kurzer Zeit stürzen sich die beiden aufeinander und es wird sehr schnell ziemlich heiß zwischen den beiden. Mir hat es gefallen, dass es man auf solche Annäherungen nicht erst 200 Seiten warten muss, aber in zweiten Drittel war es mir dann fast ein wenig zu viel. Natürlich sind die beiden heiß aufeinander, aber ich hatte fast den Eindruck, dass Sex mehr im Mittelpunkt stand als die tiefen Gefühle füreinander. Besonders Griff denkt ja an nichts anderes mehr und sie fallen bei jeder passenden Gelegenheit übereinander her, was natürlich auch nicht zu eine gewisse Tiefe beiträgt. Natürlich haben beide auch so ihre Träume und teilen diese sich auch gegenseitig mit, aber für mich stand das nicht wirklich im Fokus.
Es gibt auch keine wirklich spannenden Wendungen, sondern es ist relativ klar wie das Buch enden wird, was ich nicht als negativ bewerten möchte. Bei Bücher dieses Genre gehe ich von vornherein mit einer gewissen Erwartungshaltung ran und bis auf den recht hohen Erotik-Anteil in der Mitte des Buches, wurden meine Erwartungen erfüllt.

FAZIT:
Es ist ein absolutes Wohlfühlbuch mit liebenswerten Charakteren. Allerdings ist sowohl der Schreibstil als auch die Handlung im Vergleich mit anderen Büchern dieses Genres sehr flach. Die Geschichte ist vorhersehbar, glatt und relativ spannungsarm und trotzdem habe ich es gerne gelesen. Ich freue mich auf die beiden Folgebände, die deren beiden Protagonisten mich sehr interessieren. Vielleicht gibt es hier ein wenig mehr Tiefgang.

Ich vergebe 3,5 von 5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Charaktere
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Gefühl
  • Cover
Veröffentlicht am 05.05.2017

Außergewöhnlich und packend

The Girl Before - Sie war wie du. Und jetzt ist sie tot.
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INHALT:
Nach einem Schicksalsschlag braucht Jane dringend einen Neuanfang. Daher überlegt sie nicht lange, als sie die Möglichkeit bekommt, in ein hochmodernes Haus in einem schicken Londoner Viertel einzuziehen. ...

INHALT:
Nach einem Schicksalsschlag braucht Jane dringend einen Neuanfang. Daher überlegt sie nicht lange, als sie die Möglichkeit bekommt, in ein hochmodernes Haus in einem schicken Londoner Viertel einzuziehen. Sie kann ihr Glück kaum fassen, als sie dann auch noch den charismatischen Besitzer und Architekten des Hauses kennenlernt. Er scheint sich zu ihr hingezogen zu fühlen. Doch bald erfährt Jane, dass ihre Vormieterin im Haus verstarb – und ihr erschreckend ähnlich sah. Als sie versucht, der Wahrheit auf den Grund zu gehen, erlebt sie unwissentlich das Gleiche wie die Frau vor ihr: Sie lebt und liebt wie sie. Sie vertraut den gleichen Menschen. Und sie nähert sich der gleichen Gefahr.
MEINUNG:
Sebastian Fitzek sagt über diesen Thriller: „Ein Wirbelsturm von einem Roman“ und auch im englischsprachigen Raum wird The Girl before bereits als Bestseller behandelt. Ich hab es durch Zufall auf dem Bloggerportal von Randomhouse entdeckt und es wurde mir dann freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Schon mal so viel vorweg: Ich wurde hier nicht enttäuscht.
Die Geschichte wird aus zwei Sichten erzählt. Die heutige Sicht wird von Jane erzählt und die damalige Sicht von Janes Vormieterin, Emma. Die Kapitel wechseln sich immer ab und werden nur ab und zu von Multiple Choice-Fragen unterbrochen, auf die ich gar nicht näher eingehen möchte. Die Autorin hat Janes und Emmas Geschichte absichtlich sehr ähnlich aufgebaut und man muss beim Lesen höllisch aufpassen, dass man beide nicht miteinander verwechselt. Ich mag Bücher, die den Leser herausfordernd, aber selten habe ich mich so oft dabei ertappt, dass ich beide Frauen verwechselt habe.
Janes und Emmas Geschichten beginnen gleich und zwar mit dem Einzug in die Folgate Street 1. Beide haben auf Grund bestimmter Vorkommnisse in ihren Leben den Wunsch sich räumlich zu verändern. In der Folgate Street 1 glaube sie genau das zu finden. Jane und Emma sind sich optisch sehr ähnlich und verlieben sich beide in den Besitzer und Architekten des Hauses, Edward. Edward ist auch der Grund, warum sich ihrer beide Leben eine Zeit lang komplett gleicht. Edward ist sehr speziell, genauso wie sein Haus, wofür er mehr als 200 Regeln für den Mieter aufgestellt hat. Edward und sein Verhalten waren es auch, die mir des Öfteren Gänsehautmomente beschert haben, weil ich mir immer das schlimmste ausgemalt habe. Schließlich ist auch gleich zu Anfang klar, dass Emma in dem Haus umgekommen ist. Der Thriller ist vor allem am Anfang sehr stark und spielt sehr mit der Psyche der Lesers.
Es gibt einen Punkt, da beginnen Janes und Emmas Lebensläufe auseinander zu laufen. Nämlich an dem Punkt als Jane beginnt Nachforschungen zu Emmas Tod anzustellen. Es kommt immer mehr Wahrheiten ans Licht und es wird deutlich, dass Emma häufig gelogen hat. Die Autorin präsentiert am Ende so viele mögliche Theorien, dass ich selbst so recht wusste, was nun passiert ist und wer Emma möglicherweise auf dem Gewissen hat. Das Ende hat mich überrascht, aber ich fand es jetzt nicht ganz so spektakulär.
Mir gefiel, dass du Buch u.a. anderen auch einige wichtige Themen rund um das Thema Schwangerschaft/ Mutterschaft aufgreift. Natürlich bezieht man sich hier vor allem auf England, aber ich finde, dass es trotzdem wichtig ist diese Themen auch mal in der Literatur aufzugreifen.
FAZIT:
Das Konstrukt des Thrillers ist absolut genial und ich habe bisher auch noch nichts Vergleichbares gelesen. Der Thriller ist vor allem am Anfang sehr stark und spielt sehr mit der Psyche des Lesers. Es gab Momente, da hatte ich Angst weiterzulesen. Gegen Ende wird in meinen Augen etwas schwächer. Das Ende war für mich unvorhersehbar, spannend, aber die Auflösung hätte noch ein bisschen spektakulärer sein können. Das ist allerdings Jammern auf hohem Niveau. Ich kann hier eine klare Leseempfehlung aussprechen.
Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 11.04.2017

Zauberhafte Geschichte mit kleinen Schwächen

Caraval
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INHALT:
Scarlett Dragna fürchtet sich vor ihrem Vater, dem grausamen Governor der Insel Trisda. Sie träumt davon, ihrem Dasein zu entfliehen und Caraval zu besuchen, wo ein verzaubertes Spiel stattfindet. ...

INHALT:
Scarlett Dragna fürchtet sich vor ihrem Vater, dem grausamen Governor der Insel Trisda. Sie träumt davon, ihrem Dasein zu entfliehen und Caraval zu besuchen, wo ein verzaubertes Spiel stattfindet. Doch ihr Wunsch erscheint unerreichbar – bis Scarlett von ihrer Schwester Donatella und dem geheimnisvollen Julian entführt wird, die ihr den Eintritt zu Caraval ermöglichen. Aber ist Caraval wirklich das, was Scarlett sich erhofft hat? Sobald das Spiel beginnt, kommen Scarlett Zweifel. Räume verändern auf magische Weise ihre Größe, Brücken führen plötzlich an andere Orte und verborgene Falltüren zeigen Scarlett den Weg in finstere Tunnel, in denen Realität und Zauber nicht mehr voneinander zu unterscheiden sind. Und als ihre Schwester verschwindet, muss Scarlett feststellen, dass sich ein furchtbares Geheimnis hinter Caraval verbirgt...

MEINUNG:
Ich muss sagen, dass ich mich bei diesem Buch auch mal wieder zum Teil nicht dem Hype entziehen konnte, aber auch der Klappentext hat mich unheimlich angesprochen. Im Vorfeld hatte ich gehört, dass Caraval wie eine Art Schnitzeljagd sein soll. Letzen Endes konnte mich Caraval nicht zu 100% überzeugen.

Gut gefallen hat mir die Welt, die Stephanie Garber geschaffen hat. Ich konnte vieles bildlich vor mir sehen und das Buch hat Potential verfilmt zu werden. Ich weiß nicht, ob es so gewollt war, aber die Atmosphäre, einige Ereignisse und Charaktere haben mich sehr an Alice im Wunderland erinnert. Wenn der Roman hieran angelehnt ist, dass verzeihe ich auch die ständigen Verwirrungen. Manchmal fiel es mir schwer in den ganzen Handlungssträngen durchzusehen und alles war mich auch nicht klar, aber vielleicht sollte es genau das nicht sein. Es wird immer wieder betont, dass Caraval nur ein Spiel ist, aber es fällt schwer Spiel und Wirklichkeit auseinander zu halten.

Das Buch ist sehr rasant und es fiel mir nicht immer leicht dem ganzen Geschehen zu folgen. Caraval findet an nur fünf Tagen statt. Leider, leider hat es mich auch gestört, dass es mal wieder so viel Dialoge gab, vor allem zwischen Julian und Scarlett. Häufig waren diese Gespräche meiner Meinung nach relativ inhaltsleer und haben unheimlich viele Seiten gefüllt ohne die Geschichte voran zu bringen. Ich hätte mir mehr Handlung in Caraval und bei der Suche nach Scarletts Schwester gewünscht. Die Seiten flogen nur so dahin. Es ist spät erkennbar, worauf das Ganze hinaus läuft und ich habe es nicht voraus gesehen, aber wirklich zufrieden hat es mich auch nicht gestellt. Die Auflösung war für mich nicht außergewöhnlich.
Mit den Charakteren hatte ich auch so meine Schwierigkeiten, allen voran Scarlett. Klar, sie liebt ihre Schwester und sie versucht auch diese immer zu beschützen, vor allem gegen den gewalttätigen Vater und nach dem ihre Mutter verschwunden ist. Es war mir allerdings etwas zu viel des Guten an Beschützerinstinkt. Auf der anderen Seite ist die bedingungslose Liebe zu ihrer Schwester der Kernpunkt der Geschichte. Scarlett ist sehr ängstlich und immer auf das Wohl ihrer Schwester bedacht. Das ging mir irgendwann etwas auf die Nerven. Donatella, kurz Tella, ist den größten Teil der Geschichte abwesend, aber auch an den anwesenden Momenten empfand ich sie als sehr überheblich, rastlos und gerne umgarnt von Männern. Unterschiedlicher könnten Schwestern kaum sein.

Julian bleibt lange sehr undurchsichtig. Es ist schwer ihn richtig einzuschätzen, da man als Leser bezüglich ihm immer wieder auf eine falsche Fährte gelockt wird. Die Liebesgeschichte zwischen Julian und Scarlett hat mir gut gefallen. Sie entwickelte sich langsam. Beiden fiel es schwer diese einzugehenden aus gut nachvollziehbaren Gründen. Auch Scarlett bleibt sehr lange gegenüber ihrem Verlobten treu, weil sie einfach ein anständiges Mädchen ist.

Das Ende wirkt so als gäbe es einen zweiten Teil. Auf den wäre ich auf jeden Fall gespannt. Vielleicht können meine noch offenen Fragen noch beantwortet werden.

FAZIT:
Ich bin nicht Charakteren leider nicht richtig warm geworden und meiner Meinung nach hätte das Buch gut und gerne noch ein paar mehr Seiten vertragen können. Trotzdem ist Caraval eine außergewöhnliche und magische Geschichte, die aber mich sehr an Alice im Wunderland erinnert hat und ähnliche Züge aufwies.

Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 03.04.2017

Ein modernes Drama

Geständnisse
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INHALT:
Die kleine Tochter der alleinerziehenden Lehrerin Moriguchi ist im Schulschwimmbad ertrunken; ein tragischer Unfall, wie es scheint. Wenige Wochen später kündigt Moriguchi ihre Stelle an der Schule, ...

INHALT:
Die kleine Tochter der alleinerziehenden Lehrerin Moriguchi ist im Schulschwimmbad ertrunken; ein tragischer Unfall, wie es scheint. Wenige Wochen später kündigt Moriguchi ihre Stelle an der Schule, doch zuvor will sie ihrer Klasse noch eine letzte Lektion mit auf den Weg geben. Denn sie weiß, dass ihre Schüler Schuld am Tod ihrer Tochter haben. Mit einer erschütternden Offenbarung setzt sie unter ihnen ein tödliches Drama um Schuld und Rache, um Gewalt und Wahnsinn in Gang, an dessen Ende keiner – weder Kind noch Erwachsener – ungeschoren
davonkommt.

MEINUNG:
Romane aus dem asiatischen Raum sind immer anders und in meinen Augen auch sehr speziell, denn ist deutlich spürbar, dass sich die asiatische Kultur doch sehr von der europäischen unterscheidet. Das habe ich schon bei Der Vegetarierin von Han Kang gemerkt. Bevor man sich also auf einen solchen Roman einlässt, sollte man das wissen und sich auch darauf einlassen können. Geständnisse ist ganz anders wie Der Vegetarierin, aber hat mich genauso fassungslos zurück gelassen.

Auch wenn der Klappentext schon die Grundstory verrät, hatte ich trotzdem keine so richtige Vorstellung, wie der Roman konstruiert ist und was mich dort erwartet. Wie so viele andere Romane, wird die Geschichte aus verschiedenen Sichten wiedergegeben. Das besondere ist, dass sich die Personen (fast) nicht wiederholen und dass man auch innerhalb der Sichten erstmal erkennen muss, wer denn gerade spricht, denn alle sind klassische Ich-Erzähler. Die Geschichte startet mit Moriguchi und ihrer Offenbarung, die ich hier nicht verraten möchte und setzte weiter fort mit weiteren Beteiligten.
Stück für Stück enthüllt sich die Wahrheit und auch die Absichten der Beteiligten, die ich so niemals erahnt hätte. Die Geschichte wird quasi nur als Rückblende erzählt. Dabei kommt es auch an der einen oder anderen Stelle zu Wiederholungen, die den Spannungsbogen ein wenig gebremst haben, was mich einen halben Stern abziehen lässt. Ansonsten konnte ich das Buch nur sehr schwer aus der Hand legen.
Der Autorin verpackt auch ganz geschickt Kritik an der japanischen Gesellschaft und auch am japanischen Schulsystem, was mir sehr gut gefallen hat. Man bekommt auch einen Eindruck von der Kultur und den Mechanismen der Familie und der Schule. Einiges war für mich nur bedingt nachvollziehbar, aber wie eingangs gesagt muss man hier offen für andere Kulturen sein. Natürlich ist schwer zu verstehen, wie eine solche Offenbarung solch einen Wahnsinn und so viele Tragödien auslöst, aber genau das macht eben auch den Reiz des Buches aus. Es erinnert mich an die Dramen, die man so in der Schule gelesen hat. Ein Happy-End kann hier vergebens suchen. Meines Wissens nach wurde das Buch auch bereits verfilmt.

FAZIT:
Geständnisse ist in meinen Augen ein modernes Drama. Eine scheinbar harmlose Offenbarung löst eine Lawine an unvorstellbaren Tragödien, Gewalt und purem Wahnsinn aus. Man muss sich hier definitiv auch auf die kulturellen Unterschiede einlassen und darf das Buch nicht aus europäischer Sicht betrachten. Sehr geschickt hat Kanae Minato hier aus Gesellschaftskritik verpackt. Wer Happy Ends mag, sollte hier die Finger von lassen, aber allen anderen lege ich dieses Buch sehr gerne an Herz!

Ich vergebe 4,5 von 5 Sternen.