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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.07.2021

packend und absolut lesenswert

Rule of Wolves
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"Rule of Wolves-Thron aus Nacht und Silber" ist der Nachfolger von "King of Scars-Thron aus Gold und Asche" und knüpft an die "Legenden der Grisha"-Reihe an. Mich hatte die Netflix-Serie so gepackt, dass ...

"Rule of Wolves-Thron aus Nacht und Silber" ist der Nachfolger von "King of Scars-Thron aus Gold und Asche" und knüpft an die "Legenden der Grisha"-Reihe an. Mich hatte die Netflix-Serie so gepackt, dass ich mir auch die Bücher zugelegt habe, denn aus irgendeinem Grund waren die komplett an mir vorbeigegangen.

Zum Inhalt: Der Kampf um den Zarenthron von Ravka geht unerbittlich weiter und in seinem Zentrum stehen Nikolai Lantsov, der weiter mit seinem inneren Dämon kämpft, sowie die beiden Grisha Nina Zenik und Zoya Nazyalensky. Nach dem der Dunkle zurückgekehrt ist, zieht ein Pesthauch über das Land, die Flur scheint sich weiter auszubreiten und die drei Protagonisten versuchen alles, den Dunklen aufzuhalten, einen Krieg zu gewinnen, der gleichermaßen sinnlos und aussichtslos ist und sich dabei nicht selbst zu verlieren.

Leigh Bardugo hat einfach eine unglaublich fesselnde, magische und bedrohliche Welt geschaffen, in die ich jedes Mal mit Freuden eintauche. Das gesamte "Grisha-Verse" ist so liebevoll und detailliert ausgearbeitet, wie es bei wenigen Fantasy-Welten der Fall ist. Toll finde ich auch die Karte zu Anfang des Buches, sodass es einem leichter fällt sich in der fiktiven Welt zurechtzufinden und zu orientieren.

Auch die Charaktere sind wundervoll ausgearbeitet, wesentliche Charakterzüge, Fähigkeiten und Interessen sind gut dargestellt und lassen sie als authentische Personen lebendig werden. natürlich gibt es eine Fülle an "Randcharakteren" die nur kurz erwähnt werden, aber auch sie füllen das Buch mit Leben, sodass es einem mehr wie eine reale Welt vorkommt. Besonders gut gefällt mir, dass auch alte, bekannte Charaktere immer mal wieder zurückgeholt werden und so der Bezug zu den übrigen Büchern gut gegeben ist. Hier würde ich aber ganz klar empfehlen, die Bücher in der entsprechenden Reihenfolge zu lesen, sonst könnte es sich schwieriger gestalten, mit den ganzen Namen klarzukommen.

Das Buch war wieder voller Komplotte, überraschender Wendungen, Machtkämpfe und dunkler Bedrohungen. Ich habe von Anfang an mitgefiebert und das Buch hat mich bis zum Ende nicht losgelassen. Leigh Bardugo versteht sich auf raffinierte Plottwist und lässt den Leser ein uns andere Mal atemlos zurück. Sie hat hier ein großartiges Finale geschaffen, obwohl ich trotz allem hoffe, dass wir noch mehr Geschichten aus der Welt der Grisha hören werden. Klare Leseempfehlung von mir!

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Veröffentlicht am 29.07.2021

Sagenhaft und bedrohlich

Crave
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"Crave" von Tracy Wolff ist der erste Band der Katmere Academy Chroniken und dem Genre Jugendbuch Romance/Fantasy zuzuordnen. Es hat einen traumhaften schwarzen Einband und einen dramatisch schönen, roten ...

"Crave" von Tracy Wolff ist der erste Band der Katmere Academy Chroniken und dem Genre Jugendbuch Romance/Fantasy zuzuordnen. Es hat einen traumhaften schwarzen Einband und einen dramatisch schönen, roten Buchschnitt. Das Coverbild der weißen Blüte wird in jedem Kapitel wieder aufgefasst, was dem ganzen Buch einen detailverliebten, etwas märchenhaften Touch verleiht. Toll finde ich auch die oft bissigen, selbstironischen und lustigen Kapitelüberschriften, die sich dann auch noch sagenhaft stimmig in den Bonuskapiteln aus Jaxons Sicht spiegeln. Das Konzept ist so stimmig und durchdacht, dass es sich schon allein dafür lohnt, das Buch mal in den Händen zu halten.

Zum Inhalt: Nach dem tragischen Unfalltod ihrer Eltern zieht Grace nach Alaska zu ihrem Onkel, der der Leiter der Katmere Academy ist. An dieser schicken Privatschule soll Grace ihren Abschluss machen, doch an diesem kalten, unbarmherzigen Ort ist nichts wie es scheint. Und schnell wird Grace zur Zielscheibe, denn irgendwer scheint es auf sie abgesehen zu haben. Am liebsten würde sie auf schnellsten Wege zurück nach San Diego ziehen- wäre da nicht der geheimnisvoll und attraktive Jaxon. Aber kann ihre Liebe eine Chance haben?

Die Geschichte erinnert ein bisschen an Bella und Edward und weckt direkt nostalgische Gefühle in mir. Auch hier steht wieder eine bedrohliche, fast schon verbotene Liebe im Mittelpunkt, die alles verzehrend ist und alle Beteiligten auf eine harte Probe stellt.
Die Charaktere sind liebevoll ausgearbeitet, jeder hat seine kleinen Eigenheiten, ganz bestimmte Erkennungsmerkmale und Charakterzüge, sodass ich schnell ein konkretes Bild vor Augen hatte und die Protagonisten schnell ins Herz geschlossen habe.

Dieses Buch ist wortgewaltig, dramatisch und randvoll mit Schmerz, Liebe, Leid und Hoffnung. Die Gefühle sind fast überschäumend und die Geschichte der beiden Protagonisten qualvoll schön. Der Showdown am Ende war wirklich dramatisch und zeigte aber so deutlich, dass Grace bereit ist für ihr eigenes Schicksal und ihre Liebe einzustehen, dass mir das Ende des Buches beinahe das Herz gebrochen hat. Grace ist nicht nur die Heldin in Jacksons Geschichte, sondern auch in ihrer eigenen.

Tracy Wolff ist hier ein fantastischer Reihenauftakt gelungen, der mich atemlos zurückgelassen hat. Es gibt noch so viel zu entdecken und zu verstehen, dass ich den zweiten Band kaum erwarten kann.

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Veröffentlicht am 21.07.2021

ein unglaublich toller historischer Roman

Die Rebellinnen von Oxford - Verwegen
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"Die Rebellinnen von Oxford- Verwegen" ist der Auftakt einer Reihe aus der Feder von Evie Dunmore und in das Genre der historischen Romane einzuordnen. Für mich war dieses Buch ein echtes Jahreshighlight, ...

"Die Rebellinnen von Oxford- Verwegen" ist der Auftakt einer Reihe aus der Feder von Evie Dunmore und in das Genre der historischen Romane einzuordnen. Für mich war dieses Buch ein echtes Jahreshighlight, nicht nur, weil ich historische Romane oft traumhaft romantisch finde, sondern weil dieses Buch so viele Emotionen in mir ausgelöst hat. Von Unglauben und Verachtung, über Stolz, Freude und Überraschung war alles dabei. Dieses buch hat mich einfach absolut in seinen Bann geschlagen.

Zum Inhalt: Als Oxford seine Türen erstmals auch für Frauen öffnet, kann Annabelle Archer ihr Glück kaum glauben. Denn sie wurde nicht nur an der elitären Bildungseinrichtung angenommen, sondern hat auch ein Stipendium bekommen. Für sie ist damit die Chance auf einen Ausweg aus der ländlichen Hölle der unbezahlten Anstellung im Haushalt ihres Cousins ist zu Greifen nah. Als Gegenleitung für ihr Stipendium soll sie die Suffragetten in London bei ihrem Vorhaben unterstützen, das Eigentumsgesetz für verheirate Frauen zu kippen und das Frauenwahlrecht durchzusetzen. Dabei trifft sie auf den Herzog Sebastian Devereux und schnell geraten beider guter Vorsätze ins Wanken.

Ich finde es immer wieder faszinierend in historischen Romanen von einer zeit zu lesen, die man selbst nicht miterlebt hat und auch in diesem Buch musste ich oft ob der altmodischen Ansichten über das weibliche Gehirn und daraus resultierender weiblicher Einschränkungen den Kopf schütteln. Evie Dunmore hat hier ein sehr anschauliches Bild vom London und der Gesellschaft der damaligen Zeit gezeichnet. Sie schafft es dabei vortrefflich, zwischen ernsteren Kapiteln über Politik und Frauenrechte und den leidenschaftlich romantischen Episoden zu wechseln. Das Buch war an keiner Stelle zu kitschig.

Mit Annabelle hat sie einen stolzen, mutigen und intelligenten Hauptcharakter geschaffen, der in Sebastian seinen perfekten Ankerpunkt und Gegenpart findet. Die Beziehung der beiden ist von Beginn voller Spannung. Ein bisschen habe ich mir hier an Elisabeth und Darcy erinnert gefühlt, denn auch er war sehr von ihren Augen und ihrem trotz angetan.

Der Schreibstil ist wunderbar flüssig zu lesen, sehr emotional und man kann das auf und ab der Gefühle der Protagonisten gut nachempfinden, wenn man bedenkt, was für ein Skandal ihre Beziehung in der damaligen Zeit war. Ich konnte mich richtig in diese fantastische Geschichte fallen lassen und hatte schnell das Gefühl, in Annabelle und Hattie vertraute Seelen und Freundinnen gefunden zu haben. Wie gerne wäre ich mit ihnen in Oxford gewesen.

Ich hätte mir an Ende gerne eine Konfrontation mit dem Cousin gewünscht- einfach nur um seine Reaktion zu sehen, wenn Annabelle als skandalträchtige Herzogin im Stand auf einmal trotzdem so himmelweit über ihm steht, nachdem er sie praktisch verstoßen hat, ob sie sich für ihn kaputt geschuftet hat.

Für mich war dieses Buch ein echtes Lese-Highlight und ich freue mich so auf die Fortsetzung der Reihe. Wer historische Romane mit klugen und starken Frauenfiguren mag, der ist hier genau richtig. Es ist nicht einfach nur ein Liebesroman, es geht um Freundschaft, Liebe, Leidenschaft, Politik und die Machte etwas zu verändern und für seine Rechte einzustehen.

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Veröffentlicht am 19.07.2021

offen und ungeschönt

Der Brand
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„Der Brand“ von Daniela Kriem ist ein ehrliches Porträt einer Ehe, bei der sich der Alltag eingeschlichen hat und bei der Liebe, Leidenschaft und Zweisamkeit eher Randthemen geworden sind. Der Leser begleitet ...

„Der Brand“ von Daniela Kriem ist ein ehrliches Porträt einer Ehe, bei der sich der Alltag eingeschlichen hat und bei der Liebe, Leidenschaft und Zweisamkeit eher Randthemen geworden sind. Der Leser begleitet das Ehepaar Rahel und Peter über einen Zeitraum von drei Wochen, in denen aufgrund eines Brandes im gebuchten Feriendomizil einiges anders kommt als geplant und sich die eine oder andere Wahrheit enthüllt.

Ich war überrascht mit welcher Ruhe und Unkompliziertheit die Autorin dieses Thema angeht. Auf knapp 300 Seiten werden die Probleme, aber auch Sicherheiten der 30-jährigen Ehe offenbart; Fallstricke und Fehler aufgezeigt und eine vorsichtige Annäherung versucht. Die Charaktere sind dabei so nahbar, dass ich das Gefühl hatte, gemeinsam mit Peter und Rahel meine Ferien auf dem Hof zu verbringen.

Ohne viel Drama, sondern mit beinahe sachlichem Verständnis reflektieren Rahel und Peter über ihre gemeinsamen Jahre, ihre Ängste und Geheimnisse. Rahels Sichtweise auf die gemeinsamen Jahre steht dabei im Fokus. Versuchen die Charaktere zu Anfang noch die größten Klippen zu umschiffen, brodeln Gefühle und Ängste doch nach und nach an die Oberfläche. Das Buch ist an manchen Stellen fast schon von philosophischer Einsichtigkeit, nichts wird geschönt, sondern ehrlich und direkt beim Namen genannt.

Das Buch beschäftigt sich dabei am Rande mit der Einsamkeit in einer Beziehung, dem sich auseinander leben und doch festhalten an etwas, das einem Bestand und Sicherheit gibt und wirft dabei Fragen auf, wie eine funktionierende Beziehung aussehen kann und welche Grundvoraussetzungen es gibt.

Ich habe dieses ruhige, teils gedankenschwere Buch sehr genossen und als Anlass genommen, die eigene Beziehung zu reflektieren und mich zu fragen, ob es für Beziehungen in der heutigen Zeit noch eine „Norm“ gibt.

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Veröffentlicht am 16.07.2021

In den Abgründen von Wien

Das Buch des Totengräbers (Die Totengräber-Serie 1)
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"Das Buch des Totengräbers" ist ein historischer Kriminalroman, der 1893 in Wien spielt und den Kriminalinspektor Leopold von Herzfeld begleitet. Von Autor Oliver Pötzsch hatte ich zuvor noch nichts gelesen, ...

"Das Buch des Totengräbers" ist ein historischer Kriminalroman, der 1893 in Wien spielt und den Kriminalinspektor Leopold von Herzfeld begleitet. Von Autor Oliver Pötzsch hatte ich zuvor noch nichts gelesen, aber das Cover, das ein großes Grab mit einem schlichten Kreuz über das Wiener Stadtrelief legt, hat mich dann doch neugierig gemacht.

Zum Inhalt: Leopold von Herzfeld, aus gutem Hause und ehemaliger Untersuchungsrichter in Graz, flüchtet nach einem Zwischenfall, wegen dem er bei seiner Familie und seinem Umfeld in Ungnade gefallen ist, nach Wien. Dort erschüttert eine grauenhafte Mordserie die Polizei und Bevölkerung. Junge Dienstmädchen werden auf grausame Art ermordet und gepfählt. Leo, der versucht, die neusten forensischen Methoden in Wien zu etablieren, trifft auf viel Gegenwehr unter den Kollegen, findet aber einen wertvollen Verbündeten in Totengräber Augustin Rothmayer. Gemeinsam versuchen sie dem Täter auf die Schliche zu kommen und tauchen dabei die Abgründe der gehobenen Gesellschaft Wiens ein.

Der Einstieg ist mir aufgrund des Wiener Dialekts nicht so leicht gefallen. Wenn man sich aber einfach daran gewöhnt hat, trägt dies sehr zum Charme der Geschichte bei und macht die Handlung authentisch. Erschreckend und faszinierend zugleich fand ich die Schilderungen er damaligen polizeilichen Untersuchungsmethoden. Herzfeld versucht die neusten Methoden aus Graz, wie Tatortfotos und echte Spurensicherung, in Wien zu etablieren. Damit macht er sich bei seinen Kollegen nicht gerade beliebt, was auch an seiner überheblichen Art und teils an seiner jüdischen Abstammung liegen mag. Einen unerwarteten Verbündeten findet er im verschrobenen Totengräber Augustin Rothmayer, der ähnlich wie Herzfeld hartnäckig und wissbegierig ist und an einem Almanach über den Tod arbeitet.

Der Totengräber wird für mich schnell zum Sympathieträger der Geschichte, da er sich einfach nicht abschütteln lässt und Herzfeld ordentlich auf Trab hält. Außerdem wird schnell klar, dass er bei der Klärung der Mordfälle einiges beizutragen hat. Gleichzeitig nimmt er die Waise Anna unter seine Fittiche und offenbart sein großes Herz, was zuerst so gar nicht zu dem kauzigen Einsiedler, der auf dem Friedhof lebt, passen mag.

Die Geschichte entwickelt schnell eine gewisse Sogwirkung, in der sich immer mehr Abgründe offenbaren und in der die Morde Kreise in die feine Gesellschaft von ​Wien ziehen. Der Fall wird immer verstrickter, zusätzlich erschwert durch die noch kaum vorhandenen forensischen Ermittlungsmethoden, die detailliert geschildert werden. Die Spannung spitzt sich bis zum Ende zu und ich bin bis zum Schluss im Dunkeln getappt, als eine überraschende Wendung offenbart wurde.

Der Fall hat mich total gefangen genommen, ich habe mit gefiebert und mit gerätselt und gehofft, dass Rothmayer und Herzfeld dem Täter auf die Schliche kommen können. So viel Nervenkitzel hatte ich bei einem historischen Krimi nicht erwartet. Dazu trägt auch die atmosphärische Stimmung in der Weltstadt Wien bei, die sich nach außen so prächtig präsentiert aber im inneren so verdorben ist.

Für mich war dieses Buch ein unerwartetes Lese-Highlight, das ich wärmstens empfehlen kann!

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