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Veröffentlicht am 19.08.2021

Magisch schön!

Verliebt in ein Tagebuch (Band 1)
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Die Bücher von der Marliese Arold lese ich immer total gerne. Meine Neugierde war daher sofort geweckt als ich das erste Mal von ihrem neuen Jugendbuch „Verliebt in ein Tagebuch“ hörte. Das Cover gefiel ...

Die Bücher von der Marliese Arold lese ich immer total gerne. Meine Neugierde war daher sofort geweckt als ich das erste Mal von ihrem neuen Jugendbuch „Verliebt in ein Tagebuch“ hörte. Das Cover gefiel mir auf den ersten Blick richtig gut – ich finde diese originelle Tagebuchaufmachung mit dem coolen Guckloch, aus dem uns ein Auge anschaut, absolut gelungen. Da mich auch der Klappentext direkt ansprach, zögerte ich keine Sekunde lang und ließ das Buch bei mir einziehen.

Als die 13-jährige Aleen von ihrer Großtante aus Schottland ein Tagebuch zum Geburtstag geschenkt bekommt, hält sich ihre Begeisterung zunächst etwas in Grenzen. Doch dann macht sie durch Zufall eine unglaubliche Entdeckung: Das Tagebuch ist verzaubert! Ein Junge namens David befindet sich zwischen den Seiten und antwortet auf ihre Einträge. Aleen beginnt ihm fortan regelmäßig zu schreiben und erfährt, dass David in dem Tagebuch gefangen gehalten wird. Aleen möchte ihm unbedingt helfen, nur wie? Ob ihr ihre Großtante Caitlin wohl weiterhelfen kann? Weiß sie eigentlich von dem Geheimnis des Tagebuchs? Als Aleen und ihr Vater Cailtin in Edinburgh besuchen, hofft sie, Antworten auf ihre vielen Fragen zu erhalten. Zudem versucht sie alles daranzusetzen David zu retten. David, in den sie sich, wie ihr inzwischen klar geworden ist, hoffnungslos verliebt hat...

Ein verzaubertes Tagebuch, das auf die Einträge antwortet; ein magisches Abenteuer; Liebe; Schottland – all das klang einfach nach einer Geschichte ganz nach meinem Geschmack. Ich war daher ausgesprochen guter Dinge, dass mir das neue Werk von Marliese Arold unheimlich gut gefallen wird. Und wisst ihr was? Ich habe damit goldrichtig gelegen!
Ich habe wundervolle Lesestunden mit dem Buch verbracht. Einmal mit dem Schmökern begonnen, habe ich irgendwie gar nicht mehr damit aufhören können. Die Story konnte mich einfach sofort in ihren Bann ziehen und durchgehend an die Seiten fesseln. Und da sich der Schreibstil von Marliese Arold mal wieder locker-leicht für mich hat lesen lassen, die Kapitel schön kurz und die Tagebucheinträge ganz besonders aufgemacht sind, kam für mich ein superangenehmer Lesefluss zustande. Tja, und so kam es schließlich, dass ich, ehe ich mich‘s versah, das Buch auch schon wieder beendet hatte.

Als Leserin wird man gleich zu Beginn mit lauter rätselhaften Fragen konfrontiert. Was hat es mit dem mysteriösen Tagebuch auf sich, das unsere Romanheldin Aleen von ihrer Großtante Caitlin zum 13. Geburtstag geschenkt bekommen hat? Wieso drückt sich die Tante in ihrem Brief so geheimnisvoll aus? Wie kann es sein, dass das Tagebuch auf Aleens Einträge antworten kann und, was noch viel unglaublicher ist, das ein Junge zwischen den Seiten steckt? Wusste die Tante davon?
Neben diesen Dingen gibt auch das sonderbare Verschwinden von Aleens Mutter und ihrem Bruder vor vielen Jahren Rätsel auf. Relativ am Anfang erfahren wir, dass die beiden damals in Schottland spurlos verschwunden sind und seitdem als vermisst gelten. Was ist nur mit ihnen geschehen? Sind sie noch am Leben?
Fragen über Fragen und da wir die Antworten darauf erst so nach und nach erhalten, entwickelt die Handlung von den ersten Zeilen an einen fesselnden Lesesog, den man sich kaum mehr entziehen kann. Bei mir zumindest war es so.
Zusätzlich zu der konstanten Spannung sorgen auch jede Menge witzige Momente für ein mitreißendes und spaßiges Lesevergnügen. So hat mich vor allem die Konversation zwischen Aleen und David über das Tagebuch bestens unterhalten und später, in Schottland, gab es aber auch so einige Szenen, die mir ein breites Schmunzeln entlockt haben.

Die zarte Liebesgeschichte, die sich zwischen Aleen und David entwickelt, fand ich zunächst irgendwie ein bisschen komisch, wenn ich ehrlich bin, aber da sie sehr schön beschrieben wird und ich schließlich doch noch mit ihr warmgeworden bin, hat es mich letztendlich nicht gestört, dass sie mich anfangs nicht so ganz erreichen konnte.

Was die Charaktere angeht, kann ich mich nur positiv äußern. In meinen Augen wurden sie allesamt glaubhaft und prima ausgearbeitet.
Da hätten wir zum einen die 13-jährige Aleen, aus deren Sicht wir alles in der Ich-Perspektive erfahren. Aleen war mir auf Anhieb sympathisch. Mit ihr hat die Autorin eine tolle Hauptprotagonistin und großartige Identifikationsfigur für die Zielgruppe erschaffen. Aleen wirkt jederzeit vollkommen authentisch und da man als Leser
in stets ganz nah dran ist an ihren Empfindungen und Gedanken, gelingt es einem spielend leicht sich in sie hineinzuversetzen.
David ist eine längere Zeit eine ziemlich unnahbare Figur, die etwas sehr Geheimnisvolles umgibt. Das meine ich jetzt aber nicht negativ, im Gegenteil, mir hat David überaus gut gefallen. Zudem erfahren wir im Verlauf des Buches auch noch etwas mehr über ihn, sodass man sich ein immer besseres Bild von ihm machen kann.
Die Nebenfiguren mochte ich ebenfalls richtig gerne, vor allem Aleens Vater, der ein absoluter Buchliebhaber ist, und ihre Großtante Caitlin habe ich sehr liebgewonnen.

Mit Caitlin leite ich dann auch mal zum Setting über. Da ich wahnsinnig gerne Bücher lese, die in Schottland spielen, hat es mich riesig gefreut, dass uns Marliese Arold in ihrem neuen Roman in dieses faszinierende Land mitnimmt. Anfangs halten wir uns noch in Deutschland auf, was ich auch nicht schlecht fand, aber der Teil, der in Schottland spielt, hat mir persönlich besser gefallen. Leider war ich im echten Leben bisher noch nicht da, aber da die Autorin die Schauplätze, sprich Edinburgh und die schottischen Highlands, sehr bildhaft und magisch beschreibt, habe ich mir alles ganz genau vorstellen können und beim Lesen ein richtiges Fernweh bekommen.

Apropos magisch: Der Fantasy-Anteil kommt bei dem Ganzen natürlich ebenfalls nicht zu kurz. Fantasy-Fans kann ich das Buch daher ganz besonders ans Herz legen. In erster Linie natürlich Mädchen ab 10 Jahren, diese würde ich als die Hauptzielgruppe bezeichnen, aber auch Jungen und deutlich älteren Leser*innen kann ich „Verliebt in ein Tagebuch“ wärmstens empfehlen.

Das Ende lässt so einige Fragen offen, sodass man sehr davon ausgehen kann, dass es noch eine Fortsetzung geben wird. Sollte dies nicht der Fall sein, wäre der Schluss sonst wenig zufriedenstellend. Da aber auf dem Buchrücken eine 1 steht, rechne ich wirklich fest damit, dass wir uns über mindestens einen Folgeband freuen dürfen. Hoffentlich müssen wir uns auf diesen nicht allzu lange gedulden!

Fazit: Eine magisch schöne Geschichte, die große Lust auf mehr macht!
Marliese Arold ist mit „Verliebt in ein Tagebuch“ ein wunderbarer Reihenauftakt geglückt, der voller Spannung, Spaß, Gefühlschaos, Magie und Geheimnisse steckt, durchweg mitreißt und an keiner Stelle Langeweile aufkommen lässt. Ich kann das Buch nur empfehlen, mir hat es ein herrliches Leseerlebnis beschert. Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 09.08.2021

Eine zauberhafte Coming-of-Age-Geschichte voller Herz, Witz, Charme & Schokolade!

Gib deinem Glück eine Chance, Keiko Carter
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Als ich das erste Mal über „Gib deinem Glück eine Chance, Keiko Carter“ stolperte und erfuhr, dass das Buch vor allem jüngeren Schwestern von Jenny Han-Leserinnen empfohlen wird, war meine Neugierde umgehend ...

Als ich das erste Mal über „Gib deinem Glück eine Chance, Keiko Carter“ stolperte und erfuhr, dass das Buch vor allem jüngeren Schwestern von Jenny Han-Leserinnen empfohlen wird, war meine Neugierde umgehend geweckt. Ich liebe die Bücher von Jenny Han! Vor allem ihre Lara-Jean-Serie mag ich wahnsinnig gerne. Witzigerweise musste ich musste sogar schon, ehe ich das mit der kleinen Schwester las, beim ersten Blick auf das Cover sofort an die Lara Jean-Bücher denken. Irgendwie erinnert mich die Aufmachung voll an diese Reihe.
Da mich Klappentext und Cover von dem Buch direkt ansprachen, zögerte ich keine Sekunde lang und ließ es nur zu gerne bei mir einziehen.

Keiko kann das Ende der Sommerferien kaum mehr erwarten. Sie und ihre beiden besten Freundinnen Jenna und Audrey werden endlich in die 7. Klasse kommen und ganz bestimmt das beste Schuljahr ihres Lebens erleben. Doch dann soll alles ganz anders kommen. Bereits vor dem ersten Schultag kommt es zu Unstimmigkeiten zwischen den drei Freundinnen. Jenna hat genug davon, dass ständig alles nach Audreys Nase gehen muss und sie nun sogar das diesjährige Motto festlegen will, obwohl das immer Keikos Aufgabe war. Audrey aber bekommt mal wieder ihren Willen, daher lautet das Motto für dieses Jahr: Jungs. Der Herbstball steht schließlich kurz bevor – es ist also dringend an der Zeit sich einen festen Freund zu angeln. Zwischen Jenna und Audrey herrscht daraufhin dicke Luft und Keiko fühlt sich hin und her gerissen. Zu wem soll sie halten? Was kann sie nur tun, damit alle glücklich sind? Keiko muss das Trio unbedingt zusammenhalten, es soll alles wieder so sein wie früher. Ihre langsam auseinander bröckelnde Freundschaft ist allerdings gerade nicht Keikos einziges Problem – auch bei ihr zu Hause läuft zurzeit nicht alles rund. Ihre Mum ist nur noch am arbeiten und kaum noch zu Hause. Und als wäre das alles nicht schon mehr als genug, wäre da dann auch noch der Herbstball. Wird sie ein Date dafür finden? Oje, wie soll Keiko dass alles nur schaffen?

Dies war mein erstes Werk aus der Feder von Debbi Michiko Florence und es wird ganz bestimmt nicht mein letztes gewesen sein! Mir hat das Buch wunderbare Lesestunden bereiten können. „Gib deinem Glück eine Chance, Keiko Carter“ hat mir einfach genau das beschert, was ich mir erhofft habe: Eine entzückende Teeniegeschichte mit einer bezaubernden Lara-Jean-ähnlichen Wohlfühlatmosphäre und der genau richtigen Mischung aus Leichtigkeit, Ernst, Herz, Drama und Tiefgang. Ich persönlich finde, dass der Vergleich mit den Werken von Jenny Han durchaus gerechtfertigt ist. Die Story ist zwar schon recht anders als „To all the boys I‘ve loved before“, aber vom Feeling her hat sie mich irgendwie dennoch ein bisschen daran erinnert. Also ich kann allen Jenny Han-Fans nur empfehlen Keiko Carter kennenzulernen. Das Buch mag für eine jüngere Zielgruppe sein, ja, aber in meinen Augen ist es auch für deutlich ältere Leser*innen vollkommen lesenswert.

Ich habe prima in die Handlung hineingefunden. Der lockere, jugendliche Schreibstil gefiel mir auf Anhieb – für mich hat er sich angenehm flüssig lesen lassen – und unsere fast 13-jährige Ich-Erzählerin Keiko habe ich sofort in mein Herz geschlossen.
Keiko ist so jemand, den man einfach sofort liebhaben muss. Sie ist gutherzig, aufrichtig und schüchtern, sie denkt stets zuerst an andere und will am liebsten immer alle glücklich machen, sie ist eine große Hundeliebhaberin und eine ihrer größten Leidenschaften ist Schokolade. (Ich sollte vielleicht besser mal vorwarnen: Dieses Buch macht enorm Appetit auf Schokolade. Mein Tipp daher: Deckt euch vor dem Lesen besser gut mit Schoki ein. ;)

Aber zurück zu Keiko. Obwohl ich inzwischen einige Jährchen älter bin als unsere Romanheldin habe ich mich dank der realistischen Darstellungsweise ihrer Empfindungen und Gedanken jederzeit mühelos in sie hineinversetzen können und mich in so manchen Dingen in ihr wiederfinden können. Auch ich bin, wie Keiko, ein sehr harmoniebedürftiger Mensch und so jemand, der ständig versucht an alten Zeiten festzuhalten. Und als Teenager bin ich ebenfalls überhaupt nicht gut damit klargekommen, wenn sich Freundschaften verändert haben oder auseinandergegangen sind. Ich habe Keiko daher nur zu gut verstehen können, dass die Wendungen, die das neue Schuljahr für sie mit sich bringen werden, sie völlig aus dem Gleichgewicht bringen. Keiko wird aber eine großartige Entwicklung durchmachen, sie wird erkennen, dass man es nun mal nicht immer allen recht machen kann und dass Veränderungen zum Erwachsenwerden einfach dazu gehören.

Neben Keiko haben mir auch die Nebenfiguren richtig gut gefallen. Ich kann nun zwar nicht behaupten, dass mir alle sympathisch waren, aber gestört hat mich dieser Aspekt nicht. Ein paar Unsympathen müssen doch zudem auch irgendwie sein, oder? Wäre doch langweilig, wenn es niemanden geben würde, über den man sich bei dem Lesen so schön aufregen kann, oder? ;)
Ich habe jedenfalls alle Charaktere, egal ob liebenswert oder nicht, als authentisch und glaubhaft empfunden. Besonders gerne mochte ich Jenna. Jenna fand ich echt klasse, sie ist tough, selbstbewusst und immer für Keiko da. Mit Audrey dagegen bin ich bis zum Schluss nicht warmgeworden. Ich fand Audrey wenig sympathisch, sie ist egoistisch und in meinen Augen keine gute Freundin. Also ich hätte es an Keikos und Jennas Stelle nicht lange mit ihr ausgehalten. Da mochte ich Audreys großen Bruder Connor eindeutig viel lieber. Anfangs fand ich ihn noch ziemlich blöd, aber dies hat sich sehr schnell gewandelt. Er ist, anders als der neue Mitschüler Gregor, ein total lieber Kerl. (Gregor fand ich einfach furchtbar.)

Auch die Story konnte mich überzeugen. Ich muss zwar sagen, dass mir für die volle Sternenzahl letztendlich dann doch etwas gefehlt hat – irgendwie wollte dieser allerletzte Funken nicht komplett überspringen – aber begeistert bin ich dennoch, auf jeden Fall.
Debbi Michiko Florence behandelt in „Gib deinem Glück eine Chance, Keiko Carter“ viele wichtige und für die Zielgruppe relevante Themen wie Freundschaft, die erste Liebe, Familie und Selbstfindung. Auch ernstere Dinge werden angesprochen wie Rassismus, Enttäuschung, Scheidung und Verlust. Die Story vermittelt bedeutsame und starke Messages, sie macht Mut und regt sehr zum Nachdenken an, zugleich zaubert sie einem aber auch immerzu ein Schmunzeln auf die Lippen und ist trotz der teils sehr schwierigen Themen eine warmherzige und superniedliche Wohlfühllektüre.
Mir hat es sehr gut gefallen wie die Autorin all diese Themen behandelt: Feinfühlig, leicht und authentisch und mit der genau richtigen Portion Humor.

Da mich die Handlung durchweg mitreißen konnte und an keiner Stelle Langeweile für mich aufkam, habe ich das Buch quasi in einem Rutsch durchgelesen und musste mich für meinem Geschmack viel zu schnell von Keiko und Co. verabschieden. Über ein Wiedersehen mit ihnen würde ich mich sehr freuen! Die Geschichte endet zwar recht abgeschlossen, enthält aber definitiv Potenzial für weitere Bände. Also ich fände es toll, wenn es sich hierbei um einen Reihenauftakt handeln würde und wir mit Keiko noch einige weitere aufregende Schuljahre erleben dürften.

Fazit: Eine wunderschöne Coming-of-Age-Geschichte voller Herz, Charme und Schokolade!
Debbi Michiko Florence hat mit „Gib deinem Glück eine Chance, Keiko Carter“ einen zuckersüßen Teenieroman ab 11 Jahren aufs Papier gebracht, mit welchem ich eine herrliche Lesezeit verbracht habe. Das Buch ist unterhaltsam und ernst zugleich, es steckt voller herzerwärmender Momente und wichtiger Botschaften und macht einfach nur glücklich (und große Lust auf Schokolade). Ich kann „Gib deinem Glück eine Chance, Keiko Carter“ nur empfehlen und vergebe 4,5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 02.08.2021

Herzerwärmend, witzig, tiefgründig & queer. Ein zauberhaftes Buch!

Nur fast am Boden zerstört
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Als ich das erste Mal von „Nur fast am Boden zerstört“ hörte, war ich sofort Feuer und Flamme. Das Cover, muss ich gestehen, hat mich auf den ersten Blick nun nicht so angesprochen, aber der Klappentext ...

Als ich das erste Mal von „Nur fast am Boden zerstört“ hörte, war ich sofort Feuer und Flamme. Das Cover, muss ich gestehen, hat mich auf den ersten Blick nun nicht so angesprochen, aber der Klappentext dafür umso mehr. Das Buch klang einfach nur unheimlich gut. Für mich stand daher sehr schnell fest, dass ich es unbedingt lesen muss.

Ollies Begeisterung hält sich ziemlich in Grenzen als ihm seine Eltern eröffnen, dass sie nach North Carolina ziehen werden, um dort der krebskranken Tante Linda und ihrer Familie beizustehen. Natürlich kann Ollie die Entscheidung seiner Eltern verstehen, aber dass er Kaliforniern verlassen muss und sein Abschlussjahr nicht an seiner alten Schule gemeinsam mit seinen Freunden machen kann, frustriert ihn sehr. Als er jedoch erfährt, wer ebenfalls an seine neue Schule geht, macht ihm der Umzug im Nu viel weniger aus. Will Tavares ist fortan an sein Mitschüler! Der Will Tavares, der ihm während seines Sommerurlaubs am See den Kopf verdreht und Herzklopfen beschert hat. Nur irgendwie ist der Will in der Schule ein völlig anderer als der am See. Der Will, mit dem Ollie den Sommer verbracht hat, war lustig, liebevoll und hat sich nicht davor gescheut ihn zu küssen. Der Highschool-Will aber bekennt sich nicht zu seiner Sexualität und verhält sich ziemlich idiotisch. Ollie beschließt, seinem Sommerschwarm nicht hinterherzutrauern – na ja, er versucht es zumindest. Sein Vorhaben stellt sich nur als gar nicht so leicht heraus: Irgendwie taucht Will ständig dort auf, wo Ollie sich gerade aufhält.

Dies war mein erstes Werk von Sophie Gonzales und es wird ganz bestimmt nicht mein letztes gewesen sein. Mir hat das, was ich in „Nur fast am Boden zerstört“ zu lesen bekommen habe, richtig gut gefallen. Das Prequel zu dem Buch muss ich mir nun unbedingt auch noch zulegen. Leider habe ich zu spät entdeckt, dass es eine Vorgeschichte zu dem Roman gibt, ansonsten hätte ich diese auf jeden Fall davor gelesen. Dass ich sie nun nicht vorher kannte, hat allerdings in keinster Weise meine Lesefreude beeinträchtigt. Meiner Ansicht nach kann man „Nur fast am Boden zerstört“ völlig problemlos ohne die Kenntnisse aus der Vorgeschichte lesen.

Mir hat das Buch ein zauberhaftes Leseerlebnis bescheren können. Der humorvolle, locker-leichte Erzählstil gefiel mir auf Anhieb, für mich hat er sich super angenehm und flüssig lesen lassen.
Auch mit unserem Hauptprotagonisten Ollie, aus dessen Sicht wir alles in der Ich-Perspektive erfahren, konnte das Buch umgehend bei mir punkten. Ollie ist ein so süßer und herzensguter Kerl! Er ist aufgeschlossen, echt, witzig und so herrlich selbstironisch. Mit ihm hat die Autorin einen wundervollen Buchhelden erschaffen, den man als Leser*in einfach sofort liebhaben muss. Mein Herz hat Ollie jedenfalls im Sturm erobert und da seine Gefühls- und Gedankenwelt vollkommen realistisch und glaubwürdig dargestellt wird, habe ich mich jederzeit mühelos in ihn hineinversetzen können.

Neben Ollie konnte mich Sophie Gonzales auch mit den weiteren Charakteren vollends überzeugen. Die Erzählung steckt voller lebensnaher, liebenswerter und queerer Figuren, die allesamt hervorragend ausgearbeitet wurden und das Leseereignis mit ihren unterschiedlichen Eigenschaften zu etwas ganz Besonderem machen.
Da hätten wir zum Beispiel Will, der – anders als Ollie – noch nicht sein Coming-out hatte und den ich, um ehrlich zu sein, zunächst irgendwie nicht so gerne mochte. Je mehr Zeit wir aber mit ihm verbringen dürfen, desto lieber habe ich ihn gewonnen. Dank gelegentlicher Rückblenden, die von Ollies und Wills gemeinsamen Sommer am See berichten, dürfen wir zudem noch „den anderen“ Will kennenlernen. In diesen Passagen war er mir um einiges sympathischer, muss ich sagen. Dass er sich in der Schule so anders gibt und Angst davor hat sich zu seiner Sexualität zu bekennen, konnte ich allerdings nur zu gut nachvollziehen. In einer Kleinstadt wie Collinswood in North Carolina, in der quasi jeder jeden kennt und mit Homosexualität nicht so gechillt umgegangen wird wie beispielsweise in Ollies Heimat-Staat Kaliforniern, stelle ich es mir nicht so leicht vor den Mut zu fassen sich zu outen.

Dann wären da noch Juilette, Lara und Niamh, drei Mitschülerinnen an Ollies neuer Schule, die unseren Romanhelden sehr schnell in ihre Clique aufnehmen werden. Ich fand diese drei Mädels einfach klasse; vor allem Lara mit ihrer toughen und selbstbewussten Art mochte ich ungeheuer gerne. Die Freundschaft der vier hat mir in dem Buch ganz besonders gut gefallen; ich habe mich einfach sofort pudelwohl in diesem tollen Vierergespann gefühlt.

Auch Ollies Familie mochte ich sehr gerne (seine Cousine und sein Cousin sind superniedlich!).
Ungemein gut gefallen hat mir überdies, dass die Autorin mit Tante Linda noch eine weitere wichtige Thematik mit einbringt: Krankheit und Verlust.
Tante Linda leidet an Krebs und ihre Chancen ihn zu besiegen stehen leider nicht gut. Die Story gewinnt durch diesen Handlungsstrang sehr an Ernst und stimmt traurig und nachdenklich. Aber keine Sorge, zu bedrückend wird die Erzählung nicht. Insgesamt ist der Roman, trotz der teils sehr schweren Themen, ein zuckersüßes Jugendbuch mit Gute-Laune- und Wohlfühl-Garantie.

Mich hat das Buch an vielen Stellen bestens unterhalten. Der Humor war definitiv absolut meiner; vor allem die zahlreichen amüsanten Dialoge haben mir öfters breite Schmunzler entlockt.
Die emotionalen und bewegenden Momente kamen für mich aber natürlich ebenfalls nicht zu kurz, sodass ich an vielen Stellen ganz ergriffen beim Lesen dasaß. So hat mich vor allem die Liebesgeschichte sehr berührt. Mir hat sie total gut gefallen; sie ist glaubhaft, herzerwärmend und einfach nur wunderschön. In meinen Augen stellt die Autorin die Coming-out- und LGBTQ-Thematik rundum gelungen da: Mit ganz viel Authentizität und Herz und der genau richtigen Mischung aus Komik und Ernsthaftigkeit.

Mein einziger kleiner negativer Kritikpunkt an das Buch: Mir persönlich ist die Geschichte stellenweise ein kleines bisschen zu sehr vor sich hingeplätschert. Als langatmig habe ich diese Passagen nun nicht empfunden – mich konnte die Handlung dennoch durchweg mitreißen – aber hier und da hätte ich mir dann irgendwie doch ein wenig mehr Tempo und Spannung gewünscht. Ansonsten kann ich mich aber wirklich nur begeistert zu „Nur fast am Boden zerstört“ äußern.

Fazit: Ein bezauberndes Buch voller Herz, Wärme und Humor!
Mir hat mein erstes Werk aus der Feder von Sophie Gonzales herrliche Lesestunden bereiten können. Die Geschichte ist warmherzig, queer, tiefgründig und authentisch, sie steckt voller wunderbarer Charaktere und ist witzig und ergreifend zugleich. Ich kann „Nur fast am Boden zerstört“ nur empfehlen und vergebe 4,5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 29.05.2021

Ein ganz besonderes Buch

Wie man eine Raumkapsel verlässt
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Als ich das erste Mal von „Wie man eine Raumkapsel verlässt“ hörte, wusste ich sofort, dass ich das Buch lesen muss. Titel und Klappentext überzeugten mich auf Anhieb und von dem tollen Cover habe ich ...

Als ich das erste Mal von „Wie man eine Raumkapsel verlässt“ hörte, wusste ich sofort, dass ich das Buch lesen muss. Titel und Klappentext überzeugten mich auf Anhieb und von dem tollen Cover habe ich auf den ersten Blick wie magisch angezogen gefühlt. Die Autorin Alison McGhee war mir überdies nicht unbekannt. Ich habe letztes Jahr ein Werk aus ihrer Feder gelesen und da dieses ein echtes Highlight für mich war, zögerte ich wirklich keine Sekunde lang und ließ „Wie man eine Raumkapsel verlässt“ nur zu gerne bei mir einziehen.

Die meisten Leute sind keine Geher. Will aber ist einer. Er geht, täglich. Um sich den Tag aus den Fußsohlen rauszulaufen, um ihn aus sich heraussickern zu lassen. Er geht zur Schule, zu seinem Job im Ein-Dollar-Laden und wieder zurück. Sein Weg führt ihn an vielen Orten vorbei, die er liebt. Es gibt aber auch Orte, zu denen ihn seine Füße nicht tragen. An der Brücke über der Fourth Street, dem Voodoo-Laden mit den hundert chinesischen Segenssprüchen und dem Haus seiner Freundin Playa kann er gerade einfach nicht vorbeigehen. Die Erinnerungen, die mit ihnen verbunden sind, sind zu schmerzhaft. Das Laufen bietet Will die notwendige Gelegenheit, um mit dem Geschehenen fertigzuwerden und auch das Backen hilft ihm bei seinem Verarbeitungsprozess. Immerzu versucht Will zu Hause das Maisbrot seines verstorbenen Vaters nachzubacken. Ob es Will noch gelingen wird, seine Probleme anzugehen, anstatt vor ihnen davonzulaufen? Wird er seinen Weg finden?

Als mein Exemplar bei mir eintraf und ich es das erste Mal aufschlug, war ich äußerst überrascht von der Innengestaltung. „Wie man eine Raumkapsel verlässt“ besitzt ausschließlich auf den rechten Seiten Text – die linken werden stets von einer Kalligrafie geziert, genauer gesagt von chinesischen Segenssprüchen. Insgesamt hundert Stück gibt es von ihnen und dementsprechend ist auch die Erzählung in hundert knappe Kapitel unterteilt. Da das Buch sehr dünn ist und nur wenig Text enthält, ist die Geschichte also ausgesprochen kurz. Damit ich hatte nicht gerechnet, muss ich sagen. Ich hatte gedacht, dass es sich bei „Wie man eine Raumkapsel verlässt“ um eine Erzählung im klassischen Stil handelt. Dass ich diesbezüglich überrascht wurde, fand ich aber überhaupt nicht schlimm. Ganz im Gegenteil, ich mag außergewöhnlich aufgemachte Bücher richtig gerne und bin immer offen für neue innovative Erzählformen.

Erwartungsvoll begann ich also mit dem Lesen… - und ich sollte nicht enttäuscht werden.
Alison McGhee ist mit „Wie man eine Raumkapsel verlässt“ in meinen Augen ein einzigartiger Jugendroman gelungen, in welchem sie auf eine kunstvolle und sensible Weise eine sehr emotionale und ernste Thematik behandelt. Die Geschichte strahlt trotz ihrer Ruhe eine große Kraft aus und obwohl sie so komprimiert und episodenhaft ist, steckt bemerkenswert viel in ihr. „Wie man eine Raumkapsel verlässt“ ist so ein Buch, das nachwirkt und im Gedächtnis bleibt. Mich zumindest hat die Erzählung sehr zum Nachdenken angeregt und ich gehe fest davon aus, dass ich sie so schnell nicht wieder vergessen werde.

Was das Buch definitiv zu etwas ganz Besonderem macht, ist die Art und Weise wie es geschrieben wurde. Die Geschichte wird versähnlich erzählt, sodass sich die kurzen Kapitel fast schon wie Gedichte lesen. Normalerweise ist das nicht so mein Ding, mit Lyrik habe ich es irgendwie nicht so, aber hier hat es mir ungemein gut gefallen. Jedermanns Sache wird dieser spezielle Erzählstil wohl nur vermutlich nicht sein und auch ich muss zugeben, dass ich mich erst an ihn gewöhnen musste. Nachdem es mir aber gelungen ist, mich komplett darauf einzulassen, hat sich das Buch einfach nur wunderschön für mich lesen lassen. Hier auch mal ein ganz großes Lob an die Übersetzerin Birgit Kollmann, die das Original ganz hervorragend ins Deutsche übertragen hat!

Geschildert wird alles ausschließlich aus der Sicht des 16-jährigen Will in der Ich-Perspektive. Mit Will hat die Autorin einen ganz besonderen Protagonisten erschaffen. Er ist ein überaus freundlicher, nachdenklicher und mitfühlender Mensch, musste in seinen jungen Leben aber leider schon viel Schweres durchmachen.
Als Leser*in erfährt man erst so nach und nach, was Will widerfahren ist und warum seine Lebenssituation gerade eine so belastende ist. Warum hat er mit dem Laufen begonnen? Aus welchen Gründen meidet er manche Orte? Wieso geht er Playa aus dem Weg? Und warum möchte er unbedingt das perfekte Maisbrot backen?
Langsam erhält man ein immer klareres Bild und erkennt, wie viel Trauer, Schmerz und Kummer in Will steckt. Der Suizid seines Vaters, die Vergewaltigung von seiner Freundin – Will muss sich gerade mit echt heftigen Dingen auseinandersetzen. Also ich habe die Darstellung seines Verarbeitungsprozesses als vollkommen realistisch empfunden. Um mit seinen Gefühlen klarzukommen, konzentriert sich Will auf das Leid anderer und versucht deren Leben besser und schöner zu machen.

Ich habe Will unheimlich liebgewonnen. Mich haben seine Versuche, andere Menschen aufzuheitern, sehr berührt und zu sehen, wie er seine Umwelt wahrnimmt, hat mich ungemein fasziniert. Und, das muss ich hier einfach noch loswerden: Wills ständiges Maisbrot-Gebacke hat mir total Appetit auf Maisbrot gemacht. Obwohl ich keine Ahnung habe wie Maisbrot schmeckt (soweit ich weiß, habe ich noch nie welches gegessen) und Wills Backexperimente zudem alle misslingen, habe ich beim Lesen irgendwie plötzlich die unbändige Lust auf Maibrot verspürt. Ich glaube, ich muss demnächst mal ein Maisbrot essen.

Fazit: Einzigartig, packend, berührend. Eine ganz besondere Geschichte, die nachhallt.
Alison McGhee hat mit „Wie man eine Raumkapsel verlässt“ einen außergewöhnlichen Roman aufs Papier gebracht, in welchem sie auf eine feinfühlige, originelle und poetische Weise schwere Themen behandelt wie Selbstmord, Missbrauch, Trauer und Verlust. Trotz seiner Kürze und Komprimiertheit vermittelt die Erzählung erstaunlich viel und obwohl sie sehr ruhig und ganz ohne Dramatik erzählt wird, reißt sie einen durchweg mit. Mich hat die Geschichte sehr bewegt und nachdenklich gestimmt und den einfühlsamen Will habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Ich kann „Wie man eine Raumkapsel verlässt“ jedem nur ans Herz legen und vergebe 4,5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 23.05.2021

Spannend, fantasievoll, märchenhaft schön!

Risa aus dem Schattenwald
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Bei „Risa aus dem Schattenwald“ wusste einfach sofort, dass ich das Buch lesen muss. In das wunderhübsche Cover hatte ich mich auf den ersten Blick verliebt und der Klappentext lies mein Leserherz ebenfalls ...

Bei „Risa aus dem Schattenwald“ wusste einfach sofort, dass ich das Buch lesen muss. In das wunderhübsche Cover hatte ich mich auf den ersten Blick verliebt und der Klappentext lies mein Leserherz ebenfalls augenblicklich höherschlagen. Als ich dann erfuhr, wer sich hinter Rose & Szillat verbirgt, ist meine Neugierde nur noch größer geworden. Ich lese sowohl die Bücher von Antje Szillat als auch die von Barbara Rose immer wahnsinnig gerne. Auf das neue gemeinsame Werk der beiden Autorinnen war ich daher tierisch gespannt!

Waldglimpf-Mädchen Risa wohnt gemeinsam mit ihrer Familie im Schattenwald, in welchem seit Jahrhunderten die verschiedensten Wesen friedlich im Einklang mit der Natur leben. Doch dann erfährt Risa von der Elfe Frigge und ihren geliebten Bäumen, dass der Schattenwald in Gefahr schwebt. Immer mehr Tiere verschwinden spurlos und die Grumpfknolle aus dem Knollenland wollen Bäumen fällen, um ihr Ackerland zu vergrößern. Risa ist entsetzt. Sie setzt sofort ihren Vater Rune und die weiteren Wald-Weisen über die Bedrohung in Kenntnis, wird aber sehr schnell von ihnen abgewiesen. Sogar ihr Vater scheint den Ernst der Lage nicht zu erkennen. Es ist nun also an Risa und ihrem treuen Wolf Halgrimm, ihr Zuhause zu retten. Eine abenteuerliche Reise beginnt...

Sieht das Cover nicht toll aus? Also um mich war es, wie weiter oben bereits erwähnt, wirklich sofort geschehen, als ich es das erste Mal sah. Ich liebe einfach den unverkennbaren Zeichenstil von der Verena Körting. Von den Buchcovern, die sie gestaltet, fühle ich mich immer wie magisch angezogen.
Bei „Risa aus dem Schattenwald“ ist aber nicht nur das äußere Gewand ein Träumchen – auch der Innenteil kann sich sehen lassen. Das Vorsatzpapier enthält eine doppelseitige Landkarte, die Kapitelanfänge werden von kleinen schwarz-weiß Vignetten geziert und die Anfänge der insgesamt fünf Teile, in die die Geschichte gegliedert ist, werden von wunderschönen, stimmungsvollen Illustrationen begleitet – ebenfalls unkoloriert. Die gesamte Aufmachung des Buches ist der Verena Körting einfach großartig gelungen.

Neben der Gestaltung bin ich auch von der Handlung ganz angetan. „Risa aus dem Schattenwald“ erzählt eine spannende Geschichte über Mut, Zusammenhalt, Naturschutz, wahre Freundschaft und das Hinauswachsen über sich selbst. Die Erzählung steckt voller Fantasie und Abenteuer, sie nimmt uns Leserinnen an die wundersamsten Orte mit und vermittelt zudem auch noch wichtige Themen und bedeutsame Botschaften. Ich habe zauberhafte Lesestunden mit dem Buch verbracht, muss allerdings sagen, dass mir insgesamt dann doch etwas gefehlt hat. Dieser allerletzte Funken wollte bei mir irgendwie nicht überspringen. Aber wie gesagt, begeistert bin ich dennoch. Antje Szillat und Barbara Rose haben in meinen Augen mal wieder eine tolle Teamarbeit geleistet und mit „Risa aus dem Schattenwald“ einen wundervollen Kinderroman aufs Papier gebracht.

Als Leser
in lernt man gleich zu Beginn Risa, das Waldglimpf-Mädchen, kennen. Mir war unsere Hauptprotagonistin auf Anhieb sympathisch. Ich mochte ihre aufgeweckte und herzliche Art total gerne und für ihre Willensstärke, Entschlossenheit und Tapferkeit habe ich sie richtig bewundert.
Die weiteren Charaktere haben mir ebenfalls sehr gut gefallen. Da hätten wir zum Beispiel Risas treuen Wolfsgefährten Halgrimm, die geschwätzige und vorlaute Elfe Frigge, den freundlichen Grumpfknoll-Jungen Yorick und die Luchsin Lobra. Wer gerne Erzählungen liest, in denen lauter magische Geschöpfe ihr Unwesen treiben, wird hier auf jeden Fall ganz auf seine oder ihre Kosten kommen. Für Fantasyfreunde ist „Risa aus dem Schattenwald“ wahrlich ein echter Leckerbissen.

Auch die Kulisse lässt die Herzen aller Fans von phantastischen und abenteuerlichen Geschichten höherschlagen. Für ihr neues gemeinsames Werk haben Antje Szillat und Barbara Rose eine bezaubernde Welt erschaffen, voller faszinierender Orte wie den Schattenwald, die Burg der verlorenen Tiere und das Land der Steinriesen. Da sämtliche Schauplätze von den beiden Autorinnen sehr bildhaft und atmosphärisch beschreiben werden, kann man sich alles ganz genau vorstellen und kommt in den Genuss eines märchenhaften Ambientes.

Bezüglich des Schreibstils kann ich mich ebenfalls nur positiv äußern. Ich bin ja immer wieder am Staunen, wie es Autorinnen gelingt, zusammen ein Buch zu schreiben, ohne das man spürt, dass mehrere Personen am Werk waren. Auch bei „Risa aus dem Schattenwald“ merkt man überhaupt nicht, dass die Geschichte aus zwei verschiedenen Federn stammt. Der Sprachstil ist wie aus einem Guss und liest sich super angenehm und leicht.

Die Altersangabe vonseiten des Verlags liegt bei ab 8 Jahren und dem schließe ich mich an. Fürs Selberlesen würde ich persönlich das Buch allerdings erst ab etwa 10 Jahren empfehlen, da ich den Erzählstil als etwas anspruchsvoller empfunden habe. Da aber natürlich jedes Kind anders ist, muss man das einfach individuell entscheiden. Hinsichtlich der Handlung ist „Risa aus dem Schattenwald“ aber auf jeden Fall für achtjährige Kinder geeignet. Mädchen und Jungen ab diesem Alter werden den Geschehnissen problemlos folgen können. Zum Vorlesen bietet sich das Buch meiner Ansicht nach auch prima an. Ich selbst habe es zwar für mich alleine gelesen, bin mir aber sehr sicher, dass es für herrliche Vorlesestunden sorgen wird.

Fazit: Ein zeitlos schönes Lesevergnügen für Jung und Alt!
Antje Szillat und Barbara Rose haben mit „Risa aus dem Schattenwald“ einen wunderbar erzählten Kinderroman aufs Papier gebracht, mit welchem sie uns Leser
innen ein packendes Naturabenteuer voller Spannung, Fantasie und wichtiger Werte bescheren. Mir hat es unheimlich viel Freude bereitet in dieses Buch einzutauchen und die tapfere Risa und ihre Gefährten auf ihrer aufregenden Reise zu begleiten. Ich kann „Risa aus dem Schattenwald“ wärmstens empfehlen und vergebe 4,5 von 5 Sternen!

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