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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.08.2021

eindringlich und berührend

Ein neuer Morgen für Samuel
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In den Wirren des Krieges rettet der Franzose Jean-Luc das Baby eines jüdischen Ehepaares vor der Deportation in ein Konzentrationslager. Mit seiner Freundin und dem Kind flieht er über Spanien in die ...

In den Wirren des Krieges rettet der Franzose Jean-Luc das Baby eines jüdischen Ehepaares vor der Deportation in ein Konzentrationslager. Mit seiner Freundin und dem Kind flieht er über Spanien in die USA. Dort baut er sich ein neues Leben auf, versucht die Schrecknisse in Europa zu vergessen und mit seiner kleinen Familie glücklich zu werden. Aber die Vergangenheit holt ihn ein, denn nach neun Jahren wird er verhaftet, da die richtigen Eltern des kleinen Samuel ihr Kind gefunden haben und ihn sofort zurückhaben wollen.

Warum haben Jean-Luc und seine Frau Charlotte nie nach dem jüdischen Ehepaar gesucht? Haben die Eltern ein Anrecht darauf, dass das Kind ihnen sofort übergeben wird, egal, wie der Junge es emotional verkraftet? Was wiegt schwerer vor einem Richter? Das Wohl des Kindes oder der Wunsch der leiblichen Eltern? Kann ein Kind es verarbeiten, wenn die vermeintlichen Eltern plötzlich von einem Tag auf den anderen aus seinem Leben verschwinden und fremde Menschen in einem fremden Land in einer fremden Sprache auf ihn einreden?

Der Abschnitt, der im Krieg spielt ist relativ kurz aber sehr eindringlich. Große Teile der Geschichte spielen aber dann im Jahr 1954 und es geht vor allem um die seelischen Wunden der Menschen. Um das Leid der Juden nach ihrer Befreiung aus einem KZ, um die Wünsche eines Auswandererehepaares, um den Kinderwunsch, um die Liebe zu einem Kind, welches nicht das eigene ist, bzw. nach welchem man jahrelang gesucht hat.

Das Dilemma der zwei Elternpaare und des Jungen Samuel werden eindringlich und realistisch geschildert. Ich habe mitgelitten und war sehr berührt von der Tiefe der Empfindungen die hier beschrieben werden. Menschlichkeit und Mutterliebe, Sehnsucht und Vaterliebe spielen eine große Rolle in diesem Buch.

Eine eindringliche Geschichte mit einem zu Herzen gehenden Finale. Taschentücher bereit halten.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 15.08.2021

wunderbar

Die Heimkehr der Störche (Die Gutsherrin-Saga 2)
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Ich liebe diesen zweiten Teil. Der erste war durch den Krieg dramatisch und tragisch. Jetzt befinden wir uns in den ersten Jahren der DDR. Die Menschen versuchen neu anzufangen und weiterzuleben. Dora ...

Ich liebe diesen zweiten Teil. Der erste war durch den Krieg dramatisch und tragisch. Jetzt befinden wir uns in den ersten Jahren der DDR. Die Menschen versuchen neu anzufangen und weiterzuleben. Dora möchte studieren, ist auf der Suche nach Curt und landet in Ostberlin, wo die Uhren anders gehen und sie sich anpassen muss, wenn sie an der Uni bleiben möchte.

Man ist immer ganz nah dran an der Heldin. Wie sie die Kriegstraumata überwindet, wie sie die Sicherheit der Familie hinter sich lässt und aufbricht zu neuen Zielen, wie sie sich um die kleine Ziehtochter kümmert und wie sie schließlich für Curt kämpft. Das ist ganz großes Kino, weil die Autorin so wunderbar erzählen kann.

Sehr spannend ist natürlich, wie die damalige Zeit geschildert wird. Vor allem, wenn man weiß wie es weitergeht mit der DDR, mit der Mauer, mit der Stasi. Man merkt die tolle Recherche der Autorin und ihr Fingerspitzengefühl für ihre Darsteller an.

Für mich ein Histo-Highlight. Wunderbar.

Veröffentlicht am 15.08.2021

tolles Buch

Löwenherzen
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Gesa Neitzel, Jahrgang 1987, war Fernsehredakteurin in Berlin, bevor sie sich in Südafrika zur Rangerin ausbilden ließ.
Ich habe die junge Frau das erste Mal in der NDR-Talkshow gesehen und war so fasziniert, ...

Gesa Neitzel, Jahrgang 1987, war Fernsehredakteurin in Berlin, bevor sie sich in Südafrika zur Rangerin ausbilden ließ.
Ich habe die junge Frau das erste Mal in der NDR-Talkshow gesehen und war so fasziniert, dass ich mir das Buch Löwenherzen besorgt habe. Ich lese selten solche Bücher aber Afrika und Gesa, diese Kombi wollte ich noch näher kennen lernen.

Gesa erzählt, wie sie zur Rangerin ausgebildet wird. Das ist hart und ungewohnt, ganz anders, als ihr Leben in der europäischen Zivilisation. Aer es ist auch genau das, was sie sich immer gewünscht hat. Das wird ihr schnell klar. Und sie entdeckt ihre große Liebe zu diesem Land und zu den wilden Tieren. Und dann auch zu einem australischen jungen Mann, der hier in Afrika ebenfalls als Ranger arbietet.

Das Buch ist fast wie ein Roman geschrieben. Also sehr unterhaltsam und spannend und wunderbar zu lesen. Ich war sehr angetan und hätte große Lust, Afrika zu entdecken und Gesa persönlich zu treffen.
Tolle Geschichte.

Veröffentlicht am 11.07.2021

toller Reihenauftakt

Die Verlorenen
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Jonah Colley ist psychisch schwer gezeichnet durch den Verlust seines Sohnes. Dieser Schicksalsschlag hat sein bisheriges Leben weitgehend zerstört und er hat sich in ein Schneckenhaus zurückgezogen, in ...

Jonah Colley ist psychisch schwer gezeichnet durch den Verlust seines Sohnes. Dieser Schicksalsschlag hat sein bisheriges Leben weitgehend zerstört und er hat sich in ein Schneckenhaus zurückgezogen, in dem ihn nur noch die Frage nach dem WARUM beschäftigt. Als er einem Hilferuf eines Freundes nachgeht, wird er von einem Mörder überwältigt und schwer verletzt.

Jonah ist ein sperriger Charakter. Dennoch habe ich ihn schnell ins Herz geschlossen, da ich solche gebeutelten Hauptdarsteller einfach interessanter finde als die einfachen Gutmenschen. Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Verschwinden des Sohnes und den neuen Morden? In zwei Zeitsträngen erzählt Simon Beckett seinen neuen Thriller und läuft zu gewohnter Hochform auf. Scheinbare Kleinigkeiten und Nebensächliches verdichten sich nach und nach zu einem komplexen Bild welchem der Leser gerne und am Ende auch atemlos folgt.

Ein toller Auftakt einer neuen Reihe. Das Cover bleibt den Hunterromanen treu und passt gut neben diese in meinen Bücherschrank.

Veröffentlicht am 05.07.2021

volle Punktzahl

Das Buch des Totengräbers (Die Totengräber-Serie 1)
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Leopold von Herzfeld, was für ein wohlklingender Name. Den kann man sich tatsächlich merken. Und der Mann ist ja auch sehr eigenständig. Auch wenn seine modernen Methoden nicht bei jedem Vorgesetzten auf ...

Leopold von Herzfeld, was für ein wohlklingender Name. Den kann man sich tatsächlich merken. Und der Mann ist ja auch sehr eigenständig. Auch wenn seine modernen Methoden nicht bei jedem Vorgesetzten auf Gegenliebe stoßen, so ist er doch starköpfig und erfindungsreich genug, um seine Ideen durchzusetzen.

Leopold wird nach Wien versetzt um die Polizei bei ihrer Ermittlungsarbeit zu unterstützen. Gleich am ersten Tag geschieht ein brutaler Mord an einer jungen Frau und er sichert schon mal Spuren, äußert kluge Vermutungen, eckt schnell an. Mit Hilde des verschrobenen Totengräbers Augustin ist er auf der richtigen Fährte und als weitere Morde geschehen kann sein Chef nicht anders, als ihn an der Fahndung zu beteiligen. Jetzt beweist er sein Können und seine Fähigkeiten erinnern sowohl an Sherlock Holmes als auch an Profiler der Gegenwart. Dabei spielt die ganze Krimihandlung 1893 und viele Techniken stecken noch in den Kinderschuhen.

Seit langem mal wieder ein richtig toller Pötzsch-Krimi, den ich ruckzuck verschlungen hatte. Volle Punktzahl