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Veröffentlicht am 16.08.2021

Anders als erhofft

Sturmvögel
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So richtig warm geworden bin ich mit dem Buch leider nicht. Ich konnte keine Beziehung zu den Charakteren aufbauen, da ich sie größtenteils unsympathisch fand. Am meisten überzeugen konnte mich Emmy, um ...

So richtig warm geworden bin ich mit dem Buch leider nicht. Ich konnte keine Beziehung zu den Charakteren aufbauen, da ich sie größtenteils unsympathisch fand. Am meisten überzeugen konnte mich Emmy, um deren Leben und deren Geschichte es in diesem Buch geht. Aber ganz schlimm fand ich ihre Kinder, die hoffen, nach Emmys Ableben reich zu erben. Vielleicht war es von der Autorin beabsichtigt, sie so unliebsam darzustellen. Letztlich hat auch ihr Erzählstil dazu beigetragen. Ich fand es leider übertrieben und in meinen Augen hat es der Geschichte nicht gedient.

Die Handlung spielt auf mehreren Zeitebenen, springt dabei willkürlich hin und her. Es gibt keine chronologische Abfolge, sodass die Kapitel eher Episoden aus Emmys Leben gleichen. Zusammen ergeben sie das Bild einer toughen Frau, die früh erwachsen werden musste, zusammen mit ihrer Familie viel erlebt hat, viel gesehen und erfahren hat. Die Handlung, die in der Vergangenheit spielt, konnte mich mehr fesseln als die Gegenwart, die hauptsächlich von den bereits erwähnten Kindern von Emmy handelt. Leider geht alles sehr schnell, die Handlung bleibt eher oberflächlich, obwohl sie viel Potenzial für Tiefgang birgt. Dazu trägt auch der Erzählstil nicht dazu bei, dass das Buch besonders fesselt. Ich hatte mir mehr erhofft.

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Veröffentlicht am 25.06.2021

Inselfeeling

Möwensommer
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Leider bin ich mit dem Buch nicht warm geworden. Ich empfand den Erzählstil als zu oberflächlich und altmodisch, gerade für eine Protagonistin Mitte 20. Wenn ihr Alter nicht genannt worden wäre, hätte ...

Leider bin ich mit dem Buch nicht warm geworden. Ich empfand den Erzählstil als zu oberflächlich und altmodisch, gerade für eine Protagonistin Mitte 20. Wenn ihr Alter nicht genannt worden wäre, hätte ich sie mir wesentlich älter vorgestellt. Dadurch ist es mir sehr schwergefallen, eine Beziehung zu ihr aufzubauen und mit ihr mitzufiebern. Auch die beiden Männer in ihrem Leben konnten mein Herz dadurch nicht erobern. Der Erzählstil war dafür zu distanziert, ich konnte nichts an den Männern finden, das mich begeistert hätte.

Zudem wirkt die Protagonistin von Zeit zu Zeit schnippisch, zickig, egoistisch. Teilweise hat eine negative Stimmung geherrscht, die ich nicht nachvollziehen konnte und die auch nicht nötig war. Das hat das Lesevergnügen sehr getrübt.

Die Beschreibungen der Insel haben mir dagegen sehr gut gefallen. Insel- und Urlaubsfeeling sind auf jeden Fall aufgekommen. Auch die Beschreibungen des Blumenladens und von den Tätigkeiten dort haben mir gut gefallen. Ich hatte den Geruch des Ladens förmlich in der Nase.

Wie immer ist dieses Buch also Geschmackssache. Wem es gefällt, dem wünsche ich damit einen schönen Sommer!

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Veröffentlicht am 22.05.2021

Sehr speziell

Der Zirkus von Girifalco
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Ein beschauliches Dorf in Italien mitten im Hochsommer - hier leben und hier sterben sie, die zahlreichen Charaktere, die in diesem Buch auf ganz wundersame Weise miteinander verwoben sind. Alle werden ...

Ein beschauliches Dorf in Italien mitten im Hochsommer - hier leben und hier sterben sie, die zahlreichen Charaktere, die in diesem Buch auf ganz wundersame Weise miteinander verwoben sind. Alle werden sie nacheinander vorgestellt, ihr Leben in knappen Kapiteln im Schnelldurchlauf zusammengefasst. Bis der Zirkus anreist und der Wind der Veränderung den Bewohnern von Girifalco um die Nase weht.

Was für ein Buch! Und vor allem ein großes Lob an die Übersetzerin. Ich kann mir vorstellen, sie hat Großartiges geleistet, diese verwobene, teilweise zarte, teilweise aber auch knallharte Ausdrucksweise des italienischen Autors auch im Deutschen zur Geltung und zum Klingen zu bringen. Kein Wort ist zu viel, alles sitzt da, wo es sitzen soll, um die eigenwilligen, mal mehr, mal weniger liebenswerten Charaktere lebendig werden zu lassen und ihre Geschichten zu erzählen, die so vielfältig sind wie das Leben.

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Veröffentlicht am 14.05.2021

Liebe zur Musik

Der Klang der Wälder
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"Der Klang der Wälder" ist fast so etwas wie eine Hommage an die Musik. An das Instrument Klavier. An Töne an sich. Beinahe fühlt es sich so an, als würde die Autorin ihre eigene Faszination für den Klang ...

"Der Klang der Wälder" ist fast so etwas wie eine Hommage an die Musik. An das Instrument Klavier. An Töne an sich. Beinahe fühlt es sich so an, als würde die Autorin ihre eigene Faszination für den Klang von Tönen durch ihren Protagonisten zum Ausdruck bringen. Und dieser geht so sehr darin auf, dass er sich fast darin zu verlieren scheint. Das hat es für mich manchmal sehr schwer gemacht, mich auf die Geschichte einzulassen, denn es gibt nur sehr wenig Handlung, dafür viel Raum für fast poetische Betrachtungen, in denen der Protagonist sich verliert, wenn er seiner Arbeit als Klavierstimmer nachgeht. Oder wenn er über seine Arbeit als Klavierstimmer nachdenkt. Oder wenn er sich mit anderen über seine Arbeit als Klavierstimmer und seine Rolle und Verantwortung austauscht. Immer feinfühliger werden seine Gedanken, immer mehr verliebt und verliert er sich in Klang und Tönen. Nichts anderes bestimmt seinen Alltag so sehr wie die Arbeit mit den Instrumenten, weswegen nichts anderes so sehr dieses Buch bestimmt.

"Der Klang der Wälder" ist ein sehr leiser, feinfühliger, achtsamer und entschleunigender Roman. Er ist sehr besonders, daher gleichzeitig für mich als Leserin so ungewohnt, dass ich nur drei Sterne vergeben kann.

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Veröffentlicht am 08.05.2021

Frauenschicksal

Kim Jiyoung, geboren 1982
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Kim Jiyoung hat geschwiegen. Viel zu lange. Bis all das, was schon so lange hätte gesagt werden müssen, aus ihr herausbricht. Und so kommt nicht nur sie zu Wort, sondern auch die anderen Frauen ihrer Familie, ...

Kim Jiyoung hat geschwiegen. Viel zu lange. Bis all das, was schon so lange hätte gesagt werden müssen, aus ihr herausbricht. Und so kommt nicht nur sie zu Wort, sondern auch die anderen Frauen ihrer Familie, die viel zu lange still waren.

Es war so interessant, mehr über das Rollenbild in Südkorea zu erfahren. Und gleichzeitig erschreckend. Noch dazu erzählt aus der Perspektive eines Mannes. Nüchtern und sachlich spiegelt er Kim Jiyoungs Leben wider. Um am Ende ganz in seiner Rolle zu bleiben.

Was der Leser aus dieser kurzen Biografie Kim Jiyoungs macht, bleibt ganz allein ihm überlassen. Ich glaube, es wird sich sehr danach unterscheiden, wer dieses Buch liest. Mit was für einem Blick man ihr Leben verfolgt. Und jeder Leser wird daraus seine eigenen Erkenntnisse ziehen. So ist Kim Jiyoung nicht nur ein Spiegel für das Frauenbild in Südkorea, sondern weltweit. Denn Frauen wie sie leben überall.

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