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Veröffentlicht am 01.09.2021

Zukunftsträume

Inselpfade zum Glück
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Als Sophies Firma in Flammen aufgeht, beschließt sie ihren Neuanfang in ihrer Heimat auf Blackberry Island zu wagen. Hier hat sie die Unterstützung ihrer Cousine Kristine, die dort glücklich verheiratet ...

Als Sophies Firma in Flammen aufgeht, beschließt sie ihren Neuanfang in ihrer Heimat auf Blackberry Island zu wagen. Hier hat sie die Unterstützung ihrer Cousine Kristine, die dort glücklich verheiratet mit ihren drei Söhnen lebt. Und auch die Tochter ihrer Cousine Amber, Heather, unterstützt sie dabei ihre Firma wieder neu aufzubauen.

Wir begleiten die drei bei der Verwirklichung ihrer Träume oft gegen den Widerstand der eigenen Familie. Kristine möchte eine Bäckerei eröffnen und dieser Traum kostet sie fast ihre Ehe. Nur langsam kann sie ihren Mann davon überzeugen, sie zu unterstützen.

Heather dagegen muss lernen sich gegen ihre Mutter Amber durchzusetzen. Die hat nur ein Lebensziel, meckern und sich beschweren. Dazu schafft sie es nicht sich und ihre Tochter zu ernähren und so ist Heather seit ihrem 16. Lebensjahr diejenige, die für den Unterhalt sorgt. Immer wieder nutzt Amber ihre Tochter aus und verhindert so, dass diese ihre Zukunftspläne umsetzen kann.

Mir hat das Buch gut gefallen, besonders die Entwicklung von Sophie. Anfangs wirkt sie wie eine toughe Geschäftsfrau, die trotz dem Brand alles im Griff hat und es schafft ihre Firma neu aufzubauen. Doch so langsam stellt sich heraus, dass sie nicht delegieren kann und sich damit mehr schadet als nützt. Ich fand es interessant, wie sie nach und nach realisiert, dass sie auf andere hören muss, um weiter erfolgreich zu sein.

Das Buch liest sich locker und flüssig. Es macht Spaß die Wege der drei Frauen zu verfolgen, auch wenn Amber eine wirklich nervtötende Figur ist. Die Atmosphäre auf Blackberry Island ist toll beschrieben, man direkt das Gefühl alles vor Augen zu haben.

Inselpfade zum Glück ist bereits das vierte Buch, das auf Blackberry Island spielt. Allerdings haben die Bände wohl außer dem Handlungsort nichts gemeinsam und können daher unabhängig voneinander gelesen werden.

Ich kann das Buch als leichte Lektüre für zwischendurch auf jeden Fall empfehlen.

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Veröffentlicht am 28.08.2021

Paulas Liebe

Eine Familie in Berlin – Paulas Liebe
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Berlin in den 1880ern. Paula Oppenheimer wächst in einer liebvollen Familie auf, die trotz fehlender finanzieller Mittel alles tut, um ihren Kindern so viel Bildung wie möglich zukommen zu lassen. Als ...

Berlin in den 1880ern. Paula Oppenheimer wächst in einer liebvollen Familie auf, die trotz fehlender finanzieller Mittel alles tut, um ihren Kindern so viel Bildung wie möglich zukommen zu lassen. Als ihre Tante Paula anbietet bei ihr als Gesellschafterin zu leben, erweitert das Paulas Horizont noch einmal mehr. Durch ihre Tante hat sie Möglichkeit weiter Klavierunterricht zu nehmen und an literarischen Salons teilzunehmen. Über ihren Bruder Franz lernt sie Richard Dehmel kennen, einen aufstrebenden jungen Dichter. Gegen den Widerstand ihrer Familie heiraten die beiden und gründen eine Familie.

Ulrike Renk beginnt mit diesem Buch ihre nächste Familiengeschichte. Diesmal geht es um die Frauen der Familie Dehmel. Paula lebt an sich ein behütetes Leben, allerdings fragt sie sich, wie wohl ihre Zukunft aussehen soll. Als Gesellschafterin ihrer Tante ist sie zwar glücklich, aber ihr fehlt die Liebe. Richard Dehmel scheint der Mann ihres Lebens zu sein und sie setzt sich gegen ihre Familie durch, die Bedenken hat, ob er sie glücklich machen kann. Paulas Standhaftigkeit hat mich sehr beeindruckt, auch wenn ich nicht ganz verstanden habe, was sie an Richard denn so in den Bann gezogen hat. Ich denke, er muss als Mann eine unglaubliche Ausstrahlung gehabt haben, der sich wohl kaum jemand entziehen konnte.

Ulrike Renk schildert Paulas Gefühlsleben gekonnt, man kann gut nachvollziehen, wie es ihr geht. Trotzdem sieht man auch die Schwächen Richards, die Paula gerne beiseiteschiebt. Was mir besonders gut gefallen hat, war der Zusammenhalt der Familie Oppenheimer und die Liebe, die die Eltern ihren Kindern entgegenbringen. Auch Tante Auguste fand ich ganz wunderbar gezeichnet, sie ermöglich Paula so viel, lässt ihr aber immer genug Luft, um sich selbst entwickeln zu können. Besonders die Sommerfrische an der Ostsee fand ich immer wunderschön beschrieben, da hatte ich das Gefühl dabei zu sein.

Ich kann für diesen Auftaktband der neuen Reihe nur eine Leseempfehlung aussprechen! Ich bin gespannt, wie es denn im nächsten Band weitergeht und hoffe dann auch auf ein Wiedersehen mit Paula.

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Veröffentlicht am 26.08.2021

Rosehaven

Je lauter der Sturm
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Mags und Sam sind frisch verheiratet und langsam wird der Schuppen bei Miss Clara zu klein für die beiden. Als sie da ein Cottage angeboten bekommen, das ihnen ausgesprochen gut gefällt, schlagen sie zu. ...

Mags und Sam sind frisch verheiratet und langsam wird der Schuppen bei Miss Clara zu klein für die beiden. Als sie da ein Cottage angeboten bekommen, das ihnen ausgesprochen gut gefällt, schlagen sie zu. Doch dieses Cottage hat eine traurige Vergangenheit, 50 Jahre zuvor verschwand dort ein Teenager, sein Verbleib wurde nie geklärt. Doch jetzt scheint Bewegung in den ungelösten Fall zu kommen und plötzlich sind auch Mags und Sam gefährdet.

Dieser sechste Band aus der Reihe um Mags Blake ist nicht ganz so dramatisch wie die Vorgängerbände teilweise waren. Mags Familiengeschichte ist ja nun geklärt und der Fall dieses Buchs betrifft sie auch nicht direkt. Trotzdem fand ich es spannend zu lesen und ich habe mich gefreut das Leben in Rosehaven weiter beobachten zu können. Der Autorin ist es gelungen trotz der abgeschlossenen Familiengeschichte wieder Spannung aufkommen zu lassen. Und Behaglichkeit beim Lesen. Was ich besonders nett fand, war der Bezug auf Enid Blyton und ihre fünf Freunde. Sam schreibt nämlich einen Artikel über sie und daher nehmen er und Mags immer wieder Bezug auf die fünf Freunde.

Ich war sehr erfreut, als ich gesehen habe, dass es auch noch einen weiteren Band der Reihe geben wird. Den werde ich sicher auch lesen. Mir macht es einfach Spaß in das Leben in Rosehaven abzutauchen. Von daher auf jeden Fall eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 18.08.2021

klasse zweiter Teil

Die Alster-Schule - Jahre des Widerstands
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Jahre des Widerstands schließt direkt an die Geschehnisse von Zeit des Wandels an. Levi landet in Haft und Felicitas kann nichts für ihn tun. In ihrer Not wendet sie sich an Emil und Anneliese, aber auch ...

Jahre des Widerstands schließt direkt an die Geschehnisse von Zeit des Wandels an. Levi landet in Haft und Felicitas kann nichts für ihn tun. In ihrer Not wendet sie sich an Emil und Anneliese, aber auch die haben andere Sorgen. Während Felicitas immer weiter nach Wegen sucht sich selbst und ihrer Weltanschauung treu bleiben zu können, verhalten sich die Tiedemanns systemtreu und tun alles, um die Vorgaben zu erfüllen. Dabei entfremden sich auch Felicitas und Anneliese immer mehr.

Der zweite Band schildert nun das Grauen, dass nach dem 9. November 1938 immer mehr um sich greift. Wir begleiten die vier Protagonisten durch den Krieg bis ins Jahr 1947. Felicitas schließt sich zusammen mit Paul, ihrem ehemaligen Schüler, wieder einem Lesekreis an, aus dem sich eine Widerstandsgruppe bildet, die sich an das Vorgehen der weißen Rose in München anschließt und auch lose Kontakte dorthin hat.

Mir hat auch dieses Buch wieder gut gefallen. Die Zweifel, die alle umtreiben sind verständlich beschrieben und ich konnte die Charakterentwicklung gut nachvollziehen. Julia Kröhn gelingt es Figuren zu zeichnen, die immer wieder an sich und auch an ihrer Gesinnung zweifeln. Gerade Emil ist komplett zerrissen und seine Entwicklung fand ich sehr traurig, aber in sich logisch. Auch Anneliese braucht lange, um zu hinterfragen, ob das, was ihr vorgeschrieben wird, auch das richtige ist.

Levis Schicksal während des Krieges und Felicitas Handeln im Widerstand Hamburgs sind große Themen in diesem Buch. Dass es einen Ableger der weißen Rose in Hamburg gab, war mir bis dahin nicht bewusst.

Das Ende hätte meinetwegen noch etwas mehr in der Zeit nach dem Krieg spielen dürfen. Ein wenig mehr durchatmen nach dem Grauen wäre noch schön gewesen. Aber auch so findet das Buch ein versöhnliches Ende und man kann den Protagonisten nur wünschen, dass sie ein wenig Glück in der Zukunft finden.

Ich kann diese Dilogie nur empfehlen, sie nimmt den Leser mit auf eine emotionale Achterbahn und vermittelt nebenbei noch Wissen zum dritten Reich. Ganz großes Kino!

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Veröffentlicht am 14.08.2021

spannend und atmosphärisch

Das Buch des Totengräbers (Die Totengräber-Serie 1)
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Leopold von Herzfeldt ist gerade zur Polizei nach Wien versetzt worden, als eine Frau mit durchschnittener Kehle aufgefunden wird. Am Tatort wendet er all das an, was er in seiner Zeit als Untersuchungsrichter ...

Leopold von Herzfeldt ist gerade zur Polizei nach Wien versetzt worden, als eine Frau mit durchschnittener Kehle aufgefunden wird. Am Tatort wendet er all das an, was er in seiner Zeit als Untersuchungsrichter in Graz gelernt hat und macht sich so bei den neuen Kollegen erstmal gleich unbeliebt. Daraufhin wird er auf einen weniger spektakulären Fall angesetzt, um erst einmal ruhig gestellt zu werden. Doch auch hier ergeben sich Ungereimtheiten und Leopold schafft es sich weiter unbeliebt zu machen.

Oliver Pötzsch begibt sich mit seiner neuen Reihe ins Wien am Ende des 19. Jahrhunderts. Leopold von Herzfeld ist nicht der einzige Hauptcharakter, so lernen wir auch noch Augustin Rothmayer kennen, einen Totengräber auf dem Zentralfriedhof, der an einem Almanach für Totengräber schreibt. Und Julia Wolff, eine Telefonistin aus dem Polizeipräsidium, die so manches Geheimnis hat.

Der Kriminalfall ist sehr verzwickt und es bleibt bis zur spektakulären Auflösung unklar, wie denn nun die einzelnen Todesfälle miteinander zusammenhängen. Pötzsch schafft es während der Ermittlungen eine unheimlich dichte Atmosphäre aufzubauen, die mich ein wenig an Babylon Berlin erinnert hat. Leopold steht mit seinen Ermittlungsansätzen ziemlich allein da und erhält von seinen Kollegen nur wenig Unterstützung. Dass er Jude ist, macht ihn bei einigen Kollegen noch unbeliebter, war doch der Hass auf Juden damals doch sehr präsent in der Wiener Gesellschaft. So bleibt ihm nur die Unterstützung von Julia und Augustin, der aber eigentlich nur seine Ruhe haben will.

Das Buch besticht durch den Wiener Dialekt, der sehr geschickt eingesetzt wird und den ich beim Lesen direkt hören konnte. Das macht das Buch noch authentischer und ich fand den Einsatz auch genau richtig dosiert.

Die Kapitel sind mit Auszügen von Rothmayers Almanach überschrieben, die einen Einblick in die Arbeit des Totengräbers bringen und in den Aberglauben, der damals noch bezüglich der Toten und vermeintlich Untoten herrschte.

Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen, ich fand es durchgehend spannend und ich habe mit Leopold mitgefiebert und gelitten. Ich hoffe sehr, dass es um das Trio Leopold, Julia und Augustin noch weitere Fälle geben wird, ich würde gerne wissen, wie es mit den dreien weitergeht. Von daher kann ich das Buch nur empfehlen.

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