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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.10.2021

Außergewöhnliche Idee

Nachtschattenwald. Auf den Spuren des Mondwandlers
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Meinung:
Nachtschattenwald ist ein Buch, welches ich alleine für die Idee loben muss. Auf den ersten Blick sieht es einfach nur nach einem fantastischen Abenteuer aus, in Wirklichkeit ist es aber eine ...

Meinung:
Nachtschattenwald ist ein Buch, welches ich alleine für die Idee loben muss. Auf den ersten Blick sieht es einfach nur nach einem fantastischen Abenteuer aus, in Wirklichkeit ist es aber eine Geschichte mit ernstem Hintergrund. Eine Dystopie, die jungen wie älteren Lesern eine wichtige Botschaft mitgibt, ohne sie dabei einfach trocken runterzuleiern.

Allgemein hat mich vieles an diesem Buch angesprochen. Ich mochte schon den ersten Blick aufs Cover und wurde auch inhaltlich nicht enttäuscht. Das Setting im Wald gefiel mir und hat mit kleinen, aber feinen Details punkten können. Finns Reise ist spannend und abwechslungsreich und gespickt mit guten Ideen. An Einfallsreichtum mangelt es der Autorin auf jeden Fall nicht. Auch sprachlich kann mich Tordasi meist überzeugen. Die Schreibe passt sowohl zur Geschichte als auch zur Zielgruppe. Es liest sich wunderbar flüssig, einzig der Funke will nicht so recht überspringen. Zeitweise ist das Setting wirklich magisch, aber sie schafft es trotzdem nicht immer, mich auch sprachlich in ihren Bann zu ziehen. Hier hätte man für meine Begriffe noch ein wenig mehr rausholen können.

Abgesehen davon habe ich aber wenig zu meckern. Die Charaktere machen Spaß, insbesondere Finns beste Freundin ist unterhaltsam. Auch ein tierischer Begleiter, der sich im Laufe der Reise noch zu den Protagonisten gesellt, hat mir gefallen. Die Geschichte kann mit unerwarteten Wendungen punkten, sodass es nicht an Abwechselung mangelt.
Generell würde ich dem Buch eine Empfehlung ausstellen, je nach Reife des kindlichen Lesers aber überlegen.
Dank des ernsten Hintergrundes des Buches, den ich hier nicht ohne zu spoilern erwähnen kann, mangelt es eventuell mit den empfohlenen 10 Jahren noch an Verständnis. Je nach Kind würd ich sonst raten, eventuell auch erst mit 12 Jahren zu starten.

Fazit:
Mein zweites Buch der Autorin nach Brombeerfuchs, das mich wieder gut unterhalten hat, dem aber der letzte Funke fehlte.

Veröffentlicht am 09.10.2021

Durch die Augen eines Kindes

Wer die Nachtigall stört ...
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Meinung:
Wer die Nachtigall stört, wird hauptsächlich als ein klassisches Werk über den Rassismus zwischen den Hautfarben beworben. Dies ist sicherlich auch kein zu unterschätzender Teil des Buches, doch ...

Meinung:
Wer die Nachtigall stört, wird hauptsächlich als ein klassisches Werk über den Rassismus zwischen den Hautfarben beworben. Dies ist sicherlich auch kein zu unterschätzender Teil des Buches, doch ich empfand das Buch vor allem als Gesellschaftsporträt im Gesamten durch die Augen eines Kindes.
Dabei geht es nicht nur um Schwarz und Weiß, vielmehr ist die Geschichte ein Muster für so viele Dörfer und Städte mit Armen und Reichen, Alteingesessenen und Zugezogenen. Standesunterschiede spielen genauso eine Rolle wie unterschiedliche Religionszugehörigkeiten.
Diese Differenzen werden gerade durch die Unschuld Scouts wunderbar deutlich gemacht.

Sie ist ein Mädchen, das geprägt ist durch eine Stadt/Zeit voller Vorurteile, aber bei einem Vater lebt, der versucht, sie und ihren Bruder zu anständigen Erwachsenen zu erziehen.
Teilweise kommt ihre Prägung durch die Umwelt deutlich durch und sie wirft mit Vorurteilen um sich ohne wirklich zu wissen, was sie sagt. Gleichzeitig hinterfragt sie aber auch eine Menge und lernt schnell dazu.
Doch sie ist nicht der einzige Charakter der bei mir Punkten konnte. Allgemein wirkten die Figuren sehr authentisch. Ich empfand die Beschreibung der Einwohner und ihre Sicht auf die Mitmenschen leider als sehr realistisch, auch wenn es sich um ein fiktives Dorf handelt. Für mich kann man sich den Schauplatz genau so auf jeder Landkarte vorstellen.

Das eigentliche Kernthema des Buches, nämlich der Prozess, kommt erst nach vielen Seiten und ist dann im Endeffekt auch unspektakulärer, als man ihn sich vielleicht vorab vorgestellt hat.
Das ganze Buch lebt sowieso mehr von der Behäbigkeit, die Glaubwürdigkeit schafft als vom großen Drama. Es ist ein leises, aber eindringliches Werk, was zu Recht Fans auf der ganzen Welt hat.


Fazit:
Ich bin froh, das ich nun endlich mal zu diesem Buch gegriffen haben und mir nun selbst ein Urteil erlauben kann. Mich hat diese leise Geschichte berührt.

Veröffentlicht am 28.09.2021

Wichtige Fragen, spannende Antworten

Kurze Antworten auf große Fragen
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Meinung:
Ich halte Stephen Hawking wie oben schon erwähnt für ein Genie auf seinem Gebiet. Ein Mann der Wissenschaft durch und durch. Was zum einen natürlich gut ist für neue Erkenntnisse, zum anderen ...

Meinung:
Ich halte Stephen Hawking wie oben schon erwähnt für ein Genie auf seinem Gebiet. Ein Mann der Wissenschaft durch und durch. Was zum einen natürlich gut ist für neue Erkenntnisse, zum anderen aber auch hilfreich, weil er dieses Wissen gerne weiter gab. Darum hat er in seiner Karriere unter anderem zahlreiche Bücher geschrieben, die sein Wissen (in groben Zügen) auch für Laien zugänglich machen sollen. Er versucht dabei gleichermaßen viel Information in seinen Texten unterzubringen und das Ganze doch möglichst verständlich zu vermitteln.
Das gelingt in meinen Augen mal mehr und mal weniger gut. Teilweise findet er wunderbar bildliche Beispiele, die selbst schwierigste naturwissenschaftliche Phänomene sehr leicht verständlich machen, teilweise muss man sich beim Lesen aber auch stark konzentrieren,
um ihm folgen zu können. Die Themen bleiben halt auch mit der einfachsten Erklärung komplex.
Ich konnte ihm ganz gut folgen, kann mir aber vorstellen, dass das Buch nicht jedermanns Sache ist. Für viele Laien bleiben die Informationen denke ich zu kompliziert, was für mich nicht unbedingt den Zweck des Werkes erfüllt. Hier kann ich nur empfehlen, vor dem Kauf mal reinzulesen.

Ansonsten gefällt mir das Buch wirklich gut. Ich mag die persönliche Note, die sowohl der Autor selbst als auch das persönliche Vorwort von Eddie Redmayne reinbringen. Man kann ein wenig in Hawkings Leben eintauchen und bekommt einen guten Eindruck, was ihn antreibt und bewegt. Ebenso offen erzählt er aber auch über dunkle Zeiten, die ihn aus der Bahn geworfen haben. Mich beeindruckt dieser Mut.
Neben diesem persönlichen Flair mag ich auch die Themen, mit denen sich Hawking hier befasst. Beispielsweise stellt er sich der Frage nach der Existenz Gottes, der Entstehung des Universums und der Zukunft menschlichen Lebens auf der Erde. An interessanten Themen mangelt es also nicht und an Unterhaltung trotz des manchmal anstrengenden Inhalts auch nicht.

Fazit:
Mir hat es gefallen, aber es mag sicher nicht jeder. Schaut euch vorher eine Leseprobe an und wenn die gefällt, könnt ihr bedenkenlos zuschlagen.

Veröffentlicht am 06.09.2021

Chaotisch und spaßig

Emma Charming – Nicht zaubern ist auch keine Lösung
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Meinung:
„Nicht zaubern ist auch keine Lösung“ ist der Auftaktband einer neuen Reihe rund um Emma, die mit ihrer Magie für reichlich Chaos sorgt. Der Beginn ist noch recht harmlos und die junge Hexe ist ...

Meinung:
„Nicht zaubern ist auch keine Lösung“ ist der Auftaktband einer neuen Reihe rund um Emma, die mit ihrer Magie für reichlich Chaos sorgt. Der Beginn ist noch recht harmlos und die junge Hexe ist noch schüchtern im Umgang mit ihren Zauberkräften. Dies ändert sich im Laufe des Buches deutlich und sorgt so für viel ungewollten Ärger. Man könnte sagen, je frecher Emma wird, umso mehr stürzt sie sich in Probleme. Die Entwicklung dieses Übermuts passt für mich gut zur Situation und auch zu ihrem Alter. Man darf schließlich nicht vergessen, was sie für eine Verantwortung mit ihren jungen 13 Jahren schon innehat.
Das da nicht alles glattgehen kann, ist wohl vorprogrammiert.

Natürlich machen diese Katastrophen aber auch einen großen Teil des Humors dieser Geschichte aus und ich denke, es gibt einige Szenen, die die Zielgruppe zum Lachen bringen werden. Doch nicht allein die Missgeschicke sorgen für Lacher. Auch Emmas Hexenbegleittier Merlin ist immer zu Späßen aufgelegt, solange er dabei jemanden ärgern kann. Da kann einem das Mädchen manchmal echt leidtun. Die Leser profitieren allerdings von Merlin und finden in diesem Buch reichlich Humor.

Doch es gibt nicht nur etwas zu lachen. Das Buch verarbeitet auch ernste Themen wie Mobbing, Zugehörigkeit und Vorurteile in sehr charmanter Weise. Man lernt das Rache nicht immer süß ist und es verschiedene Arten gibt, sich beliebt zu machen. Dafür braucht es nicht immer die ganz großen Taten.

Allgemein gibt die Geschichte viel Schönes her und bereitet vergnügliche Lesestunden. Man darf keine völligen Neuheiten, erwarten aber ein solides, hübsches Kinderbuch.

Fazit:
Wer Emma kennenlernen möchte, macht nichts verkehrt mit dem Kauf. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen.

Veröffentlicht am 23.08.2021

Ein so wichtiges Thema

Die Geschichte der Bienen
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Meinung:
„Die Geschichte der Bienen“ war für mich nicht das erste Buch der Autorin. Ich habe aus ihrer Feder vor einiger Zeit bereits „Die Geschichte des Wassers“ gelesen. Die Werke ähneln sich nicht nur ...

Meinung:
„Die Geschichte der Bienen“ war für mich nicht das erste Buch der Autorin. Ich habe aus ihrer Feder vor einiger Zeit bereits „Die Geschichte des Wassers“ gelesen. Die Werke ähneln sich nicht nur im Aufbau stark, sie haben beide auch brandaktuelle Umweltproblematiken zum Kernthema. Wer es mal mit einer Geschichte der Autorin versuchen möchte, dem würde ich allerdings klar zu den Bienen raten. Weniger wegen dem Thema als wegen den einzelnen Handlungssträngen, die mich hier deutlich besser unterhalten haben. Gerade der zeitliche Kontrast zwischen den Geschichten macht die Sache einfach spannender und ich finde die Zeitpunkte sehr schlau gewählt. Die Geschichte rund um William im Jahr 1852 spielt zu einer Zeit in der die meisten heutigen Umweltprobleme noch in den Kinderschuhen steckten. Es war nicht alles auf Masse ausgelegt oder wurde auf Kosten der Natur immer „effizienter“ und kommerzieller. Handlung zwei spielt in der Gegenwart, in der wir sehenden Auges ins Unglück rennen. Die Auswirkungen des menschlichen Tun sind bereits mehr als deutlich, aber eine Abkehr vom Profitdenken ist nicht in Sicht. Taos Geschichte ist im Jahr 2098 angesiedelt und zeigt ein mögliches erschreckendes Szenario, das in Zukunft auf uns zukommen könnte, wenn wir unser Verhalten nicht grundlegend überdenken. Es wird deutlich gemacht, dass wir vielleicht noch die Chance hätten gegenzusteuern, diese aber wohl bald verpuffen wird.

Für mich sind diese strategischen Zeitpunkte ein Grund für den großen Erfolg dieses Buches. Zusätzlich sind die großen Leserzahlen sicherlich auch einfach dem Thema zu verdanken. Wir werden immer intensiver mit dem Bienensterben vertraut gemacht, sodass der Roman gut ins Zeitbild passt. Wäre es einzig eine Frage der Figuren oder der Sympathie, wäre das Buch wohl nicht so erfolgreich gewesen. Denn alle drei Protagonisten sind nicht gerade Publikumslieblinge. Sie zerfließen gern in Selbstmitleid und sind alles andere als nett zu ihren Mitmenschen. Zwischenzeitlich hatte ich gerade mit Williams Geschichte wirklich zu kämpfen, da mich der gute Mann nur aufgeregt hat. Aber auch wenn hier in der Ausarbeitung sicherlich einiges hätte besser laufen können, würde ich das Buch trotzdem jederzeit empfehlen. Weil Bienen einfach wichtig sind und ich mich freue, wenn solche Themen auch außerhalb von Sachbüchern behandelt werden und so auf eine breite Zielgruppe treffen.

Fazit:
Für die Charaktere gibt einen Stern Abzug, für das Thema und die verschiedenen Handlungsstränge ein Sternchen mehr. Gesamt ein ruhiges, aber eindringliches Leseerlebnis.