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Veröffentlicht am 24.09.2021

Alberts Suche nach der Liebe

Das geheime Leben des Albert Entwistle
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Albert Entwistle ist gerne für sich. Er mag seine Routinen und wenn er mit so wenig Menschen wie möglich sprechen muss. Als sein Renteneintritt kurz bevorsteht, ändert sich das jedoch. Wer ist er denn, ...

Albert Entwistle ist gerne für sich. Er mag seine Routinen und wenn er mit so wenig Menschen wie möglich sprechen muss. Als sein Renteneintritt kurz bevorsteht, ändert sich das jedoch. Wer ist er denn, wenn er kein Postbote mehr ist? Langsam geht er auf die Leute in seinem Umfeld zu und gibt immer mehr von sich preis. Er wird nicht nur positiv überrascht, sondern auch dazu ermutigt, seine alte Jugendliebe ausfindig zu machen.

Bei der Geschichte merkt man schnell, dass es sich um ein Feel-Good-Buch handelt. Es fängt zwar augenscheinlich erst etwas aussichtslos für Albert an, als er mehrere Schicksalsschläge hinnehmen muss. Doch bald widerfahren ihm immer mehr gute Dinge und sein Leben wandelt sich.

Dabei wandelt sich nicht nur Alberts Leben, sondern auch sein Charakter. Von einem zurückgezogen lebenden Menschen mit einer Sozialphobie entwickelt er sich zu einer Person, die recht aufgeschlossen auf andere zugeht und sehr schnell aus ihrer Komfortzone herausgeht. Man kann hier wirklich von einer 180-Grad-Wendung sprechen, wenn man Alberts Entwicklung betrachtet. Das ist auch alles sehr schön, aber dadurch, dass sich diese Wandlung innerhalb weniger Wochen vollzieht, ist es nicht mehr so ganz realistisch.

Im Mittelpunkt steht die Suche nach Alberts Jugendliebe, George. Natürlich klappt nicht alles von Anfang an, aber Albert werden auch nicht wirklich Steine in den Weg gelegt und die Suche verläuft sehr reibungslos. Unterstützt durch einige glückliche Zufälle. Am besten haben mir da die Rückblicke und Alberts und George‘ Vergangenheit gefallen, da es hier die spannenden Szenen und Situationen gab.

Auch bei den Nebencharakteren läuft es nach anfänglichen Schwierigkeiten äußerst gut und es treten eigentlich keine Probleme mehr auf.

Ein Feel-Good-Roman, der stellenweise sehr unaufgeregt ist, aber trotzdem unterhält.

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Veröffentlicht am 17.09.2021

Wenn Tote sprechen

Tote schweigen nie
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Cassie Raven fällt mit ihrem Aussehen auf: schwarzer Gothic-Look, Piercings und Tattoos. Aber auch für ihren Job als Assistentin in der Rechtsmedizin bekommt sie den ein oder anderen schrägen Blick. Als ...

Cassie Raven fällt mit ihrem Aussehen auf: schwarzer Gothic-Look, Piercings und Tattoos. Aber auch für ihren Job als Assistentin in der Rechtsmedizin bekommt sie den ein oder anderen schrägen Blick. Als die Leiche ihrer früheren Mentorin, der Cassie viel zu verdanken hat, in die Rechtsmedizin gebracht wird, glaubt Cassie nicht an einen natürlichen Tod und macht sich selbst auf die Suche nach Antworten. Dabei bekommt sie von unerwarteter Seite Hilfe.

Cassie hat mir als Protagonistin sofort gefallen. Sie hat Ecken und Kanten, ist nicht auf den Mund gefallen und weiß sich zu wehren. Trotzdem zeigt sie auch schwächere Seiten und lässt Emotionen zu und wird dadurch zu einer Sympathieträgerin. Detective Phyllida Flyte lernt man in diesem Buch nicht ganz so gut kennen. Man erfährt, dass in nicht allzu ferner Vergangenheit etwas passiert ist und sie daher die Polizeistelle wechselte, aber man bekommt immer nur kleine Informationsbrocken.

Was mir an den Ermittlungen gefallen hat, dass Cassie nicht alles auf eigene Faust gemacht hat und plötzlich die große Ermittlerin gespielt hat, sondern sich Hilfe bei Detective Flyte sucht und somit trotzdem den offiziellen Weg geht. Auch wenn Cassie an einigen Stellen die gesetzlichen Grenzen austestet.

Der Fall an sich war spannend aufgebaut. Es gab mehrere Handlungsstränge, die am Ende zusammen liefen. Auch wenn eine Handlung – wie ich finde – nicht ganz aufgeklärt wurde. Der Auflösung geht ein ziemlicher großer Twist voraus, der es für den Leser fast unmöglich macht, selbst den Täter im vorherigen Verlauf schon selbst herauszufinden.

Ich empfand es auch als etwas viel, dass der Fall und die Aufklärung mit sehr vielen glücklichen und unglücklichen Umständen und Zufällen zusammenhingen. Es wirkte zum Schluss doch sehr konstruiert und es fehlte etwas an Leichtigkeit in den Ermittlungen. Die Charaktere – vor allem Cassie – finde ich sehr gelungen. Der Kriminalfall könnte im nächsten Band noch ausgefeilter sein.

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Veröffentlicht am 24.01.2021

Welches Leben wählst du

Die Mitternachtsbibliothek
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Die Mitternachtsbibliothek ist ein besonderer Ort. Ein Ort, an den man gelangt, wenn man sich zwischen Leben und Tod befindet. An diesen Ort findet sich Nora Seed wieder, nachdem sie beschlossen hatte ...

Die Mitternachtsbibliothek ist ein besonderer Ort. Ein Ort, an den man gelangt, wenn man sich zwischen Leben und Tod befindet. An diesen Ort findet sich Nora Seed wieder, nachdem sie beschlossen hatte ihr Leben zu beenden. In der Mitternachtsbibliothek erhält sie die Chance, Blicke in all ihre möglichen Leben, die sie nie gelebt hat, zu werfen.

Matt Haig greift hier ein Thema auf, über das die einen viel nachdenken und anderen ist es noch nie in den Sinn gekommen, darüber nachzudenken. Was wäre wenn… ich eine andere Entscheidung getroffen hätte. Wie würde mein Leben dann jetzt aussehen? Besser? Schlechter?

Ich war sehr gespannt wie der Autor mit dieser Fragestellung umgeht. Welche Werte er dem Leser am Ende mitgeben möchte. Und ich bin durchaus positiv überrascht, da ich anfangs nicht genau wusste, was mich erwartet. Während Nora in ihre verschiedenen Leben eintaucht, lernt sie nicht nur sich selbst besser kennen. Sie erkennt, dass es nicht nur auf die großen Entscheidungen im Leben ankommt, sondern dass auch viele kleine Entscheidungen großes bewirken können. Und sie muss erkennen, dass man auf gewisse Ereignisse keinen Einfluss hat, da sie von unseren eigenen persönlichen Entscheidungen nicht betroffen sind.

Die wichtigste Erkenntnis, die sie jedoch erlangt – und hier vermutlich auch der Leser – dass das Leben einfach kommt wie es kommt. Wir können es mit unseren Entscheidungen zwar beeinflussen, aber gleichzeitig sind um uns herum so viele Menschen, die unser Leben ebenfalls mit ihren Entscheidungen beeinflussen. Ich finde das sind wichtige Punkte, die der Autor aufzeigen möchte. Man sollte sich nicht verrückt machen, mit was wäre wenn-Fragen, denn man kann nicht alles beeinflussen.

Nora sehen ich an dem Buch als größte Schwachstelle. Sie ist nicht direkt unsympathisch, aber sie stellt sich manchmal schon etwas dämlich an. Bei den ersten Malen als sie ihre anderen Leben besucht, konnte ich noch verstehen, dass sie überfordert ist und sich erst zurechtfinden muss. Aber auch nach mehreren Leben stellt sie sich immer noch unbeholfen an und macht es so offensichtlich, dass etwas nicht stimmt. Das war irgendwann schon anstrengend.

Das Ende ist schon eher Feel-Good-mäßig ausgefallen. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es so ganz passt. Hier hätte der Autor vielleicht etwas mutiger sein können.

Es ist ein Buch, das zum Nachdenken anregt und trotz des Themas nicht übermäßig philosophisch wirkt. Auch wenn ein gewisser Philosoph gerne zitiert wird.

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Veröffentlicht am 08.11.2020

Annas Weg

Trümmermädchen
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Anna liebt die Bäckerei ihres Onkels. Der Duft nach frischem Graubrot, der sie am Morgen weckt, der alte Backofen aus echtem Vulkangestein, der ihr jeden Tag die Füße wärmt. Aber die Zeit der Unbeschwertheit ...

Anna liebt die Bäckerei ihres Onkels. Der Duft nach frischem Graubrot, der sie am Morgen weckt, der alte Backofen aus echtem Vulkangestein, der ihr jeden Tag die Füße wärmt. Aber die Zeit der Unbeschwertheit ist vorbei. Onkel Matthias wird an die Front des zweiten Weltkrieges einberufen und britische Bomber zerstören die Bäckerei. Zusammen kämpfen Anna und ihre Tante Marie ums Überleben.

Das Buch entführt einen ins Köln der Vierziger-Jahre. Dabei nimmt die Zeit vor und während des zweiten Weltkrieges nur einen kurzen Teil ein. Größtenteils geht es um die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg, als Köln unter der Besatzung der Briten stand. Die Sicht der Geschichte wechselt dabei immer zwischen Anna und ihrer Tante Marie.

Der Beginn ist noch recht fröhlich und erzählt von Annas Leben in der Bäckerei. Nur unterschwellig wird klar, dass schwere Zeiten bevorstehen. Es gibt immer wieder Bombenalarme. Annas Nachbarn, die Familie Kohn, sind plötzlich über Nacht verschwunden und dann wird auch noch ihr Onkel in den Militärdienst eingezogen.

Im weiteren Verlauf wird die Geschichte düsterer. Anna und ihre Familie verliert alles. Sie müssen sich nach den Kriegswirren alleine durchschlagen. Die Autorin beschreibt hier sehr gut, die Entbehrungen und das Grauen, das die Menschen damals erleben mussten. Auch wenn man es als Außenstehender nie ganz begreifen kann, was diese Leute wirklich durch machen mussten und welche Dinge sie getan haben, um zu überleben.

Die Inhaltsangabe ist in einigen Dingen irreführend. Anna schließt sich zwar einer Diebesbande an, aber das nimmt nur einen sehr kleinen Teil ein. Was ich durchaus sehr schade finde, da ich sehr gerne mehr darüber erfahren hätte, wie die Menschen damals kreativ wurden, um ihr Leben zumindest halbwegs zu meistern.

Normalerweise bin ich kein großer Fan von Zweite-Weltkriegs-Geschichten, aber dieses Buch hat mir durchaus gefallen. Das Ende ist etwas offen, aber gibt dennoch einen Hoffnungsschimmer.

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Veröffentlicht am 05.10.2020

Kluftis größter Fehler

Funkenmord (Kluftinger-Krimis 11)
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Kluftingers erster großer Fall, der ihm den Weg zu seiner Karriere als Kommissar ebnete, holt ihn ein. Nach Jahren kommt heraus, dass Kluftinger einen Unschuldigen zu einem Geständnis gebracht hat. Jetzt ...

Kluftingers erster großer Fall, der ihm den Weg zu seiner Karriere als Kommissar ebnete, holt ihn ein. Nach Jahren kommt heraus, dass Kluftinger einen Unschuldigen zu einem Geständnis gebracht hat. Jetzt setzt der Kommissar alles daran, den wahren Täter zu finden, auch wenn seine Kollegen es für Unsinn halten. Nur die neue Kollegin Lucy Beer steht ihm zur Seite.

Klüpfer und Kobr sind wieder in alter Manier zurück und schicken den kauzigen, aber sympathischen allgäuer Kommissar ein weiteres Mal auf Mörderjagd.
Schon in den anderen Bänden ging es immer mal wieder um das private Leben des Kommissars; in diesem Band wird es noch mehr in den Vordergrund gestellt. Erika hat der Überfall auf ihren Mann ziemlich mitgenommen und Kluftinger muss sich um den Haushalt kümmern. Außerdem möchte er es seinem liebsten Erzfeind Doktor Langhammer endlich heimzahlen. Und dann steht auch noch die Taufe des Enkelkindes an. Das Autorenduo versucht zudem auf seine Art aktuelle Gesellschaftsthemen mit einzubinden. Ob es nun um Flüchtlinge, Gleichberechtigung oder genderneutrale Sprache geht. Ob das hier unbedingt notwendig ist, muss wohl jeder für sich entscheiden.

An sich ist es nicht schlimm, wenn es mehrere Szenen außerhalb der Ermittlungen gibt. Das macht die Buchreihe aus und vor allem in diesen Situationen kommt der Humor hervor. Auch wenn sich Klufti bei gewissen Sachen manchmal schon sehr doof anstellt, obwohl er doch ein ziemlich guter Ermittler ist. Aber in diesem Teil nimmt es etwas Überhand und verdrängt die Ermittlungsarbeiten stark. Erst im letzten Drittel geht es wirklich zur Sache und es kommt etwas Spannung auf. Der Fall bleibt dadurch eher blass und konnte mich nicht so packen wie die früheren.

Frischen Wind bringt die neue Kommissarin Lucy Beer. Anfangs war ich nicht so angetan von ihr, aber mit der Zeit fügt sie sich – trotz ihrer Art – gut ein. Da die Ermittlungen eher im Hintergrund stehen, bekommt man aber auch von Lucy nicht ganz so viel mit.

Vielleicht ist bei der Reihe langsam die Luft raus, vielleicht war es einfach ein schwächerer Band. Trotz allem habe ich das Buch letztendlich gerne gelesen und ein paar unterhaltsame Stunden gehabt. Sollte es einen weiteren Teil geben, wäre es bloß schön, wenn der Fokus wieder mehr auf dem Fall und den Ermittlungsarbeiten liegen würde.

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