Platzhalter für Profilbild

Silkem

Lesejury Star
offline

Silkem ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Silkem über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.09.2021

Nach etwas zähem Beginn ein toller schwedischer Krimi

Bluteiche
0

"Bluteiche" ist der vierte "Jahreszeitenkrimi" des schwedischen Autors Anders de la Motte. Alle vier Kriminalromane sind in sich abgeschlossene, eigenständige Werke, mit unterschiedlichen Settings und ...

"Bluteiche" ist der vierte "Jahreszeitenkrimi" des schwedischen Autors Anders de la Motte. Alle vier Kriminalromane sind in sich abgeschlossene, eigenständige Werke, mit unterschiedlichen Settings und Figuren. Von daher kann kaum von einer Reihe gesprochen werden.
Klappentext:
In der Walpurgisnacht 1986 wird ein 16jähriges Mädchen im Wald neben einem Schloss in Österlen ermordet. Alles wirkt, als habe man sie bei einem Ritual geopfert. Ihr Stiefbruder wird schließlich für die Tat verurteilt, und kurz darauf verschwindet die ganze Familie spurlos.
Im Frühling 2019 zieht die Ärztin Thea Lind im Schloss ein. Nachdem sie einen seltsamen Fund in einer uralten Eiche gemacht hat, steigt ihre Faszination für die Tragödie aus der Vergangenheit, die sich direkt neben ihrem neuen Zuhause zutrug. Je mehr Ähnlichkeiten sie zwischen der Kindheit des getöteten Mädchens und ihrer eigenen schmerzhaften Vergangenheit entdeckt, desto mehr ist sie überzeugt davon, dass die Wahrheit über diese Nacht nie ans Licht kam.
Und dass der Frühling 1985 vielleicht mehr Opfer gefordert hat …
Der Beginn des Buches hat mich etwas verwirrt zurückgelassen. Zwei Zeitebenen und vier Erzählebenen waren mir dann doch etwas viel und der häufige Perspektivwechsel machte das Buch etwas langweilig zu lesen. Kaum hatte mich ein Teil der Geschichte gefesselt, wechselten Perspektive und Zeit.
Nach der Hälfte des Buches wird es eindeutig spannender. Die Handlung wird flüssiger.
Mit den Figuren konnte ich mich wenig identifizieren. Thea ist mir wenig sympathisch und sie wird auch eher eindimensional dargestellt. Das stets angedeutete Geheimnis ist eher banal - oder wird es vielleicht gar nicht gelüftet. Ich bin mir das unsicher.
Der Tod der jungen Elita Walpurgis 1986 ist vielschichtig und am Ende ist - wie so oft bei Anders de la Motte - alles doch ganz anders. Hier ist der Plot überzeugend spannend und die beteiligten Personen sind glaubwürdig gezeichnet.
Der Stil ist insgesamt flüssig, der Spannungsaufbau am Ende gelungen und es ist mal wieder ein etwas anderer Krimi. Doch der zähe Beginn trübt das Lesevergnügen etwas.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.09.2021

Ein neuer Fall für Kate Burkholder

Dein ist die Lüge
1

Ich lese kaum noch amerikanische Krimis und Thriller. Eine Ausnahme ist Linda Castillo. Ihre Fälle mit der Polizeichefin Kate Burkholder sind für mich immer wieder spannend. So auch der neunte Fall für ...

Ich lese kaum noch amerikanische Krimis und Thriller. Eine Ausnahme ist Linda Castillo. Ihre Fälle mit der Polizeichefin Kate Burkholder sind für mich immer wieder spannend. So auch der neunte Fall für Kate Burkholder "Dein ist die Lüge".
Klappentext:
Der Anruf von Adam Lengacher, einem verwitweten amischen Familienvater, erreicht Kate Burkholder mitten in einem Schneesturm. Er habe eine halb erfrorene Frau auf seinem Grundstück gefunden, sie sei eine „Englische“ und Kate solle sofort kommen. Kate erkennt die Frau sofort: Es ist Gina Colorosa, ihre Team-Partnerin von damals auf der Polizeiakademie in Columbus. Doch jetzt ist Gina auf der Flucht. Und das vor ihren eigenen Kollegen. Sie soll einen Kollegen ermordet haben. Doch Gina behauptet, diese Tat nicht begangen zu haben. Man wolle sie aus dem Weg räumen, weil sie kurz davor war, Unregelmäßigkeiten in ihrer Dienststelle aufzudecken. Je näher Kate der Wahrheit kommt, desto näher kommt den beiden Frauen auch der auf sie angesetzte Mörder.
Wie in jedem Band schildert Linda Castillo sehr liebevoll und einfühlsam das Leben der Amish-People. Es nimmt in diesem Band einen breiten Raum ein, da die Geschichte fast durchgehend im Haus des verwitweten amischen Familienvaters Adam Lengacher spielt. So wird Kate mit ihrer amischen Vergangenheit konfrontiert und es werden auch Gegensätze angesprochen und bearbeitet.
Die Krimihandlung fand ich nicht so spannend und teilweise unglaubwürdig, aber die aufeinander treffenden Werte machten das Buch zu einer spannenden Lektüre.
Das Cover ist passende, der Stil flüssig.
Ich habe das Buch gerne gelesen und empfehle es weiter.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.09.2021

Blutiger Thriller mit viel Potential

Eis. Kalt. Tot.
0

Anne Nordby entführt uns in ihrem neuen Thriller "Eis.Kalt.tot." aus Dänemark nach Grönland. Schon allein die Schilderung der Landschaft und die Einführung in die grönländische Mythologie machen das Buch ...

Anne Nordby entführt uns in ihrem neuen Thriller "Eis.Kalt.tot." aus Dänemark nach Grönland. Schon allein die Schilderung der Landschaft und die Einführung in die grönländische Mythologie machen das Buch aus meiner Sicht lesenswert. An vielen Stellen erinnert mich das Buch an isländische Krimis, allerdings ist es sehr viel blutiger.
Klappentext:
»Du weißt, wofür das ist. Wir beobachten dich. Und wenn du nicht damit aufhörst, werden wir wiederkommen. Dann wird es mehr als diesen Nadelstich geben.« Wenn sich die beschaulichen Gassen von Kopenhagen in einen Ort des Grauens verwandeln und du nicht weißt, ob du das nächste Opfer bist … Ein bizarrer Fall für die Super-Recognizerin Marit Rauch Iversen und ihre Kollegen von der Mordkommission. Zwischen Abscheu und Faszination - Anne Nørdby besitzt das einzigartige Talent, das Unaussprechliche in Worte zu fassen. Verbunden mit einer gehörigen Portion Adrenalin.
Das Cover ist super gelungen und passt hervorragend zum Buch. Die geschilderten Morde sind einzigartig, allerdings bezweifele ich, dass diese wirklich so möglich sind. Überhaupt hätte das Buch diese Vielzahl von Toten gar nicht nötig gehabt, um spannend zu sein. Das es heute kaum noch einen Thriller ohne "Massensterben" gibt, verleidet mir schon ein bisschen das Thrillerlesen.
Spannung ergibt sich aus gut durchdachten Personen und deutlichen Konflikten. Hier könnte Anne Nordby in einem Folgeband noch etwas nachschärfen. Bei allen Ecken und Kanten und Nebenhandlungen bleiben die Figuren für mich etwas blutleer.
Toll sind die aufgegriffenen Umweltthemen rund um Grönland, die Landschaftsbeschreibungen und der erfrischende Stil.
Ich freue mich, wenn Anne Nordby weitere Thriller mit den drei Ermittlern schreibt. Sie sind mir auf über 500 Seiten doch sehr ans Herz gewachsen. Dann gerne etwas weniger Tote und dafür ein psychologisch nachvollziehbareres Motiv.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.08.2021

Gelungenes Debüt mit einigen Ecken und Kanten

Die Leiche bin ich
0

Die Studentin und Aushilfskellnerin Liane findet sich, ohne Erinnerung an die letzten Stunden in einer Sackgasse in Bochum abgelegt, wieder. Nur widerstrebend lässt sie den Gedanken zu, dass sie anscheinend ...

Die Studentin und Aushilfskellnerin Liane findet sich, ohne Erinnerung an die letzten Stunden in einer Sackgasse in Bochum abgelegt, wieder. Nur widerstrebend lässt sie den Gedanken zu, dass sie anscheinend ermordet wurde. Kurz vor der Obduktion wird ihr Körper aus dem Kriminalpathologischen Institut entführt. Die scheinbar sinnlose Tat stürzt den Polizeiapparat in hektische Betriebsamkeit, aber die Leiche wird nicht gefunden. Die Kriminalbeamten Luppert und Frauke stürzen sich verbissen in die Suche nach dem Mörder, der sie mehrfach auf falsche Fährten führt. Mit ihren ganz eigenen Methoden sucht auch die aufstrebende Journalistin Anne Greis nach dem Mörder. Sie ist es auch, die als Erste entdeckt, dass es sich um einen Serienmörder handelt. Soll sie den sympathischen Frauke einweihen oder auf eigene Faust handeln?

Der Krimi begann sehr literarisch. Die Schilderung der Stadt in Kombination mit den Gefühlen der Leiche - echt großes Kopfkino. Im Anschluss folgte ein steter Wechsel zwischen den Perspektiven. Mal äußerte sich die Leiche, mal wurde die Perspektive der ermittelnden Kommissare gewählt, dann wieder die des Täters und die der Journalistin Anne Greis. Diese Wechsel sind zwar gekonnt gemacht und auch der Stil ändert sich jeweils sehr gut angepasst, aber mir fiel es dadurch schwer, mich mit den Personen zu identifizieren.

Zum Ende hin wurde es ein richtig guter Regionalkrimi. Mit Spannung und einer Prise Humor.
Was mich sehr gestört hat, war der Buchsatz. Er wirkt sehr unprofessionell und es sind viele Absätze an der falschen Stelle, woanders fehlen sie. Da hat die Geschichte mehr Sorgfalt verdient. Deshalb auch keine 5 Sterne
Leseempfehlung für alle Freunde von Regionalkrimis

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.08.2021

Toll geschrieben, aber nicht mein Genre

Remember
0

Ich gehöre auf jeden Fall nicht zur Zielgruppe von Romy Terrells Roman "Remember - Nichts bleibt vergessen". Dazu bin ich zu alt. Wie viele "All-Age-Bücher" spricht es in erster Linie jüngere Leserinnen ...

Ich gehöre auf jeden Fall nicht zur Zielgruppe von Romy Terrells Roman "Remember - Nichts bleibt vergessen". Dazu bin ich zu alt. Wie viele "All-Age-Bücher" spricht es in erster Linie jüngere Leserinnen und Leser an. Dies liegt wie so oft am Alter der beiden Protagonisten Mia und Ryan. Da aus beiden Perspektiven geschrieben wird, und sowohl die weibliche als auch die männliche Sichtweise überzeugend dargestellt wird, ein Buch für beide Geschlechter.
Zum anderen enthält die Geschichte zahlreiche Mysterie-Elemente und besonders am Anfang fiel es mir schwer mich hineinzufinden. Da hätten ein paar mehr Informationen geholfen.
Doch erst einmal zum Inhalt:
Auf der Suche nach ihrer verlorenen Kindheit gerät Mia in die Hände einer kriminellen Bande. Als alles verloren scheint, stellt sie fest, dass ihr Leben auf einer Lüge basiert. Sie kämpft um ihr Leben, übernimmt Verantwortung und findet die Liebe.
Sie – kann sich nicht erinnern.
Nach einem Autounfall fehlen der 17-jährigen Mia drei Jahre. Als sie herausfindet, dass ihre Brüder in illegale Geschäfte verwickelt sind, gerät sie selbst in die Schusslinie der Organisation. Doch dann taucht plötzlich Ryan auf und rettet sie immer wieder aus gefährlichen Situationen. Nach und nach kommen Mias Erinnerungen an grausame Ereignisse zurück. Doch wer ist Ryan wirklich?
Er – erinnert sich an alles. Nur nicht an sie.
Ryan kämpft mit den Scherben seiner Vergangenheit. Die Experimente, die an ihm durchgeführt wurden, verfolgen ihn noch immer. Bereit, seinem Leben ein Ende zu setzen, steht er hoch oben in den Bergen am Rande einer Schlucht. Kann Mia ihn retten und können sie gemeinsam einen Weg finden, die schreckliche Vergangenheit hinter sich zu lassen?
Ich hatte mir nach dem Klappentext ein anderes Buch vorgestellt und sicher lag es auch daran, dass es mir am Anfang schwer fiel, in die Geschichte hineinzufinden. Doch aufgrund des überzeugenden Stils, des Spannungsbogens und der ständig wechselnden Perspektiven konnte ich doch in die Walt von Ryan und Mia eintauchen und habe meine Lesereise sehr genossen.
Zum Ende hin wurde es dann doch etwas zäher und auch der Schluss konnte mich nicht wirklich überzeugen. Das Buch endet etwas abrupt. Aber kein Problem: Im Oktober 2021 erscheint der 2.Band für alle, die wissen wollen, wie es mit Mia und Ryan weitergeht.
Fazit: Bei aller Kritik, die in diesem Fall sehr von meinem Lesegeschmack abhängt, ein spannendes, gut geschriebenes Buch. Daher auf jeden Fall:
Lesenswert

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere