Die Swinging Sixties
Die Schwestern vom Ku'damm: Ein neuer MorgenNach dem mich bereits die ersten drei Bände um die Familie Thalheim begeistert haben, musste ich unbedingt den vierten Band lesen. Er umfasst die Jahre 1966 bis 1971. Während in den Vorgängerbänden die ...
Nach dem mich bereits die ersten drei Bände um die Familie Thalheim begeistert haben, musste ich unbedingt den vierten Band lesen. Er umfasst die Jahre 1966 bis 1971. Während in den Vorgängerbänden die Schwestern Rike, Silvie und Florentine eine tragende Rolle spielten, nimmt in diesem Band die Schneiderin und Chefdesignerin Miriam Feldmann diesen Platz ein.
Miriam kann ihre Vergangenheit nicht so einfach abschütteln. Von ihrer Mutter ist ihr nur ein Koffer mit Schnittmustern geblieben, den Miri während des Krieges immer mit sich führte. Da sie jüdische Wurzeln hat, musste sie über zwei Jahre im Untergrund leben und versuchte sich mit Näharbeiten über Wasser zu halten. Nun ist Miriam Feldmann im Modehaus Thalheim für Personal und als Chefdesignerin zuständig. Gemeinsam mit den Schwester Rike, Silvie und Florentine wollen sie ein neues Kapitel beginnen und planen den Umbau des Modekaufhauses. Miriam und ihr Mann Schani hatten sich bereits damit abgefunden, dass sie kein eigenes Kind bekommen können und dann ist Miriam mit über 40 Jahren schwanger.
Der fesselnde Schreibstil von Brigitte Riebe hat mich auch in diesem Band wieder von Anfang an gefangen genommen. Sie schafft es die jüngere deutsche Geschichte fesselnd und mitreißend zu erzählen. Geschickt hat die Autorin das Leben der Familie Thalheim mit den historischen Ereignissen in Berlin verwoben. Sie hat Erinnerungen an die Mondlandung, die Studentenproteste und die Musik der Swinging Sixties wieder aufleben lassen. Aber auch der damalige Zeitgeist war beim Lesen spürbar. Historische und fiktive Personen spielen ausgezeichnet zusammen und bereichern das Geschehen ungemein. Eine chronologische Zeittafel von 1966 – 1971 am Ende rundet die Geschichte perfekt ab.
Auch der vierte und letzte Band dieser Reihe um die Familie Thalheim hat mir wieder sehr gut gefallen. Es war auch diesmal ein wunderbarer Lesegenuss. Nun verabschiede ich mich mit einem lachenden und einem weinenden Auge von dem Modekaufhaus Thalheim. Mit einem lachenden Auge, weil ich diese wunderbare Geschichte von Beginn an verfolgen durfte und sie mir schöne, aber teilweise auch nachdenkliche Lesestunden bereitet hat. Mit einem weinenden Auge, weil ich nun endgültig Abschied nehmen muss.