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Steffi58

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.01.2023

Ernster Hintergrund bildgewaltig erzählt

Gleißendes Licht
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Das Cover wäre mir im Buchladen nicht wirklich auffallen, aber der geschichtliche und politische Hintergrund hatte mich sofort neugierig gemacht. Die Beteiligung des Deutschen Kaiserreichs am Völkermord ...

Das Cover wäre mir im Buchladen nicht wirklich auffallen, aber der geschichtliche und politische Hintergrund hatte mich sofort neugierig gemacht. Die Beteiligung des Deutschen Kaiserreichs am Völkermord an den Armeniern ab 1915 ist ein Thema, das gerne verschwiegen wird, über das ich mich aber schon in der Sachliteratur näher informiert hatte.
Als ich den Autor dieses Buches googelte, erfuhr ich , dass er eigentlich Gitarrenvirtuose und Komponist ist: in Gleißendes Licht arbeitet er erstmals literarisch.
Schon die Kombination von verschiedenen literarischen Formen zu Beginn des Romans ließen auf ein besonderes Leseerlebnis schließen.
"Kaan" heißt der Protagonist , ein Junge, der Mitte der 70er-Jahre in einer kleinen bayerischen Gemeinde im Raum München geboren wird und diesen Namen fürchterlich findet. Aber er hat eine resolute und ehrgeizig Mutter, die ALLES für ihren Sohn tut.
Diese Frau trägt denselben Namen wie Marc Sinans echte Mutter. Der Roman trägt starke autobiografische Elemente – darauf weist der Autor auch im Nachwort hin.
Die Handlung springt zwischen verschiedenen Zeitebenen hin und her – sie ist nicht chronologisch erzählt. Da ist es manchmal schwierig , den Erzählsträngen zu folgen , sie zu verbinden , auch wenn es genaue zeitlich Angaben gibt.
Die Familiengeschichte ist eng verbunden mit der Vertreibung der Armenier; Sinans türkischer Großvater Hüseyin war am Schwarzen Meer als Profiteur dieser Vertreibung zu großem Reichtum gekommen.
Und da ist die Großmutter Vahide ,die als kleines Kind armenischer, also christlicher Eltern zurückgelassen und von muslimischen Adoptiveltern aufgezogen wurde.
Der Roman ist kein Sachbuch , vielleicht auch als Abgrenzung dazu , bleibt manches im Verborgenen. Vielleicht auch , weil der Protagonist – evtl. auch der Autor?- sich unschlüssig ist , wie die Episoden zu bewerten sind , geraten diese manchmal ein wenig zu durcheinander.
Aber in jeden Fall ist dem Autor ein sehr persönliches und kreatives Buch gelungen.

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Veröffentlicht am 31.10.2022

Erinnerungen

Die Sehnsucht nach Licht
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Mich hat das Buch gepackt und ich habe mich an die Landschaft, die dort arbeitenden Menschen und das harte Arbeitsleben vor Ort gut erinnert.
Kati Naumann berichtet in zwei Erzählebenen über das Leben ...

Mich hat das Buch gepackt und ich habe mich an die Landschaft, die dort arbeitenden Menschen und das harte Arbeitsleben vor Ort gut erinnert.
Kati Naumann berichtet in zwei Erzählebenen über das Leben der Familie Steiner aus dem Schlematal im Erzgebirge, das auf das Engste mit dem Bergbau dort verbunden ist.
In der Gegenwart begleiten wir eine junge Frau , Luisa Steiner, die ehrenamtlich am Wochenende in einem Besucherbergwerk im erzgebirgischen Schlema arbeitet , um den interessierten Menschen das Leben unter Tage näher zu bringen.
Eine zweite Ebene beginnt im Jahr 1908 mit Wilhelm und Clara Steiner, den Vorfahren von Luisa und folgt der Familie Steiner und der historischen Entwicklung des Bergbaus bis hin zur Gegenwart.
Beide Erzählstränge werden gekonnt miteinander verknüpft und das Schicksal des verschollenen Großonkels Rudolf hält die Lesespannung aufrecht, die manchmal durch Langatmigkeit etwas ins Stocken gerät.

für mich den Spannungsbogen hochgehalten hat.
Ein Stammbaum erleichtert die Zuordnung der Personen ebenso wie ein Lageplan der Umgebung Schlemas.

Beide Stränge finden am Ende auf eine berührende Weise zusammen. Auf dem Weg dahin wird eine Familiengeschichte erzählt, die unmittelbar mit dem Bergbau im Erzgebirge zusammenhängt.

Zwei Dinge fand ich besonders lesenswert:
Was ist das Besondere an dieser Familie ? Niemand wird jemals alleingelassen, gemeinsam werden Glück und Tragödien, Hungersnot und unerklärliche Krankheiten bewältigt. Ihr Leben wurde immer geprägt von Hoffnung auf bessere Zeiten. Jede gemeinsame Minute wird genutzt, an Traditionen wird festgehalten , wie am Stolz der Bergleute auf ihre Zunft. Denn einmal Bergmann, immer Bergmann.

Das Zweite ist die Lichttradition. Ich bin in Sachsen aufgewachsen und kenne sie schon von klein auf. In der Weihnachtszeit fuhren wir immer ins Erzgebirge zu den Bergparaden . Inzwischen wohnen wir in ganz unterschiedlichen Teilen Deutschlands und Europas.
Dennoch stellen wir dann auch heute noch in meiner Familie einen Schwibbogen auf, der die Sehnsucht der Bergleute nach dem Tageslicht versinnbildlicht und ein Symbol der Hoffnung ist. Und natürlich fehlen auch Engel und Bergmann nicht.
Für mich war die Lektüre dieses Buches ein bisschen wie Heimkommen.

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Veröffentlicht am 29.08.2022

Sehr spannend geschrieben

Das siebte Mädchen
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Schon das Cover hat mich positiv angesprochen, die Farbauswahl ist ungewöhnlich, aber zum Lesen motivierend. Im Inneren des Buches setzt sich die ungewöhnliche Gestaltung fort, auch farblich und es ...


Schon das Cover hat mich positiv angesprochen, die Farbauswahl ist ungewöhnlich, aber zum Lesen motivierend. Im Inneren des Buches setzt sich die ungewöhnliche Gestaltung fort, auch farblich und es gibt verschiedene Kommentare zum Buch.
Das Debüt der Autorin Stacy Willingham lässt nicht erkennen, dass es ihr Erstlingswerk ist. Auch nach der Lektüre des gesamten Thrillers bin ich noch dieser Meinung.
Der Thriller handelt von Chloe, einer promovierten und angesehenen Psychologin . Aber eigentlich ist Chloe seelisch völlig kaputt, sie nimmt ohne ärztliche Begleitung verschreibungspflichtige Medikamente und trinkt zu viel Alkohol .
Chloe hat versucht ihr Leben zu leben, aber die Geschichte des Vaters belastet die gesamte Familie.
Chloes Vater sitzt seit 20 Jahren wegen Mordes an sechs Mädchen im Gefängnis . Ganz klar ist zunächst nicht , ob er wirklich der Täter ist , denn man konnte die Leichen niemals finden.
Die Geschichte wird aus Chloes Sicht erzählt ; ist sie die Tochter eines Serienmörders ? Kurz vor Ihrer Hochzeit holt die Vergangenheit sie wieder ein; es wird wieder ein Mädchen vermisst…
Das Buch raubt einem nicht nur den Atem , man kann einfach nicht aufhören zu lesen.

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Veröffentlicht am 01.11.2021

Wärme und Kälte… ganz nah beieinander .

Schwarzes Herz
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Ein eindringliches Buch , wahrhaft keine einfache Lektüre.
Zunächst einige Angaben zur Autorin dieses Buches. Jasmina Kuhnke, geboren 1982 in Hagen, arbeitet als Autorin und Aktivistin, sie kommuniziert ...

Ein eindringliches Buch , wahrhaft keine einfache Lektüre.
Zunächst einige Angaben zur Autorin dieses Buches. Jasmina Kuhnke, geboren 1982 in Hagen, arbeitet als Autorin und Aktivistin, sie kommuniziert als Letztere sehr viel bei Twitter unter ihrem Künstlernamen „Quattromilf“, das steht als Selbstbeschreibung für eine vierfache „Mom I’d like to follow“. Da ich selbst in den Sozialen Medien nicht aktiv bin, konnte ich zunächst weder mit Quattromilf noch Jasmina Kuhnke etwas anfangen. Aber ich wurde neugierig; wegen des Klappentextes , aber auch , weil Jasmina Kuhnke die Frankfurter Buchmesse boykottierte.
Das Cover wirkte zunächst irritierend auf mich, aber bei genauerer Betrachtung und nach der Lektüre , finde ich es sehr passend gewählt.
Auch der Beginn des Romans irritierte mich wegen seiner brutalen Art der Beschreibung – der Hinweis – die Inhaltswarnung ist berechtigt.
Die Lektüre vermittelt dem Leser intime und auch schockierende Einblicke in ein von Gewalt, Erniedrigung und Ausgrenzung geprägtes Leben.
Die Autorin beschäftigt sich mit Alltagsrassismus und anderen Formen der Diskriminierung, sich aus der Gewaltspirale zu lösen, für ihre Rechte zu kämpfen und Selbstachtung zu lernen.
Sie ist Eine, die sich „frei schreibt“. Vielleicht ist deshalb die Sprache dieses Romans so sehr direkt , eher derb und manchmal von Klischees geprägt.
Das Buch gehört jedenfalls zu einer Reihe von Romanen Schwarzer Ich-Erzählerin in Deutschland. Ich habe gerade „Mist, die versteht mich ja!“ von Florence Brokowski-Shekete gelesen.
Beide Bücher sind lesenswert und wichtig; zeigen sie doch , dass Wärme und Kälte…
… ganz nah beieinander liegen .

Veröffentlicht am 01.10.2021

Adventskalender der anderen Art

Morgen, Klufti, wird's was geben
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„Morgen, Klufti, wird’s was geben“ ist ein Adventskalender der anderen Art , der netten , der amüsanten, denn es besteht aus 24 literarisch verfassten Katastrophen des allseits beliebten Allgäuer Kommissars ...

„Morgen, Klufti, wird’s was geben“ ist ein Adventskalender der anderen Art , der netten , der amüsanten, denn es besteht aus 24 literarisch verfassten Katastrophen des allseits beliebten Allgäuer Kommissars Kluftinger.

Kurz vor den Weihnachtstagen fällt Kluftingers Frau Erika von der Leiter und somit aus – bei den Weihnachtsvorbereitungen , denn sie muss ins Krankenhaus.
Panik macht sich bei Kluftinger breit: wie soll er das bloß alles schaffen ohne seine Erika?
Zumal sich auch noch Familienbesuch aus Japan angekündigt hat; der Schwiegerpapa vom Sohnemann Markus reist an und muss betreut werden…
Das Büchlein mit seinen etwas mehr als 100 Seiten ist schnell gelesen und ich habe mich ganz köstlich amüsiert . Vor allem eingefleischte Kluftifans werden begeistert sein.

Das Autoren-Duo Klüpfl und Kobr hat hier eine amüsante und kurzweilige Geschichte der besonderen Art geschrieben, die für viel Spaß sorgen wird.

Das Cover passt gut in die Reihe der anderen Klufti-Bücher, witzig auch, dass der Weihnachtssack scheinbar noch von Ostern stammt, eben typisch Klufti.


Mein Fazit: Ein tolles Vorweihnachtsgeschenk für die Fans des Allgäuers. Als Adventskalender ist es allerdings nicht lesbar – wer kann schon bis zum nächsten tag auf das Weiterlesen warten ???