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Veröffentlicht am 20.10.2021

Eine gefährliche Rettungsmission

Pip rettet den Wald
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Pip ist ein Eichhörnchen. Aber nicht irgendeines. Pip ist hilfsbereit, freundlich, neugierig und besonders mutig. Als in Pips Wald der weise Hüterbaum stirbt und eine Eichel als Hoffnung auf ...

Pip ist ein Eichhörnchen. Aber nicht irgendeines. Pip ist hilfsbereit, freundlich, neugierig und besonders mutig. Als in Pips Wald der weise Hüterbaum stirbt und eine Eichel als Hoffnung auf eine positive Zukunft hinterlässt, ist Pip der erste, der sich freiwillig meldet die Eichel vom Baum zu pflücken und den Wald zu retten. Auch die anderen Tiere, vorallem die hinterhältigen Dachse, wollen die Eichel für sich haben, denn wer sie besitzt, herrscht fortan über den Wald. Doch Pip weiß, dass der Wald für alle Tiere da ist, und so beginnt er die gefährliche Rettungsmission.

Rebecca Reed hat eine spannende Geschichte für Kinder ab 8 Jahren zum Thema Klimawandel und Waldsterben, aber auch Zusammenhalt und Freundschaft geschrieben. Gleichzeitig ist das Buch der Auftakt zu einer Trilogie rund um Pip und seine Freunde.
Die Autorin erzählt ungeschönt was in Zeiten des Klimawandels mit dem Lebensraum Wald passiert. Weil es nicht mehr regnet, trocken die Seen aus, die Pfanzen können nicht mehr wachsen und sterben und die Tiere haben nach und nach keine Nahrungsquelle mehr. Eichhörnchen Pip wagt sich sogar ganz nah an die Menschen heran, um Futter für seine Freunde und sich zu beschaffen. Doch das ist keine dauerhafte Lösung und noch dazu wahnsinnig gefährlich. Der Wald muss gerettet werden. Hilfe bekommt Pip dabei von ganz unerwarteter Seite.

Die Autorin konnte mich tatsächlich mit ziemlich rasanten und mitreißenden Szenen und einigen unvorhersehbaren Wendungen überraschen. Das Ende ist eher offen gestaltet und macht auf jeden Fall Lust auf die Fortsetzung. Mir kam es jedoch etwas zu abrupt. Und auch sprachlich war es mir für ein Kinderbuch etwas zu gestelzt. Mir hat trotz des ernsten Themas ein bisschen die Leichtigkeit in den Worten gefehlt.

Nichts desto trotz liest sich das Buch weg wie nix und durch die liebevolle Innengestaltung und die hübschen Illustrationen von Nina Dulleck kommt die Geschichte noch besser zur Geltung. Schade nur, dass die Bilder nicht farbig gestaltet sind. Leseempfehlung gibt's aber natürlich trotzdem.

Fazit:
Pip rettet den Wald ist ein Reihenauftakt für Kinder ab 8 Jahren zum Thema Klimawandel und Waldsterben. Das tapfere kleine Eichhörnchen geht auf eine gefährliche Mission, um das Zuhause der Waldtiere zu retten.
Die Geschichte ist rasant und spannend und hält einige unvorhersehbare Wendungen bereit. Dazu kommen tolle Illustrationen zum Bestaunen. Auf jeden Fall lesenswert!

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Veröffentlicht am 19.10.2021

Romantisch, heimelig und kulinarisch

Das kleine Chalet in der Schweiz
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Der Herbst ist für mich die Zeit im Jahr, in der ich mich am liebsten mit Tee und Decke vor dem Kamin einkuschle und an heimelige Wohlfühlorte wünsche. 'Das kleine Chalet in der Schweiz' kam daher genau ...

Der Herbst ist für mich die Zeit im Jahr, in der ich mich am liebsten mit Tee und Decke vor dem Kamin einkuschle und an heimelige Wohlfühlorte wünsche. 'Das kleine Chalet in der Schweiz' kam daher genau zum richtigen Zeitpunkt. Romantisch, heimelig, charmant und sehr kulinarisch war die Reise in die Schweizer Alpen. Ich habe die buchige Reise richtig genossen.

'Das kleine Chalet in der Schweiz' ist bereits der 6. Band der Romantic Escapes Reihe von Julie Caplin. Ich hab das Pferd von hinten aufgezäumt, denn für mich war es die erste Begegnung mit der Autorin. Und ich werde definitiv auch die anderen Bände bald lesen, denn Julie hat mich mit ihrer einnehmenden Art als Fan gewonnen.

Julie Caplin hat einen wirklich wunderbar lockeren und einfach zu lesenden Schreibstil, der dazu einlädt einfach mal abzuschalten und sich wegzuträumen. Diese herrlich unkomplizierte Art passt einfach perfekt zur Geschichte, die - was ich mehr als erfrischend finde - ohne große Dramen auskommt. Naja, Protagonistin Mina sieht das wahrscheinlich anders. Immerhin wurde sie von ihrem Verlobten am Jahrestag verlassen. Mina beschließt kurzerhand sich eine Auszeit bei ihrer Patentante Amelie in der Schweiz zu gönnen. Diese betreibt dort ein entzückendes, kleines Chalet eingebettet zwischen den verschneiten Gipfeln der Schweizer Alpen. Mina lernt nicht nur die Köstlichkeiten der Schweiz kennen, sondern sie findet auch neue Freunde, lernt sich selbst von einer anderen Seite kennen und trifft auf ihr Schicksal.

Abgesehen davon, dass die Handlung wirklich kurzweilig war, hat mich besonders die Liebe zum Detail begeistert. Julie Caplin hat es geschafft die Schweiz in mein Wohnzimmer zu bringen. Egal ob bei der Zugfahrt durch die bergige Landschaft, dem Besuch der Schokoladenfabrik oder den Ski- und Langlaufausflügen - ich habe mich gefühlt, als wäre ich vor Ort. Es waren Kleinigkeiten, die mein Herz zum Glühen gebracht haben. Das Knistern des Feuers im Kamin, der kalte Schnee auf der Haut und der Duft der süßen Köstlichkeiten, der durch das Chalet gezogen ist. All diese Dinge haben dazu beigetragen, dass ich mich unglaublich wohl gefühlt habe beim Lesen.

Und auch die Liebesgeschichte war richtig süß, auch wenn sie mir fast ein bisschen zu weit hergeholt war. Besonders den Schluss fand ich dann doch etwas zu kitschig. Aber in so einem Buch darf das auch sein, finde ich. Genau so wie die Klischees die bedient werden. Ja, ich spiele hier auf die hochgelobte Schweizer Pünktlichkeit an und offenbar können alle schon ab der Wiege perfekt Skifahren.

Ich hab die Auszeit beim Lesen jedenfalls sehr genossen. Mit Mina und ihrem Love Interest Luke bin ich zwar nicht so ganz warm geworden, was vorallem daran liegt, dass ich ihre Gedanken teilweise nicht nachvollziehen konnte. Aber ich wurde dafür mit vielen anderen liebevollen Charakteren und einer wunderschönen Atmosphäre entschädigt.

Fazit:

Romantisch, sehr charmant, heimelig und kulinarisch! 'Das kleine Chalet in der Schweiz' lädt zum Träumen und Wohlfühlen ein. Julie Caplin hat eine wunderbar einnehmende Art zu schreiben. Ich hatte wirklich das Gefühl die Schweiz zu bereisen.

Ich kann das Buch all jenen empfehlen, die eine lockere und leichte Lektüre zum Wegräumen, mit viel Liebe und ein bisschen Herzschmerz suchen.

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Veröffentlicht am 07.10.2021

Der Teufel ist in der Stadt

Pantarch
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Würdest du das Geschenk der Unsterblichkeit annehmen? Ich bin mir da jetzt nicht mehr so sicher. Ich würde die Unsterblichkeit auch nicht mehr als Geschenk ansehen. Mila Ilbach hat sich mit dem ...

Würdest du das Geschenk der Unsterblichkeit annehmen? Ich bin mir da jetzt nicht mehr so sicher. Ich würde die Unsterblichkeit auch nicht mehr als Geschenk ansehen. Mila Ilbach hat sich mit dem sehr philosophischem Thema in ihrem Erstlingswerk auseinander gesetzt und in einem spannenden Fantasy Roman verpackt.

Ich habe das Cover gesehen, Untertitel und Klappentext gelesen und bin sofort angesprungen. Ich musste das Buch mit dem einprägsamen Titel 'Pantarch' einfach lesen. Und es hat sich definitiv gelohnt. Mila Ilbachs Idee und die Umsetzung des Themas ist auf jeden Fall gelungen. Und auch mit dem eher nüchternen Schreibstil bin ich sehr gut zurecht gekommen. Denn die Geschichte liest sich unglaublich flüssig und ist durch die Perspektivenwechsel der beiden Protagonisten Aurora und Evan auch sehr kurzweilig.

Die Geschichte handelt von Aurora deren Leben sich über Nacht schlagartig ändert. Nach einem schweren Autounfall erwacht die junge Ärztin als unsterbliches Wesen - einer Pantarch. Das Schicksal führt Aurora direkt zu Evan, ihrem Unfallgegner, der ebenfalls ein Pantarch ist. Aurora wird in eine sehr hierarchische Gesellschaft eingeführt, die nach strengen Gesetzen lebt. In dieser Welt wird schnell klar, mit welchen Opfern die Unsterblichkeit verbunden ist. Aurora wird gezwungen ihr bisheriges Leben komplett aufzugeben und den Kontakt zu ihren Freunden und ihrer Familie zu unterbinden. Doch Aurora lässt sich nichts aufzwingen. Sie kämpft trotz der lauernden Gefahr und der Bedrohung durch die anderen Pantarche, die ihre Gesellschaft schützen wollen, für ihr Leben und ihre Sterblichkeit.

»Unsere Sterblichkeit ist doch das, was jeden Moment besonders macht. Wie kann ich mich über meine Erlebnisse, Gefühle oder Erfolge ernsthaft freuen , wenn sie in einem Meer aus Unendlichkeit untergehen?« (Zitat)

Ich mochte Aurora und ihren Kampfgeist wirklich gerne, doch auch Evan habe ich trotz seiner verschlossenen und teilweise mürrischen Art ins Herz geschlossen. Evan hat sich im Gegensatz zu Aurora mit seinem Dasein als Unsterblicher schon lange arrangiert. Als Mitglied des Senates genießt er gewisse Vorzüge. Und er ist es auch, dem die Aufgabe zugeteilt wird, Aurora auf ihr neues Leben vorzubereiten...sie zu überzeugen.

»Wir können die Welt auf eine Art sehen und kennenlernen, wie Sterbliche es niemals können werden. Wir können Dutzende von Leben führen.« (Zitat)

Aurora und Evan sind zwei Protagonisten, die auf unterschiedlichen Seiten stehen und doch noch voneinander lernen können. Ich mochte die Dynamik und den Konflikt zwischen den beiden total gerne. Und damit es so richtig spannend wird, schickt Mila Ilbach mit Auroras Kollegen und Partner auch noch einen Menschen is Rennen, der Aurora helfen will ihr altes Leben zurück zubekommen, jedoch selber ein großes Geheimnis verbirgt.

Ja, das Buch steckt voller Rätsel und wirft eine Menge Fragen auf, die zum Teil auch beantwortet werden. Das komplette Geheimnis hinter den Pantarch wird aber noch nicht gelüftet. Ich hoffe zumindest, dass dazu und vorallem zum Ursprung der Unsterblichkeit noch Erklärungen folgen.

»Diabolus in urbi est!«...»Der Teufel ist in der Stadt« (Zitat)

Bei der gesellschaftlichen Struktur der Pantarch bedient sich Mila Ilbach am Regierungssystem der römischen Antike. Ein Kaiser herrscht über alle. Ihm zur Seite stehen Konsule und der Senat. Und auch so manche Charaktereigenschaft römischer Despoten hat die Autorin ihrem Herrscher und seinen Beratern verliehen. Nero, Cäsar und Caligula lassen schön grüßen.

Mila Ilbach konnte mich Kapitel um Kapitel neu überraschen. Und im letzten Drittel ist die Spannung dann auch am Höhepunkt angekommen. Sogar soweit, dass ich zugegeben etwas Angst vorm weiterlesen hatte. Ich nenne es eine mal böse Vorahnung, die sich auch bewahrheitet hat. Denn nach dem temporeichen Finale wartet ein gemeiner Cliffhanger!

Ein Herz ziehe ich ab, da mir das Ende dann ein bisschen zu schnell abgehandelt wurde. Meiner Meinung nach hätte man das Tempo in der ersten Hälfte etwas anziehen können, dafür die zweite Hälfte und das Finale etwas ausführlicher gestalten können. Das ändert aber nichts daran, dass 'Zwischenwelt Pantarch' ein absolut gelungener Dilogieauftakt ist, der mich auf jeden Fall fesseln konnte.

Fazit:

'Zwischenwelt Pantarch' ist ein Fantasy-Roman, der sich dem Thema Unsterblichkeit widmet. Es ist ein komplexes Thema mit philosophischem Ansatz und regt auf jeden Fall zum Nachdenken an. Gleichzeitig ist das Erstlingswerk von Mila Ilbach aber auch mitreißend und spannend und erreicht zwischendurch auch Thriller-Niveau. Ich habe den Dilogieauftakt sehr gerne gelesen und freue mich nach dem fiesen Cliffhanger schon sehr auf die Fortsetzung.

Absolut lesenswert!

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Veröffentlicht am 29.09.2021

Vanitas

Die Hüter der fünf Jahreszeiten, Band 1: The Lie in Your Kiss (Romantische Fantasy - So aufwühlend wie der Herbstwind, so unvergesslich wie ein Sommerabend.)
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Mein erstes Buch von Kim Nina Ocker hat mir ganz wunderbare Lesestunden bereitet. Passend zum Herbstbeginn wurde mir ein ganz neuer und ziemlich magischer Blickwinkel zum Wechsel der Jahreszeiten ...

Mein erstes Buch von Kim Nina Ocker hat mir ganz wunderbare Lesestunden bereitet. Passend zum Herbstbeginn wurde mir ein ganz neuer und ziemlich magischer Blickwinkel zum Wechsel der Jahreszeiten eröffnet.

Bloom ist ein Wintermädchen. Hineingeboren in eine der vier mächtigen Wächterfamilien, welche über die Jahreszeiten herrschen, führt Bloom ein Leben voller Geheimnisse. Denn niemand darf erfahren, was es mit dem Kreislauf der Jahreszeiten auf sich hat. Nicht einmal Bloom selbst ist in die Aufgaben ihrer Familie involviert. Ohne magische Fähigkeiten und als Kind aus einer verbotenen Liaison wird Bloom eher ausgegrenzt. Das ändert sich schlagartig als Blooms Cousin, der amtierende Hüter des Winters, stirbt. Als nächstgeborene wird Bloom nun das wichtige Amt zuteil in einer Zeremonie den Winter zu verabschieden und den Frühling einzuläuten. Doch auf dem Jahreszeitenball kommt alles ganz anders und ein einziger Kuss bringt den Kreislauf der Jahreszeiten gewaltig ins Wanken.

Kim Nina Ocker hat mit ihrer Jahreszeiten-Dilogie einen wirklich spannenden und faszinierenden Mythos geschaffen. Die Idee hinter den Hüterhäusern und wie wichtig diese für die Aufrechterhaltung des Gleichgewichtes sind, konnte mich total fesseln. Und dann ist da auch noch die mysteriöse, vergessene, fünfte Jahreszeit, die ich genau genommen am genialsten finde.

Die Autorin hat ihr Jahreszeitthema wirklich unglaublich gut durchdacht. Es wirkt alles in sich stimmig. So zum Beispiel das Magiesystem, welches sich an der Natur und der jeweiligen Jahreszeit orientiert.
Wirklich passend fand ich auch die Gedankenspiele zum Klimawandel, dem Schmelzen der Polarkappen und Naturkatastrophen wie Hurrikans. Kim Nina Ocker hat damit ihrer Romantasy einen realitätsnahen Anstrich verpasst.

Bloom mochte ich als Protagonistin recht gerne, vorallem weil sie nicht auf den Mund gefallen ist. Zudem ist sie einfach erfrischend normal. Keine Superwoman, die alles auf Anhieb schafft. Bloom entwickelt sich sehr authentisch, sie macht Fehler und lernt daraus. Und sie verliebt sich, was weitreichende Konsequenzen hat. Neugierig geworden? Dann lest es selbst. Allen Romantikerinnen verspreche ich, dass Love Interest Kevo wirklich nicht zu verachten ist. Er ist geheimnisvoll, ein bisschen gefährlich, gleichzeitig aber auch sehr fürsorglich und hilfsbereit. Und er steht auf der falschen Seite. Ich denke man kann sich ganz gut vorstellen wie das ganze endet. Ziemlich gemein!

Sosehr mich die Geschichte letztlich mitreißen konnte, einen kleinen Kritikpunkt habe ich dennoch. Der Einstieg war nämlich doch mit ziemlichen Längen verbunden. Die Autorin hat sich in unnötigen Wiederholungen und Erklärungen verrannt und das Tempo leider dadurch sehr gedrosselt. Ich empfehle allerdings dringend durchzuhalten, denn nach dem ersten Drittel nimmt die Geschichte Fahrt auf. Es wird schlagartig rasant, mitreißend und wendungsreich. Man fragt sich durchwegs wem man vertrauen kann und wem nicht. Und ich kann sagen, dass mich die Autorin teilweise sehr überraschen konnte.

Fazit:

Ein junges Mädchen, das ungeahnte Kräfte entfaltet, die Magie der Jahreszeiten, und eine junge Liebe entzweit durch eine Rebellion.

Kim Nina Ocker konnte mich mit ihrem lockeren und leichten Schreibstil und dem Jahreszeiten-Thema nach einem etwas langwierigen Start doch noch mitreißen.
Die Hüter der fünf Jahreszeiten ist ein packender und magischer Dilogieauftakt, an dessen Ende mein Herz kurz zum Schlagen aufgehört hat.

Ich kann das Buch all jenen empfehlen, die gerne leichte Romantasy lesen.

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Veröffentlicht am 24.09.2021

Eine schöne Bescherung

Morgen, Klufti, wird's was geben
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Kultkommissar Kluftinger ist mir schon länger ein Begriff. Bislang habe ich aber noch keinen Allgäu-Krimi mit ihm gelesen. Die weihnachtliche Kurzgeschichte ist mir fürs erste Kennenlernen perfekt ...

Kultkommissar Kluftinger ist mir schon länger ein Begriff. Bislang habe ich aber noch keinen Allgäu-Krimi mit ihm gelesen. Die weihnachtliche Kurzgeschichte ist mir fürs erste Kennenlernen perfekt vorgekommen, auch wenn es vielleicht noch ein bisserl früh dafür war. Aber lachen kann man ja bekanntlich das ganze Jahr über, also habe ich mich jetzt schon auf dieses irrwitzige Abenteuer eingelassen.

Bei den Kluftingers wird alles fürs frohe Fest vorbereitet. Ausgerechnet zwei Tage vorm Heiligabend stürzt die Erika beim Aufputzen vom Christbaum von der Leiter und muss zur Beobachtung ins Krankenhaus. Ein Umstand, der dem Herrn Kommissar gar nicht passt. Wer soll denn jetzt alles vorbereiten? Und dann kündigt sich auch noch der Schwiegerpapa vom Sohnemann Markus aus Japan an und das Chaos nimmt seinen Kauf.

Was für ein herrlicher Spaß kann ich euch sagen. Ich hab wirklich Tränen gelacht. Das grantelnde Urgestein lässt nichts anbrennen und stapft von einer Misere in die nächste. Vom großen Stromausfall übers sehr gewöhnungsbedürftige Glühweinkochen (ich wundere mich jetzt noch, dass keiner eine Lebensmittelvergiftung hatte) ist alles dabei, was an Weihnachten schief gehen kann. Natürlich wird dabei ganz schön übertrieben, aber sonst wärs ja auch langeweilig. Das Buch hat ein bisschen was von "Eine Schöne Bescherung" gewürzt mit einer Prise "Mundl".

Und auch auch sprachlich ist der Klamauk toll umgesetzt. Herrliche Dialoge im Allgäuer Dialekt gemixt mit Kluftis Kauderwelsch-Englisch. Durch die Verwendung der Umgangssprache haben die Charaktere, allen voran Kluftinger, eine richtig authentische Note bekommen.

Theoretisch könnte man das Buch sogar als Adventskalender lesen, praktisch habe ich die 24 Kapitel aber in einem Zug durchgesuchtet. Es ist ja doch eine zusammenhängende Geschichte. Als Kalender hätte es meines Erachtens besser funktioniert, wenn es 24 Einzelepisoden gewesen wären.

Als Klufti-Neuling kann ich das Buch wirklich empfehlen. Es hat sich sich ohne Vorkenntnisse super und leicht lesen lassen. Und ich bin mir sicher, dass auch eingefleischte Fans begeistert sein werden.

Fazit:

Herrlich chaotisch, urkomisch und wahnsinnig übertrieben! Das grantelnde Urgestein Kluftinger zeigt vor wie es nicht geht.

"Morgen, Klufti, wirds was geben" ist ein stilechter Klamauk mit spritzigen Dialogen im Allgäuer Dialekt und einem tollpatschigen und kautzigen Protagonisten. Ich hatte unglaublich viel Spaß beim Lesen der Weihnachtsgeschichte und kann das Buch sowohl Klufti-Neulingen, als auch eingefleischten Fans empfehlen.

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