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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.11.2021

Anders als erwartet

Reality Show
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Reality Show hätte mit seinem Klappentext und der Idee dahinter eigentlich 5 Sterne verdient. Ich war von Anfang an so sehr verliebt in diese spannende, originelle Idee und als bekennender Reality TV Fan ...

Reality Show hätte mit seinem Klappentext und der Idee dahinter eigentlich 5 Sterne verdient. Ich war von Anfang an so sehr verliebt in diese spannende, originelle Idee und als bekennender Reality TV Fan schwimme ich sowieso auf dieser Wellenlänge. Mein letztes Buch von Anne Freytag war ein eher mittelmäßiges Jugendbuch und so war ich gespannt, ob sie mich mit diesem Roman würde überzeugen können.

Doch leider flachte meine anfängliche Begeisterung schnell ab und wuchs auch nicht mehr so richtig trotz rasanterer zweiter Hälfte. Ich habe einfach irgendwie etwas anderes erwartet, als man hier bekommen hat. Der Fokus hätte für mich noch mehr auf der Show liegen können, auf den Vorgängen dahinter, stattdessen wurde viel über die Figuren und deren Hintergründe gesprochen, fast schon zu viel. All die Beteiligten habe ich sehr bald durcheinander bekommen, die Namen, deren Geschichten, wer ist wer, wer macht was. Das hat mich schnell überfordert und sich bis zum Ende ehrlich gesagt auch nicht gelegt. Finde ich sehr schade, da wäre weniger mehr gewesen.

Der Schreibstil war kurz und knackig, passend zum direkten, gesellschaftskritischen Ton der Geschichte, daran gab es nichts auszusetzen. Ich bin relativ flüssig durch das Buch gekommen, nur wirklich hängengeblieben ist vom Gelesenen nicht viel, was gerade bei so einem aktuellen, eindringlichen Inhalt sehr schade ist. Das Potenzial der Idee wurde in meinen Augen nicht voll genutzt und so entstand für mich auch nicht das Highlight, was ich anhand des Klappentextes erwartet hätte.

Mein Fazit:
Ich bin leider etwas enttäuscht und vergebe 3 von 5 Sternen. Der Grundbaustein war gut und sehr gelungen, die zweite Hälfte des Buches zudem recht rasant. Aber ich hatte keine Bindung zu den Figuren und war mit der schieren Menge oft einfach überfordert.

Veröffentlicht am 08.11.2021

Klingt schlechter als es gemeint ist

Der letzte Rabe des Empire
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Der letzte Rabe des Empire ist optisch ein absoluter Hingucker. Die bunte, aber dunkel gehaltene Gestaltung des Covers mit der Person und der Stadt im Hintergrund wirkt wunderbar atmosphärisch und würde ...

Der letzte Rabe des Empire ist optisch ein absoluter Hingucker. Die bunte, aber dunkel gehaltene Gestaltung des Covers mit der Person und der Stadt im Hintergrund wirkt wunderbar atmosphärisch und würde mich in der Buchhandlung direkt anziehen. Ich war auch aufgrund des Klappentextes Feuer und Flamme, und konnte es kaum erwarten, loszulegen.

Leider muss ich sagen, dass ich dann relativ viel Mühe hatte, in die Geschichte reinzukommen. Ich wurde nicht direkt abgeholt, wie ich es mir erhofft hatte, sondern dümpelte unbeteiligt am Rand des Geschehens vor mich hin. Das wurde im Laufe der Zeit besser, aber der Funke, der übergesprungen ist, blieb nur ein Funke und entwickelte sich nicht zu einem Feuer.

Vielleicht lag es an der etwas unpersönlichen Erzählperspektive. Ich bin ein großer und bekennender Fan davon, wenn Geschichten aus der Ich-Perspektive geschrieben sind, das ermöglicht einem das perfekte Eintauchen in die Gedankenwelt der Figuren. Hier jedoch wird das nicht genutzt, sondern von einem übergeordneten Erzähler berichtet, der auf viele verschiedene Personen schaut und immer wieder zwischen ihnen hin und her springt. Das hat teils für etwas Unordnung gesorgt, ich musste mich oft neu sortieren und bin dadurch nicht so schnell vorangekommen. Umso schneller war dafür meine Motivation erschöpft, sodass ich leider sehr lange für das Buch gebraucht habe.. zu lange.

Was mir auch ein wenig aufgestoßen ist, war die Tatsache, dass die Geschichte zwar oft unterteilt wird, aber kaum mal eine „richtige“ Kapitelunterbrechung hat, was das Weglegen für mich immer schwer gestaltet hat. Ich mag kurze Kapitel, die es mir ermöglichen, einen klaren Cut zu ziehen, wenn ich eine Pause brauche, das war hier kaum möglich.

Ich habe sehr geliebt, mit Melvin zusammen zu rätseln und zu grübeln, was es mit dieser Mordserie auf sich hat. Ich fand den Fall unglaublich spannend und auch sehr aufregend aufgebaut, es hätte für mich eine echt fesselnde Geschichte werden können, wenn die ständigen Perspektivwechseln nicht wären. Ich mochte die Vielfalt der Figuren, auch wenn viele mir recht fremd blieben und ich keine innige emotionale Beziehung zu ihnen aufbauen konnte. Es gab einfach so viele, die man im Auge behalten musste und über die man nachdenken konnte.

Mein Fazit:
Insgesamt klingt das alles sehr negativ, aber das war es nicht. Ich mochte das Buch im Großen und Ganzen, nur war es durch Erzählstil und Layout mühsamer zu lesen, als ich es mir gewünscht hätte. Ich bin nur langsam vorangekommen und vergebe daher immer noch gute 3 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 05.11.2021

Schwächster Band der Reihe

Kaleidra - Wer die Liebe entfesselt
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Kira Licht hatte bei mir mit ihrer Götter-Dilogie viele Pluspunkte gesammelt. Mit Kaleidra ging es dann in eine abenteuerliche andere Richtung, auch Fantasy, aber thematisch komplett verschieden. Wer Chemie ...

Kira Licht hatte bei mir mit ihrer Götter-Dilogie viele Pluspunkte gesammelt. Mit Kaleidra ging es dann in eine abenteuerliche andere Richtung, auch Fantasy, aber thematisch komplett verschieden. Wer Chemie was abgewinnen kann und Spaß an Elementen hat, für den wird die Reihe bestimmt der Überflieger schlechthin sein. Aber auch für mich als Chemie-Unbegabte waren die Bücher lesenswert.

Im dritten Teil der Reihe geht es noch mal ordentlich hoch her. Ich war anfangs skeptisch, ob alle Fragen, die sich im Laufe der Geschichte auftaten, auch angemessen aufgeklärt werden könnten, zumal im letzten Band auch noch ein großer Schwung dazukam. Aber ich muss sagen, dass die Autorin es geschafft hat, mich dahingehend zu überzeugen. Es ist nicht viel offen geblieben, und dort, wo noch Interpretationsspielraum herrscht, war er vertretbar.

Was mir in diesem Band leider gefehlt hat, war die Nähe zu den Protagonisten. Emilia kam mir teilweise furchtbar egoistisch vor und die Beziehung zwischen ihr und Ben konnte mich streckenweise auch nicht ganz überzeugen. Ich kann gar nicht so genau ausmachen, woran es gelegen hat, wahrscheinlich waren es viele kleine Ungereimtheiten, die die Masse gemacht und mir das positive Leseerlebnis auf lange Sicht ein wenig getrübt haben.
Dazu kamen einige neue Nebenfiguren, die bei mir nicht auf Sympathie gestoßen sind. Im Gegenteil, sie haben mich sehr aufgeregt und damit die Frustration beim Lesen geschürt.

Die Action ist in diesem Buch definitiv nicht zu kurz gekommen. Es gab viele Kampfszenen und eine Menge erlebnisgeladener Ausflüge, für meinen Geschmack vielleicht schon fast zu viele. Stellenweise war das Geschehen sehr überladen und man kam kaum hinterher, es fiel mir dann sehr schwer, das Gelesene schnell zu verdauen. Das große Finale dagegen war verhältnismäßig unspektakulär, die Lösung ungewöhnlich und unerwartet, was ich allerdings wiederum ganz gut fand.

Ich muss leider sagen, dass der finale Band für mich nicht der krönende Abschluss war, den ich mir erhofft hatte. Zum größten Teil lag es wohl an der fehlenden Bindung zu den Hauptfiguren, aber es war auch die Atmosphäre, die mich nicht so richtig packen konnte. Ich blieb emotional recht stark außen vor und das fand ich mehr als schade, denn ich weiß, dass Kira Lichts Geschichten definitiv das Potenzial haben, mich mitzureißen.

Mein Fazit:
Für mich tatsächlich der schwächste Band der Reihe, so leid es mir auch tut, das zugeben zu müssen. Ich habe einfach nicht reingefunden und Emilia und Ben konnten mich dieses Mal nicht von sich überzeugen. Von mir gibt es daher 3 von 5 Sternen für dieses Finale.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 12.10.2021

Ganz okay

Die Hüter der fünf Jahreszeiten, Band 1: The Lie in Your Kiss (Romantische Fantasy - So aufwühlend wie der Herbstwind, so unvergesslich wie ein Sommerabend.)
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The lie in your Kiss hat mich vom Klappentext her sehr stark an die Sommerlicht-Reihe von Melissa Marr erinnert. Die verschiedenen Höfe der Jahreszeiten waren, wenn ich weit hinten in meinen verstaubten ...

The lie in your Kiss hat mich vom Klappentext her sehr stark an die Sommerlicht-Reihe von Melissa Marr erinnert. Die verschiedenen Höfe der Jahreszeiten waren, wenn ich weit hinten in meinen verstaubten Erinnerungen krame, sehr ähnlich, ebenso wie die Liebesgeschichte die sich im Laufe der Zeit anbahnt. Allerdings bin ich nicht sicher, ob der Aspekt, dass die Hüter hier über die Jahreszeiten wachen und sie sozusagen verursachen, nicht doch neu ist. So oder so war ich recht gespannt auf die Geschichte, da die Sommerlicht-Reihe mir damals sehr gut gefallen hat.

Leider bin ich nicht ganz so positiv eingestimmt aus der Story herausgekommen, wie ich hineingegangen bin. Was mich am meisten hat stolpern lassen und weshalb ich so langsam beim Lesen vorangekommen bin, ist der Spannungsbogen. Ich hatte schon in anderen Rezensionen gesehen, dass es den Leser*innen ähnlich gegangen ist wie mir, denn ich bin einfach partout nicht so richtig ins Geschehen gesaugt worden. Was passierte, plätscherte meist recht zahm neben mir her, die fesselnde, rasante Spannung, die ich mir erhofft hatte, blieb größtenteils aus. Das ist schade, denn das Potenzial war meiner Meinung nach durchaus da.

Bei der Protagonistin Bloom musste ich immer an den Winx Club denken. Sie war eine nette Protagonistin, aber zur Gänze auf der selben Wellenlänge waren wir nicht. Immerhin erzählte sie aus ihrer Ich-Perspektive, was immerhin einen gewissen Draht zu ihr ermöglichte.
Das Buch hält bezüglich der Jahreszeiten auch noch einige Überraschungen bereit. Das fand ich eine clevere und gut eingefädelte Idee und hat mich zudem ein wenig näher an die Geschichte gebunden, so wie ich es mir von Anfang an und über weitere Strecken gewünscht hätte.

Mein Fazit:
Ein nettes Buch mit sehr guter Idee, aber für mich kein Highlight. Ich denke dennoch, dass ich der Fortsetzung eine Chance geben werde.
Von mir gibt es 3 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 08.10.2021

Nicht zu 100% überzeugend

Der Sohn des Odysseus
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Als Kind gehörte die TV Serie „Mission Odysseus“ zu meiner Samstags-Routine. Ich habe die Serie über alles geliebt, die Abenteuer des Seefahrers, die mythischen Kreaturen und Götter, die er dabei trifft ...

Als Kind gehörte die TV Serie „Mission Odysseus“ zu meiner Samstags-Routine. Ich habe die Serie über alles geliebt, die Abenteuer des Seefahrers, die mythischen Kreaturen und Götter, die er dabei trifft und bezwingt, die List, mit der er ihnen jedes Mal wieder entgeht. Und bevor das Abenteuer losging, sah man jedes Mal seine Frau Penelope und seinen Sohn Telemachos, die zuhause auf die Rückkehr des Mannes warten.

Ich fand die Idee, in diesem Buch die persönliche Geschichte des Sohnes, des Daheimgeblienen, des Wartenden zu erzählen, einfach großartig. Die Perspektive von Telemachos stellte ich mir sehr spannend vor und ich fragte mich, wie viel mir von dieser Geschichte bekannt vorkommen würde, ob ich einige Aspekte aus der Serie wiedererkennen würde oder generell Dinge aus der trojanisch-griechischen Fehde um Helena, die der Ursprung von Odysseus Aufbruch war.

Anfangs noch, als der kleine Telemachos die Abenteuer seines Vaters von seinem Kindermädchen weitergereicht bekommt, fand ich die Geschichte klasse. Ich habe viele Begegnungen wiedererkannt, sei es nun von „Mission Odysseus“ oder aus anderen Reihen und Büchern, die die griechische Mythologie behandeln, wie Percy Jackson. Ich habe mich wohlgefühlt in dieser Mischung aus bekanntem und unbekanntem, ein tolles Leseerlebnis.

Aber je älter Telemachos wurde, desto stärker rückte der Fokus natürlich auf ihn und sein eigenes Befinden, auf die chaotischen und ungemütlichen Zustände in Ithaka und mir persönlich hat das nur in Maßen gefallen. Es war einerseits zwar spannend zu sehen, wie Telemachos aufwächst und sich vom kleinen Jungen zum Mann entwickelt, der sich erst einmal klar darüber werden muss, was er selbst möchte und wohin es ihn zieht.
Auf der anderen Seite konnte ich mich in diesen Teil der Geschichte einfach nicht richtig hineinversetzen. Die Figuren, die zumeist Widersacher von Telemachos waren, waren mir entsprechend unsympathisch und zu sehen, wie der junge Mann ständig untergebuttert und nicht ernstgenommen wird, zu sehen, wie respektlos er unter seinem eigenen Dach von Fremden herumkommandiert wird, hat mich sehr wütend gemacht und auf lange Sicht frustriert. Frustriert zu lesen macht nur bedingt Spaß und so brauchte ich für die zweite Hälfte des Buches sehr viel länger als erwartet.

Was mir wiederum sehr gut gefiel, war die Gestaltung. Der Einband und das Cover sind wunderschön und im Innenbereich finden sich hier und dort Illustrationen, die ich mir gern angeschaut habe. Es hätten für meinen Geschmack sogar noch ein paar mehr sein können, sie passten einfach super zur Geschichte.

Mein Fazit:
Insgesamt mochte ich den Teil mit Odysseus Abenteuern leider irgendwie mehr als die persönliche Geschichte von Telemachos, was dem Titel eigentlich nur in die Karten spielt. Für mich konnte Telemachos sich nicht wirklich als überzeugende, eigenständige Figur etablieren, er blieb für mich einfach nur der „Sohn von Odysseus“. Ich mochte das Setting sehr, die Seefahrten, die Inseln und allen voran Ithaka, aber so richtig begeistert bin ich nicht. Von mir gibt es daher mittelmäßige 3 von 5 Sternen.