Platzhalter für Profilbild

normanfips

Lesejury Star
offline

normanfips ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit normanfips über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.11.2021

Gelungenes Krimi-Debüt

Kant und der sechste Winter
0

„Kant und der sechste Winter“ ist der Auftakt um den Münchner Hauptkommissar Kant und sein Ermittlerteam.
Kant wird an den Weihnachtsfeiertagen an einen Tatort gerufen. Er war gerade im Begriff das Hühnchen ...

„Kant und der sechste Winter“ ist der Auftakt um den Münchner Hauptkommissar Kant und sein Ermittlerteam.
Kant wird an den Weihnachtsfeiertagen an einen Tatort gerufen. Er war gerade im Begriff das Hühnchen in den Ofen zu schieben. Dieses Weihnachten ist nämlich seine pubertierende Tochter Frida bei ihm. Sie lebt nun bei ihm, da seine Ex- Frau mit ihr nicht mehr zurecht kommt.
Am Tatort erwartet ihn ein toter Mann, der scheinbar Opfer eines Autounfalls wurde. Eine Anwohnerin gibt allerdings an, dass sie Zeugin wurde, wie jemand nach dem Unfall den am Boden liegenden Mann erwürgt hat.
Und so beginnen die Ermittlungen in München und weiten sich auf ein kleines Nest am Ammersee aus.
Das Motiv scheint dort in der Vergangenheit zu liegen. Die Dorfbewohner sind nur nicht allzu gesprächig. Und mehr soll jetzt gar nicht verraten werden.
Der 1. Fall um Hauptkommissar Kant ist spannend und hält überraschende Wendungen bereit.
Die einzelnen Kapitel sind kurz gehalten und der Leser begleitet einmal Kant selbst, dann wieder einen Kollegen bzw. eine Kollegin aus dem Ermittlerteam, aber auch alle anderen Protagonisten. Dadurch liest sich der Krimi sehr flott, was durch den flüssigen Schreibstil noch gefördert wird.
Mir hat die Ausgewogenheit zwischen dem Fall und dem Privatleben sehr gut gefallen. Die Figuren empfinde ich als authentisch und Kant ist mir sympathisch.
Rundum ein gelungenes Krimi Debüt, das mich richtig gut unterhalten hat.
Marcel Häußler setzt erfreulicher Weise mehr auf psychologische Nuancen als auf reißerische Verbrecherjagd. Ich freue mich sehr auf weitere Fälle rund ums Münchner Ermittlerteam.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.10.2021

Deutsch-italienische Familiensaga

Bevor der Sturm begann
0

„Bevor der Sturm begann“ ist ein deutsch-italienischer Familienroman, der sich über den Zeitraum 1900 bis 1945 erstreckt.
Die Hauptprotagonistin ist Susanne. Wir lernen sie als eine vernünftige, unscheinbare ...

„Bevor der Sturm begann“ ist ein deutsch-italienischer Familienroman, der sich über den Zeitraum 1900 bis 1945 erstreckt.
Die Hauptprotagonistin ist Susanne. Wir lernen sie als eine vernünftige, unscheinbare und angepasste junge Frau kennen, die mit ihren Geschwistern in Regensburg aufwächst. Der Vater führt eine Brauerei, die an den ältesten Sohn weitergegeben werden soll.
Bei einem Aufenthalt an der Riviera verliebt Susanne sich Hals über Kopf in den so gar nicht angepassten und äußerst attraktiven Achille.
Die Familiensaga ist in mehrere Zeitabschnitte unterteilt. Zwischen den Abschnitten sind jeweils einige Jahre vergangen. In Rückblicken wird geschildert, was alles in der Zwischenzeit passiert ist.
Susanne und Achille eröffnen gemeinsam in Regensburg das erste italienische Restaurant in Bayern. Dieses Lokal wird zum Dreh- und Angelpunkt der weiteren Geschichte.
Vor dem Hintergrund des 1. und 2. Weltkrieges entfaltet sich das Leben Susannes, ihres Mannes und vor allem auch ihrer Geschwister und deren Kinder.
Ein Roman, in dem es um Krieg, Gräueltaten, Verluste, Verrat und dunkle Geheimnisse geht, aber auch um bedingungslosen Zusammenhalt, Mut, Lebensfreude und Liebe.
Claudia Leys Schreibstil ist flüssig und sie schafft es von italienischen Gerichten und Weinen so zu schreiben, dass einem das Wasser im Munde zusammenläuft.
Leider konnte ich zu den Figuren nur bedingt emotionalen Zugang finden, sie blieben mir alle ein wenig fern.
An manchen Stellen gab es fast zu viel an Aufopferung und Unterstützung, da balancierte der Roman für mich nah am Kitschigen.
Dies wurde allerdings durch den gut beschriebenen historischen Hintergrund wieder aufgefangen.
Das Buch ist auf jeden Fall lesenswert. Das letzte Drittel fand ich am spannendsten und wollte unbedingt wissen, wie es nun für die Familie ausgeht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.10.2021

Schönes Buch über Marokko und Deutschland

Auf Basidis Dach
0

Mona Ameziane hat einen marokkanischen Vater und eine deutsche Mutter.
Aufgewachsen ist sie in Deutschland. Sie hat allerdings seit ihrer Kindheit auch immer wieder Zeit in Marokko verbracht. In ihrem ...

Mona Ameziane hat einen marokkanischen Vater und eine deutsche Mutter.
Aufgewachsen ist sie in Deutschland. Sie hat allerdings seit ihrer Kindheit auch immer wieder Zeit in Marokko verbracht. In ihrem Buch „Auf Basidis Dach“ führt sie die Leser auf eine Reise nach Marokko, die sie zusammen mit ihrem Vater unternimmt. Während dieser Reise erinnert sie sich an einige Erlebnisse aus ihrer Kindheit. Wie sie sich oft unsicher fühlte und sich bemühte Dinge richtig zu machen - so wie eine richtige marokkanische Tochter.
Die Leser können sich auch an Beschreibungen der Medina von Fès und Alltagssituationen und Gepflogenheiten in Marokko erfreuen. Und es geht auch um das Verhältnis zu ihrem Vater, den sie heute in vielen Dingen viel besser verstehen kann als aus Teenagersicht.
Sprachlich gewandt, mit einem Hauch Selbstironie, Humor und einem Einblick in ihre Gedankenwelt, ist der Autorin ein interessantes und schönes Buch gelungen.
Schade, dass sie Fragen und Kommentare von Deutschen über ihre Herkunft als zehrend und diskriminierend empfindet. Die Fragen von ihren marokkanischen Mitmenschen bzgl. der Neuen aus Deutschland hingegen als Faszination betrachtet.
Alles eine Frage der Bewertung und Perspektive.
Auf dem Klappentext steht, dass es sich um einen mitreißenden Roadtrip handle. Mit dieser Erwartung habe ich die Lektüre begonnen und dieser Beschreibung kann ich nicht zustimmen. Ich hatte mir wohl auch mehr Beschreibungen des Landes und der Bewohner erwartet.
Dennoch hat mir das Buch gefallen und ich habe ein bisschen mehr über Marokko erfahren.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.04.2025

Da wäre mehr drin gewesen

Death in Brachstedt
0

‚Death in Brachstedt‘ gewährt uns einen Einblick in Leos Leben. Er lebt zusammen mit seinem Vater. Dieser leidet an einer schnell fortschreitenden Demenz, was sich in zunehmender Verwirrtheit und plötzlichem ...

‚Death in Brachstedt‘ gewährt uns einen Einblick in Leos Leben. Er lebt zusammen mit seinem Vater. Dieser leidet an einer schnell fortschreitenden Demenz, was sich in zunehmender Verwirrtheit und plötzlichem Verschwinden äußert. Nachdem Leos Vater erneut verschwindet und für Leo nicht erreichbar ist, wendet er sich an seinen Freund Henri. Die unerwartet sturmfreie Bude animiert die beiden einen Film zu drehen und diesen dann auf einer Party in Leos Wohnung zu zeigen.
Sie fahren zu Henris Onkel, der in einem Hotel wohnt, das seine besten Tage bereits hinter sich hat. Während der Dreharbeiten und der Partyvorbereitungen ereignen sich skurrile Begebenheiten und über allem schwebt eine unsichere Zukunft aufgrund des Verschwindens und der Krankheit des Vaters.
Die Kapitel sind kurz gehalten, der Schreibstil flüssig und so liest sich das Buch leicht und schnell. Die Grundidee finde ich ansprechend und vor allem auch Henri als Figur interessant. Dennoch hätten dem Buch mehr Seiten gut getan. Zu vieles bleibt angerissen und damit an der Oberfläche. Leider wurde bei der Geschichte das Potenzial nicht genutzt. Da wäre mehr drin gewesen und somit bleibt der Roman durchschnittlich.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.01.2025

Wird dem Titel nicht gerecht

FREI – Bester Sommer (FREI 1)
0

Der Titel des Buches lautet ‚Frei. Bester Sommer’. Dazu gibt es ein sehr ansprechendes Cover in leuchtendem Orange und Pink. Leider konnte ich dieses Gefühl von Freiheit und einem besten Sommer nicht spüren. ...

Der Titel des Buches lautet ‚Frei. Bester Sommer’. Dazu gibt es ein sehr ansprechendes Cover in leuchtendem Orange und Pink. Leider konnte ich dieses Gefühl von Freiheit und einem besten Sommer nicht spüren. Das Buch ist unterhaltsam und auch flüssig zu lesen. Die einzelnen Figuren sind auf den ersten Blick gut gewählt, aber dann bleibt alles doch recht oberflächlich. Joshua kommt mal wieder an einem neuen Ort an. Dieses Mal in einem kleinen Dorf, nachdem er schon in Großstädten wie Wien, Berlin, Neapel und Hamburg gelebt hat. Seine Mutter ist Künstlerin und sucht ständig an neuen Orten nach Inspiration. Das macht es für ihn schwer irgendwo Fuß zu fassen und Freundschaften zu finden. Die neue Schule ist völlig anders als erwartet und startet mit einer Projektwoche im Wald. Die Jugendlichen sind auf sich alleine gestellt und erleben so einige Herausforderungen. Man lernt die Gruppe nach und nach etwas besser kennen, aber so richtig konnte mich die Geschichte nicht überzeugen. Schade, denn ich denke, da wäre mehr drin gewesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere