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Veröffentlicht am 13.12.2021

Gefährliches Pflaster rund um die Villa Liebermann in Bernried

Die Wege der Söhne
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"Die Wege der Söhne" ist der vierte Band der Falkenbach-Saga von Ellin Carsta. Immer mehr gerät Deutschland aus den Fugen unter der Machtherrschaft der Nazis. Ferdinand, Sohn der Lehmanns, wird zum Oberleutnant ...

"Die Wege der Söhne" ist der vierte Band der Falkenbach-Saga von Ellin Carsta. Immer mehr gerät Deutschland aus den Fugen unter der Machtherrschaft der Nazis. Ferdinand, Sohn der Lehmanns, wird zum Oberleutnant befördert, aber das Ganze hat einen Pferdefuß. Die Waffenproduktion in der Topffabrik seines Onkels soll erhöht werden. Gleichzeitig verliebt sich die junge Wilhelmine von Falkenbach in den Kommunisten Martin und gewährt ihm heimlichen Unterschlupf. Konstellationen, die letztendlich nicht gut gehen können. Die Familien der von Falkenbach und der Lehmanns sind hochgradig gefährdet, Geheimnisse müssen unbedingt bewahrt werden. Doch nicht alle in den Familien ziehen am gleichen Strang. Ellin Carsta schreibt in diesem vierten Band die Familiengeschichten in Bernried weiter. Zum einen mit viel Dramatik, aber auch mit einer Portion Spannung. Das gefährliche Spiel mancher und die latente Gefahr als Feind des dritten Reiches unterzugehen. Und so resultiert so manches Misstrauen, aber auch Allianzen, die den Fortgang der Geschichte vorantreiben. Das Buch liest sich wie auch schon die Vorgängerbände sehr flüssig, man muss aber unbedingt die Reihenfolge der Bücher zum Gesamtverständnis beim Lesen einhalten. Denn diese Saga entwickelt sich über alle Bände und endet auch in diesem vierten Band mit einem Cliffhanger, der nichts Gutes ahnen lässt. Man darf also schon jetzt neugierig sein, wie es weitergeht. Für mich ein weiterer lesenswerter und guter Band diese Reihe.

Veröffentlicht am 04.11.2021

Das Ende einer Kindheit und der Aufstieg zur Königin von Frankreich

Das Lied der Königin
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"Das Lied der Königin" ist der erste Band der Alienor-Trilogie von Elizabeth Chadwick. Im Alter von 13 Jahren wird die junge Alienor von Aquitanien mit dem französischen Prinzen vermählt. Schon kurze Zeit ...

"Das Lied der Königin" ist der erste Band der Alienor-Trilogie von Elizabeth Chadwick. Im Alter von 13 Jahren wird die junge Alienor von Aquitanien mit dem französischen Prinzen vermählt. Schon kurze Zeit später nimmt ihr Leben eine weitere Wende, als die beiden als Königspaar den Thron besteigen. König Louis, anfangs seiner neuen Gattin noch sehr zugetan, verfällt aber immer mehr in seiner Frömmigkeit. Einerseits benötigt er einen Thronerben, andererseits teilt er mit seiner Gemahlin immer weniger das Bett, nachdem das erste Kind eine Tochter ist. Die beiden entzweien sich immer mehr und doch zwingt Louis seine Gemahlin auf die lange und gefährliche Pilgerreise nach Jerusalem mitzukommen. Nach langen verlorenen Jahren gelingt Alienor die Annullierung ihrer Ehe mit Louis, aber sie ist sich bewusst, dass nur eine neue Ehe sie als Herzogin von Aquitanien schützt. Dies gelingt ihr mit dem jungen Henry, seines Zeichen Herzog der Normandie und Anwärter auf die englische Krone. Es beginnt für sie ein neues Leben. Viele historische Romane dieser Epoche befassen sich mit den männlichen Königen. Elizabeth Chadwick stellt in dieser Trilogie den Werdegang der Elenore von Aquitanien dar, beginnend nach dem Tod ihres Vaters als sie von heute auf morgen mit 13 Jahren ihre Kindheit verliert. Zugleich zeichnet die Autorin das Bild der Frau in jener Zeit, auch wenn sie wie Alienor eine Königin ist. Mit viel Mut und Willen muss diese an der Seite eines Königs leben, der vor lauter Gebeten und Frömmigkeit teils den Sinn seiner Ehe verkennt. Er erzwingt sogar Alienors Teilnahme am Kreuzzug und ist hauptverantwortlich am Scheitern dieser Ehe. Dass er dadurch nicht nur seine Gattin mitsamt dem Herzogtum Aquitanien verliert, sondern auch noch den Angevinern in die Karten spielt, ist ihm nicht bewusst. Der Leser erfährt in diesem Roman viel über die junge Alienor und ihr Leben am französischen Hof. Die Charaktere sind gut dargestellt und es ist interessant über einen Zeitraum von siebzehn Jahren das Leben der jungen Frau zu verfolgen. Für mich ein guter historischer Roman und ich bin gespannt auf die beiden anderen Bände der Trilogie.

Veröffentlicht am 28.10.2021

Amsterdam zwischen den Fronten Spaniens und Englands

Krone der Welt
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"Krone der Welt" ist ein historischer Roman von Sabine Weiß. Als 1585 Antwerpen an Spanien fällt, muss der Witwer Wim Ardzoon mit seinen drei Kindern fliehen. Er sieht seine Chance in Amsterdam, wo er ...

"Krone der Welt" ist ein historischer Roman von Sabine Weiß. Als 1585 Antwerpen an Spanien fällt, muss der Witwer Wim Ardzoon mit seinen drei Kindern fliehen. Er sieht seine Chance in Amsterdam, wo er seine Fähigkeiten als Architekt sich zu nutzen machen will. Doch das Glück ist ihm nicht hold und schon bald stehen die drei Kinder als Vollwaisen da. Der älteste Sohn Vincent kann eine Lehre beginnen und tritt in die Fußstapfen seines Vaters, während die beiden anderen Geschwister ins Waisenhaus müssen. Sabine Weiß erzählt zum einen die Familiengeschichte und den Werdegang der drei Kinder, aber auch die Entwicklung Amsterdams in den Kriegsjahren. Zum einen herrschen große Grabenkämpfe zwischen den Katholiken und den Reformern, zum anderen geht es um die Vorherrschaft auf Land und zur See zwischen Spanien und England. Das niederländische Volk leidet schwer darunter, Hungersnöte und Pest sind die Folgen. Muss man sich anfangs noch an einige Begrifflichkeiten der Zeit gewöhnen, kommt man mit zunehmender Seitenzahl immer besser rein und taucht in die Geschichte ab. Über einen Zeitraum von ca. dreißig Jahren erzählt die Autorin diese Geschichte informativ und spannend. Was einen anfangs noch rätseln lässt wie alles zusammenhängt, fügt sich nach und nach zu einen guten Gesamtbild. Zwar gilt es konzentriert zu lesen, um die Details nicht zu übersehen, aber man erfährt dabei viel historische Informationen aus dieser Zeit und der Entwicklung Amsterdams. Für mich eine gelungene Kombination aus historischer Recherche und fiktiver Geschichte.

Veröffentlicht am 18.10.2021

Der Rachefeldzug des Uhtred

Wolfskrieg
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"Wolfskrieg" ist der elfte Band der Uhtred-Saga von Bernard Cornwell. Uhtred ist langsam in die Jahre gekommen. Sein großes Ziel Bebbanburg zu erobern ist ihm gelungen, aber er wird erneut nach Mercien ...

"Wolfskrieg" ist der elfte Band der Uhtred-Saga von Bernard Cornwell. Uhtred ist langsam in die Jahre gekommen. Sein großes Ziel Bebbanburg zu erobern ist ihm gelungen, aber er wird erneut nach Mercien gerufen. Doch vor Ort stellt sich heraus, dass man ihn nur unter einem Vorwand aus Northumbrien weglockte. Denn in der Heimat droht Gefahr durch den Norweger Sköll, der mit seinen Wolfskriegern eingefallen ist. Uhtreds Tochter fällt im Kampf gegen Sköll und für Uhtred gibt es fortan nur ein Ziel: Rache für Stiorras Tod. Derweil baut König Edward immer mehr den Traum von "Englaland" aus, aber dessen potentiellen Nachfolger auf dem Thron von Wessex und Mercien bringen sich ebenso in Stellung. Bernard Cornwell beschreibt in diesem Band zum einen die Ausbreitung der Christen und das Zurückdrängen der Heiden auf englischem Boden, aber auch den Feldzug Uhtred nachdem er den schweren Verlust seiner Tochter hinnehmen muss. Er ist bei weitem nicht mehr der strahlende Krieger, viele Jahre des Kampfes hat der Held hinter sich. Er wird langsam angreifbarer und im Schlachtgetümmel müssen ihm einmal mehr seine treuen Gefährten zur Seite stehen. Cornwell verwebt auch in diesem Band gut historische Fakten mit Fiktion rund um seinen Helden. Im Nachwort geht er auf dies auch ein, was einem einen guten Überblick zu den Geschehnissen vermittelt. Aber es sei auch gesagt, dass man der Story besser folgen kann, wenn man die Reihenfolge der Bände beim Lesen einhält. Vieles greift doch auf vergangene Ereignisse zurück, gerade wenn man die Entwicklung der Politik und das Entstehen Englands nachvollziehen will. Trotz allem ist aber auch dieser Band wieder gut geschrieben, spannend und flüssig. Man merkt aber auch dass der Held und die Saga langsam ihrem Ende entgegensteuern. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

Veröffentlicht am 09.10.2021

Der psychopathische Mörder an den Ufern der Donau

Der letzte Tod
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"Der letzte Tod" ist der fünfte Band aus der August-Emmerich-Reihe von Alex Beer. Kriminalinspektor Emmerich und sein Assistent Winter bekommen es diesmal mit einem ungewöhnlichen Mordfall zu tun. Das ...

"Der letzte Tod" ist der fünfte Band aus der August-Emmerich-Reihe von Alex Beer. Kriminalinspektor Emmerich und sein Assistent Winter bekommen es diesmal mit einem ungewöhnlichen Mordfall zu tun. Das Opfer wurde in einen Tresor eingesperrt und starb jämmerlich darin. Als die Leiche entdeckt wird ist sie bereits mumifiziert. Emmerich, bekannt für seine schlechten Manieren, bekommt auch noch einen Psychoanalytiker von seinem Vorgesetzten zur Seite gestellt. Eine Kombination, die den eigenwilligen Emmerich noch mehr in Fahrt bringt. Als dann auch noch der Mörder seiner Lebensgefährtin aus dem Gefängnis entkommt, überschlagen sich die Ereignisse. Denn der Jäger wird zum Gejagten und der Fall scheint sich nicht nur auf Wien zu beschränken. Alex Beer lässt den Leser mit diesem neuen Fall in das Wien im Jahr 1922 eintauchen. Dabei verwebt sie geschickt historische Fakten mit ihrem Kriminalfall. Orte und Personen die real existierten kombiniert mit Fiktion. August Emmerich ist auf der einen Seite ein guter Inspektor, andererseits manchmal auch ein wenig zu ruppig. Sein Assistent Winter, der adeliger Abstammung ist, gleicht dies oft mit seinem höflichen Benehmen aus. Interessant ist, das in diesem Fall als dritter im Bund der Psychoanalytiker Adler mit ins Spiel kommt. Er ergänzt die beiden Ermittler und ich kann mir sein Mitwirken bei weiteren Fällen gut vorstellen. Trotz kleiner Ungereimtheiten ist Alex Beer mit diesem fünften Band wieder ein spannender Kriminalroman gelungen. Zwar bleiben noch offene Punkte, aber dazu wird der Leser am Ende mit einem Cliffhanger zurückgelassen. Man darf also gespannt sein, wie es in einem sechsten Band dann weitergeht. In Summe ist "Der letzte Tod" ein weiterer guter Wiener Kriminalroman aus den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts.