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Veröffentlicht am 24.10.2021

(zu?) ruhig

Right Here (Stay With Me)
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Lucy liebt das Eiskunstlaufen. Ihre Eltern würden sie hingegen lieber an der Uni sehen. Eine letzte Chance hat sie noch, ein letzter Wettkampf, bei dem sie sich beweisen soll. Doch ein Unfall auf dem Eis ...

Lucy liebt das Eiskunstlaufen. Ihre Eltern würden sie hingegen lieber an der Uni sehen. Eine letzte Chance hat sie noch, ein letzter Wettkampf, bei dem sie sich beweisen soll. Doch ein Unfall auf dem Eis bringt Lucys Trainingsplan durcheinander und verschiebt ihre Prioritäten…

Die LoveNXT-Reihe von Anne Pätzold habe ich geliebt. Dementsprechend hoch waren die Erwartungen. Zwar konnte mich „Right here“ nicht genauso umhauen, gut gefallen hat mir die Geschichte aber trotzdem.

Lucy ist eine sympathische Protagonistin. Die 19-jährige lebt für das Eiskunstlaufen und stellt alles hinten an. Dennoch läuft es in vielfacher Hinsicht nicht so, wie sie es sich erhofft. Die vorderen Plätze bei Wettbewerben bleiben aus und auch beim Training neuer Figuren klappt es nicht auf Anhieb. Lucy spürt stetig den Druck. Was soll sie tun, wenn der Erfolg ausbleibt und ihre Eltern sie zurück an die Uni schicken?
Neben dem Training ist sie gezwungen, ein Praktikum zu absolvieren. Dadurch lernt sie neue Menschen kennen. Lucy fällt es sehr schwer, sich neuen Leuten zu öffnen. Eigentlich hat sie schlicht keine Zeit für Freundschaften. Aber zwei von ihnen sind sehr hartnäckig – und super sympathisch. Je häufiger Lucys Leben abseits des Eises stattfindet, desto mehr ist sie auch bereit, ihre Verbissenheit zu hinterfragen. Sie macht im Verlauf eine deutliche Entwicklung durch.

Als Ich-Erzählerin lässt sie die Leser/innen an ihren Überlegungen und Gefühlen teilhaben. Sie grübelt viel über ihre Situation nach. Sie sucht nach Lösungen. Als Jules in ihr Leben stolpert, grübelt sie auch viel über ihn, und der Druck wächst, je näher der Wettkampf rückt.

Eiskunstlauf als Thema hat mir gut gefallen. Zwar hatte ich zu den Namen der Sprünge und Drehungen nur vage Vorstellungen, die Atmosphäre auf dem Eis wird aber gut rübergebracht.

Die Handlung verläuft insgesamt sehr ruhig, langweilig wird es deswegen aber nicht. Ich fand es ebenso interessant, Lucys Entwicklung zu verfolgen wie auch die beginnende Annährung zu Jules.
Dabei war Jules für mich allerdings der spannendere Charakter und ich hätte mich über Szenen aus seiner Sicht gefreut. Der 25-jährige hat in der Vergangenheit bereits einiges erlebt und auch aktuell beschäftigen ihn viele Sorgen. Auch wenn Lucys Suche nach sich, ihren Zielen und ihrer Zukunft intensiv und nachvollziehbar dargestellt ist, ist es doch Jules Schicksal, dass der Geschichte für mich mehr Tiefe verliehen hat. Seine Situation sorgt für kleinere Wendungen, sowie sehr ernste, dramatische Momente.

Aber auch die Entwicklung der beiden, wie sie sich ganz zaghaft annähren, den anderen in ihr Leben lassen und sich nur zögerlich öffnen, habe ich gern verfolgt.
Aber obwohl ich die zwei wirklich niedlich zusammen finde, hat mir doch irgendwas gefehlt. Ein paar mehr Emotionen. Ein paar Überraschungen. Hin und wieder vielleicht auch ein wenig mehr Tempo.

Das offene Ende lässt viele Entwicklungen noch offen und ich freue mich auf jeden nächsten Band.

Abschließend gibt es aber einen Punkt in der Geschichte, der mir leider gar nicht gefällt: Lucy hat ein (...) Kaninchen. Die Beschreibungen von Haltung, Versorgung und Tierarztbehandlung stoßen mir an vielen Stellen auf, weil hier vieles leider nicht sehr tierorientiert – und in meinen Augen auch nur bedingt realistisch – abläuft. Lucy behandelt ihr Kaninchen wie ein Kuscheltier, dass sie sich schnappen kann, wann immer sie nähebedürftig ist… um nur einen Punkt zu nennen.

Eine kleine Unstimmigkeit empfand ich auch in Bezug auf Mika, den Bruder von Jules. Dieser wirkt auf mich sehr kindlich, obwohl er mindestens neun Jahre sein müsste. Vielleicht ergibt sich hier in Band 2 ein klareres Bild.

Fazit

Ruhig – so lässt sich das Buch am ehesten beschreiben. Trotz kleiner dramatischer Momente ist der Verlauf insgesamt sehr ruhig. Was grundsätzlich nicht schlecht ist, denn die langsame Annährung der Figuren ist toll. An manchen Stellen hätte ich mir aber doch etwas mehr gewünscht: mehr Emotionen, mehr Handlung, mehr Tempo. Lucy grübelt sehr viel, macht dabei im Verlauf aber auch eine nachvollziehbare Entwicklung durch. Allerdings ist Jules für mich der interessantere Charakter, weswegen ich besonders gespannt bin, wie seine Geschichte weitergeht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.10.2021

Auftaktband mit vielen Überraschungen

Die Hüter der fünf Jahreszeiten, Band 1: The Lie in Your Kiss (Romantische Fantasy - So aufwühlend wie der Herbstwind, so unvergesslich wie ein Sommerabend.)
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Die Idee der Geschichte hat mir gut gefallen: Es gibt vier Jahrenszeitenfamilien, die über den Jahreszyklus wachen und die Jahreszeiten einleiten, damit alles seinen geordneten Gang geht. Diese Familien ...

Die Idee der Geschichte hat mir gut gefallen: Es gibt vier Jahrenszeitenfamilien, die über den Jahreszyklus wachen und die Jahreszeiten einleiten, damit alles seinen geordneten Gang geht. Diese Familien besitzen magische Kräfte, die auf die jeweiligen Eigenschaften der Jahreszeit angepasst sind. Verbindungen mit normalen Menschen werden nicht gern gesehen, ebenso Beziehungen zu den anderen Jahreszeitenhöfen.

Bloom ist ein Wintermädchen. Aber sie besitzt keine Kräfte und deshalb wurde sie bisher nicht unterrichtet und auch nicht für die Position einer Hütern vorbereitet. Das ganze System ist ihr verhasst. Sie fühl sich nicht richtig zugehörig, wird sie doch aus vielen Familienangelegenheiten ausgeschlossen. Dennoch genießt sie es, dass sie dadurch die Freiheit hat, eine öffentliche Schule zu besuchen.
Ein Vorfall innerhalb der Familie macht sie zur nächsten Hüterin. Mit allen Pflichten, die dazu gehören. Und mit plötzlich erwachenden Kräften, die Bloom nicht zu beherrschen weiß.
Zwar war mir Bloom nicht unsympathisch, ich habe sie allerdings oft als unnötig zickig und auch sehr naiv empfunden. Wenn ihr ganz offensichtlich jemand etwas verschweigt – was sie auch bemerkt –, geht sie darüber hinweg und schenkt demjenigen dennoch ihr Vertrauen. Mit fatalen Auswirkungen. Sie trifft Entscheidungen, ohne die Folgen komplett zu überdenken. Zu ihrer Verteidigung muss man natürlich sagen, dass sie viele Dinge nicht wissen kann, weil es ihr nie erklärt wurde. So richtig intensiv sucht sie aber auch nicht nach Antworten.
Da Bloom die Ich-Erzählerin ist, teilt sie mit den Leser/innen entsprechend auch nur ihr eingeschränktes Wissen, gibt aber viele Einblicke in ihre Gedanken und Gefühle.

Das Buch entwickelt sich völlig anders, als der Klappentext zunächst vermuten lässt. Nur der Titel dienst hier quasi als kleiner Spoiler. Die unerfahrene Bloom ist das perfekte Opfer für eine Gruppe von Leuten, die das ganze System umkrempeln wollen. Dadurch gerät die 17-jährige unverschuldet zwischen die Fronten. Welche Seite Recht hat, vermag sie nicht zu sagen. Bloom versucht, das Richtige zu tun, gerät dabei aber immer wieder in neue Schwierigkeiten. Dadurch liegt durchweg eine gewisse Spannung über der Geschichte. Es gibt einige Wendungen, die mich überraschen konnten. Allerdings gab es auch einige Längen. Oft passiert gar nicht so richtig viel – weil Bloom nicht weiter weiß oder nichts tun kann. Sie denkt viel nach, dreht sich dabei aber auch oft im Kreis. Unnötigerweise gibt es auch etliche Wiederholungen bereits geschilderter Sachverhalte.

Zum Ende hin nehmen Spannung und Dramatik deutlich zu. Es kommt zu weiteren Überraschungen und traurigen Momenten. An einer besonders dramatischen Stelle endet das Buch und lässt noch viele Fragen offen.

Fazit

Auftaktband voller Wendungen, Intrigen und Geheimnisse. Die Idee der Story hat mir gut gefallen. Streckenweise empfand ich die Protagonistin als anstrengend, die aufgrund ihrer Naivität nicht ganz unschuldig von Problem zu Problem stolpert. Neben vielen spannenden und überraschenden Momenten hat die Geschichte aber auch einige Längen. Der Cliffhanger macht neugierig auf die Fortsetzung.

Veröffentlicht am 24.10.2021

wendungsreich und voller Geheimnisse

Flame & Arrow, Band 1 - Drachenprinz
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Drachenprinz Aiden wird an ein Collage in Dublin geschickt. Elfenkriegerin Kailey ebenfalls – allerdings nicht zum Studieren, sondern um den Drachen auszuspionieren. Denn ein Krieg zwischen beiden Völkern ...

Drachenprinz Aiden wird an ein Collage in Dublin geschickt. Elfenkriegerin Kailey ebenfalls – allerdings nicht zum Studieren, sondern um den Drachen auszuspionieren. Denn ein Krieg zwischen beiden Völkern scheint kaum noch vermeidbar. Jedes Wissen über den Gegner kann daher zum Vorteil werden. Doch Kaileys Auftrag steht von Beginn an auf wackeligen Beinen…

Von Sandra Grauer kenne ich bisher leider nur Band 1 von „Clans of London„. Das Buch fand ich super – fragt mich nicht, warum ich den zweiten Band bisher nicht gelesen habe. Tatsächlich wäre es nicht verkehrt gewesen, auch Teil 2 zu kennen, da Flame und Arrow zwar grundsätzlich eigenständig ist, die bekannten Figuren und ihre Geschichte aber dennoch darin vorkommen und es schon auch irgendwie um die Hexenclans geht.

Erzählt wird die Geschichte aus drei verschiedenen Perspektiven, zwei in der Ich-Form, eine aus der personalen Perspektive (der Grund für diesen Unterschied erschließt sich mir nicht). Durch die Wechsel gibt es einen guten Überblick über das Geschehen an verschiedenen Orten und Einblicke in die Strukturen und Vorhaben beider Völker.

Die Fae und die Drachen sind verfeindet. Deswegen sind Aiden und Kailey auch Feinde. Einfach, weil es so sein muss. Nun ist es aber ihre jeweilige Aufgabe, das Vertrauen des anderen zu gewinnen, um den Gegner auszuspionieren. Dabei bekommen sie Einblicke ins Leben und Wesen des jeweils anderen, die sie immer wieder zum Nachdenken und Zweifeln bringen. Doch der drohende Krieg lässt nur wenig Platz für Zuneigung.
Beide waren mir sympathisch, auch wenn ich mit Kailey immer mal wieder gehadert habe, da sie sich sehr viel verbissener an die auferlegten Regeln hält, obwohl es einige Ungereimtheiten gibt.
Interessant sind vor allem die gemeinsamen Szenen der beiden, die geprägt sind von ihrem Versteckspiel und der angeborenen Abneigung zueinander. Neben einigen Wortgefechten gibt es actionreiche Momente und auch emotionalere Szenen.

Die Geschichte steckt voller Geheimnisse. Viele Hintergründe bleiben sehr vage, sodass ich nur über die Absichten beider Völker rätseln konnte. Dabei kommt es im Verlauf zu mehreren Wendungen und Überraschungen, viele Antworten gibt es aber dennoch nicht.
Das Ende ist ein ziemlich fieser Cliffhanger und zudem der einzige Moment, wo ich das Handeln einer Figur absolut überhaupt gar nicht nachvollziehen konnte. Warum…? Ich muss definitiv auch Band 2 lesen, um die Antwort darauf zu erhalten.

Der Schreibstil ist anschaulich und flüssig, die Figuren facettenreich ausgearbeitet. Ich mag das System der Drachen, Fae und Hexen, die durch verschiedene Vorfälle in der Vergangenheit feste Regeln und Gebiete haben. Auch die unterschiedlichen Lebensweisen der Völker fand ich sehr interessant und bin gespannt, mehr darüber zu erfahren.

Fazit

In Erinnerung bleibt: definitiv das schockierende Ende. Die Handlung mit ihren Spannungsmomenten, den vielen offenen Fragen und zahlreichen Wendungen konnte mich überzeugen. Die erschaffene Welt der Drachen, Fae und Hexen hat mir gut gefallen.

Veröffentlicht am 05.10.2021

Wiedersehen mit liebgewonnenen Charakteren

Auf und mehr davon
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3. Band der Neuberg-Romane. Zwar ist die Handlung in sich abgeschlossen, viele Figuren spielten aber bereits eine Rolle und das ganze Beziehungsgeflecht ist sicher nachvollziehbarer, wenn man alle Bücher ...

3. Band der Neuberg-Romane. Zwar ist die Handlung in sich abgeschlossen, viele Figuren spielten aber bereits eine Rolle und das ganze Beziehungsgeflecht ist sicher nachvollziehbarer, wenn man alle Bücher kennt.

Die ersten zwei Bände der Reihe mochte ich total gern, daher habe ich mich sehr auf die Geschichte von Milli gefreut. Nicht damit gerechnet habe ich allerdings, dass ihre Mutter im Roman genauso viel Raum einnimmt. Cordula passt irgendwie nicht mehr in ihr eigenes Leben. In Millis allerdings auch nicht…

In Band 1 noch ein Teenager ist Milli inzwischen erwachsen und studiert Tiermedizin. Sie ist eine herzliche, liebevolle Person, die sich um ihre Mitmenschen sorgt und sich fürsorglich um jeden tierischen Patienten kümmert. Während Milli zu ihrer Tante Kaya ein super Verhältnis hat, ist es zwischen ihr und ihrer Mutter eher schwierig.
Cordula liebt ihre Tochter, keine Frage, aber auch ich habe sie anfangs als eher gefühlskalt und unnahbar wahrgenommen. Dieser Eindruck hat sich aber mit dem Fortschreiten der Handlung verändert.

Die Geschichten beider Frauen laufen parallel ab, oft nebeneinander her, es gibt nur einige Berührungspunkte. Abwechselnd schildern beide ihre Erlebnisse, Gedanken und Gefühle in der Ich-Perspektive. Anfangs konnte ich mit Cordulas Passagen recht wenig anfangen und habe mir Milli zurückgesehnt, doch etwa ab der Hälfte des Buches, nach einigen eher unangenehmen Momenten, haben mir ihre Abschnitte ebenfalls sehr gut gefallen.
Während Milli halt Milli ist, fröhlich, freundlich, herzlich, macht Cordula im Verlauf eine große Entwicklung durch. Sie beginnt, sich ein wenig zu Öffnen und vertraut sich Menschen in ihrem Umfeld an.

Insgesamt verläuft die Handlung recht ruhig. Beide leben so vor sich hin, gehen einer Tätigkeit nach, begegnen hin und wieder einander und sie begegnen andern Menschen – Männern, um genau zu sein, sodass sich im Verlauf der Handlung zwei Liebesgeschichten anbahnen, deren Entwicklung interessant zu verfolgen ist.
Überraschungen gibt es dabei im Verlauf nur wenig, denn spätere Entwicklungen kündigen sich meist vorher an, dennoch macht es Spaß, das Buch zu lesen.

Eine Sache hat mich dann aber doch gestört. Immer wieder gab es zeitliche Lücken in der Handlung. Es ist, als würde man alle paar Wochen mal in das Leben und den Kopf der beiden schauen, dabei aber doch immer ein Stück ihrer Entwicklung und wichtige Ereignisse verpassen.
Auch das Ende bleibt vergleichsweise offen. Ja, die Figuren haben Pläne und es gibt ein paar neue Verstrickungen. Darüber erfährt man letztlich aber so gut wie gar nichts mehr. Die Geschichte ist schon in sich stimmig, dennoch hinterlassen die Auslassungen bei mir das Gefühl, dass etwas fehlt oder ich zumindest nicht so nah an Milli und Cordula dran war, wie es möglich gewesen wäre.
Zumindest ein Epilog, der ein wenig in die Zukunft blickt, wäre noch schön gewesen, um die Geschichte abzurunden.

Schön war das Wiedersehen mit all den bekannten Figuren und bisherigen Protagonistenpaaren bei den Besuchen in Neuberg, sodass man noch einen Eindruck davon bekommen hat, wie ihre Geschichte nach dem jeweiligen Happy End weiter verlaufen ist.

Der Schreibstil ist – wie schon bei den ersten beiden Büchern – sehr bildhaft und flüssig. Sehr liebevoll werden auch die Vierbeiner und der Umgang mit ihnen geschildert.

Fazit

Wiedersehen mit vielen liebgewonnen Figuren. Ich habe mich total auf Millis Geschichte gefreut, war aber überrascht über die Kombi-Geschichte mit ihrer Mutter. Nach Startschwierigkeiten konnten mich beide Frauen für sich einnehmen, sodass ich ihre Erlebnisse und ihre Entwicklungen gern verfolgt habe. Überrascht hat mich das Buch nur selten, was mich aber nicht gestört hat. Schade waren die vielen zeitlichen Sprünge, ich hätte gern noch mehr Einblicke in den Alltag und all die Momente gehabt, die ihre Entscheidungen beeinflussen oder ihr Herz höher schlagen lassen.

Veröffentlicht am 05.10.2021

Eigentlich total spannend, aber…

Underworld Chronicles - Gejagt
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Kurzer Rückblick zu Band 1 und damit auch ein Spoiler zum Vorgänger – aber wer den ersten Band nicht kennt, sollte ohnehin weder diese Rezension noch das Buch lesen:
Ich mochte die vielfältigen Wesen und ...

Kurzer Rückblick zu Band 1 und damit auch ein Spoiler zum Vorgänger – aber wer den ersten Band nicht kennt, sollte ohnehin weder diese Rezension noch das Buch lesen:
Ich mochte die vielfältigen Wesen und die wirklich tollen, schrägen Charaktere super gern. Allerdings hat mich gestört, dass Nora von jedem Kerl schwärmt und etliche Flirtereien so viel Raum einnehmen, während doch eigentlich gerade dringende Probleme gelöst werden müssen. Nora hat zwar eine gewisse Anziehung auf Männer, für die sie nichts kann, aber sie springt selbst auch irgendwie auf jeden Kerl an. Ich hatte gehofft, dass dies in Band 2 etwas weniger dominant ausfällt. Aber weit gefehlt. Es wird sogar noch „schlimmer“, denn hier gibt es kein Liebesdreieck mehr, sondern mindestens ein Drölfeck. So wenig Nora Einfluss auf ihre Außenwirkung haben mag, für ihr Handeln ist sie schon noch selbst verantwortlich und da gibt es hier einige Momente, wo ich ihr Verhalten nicht ganz nachvollziehbar fand. Auch schwärmt sie wieder unglaublich viel von allen möglichen Typen, wodurch für mich die drumherum wirklich spannende Handlung immer wieder Dämpfer erhält.

Dabei steckt Nora eigentlich wieder in einem riesigen Schlamassel. Der Werwolf-Clan bittet Nora um Hilfe. Sie ahnt nicht, welche Auswirkungen das auf sie haben wird und stolpert unwissend in eine große Gefahr hinein. Viele Drahtzieher und Hintergründe bleiben lange unklar, sodass Nora sich in ständiger Gefahr wähnt und sehr vorsichtig agieren muss. Für Spannung ist also gesorgt. Darüber hinaus gibt es dramatische und schockierende Szenen. Die verschiedenen magischen Rassen haben teils sehr grausame Regeln, mit denen Nora Bekanntschaft machen wird.

Die Geschichte bietet einige Wendungen, unerwartete Intrigen und auch ein paar witzige Momente. Die Handlung um den Werwolf-Clan habe ich sehr gern gelesen. Und auch sonst mag ich Noras Interaktion mit den verschiedenen Charakteren grundsätzlich schon, würde mir aber im nächsten Teil weniger Schwärmerei und auch weniger ausführliche Beschreibungen vom Aussehen jedes einzelnen Mannes wünschen.

Am Ende wird ein großes Geheimnis gelüftet, das bereits neue Probleme für den nächsten Band verspricht.

Fazit

Spannende Ereignisse, große Geheimnisse, viele Intrigen. Das Buch hat einige aufregende, emotionale und spaßige Momente zu bieten. Unterbrochen wird die tolle Handlung aber leider immer wieder von zu viel Geflirte und Geschwärme. Teils unnötiges, teils aber auch interessantes Liebesdrölfeck inklusive.

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