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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.11.2021

Lebensträume

Der Traumpalast
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Berlin 1918 Konstantin Reichenbach, Bankierssohn, Glücksritter und Frauenheld sieht seine Zukunft in der gerade in Fahrt kommende Filmindustrie.
Rahel, Tochter eines Schneiders und aus kleinbürgerlichen ...

Berlin 1918 Konstantin Reichenbach, Bankierssohn, Glücksritter und Frauenheld sieht seine Zukunft in der gerade in Fahrt kommende Filmindustrie.
Rahel, Tochter eines Schneiders und aus kleinbürgerlichen Verhältnissen, würde gerne Journalistin werden, aber eine Frau in diesem Beruf ist für die damalige Zeit undenkbar.
Durch Zufall kreuzen sich die Wege der beiden. Konstantin, den seine Freunde Tino nennen und der bisher nur kurzlebige Liebesabenteuer hatte, verliebt sich unsterblich in Rahel und träumt von einer gemeinsamen Zukunft. Rahel liebt zwar Tino, möchte aber ihren Traum vom selbst bestimmten Leben nicht aufgeben und lehnt deshalb eine Ehe ab. Während sich Tinos Traum vom Erfolg im Filmgeschäft zu erfüllen scheint, steht seine Liebe zu Rahel unter keinem gutem Stern. Bleibt die Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft ein unerfüllter Traum ?
Der Roman bietet schlicht gesagt unglaublich gute Unterhaltung. Dazu beigetragen hat für mich die abwechslungsreiche Erzählweise. Es gibt zwei Haupterzählstränge. Da ist Tino, der seine Zukunft im neuen Medium Film sieht und den die Liebe in der Person von Rahel völlig unvorbereitet trifft. Rahel ist eine selbstbewusste junge Frau, die ihr eigenes Leben gestalten will und dabei nicht immer Rücksicht auf die Gefühle anderer nimmt. Leider muss ich zugeben, dass mich Rahel zeitweise mit ihrem Verhalten genervt hat.
Damit dieser Erzählstrang nicht nur eine seichte Liebesgeschichte erzählt, verwebt der Autor sie mit der interessanten Firmengeschichte der UFA. So haben Fritz Lang oder Pola Negri kurze Auftritte.
Den zweiten Handlungsstrang bestimmen Tinos Eltern und hier in erster Linie seine Mutter Christine. Christine verachtet ihren Mann Gustav, den sie für einen Schwächling hält und dem sie mangelnde Vaterlandsliebe vorwirft. Sie sieht sich vom Schicksal ungerecht behandelt. Sie ist rückwärtsgewandt, hält sich für eine Patriotin, hasst die Juden, die sie für ihre Situation verantwortlich macht und unterstützt mit dem Geld ihres Mannes nationalistische Gruppierungen. Ich habe sie von Herzen verabscheut. Hier zeichnet der Autor ein anschauliches Bild der politischen Verhältnisse. Gut gefallen haben mir die Schilderungen des Prozesses gegen Hitler nach seinem Münchner Putschversuch.
Ich fand den Roman facettenreich mit einer Fülle an historischen Details aus allen Bereichen, dabei spannend und mit der angemessenen Portion Gefühl.

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Veröffentlicht am 06.11.2021

Achterbahn der Gefühle

Madame Exupéry und die Sterne des Himmels
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Die junge Malerin Consuelo lernt kurz nach dem Tod ihres ersten Mannes den Flieger Antoine de Saint-Exupery kennen. Beide fühlen sich zu einander hingezogen. Antoine betet Consuelo geradezu an. Doch Antoine ...

Die junge Malerin Consuelo lernt kurz nach dem Tod ihres ersten Mannes den Flieger Antoine de Saint-Exupery kennen. Beide fühlen sich zu einander hingezogen. Antoine betet Consuelo geradezu an. Doch Antoine ist ein unsteter Charakter, der sich nicht lange auf etwas konzentrieren kann. Nur dem beharrlichen Drängen Consuelos ist es zu verdanken, dass er sein erstes Buch "Nachtflug " vollendet. Trotz der großen Liebe für einander bleibt Antoine in der Beziehung unbeständig und verletzt Consuelo durch seine Affären und sein Verhalten immer wieder auf`s neue. Doch ohne einander können sie nicht leben. Erst im Exil auf Long Island gerät die Beziehung in ruhigeres Fahrwasser. Antoine macht Consuelo die schönste Liebeserklärung in Form des Buches " Der kleine Prinz ". Die Liebesbeziehung endet tragisch, als Antoine nicht von einem Aufklärungsflug gegen die Deutschen zurückkehrt.

Wer kennt nicht den kleinen Prinzen und ist von der Poesie begeistert. Die Autorin gibt mir hier die Möglichkeit , den Autor und sein Leben näher kennenzulernen.

Ich war überrascht, dass sich der Spruch, hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau, sich hier eindrucksvoll bestätigt. Ich wage zu behaupten, dass er ohne Consuelos Beharrlichkeit und fast bis zur Selbstaufgabe reichenden Unterstützung keines seiner Bücher fertig gestellt hätte.

Consuelo habe ich im Verlaufe des Romans immer mehr bewundert - für ihre Treue, ihre Stärke und Leidensfähigkeit. Ohne Consuelo wäre Antoine meiner Ansicht nach verloren gewesen. Er konnte nicht mit Geld umgehen. Er war nicht treu und in meinen Augen sehr egozentrisch. Seine Liebe zu Consuelo scheint dann am größten gewesen zu sein, wenn sie Versuche unternahm, sich aus der Beziehung zu lösen Ich gebe zu, er war mir von Herzen unsympathisch und ich hatte Probleme, ihn mit dem kleinen Prinzen in Verbindung zu bringen.

So sehr ich Consuelo bewundert habe, habe ich nur bedingt verstanden, warum sie bei Antoine geblieben ist. So gesehen ist mein Verhältnis zu ihr ebenfalls ambivalent.

Der Roman liest sich wunderbar leicht und zugleich spannend. Die Figuren sind lebendig und ich konnte mich gut in Consuelo hinein versetzen. Ich kann das Buch mit Überzeugung als lesenswert empfehlen, denn das Leben schreibt mit die besten Geschichten, besonders wenn sie so unterhaltsam erzählt werden wie durch die Autorin.

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Veröffentlicht am 04.11.2021

Tod oder Leben

Sturm in die Freiheit
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Der junge U-Boot-Kommandant Wolf Littke gerät in britische Kriegsgefangenschaft. Er und drei andere Mitgefangene erhalten die Chance aus der Kriegsgefangenschaft zu entkommen, sofern sie auf das Angebot ...

Der junge U-Boot-Kommandant Wolf Littke gerät in britische Kriegsgefangenschaft. Er und drei andere Mitgefangene erhalten die Chance aus der Kriegsgefangenschaft zu entkommen, sofern sie auf das Angebot der Briten eingehen und Hitler in seinem Hauptquartier Wolfsschanze ermorden. Jeder der vier hat private Gründe nach Deutschland zurückzukehren. Kaum in Königsberg angekommen, beginnen die Probleme. Ihre Kontaktperson ist ein alter Schulkamerad von Wolf, an den er keine guten Erinnerungen hat. Kann man ihm trauen ?

Umso länger die Mission dauert, desto mehr kümmern sich die Beteiligten um ihre eigenen Belange. Doch der Tag des Attentats rückt unaufhaltsam näher : der 20.Juli 44.

Der Autor erzählt eine fiktive Geschichte, die auf realen historischen Fakten beruht. Herausgekommen ist ein sehr spannender und unterhaltsamer Roman, der zudem interessante historische Details beinhaltet. So war mir die Person Walter Schellenberg eher unbekannt und ich habe unter anderem gelernt , was ein Ein-Mann-Bunker ist.

Wolf wurde mir im Verlauf der Ereignisse immer sympathischer. Sein Wunsch, Hitler zu töten, nährt sich aus seinen lauteren Motiven, das Sterben zu beenden. Er ist für mich das Ideal eines integren Menschen. Seine Mitstreiter verfolgen ebenfalls idealistische Ziele. Im Gegensatz zu Wolf ordnen sie ihr gemeinsames Ziel ihren persönlichen Interessen unter und gefährden dadurch den Erfolg des Unternehmens.

Der Gegenentwurf zu Wolf ist - neben historisch verbürgten Nazigrößen- sein alter Schulkamerad Bernd Nitz. Dessen Motivation ist sein alleiniger persönlicher Vorteil und macht ihn in meinen Augen zu einem perfekten Opportunisten.

Was zu meiner Lesefreude ebenfalls beigetragen hat, sind die kurzen Kapitel und häufigen Schauplatzwechsel. Das erhöht die Spannung und erzeugt ein Gefühl von Dringlichkeit .

Der Roman hat mich sehr gut unterhalten und ich habe bis zur letzten Seite mit gefiebert, ob Wolf heil aus der Geschichte rauskommt.

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Veröffentlicht am 01.11.2021

Hoher Spaß- und Unterhaltungsfaktor

Monster & Magie: Diebe des Drachendolchs
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Ich habe es geschafft, die legendären Drachendolche in meinen Besitz zu bringen. Leider weckt so ein kostbarer Besitz den Neid zwielichtiger Gestalten. Und so kommt, was kommen muss. Während eines Wirtshausbesuches ...

Ich habe es geschafft, die legendären Drachendolche in meinen Besitz zu bringen. Leider weckt so ein kostbarer Besitz den Neid zwielichtiger Gestalten. Und so kommt, was kommen muss. Während eines Wirtshausbesuches versucht eine Räuberbande mir meinen Schatz zu stehlen.

Und nun beginnt mein persönliches Leseabenteuer. Ich habe absolutes Neuland betreten, denn das war das erste Mal, dass ich ein Spielebuch in die Hand genommen habe. Mehr aus Neugierde, als aus Überzeugung. Schon nach der ersten Entscheidungsmöglichkeit war ich begeistert und voller Abenteuerlust. Es macht einfach Spaß, den Gang der Handlung selbst zu bestimmen und sich auf eine ungewisse Reise zu begeben. Meine Erfahrung war immer überraschend, zudem gelegentlich witzig als auch tödlich.. Das führte zu dem Entschluss, das nächste Mal eine andere Entscheidung zutreffen, in der Hoffnung mit dem Leben davon zu kommen. Ich hatte sehr viel Spaß und es warten noch einige Varianten darauf, von mir gespielt zu werden.

Was zu meinem Vergnügen wesentlich beigetragen hat, der Autor gibt mit seinen Regieanweisungen Hinweise, wie man sich fühlt und wie die Umgebungsatmosphäre ist. Das hat meine Phantasie zusätzlich beflügelt.

Ich bin nach dieser Leseerfahrung absolut überzeugt und begeistert und kann nur jeden einladen, sich auf dieses Abenteuer einzulassen.

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Veröffentlicht am 31.10.2021

Tote Omas und eine auf den 2. Blick sympathische Ermittlerin

Theodora und der Engel des Todes
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Kriminalkommissarin Theodora Klein , unzufrieden mit ihrer gesamten Lebenssituation, bekommt zu ihrem Missfallen einen neuen Kollegen - Eisele - zur Seite gestellt. Auch Eisele ist nicht glücklich. Er ...

Kriminalkommissarin Theodora Klein , unzufrieden mit ihrer gesamten Lebenssituation, bekommt zu ihrem Missfallen einen neuen Kollegen - Eisele - zur Seite gestellt. Auch Eisele ist nicht glücklich. Er lebt bei seiner Mutter, die ihn zusehends nervt.

Ein wenig von der alten Begeisterung für ihren Beruf verspürt Theodora, als kurz hintereinander zwei alte Frauen ermordet werden. Der Fall bringt Theodora zum Nachdenken, nicht nur über den möglichen Täter, sondern auch über ihr wenig erfreuliches Leben. Gedanklich abgelenkt gerät sie in tödliche Gefahr.

Auf den ersten Blick war mir Theodora nicht sympathisch. Sie war mir zu Ich-bezogen, selbstherrlich und wenig empathisch. Das beste an ihr, war ihr Haustier, die Ratte Mephisto. Doch mit jeder Seite, die ich umgeblättert habe, wuchs sie mehr ans Herz, obwohl sie mit ihrem Hang zur Esoterik in meinen Augen schon etwas speziell ist.

Der Fall selbst ist spannend. Besonders interessant fand ich die Einschübe, die Einblick in die Gedankenwelt des Täters geben. Ich bekam eine Ahnung davon, wie einsam der Mörder sein muss, was wiederum dazu führte, dass ich Mitgefühl entwickelte. Die Person des Täters war am Ende keine wirkliche Überraschung, aber die durch die Autorin geschaffene Atmosphäre am Schluss hat mich überrascht und sehr berührt.

Ein weiterer Pluspunkt des Krimis ist der wohl dosierte Humor, der mir gut gefallen hat, weil er ein willkommenes Gegengewicht zur eher düsteren Lebenssituation Theodoras bildet. Als Stilelement nutzt die Autorin den schwäbischen Dialekt, der in den Dialogen Eiseles mit seiner unkonventionellen Mutter zum Einsatz kommt und die eine oder andere komische Situation.

Der Krimi hat mich sehr gut unterhalten. Ich fand es angenehm, einer Ermittlerin zu begegnen, die vom üblichen Standard abweicht ohne zu überdrehen. Die Mischung aus Humor, Spannung und melancholischen Momenten war in meinen Augen gelungen.

Der Krimi erhält dafür von mir eine überzeugte Leseempfehlung.

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