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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.11.2021

Erschreckend realistisch und absolut fesselnd

Shelter
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Ich bin großer Fan von Ursula Poznaski und somit stand völlig außer Frage, dass ich dieses Buch unbedingt sofort lesen muss. Außerdem sind Verschwörungstheorien ein Thema, das mich generell begeistert ...

Ich bin großer Fan von Ursula Poznaski und somit stand völlig außer Frage, dass ich dieses Buch unbedingt sofort lesen muss. Außerdem sind Verschwörungstheorien ein Thema, das mich generell begeistert und sicherlich ist so ziemlich jeder schon einmal mit Verschwörungstheorien oder aktuell besonders mit den sogenannten „Aluhüten“ in Kontakt gekommen. Und genauso brisant und fesselnd ist dieses Buch. Ein echtes Jahreshighlight znd klares Must-Read!

Zum Inhalt: nach einer durchzechten Nacht haben Benni und seine Freunde eine verrückte Idee: sie wollen sich eine Verschwörungstheorie ausdenken und über die Sozialen Medien verbreiten. Bennis Mitbewohnerin will sogar eine Arbeit über deren Verbreitung schreiben. Doch keiner der Freunde kann absehen, welche Wellen ihre Idee im Netzt schlägt und schnell verlieren sie die Kontrolle über ihr Lügengespinst. Als sie selbst in den Fokus der Verschwörung geraten droht die Sache völlig zu eskalieren. Können sie rechtzeitig alles aufklären und sich retten?

Das Thema finde ich mal wieder unfassbar spannend gewählt. Die Autorin schafft es jedes Mal wieder mich mit ihren Büchern zu begeistern. Die Themen sind immer passend aktuell, fesselnd erzählt und beängstigend realistisch. So auch dieses Mal. Die gesponnene Verschwörung entwickelt schnell eine Eigendynamik und lässt sich nicht mehr kontrollieren, geschweige denn stoppen. Es ist erschreckend wie soziale Medien solch einen Wahn geradezu fördern und ihm eine Plattform bieten. Schnell sind die Freunde und ihre Identitäten im Netz nicht mehr geschützt und sie werden selbst zur Zielscheibe, was clever konstruiert ist.

Das Buch ist einfach geschrieben und lässt sich sehr flüssig lesen. Da die Protagonisten alle im Studentenalter sind, kann man sich gut mit ihnen identifizieren, was auch dran liegt dass der Freundeskreis sehr divers ist. Nach und nach geraten auch die Geheimnisse der Freunde in den Fokus und es gibt Zerwürfnisse unter ihnen.

Die Auflösung hat mich mal wieder völlig überrascht, aber das ist so ziemlich jedes Mal der Fall. Poznanski fesselt mich wie keine andere Autorin, nur um mich am Ende verstört und ein bisschen verängstigt zurückzulassen. Aber das macht für mich den Nervenkitzel ihrer Bücher aus- zu wissen, dass diese fiktiven Szenarien genauso gut real sein/ werden könnten.

Wieder mal ein Wahnsinns-Buch, das ich gerne weiterempfehle und sicherlich auch in meinem Freundeskreis verleihen und verschenken werde.

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Veröffentlicht am 10.11.2021

Packender Jugendthriller

The Girls I've Been
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Dieses Buch ist auf Social Media aktuell massiv gehyped und als sogar Netflix ankündigte, das Buch als Serie zu verfilmen, bin ich endgültig neugierig geworden. Überrascht war ich, es im Buchladen im Regal ...

Dieses Buch ist auf Social Media aktuell massiv gehyped und als sogar Netflix ankündigte, das Buch als Serie zu verfilmen, bin ich endgültig neugierig geworden. Überrascht war ich, es im Buchladen im Regal der Jugendbücher gefunden zu haben, da ich oft hörte, wie heftige dieses Buch ist ist und annahm die Protagonistin wäre schon älter. Tatsächlich handelt es sich aber wirklich um einen Jugendthriller, der zwar nicht übermäßig brutal ist, aber triggernde Inhalte enthält. Explizit werden Gewalt gegen Kinder und Missbrauch erwähnt. Aber auch psychische Misshandlung und Vernachlässigung spielen eine Rolle. Das Buch ist auf jeden Fall mal was anderes und wirklich packende: ein überraschendes Jahreshighlight für mich.

Zum Inhalt: Nora und ihr Freunde werden unfreiwillig Zeugen eines Banküberfalls und Opfer einer Geiselnahme, als der Überfall nicht so läuft wie geplant. Doch was die Bankräuber nicht wissen: Nora ist nicht irgendein x-beliebiges Mädchen, dass das einfach so hinnehmen wird. Und eigentlich ist sie auch nicht Nora. Sie ist eine Kämpferin, eine Betrügerin, eine Überlebende. Und sie wird alles tun, um ihre Freunde zu beschützen und den Räubern das Handwerk zu legen.

Das Cover ist wahnsinnig auffällig und hat mich in den letzten Wochen in diversen Variationen durch die sozialen Medien verfolgt. Effektives Marketing vom Feinsten, denn ich war richtig auf dieses Buch angefixt. Dass das Mädchen auf dem Cover quasi gesichtslos ist, passt so dermaßen perfekt zur Handlung, das ich selten ein passenderes Cover für ein Buch erlebt habe. Alles an diesem Buch ist einfach perfekt abgestimmt und erzeugt Spannung.

Im Handlungsverlauf wird auch Noras Vergangenheit aufgerollt und in Rückblenden erzählt. So erfährt der Leser, wie sie zu der Person geworden ist, die sich in der Bank im Alleingang den Bankräubern entgegenstellt. Zur Seite hat sie zwei sehr mutige und treue Freunde. Die drei haben einiges gemeinsam und sie verbindet eine innige Beziehung, sodass sie füreinander eher Familie als nur Freunde sind sind. Und obwohl einige Geheimnisse ans Licht kommen und es zwischen ihnen kriselt, so stehen sie doch füreinander ein und halten zusammen. Das ist neben Noras Geschichte für mich der Hauptaspekt, der dieses Buch so besonders macht. Diese fast schon bedingungslose Liebe, die die drei Freunde verbindet.

Obwohl ich nicht mehr unbedingt die Zielgruppe eines Jugendthrillers bin, so habe ich doch auf jeder einzelnen Seite mitgefiebert. Das Buch war so packend, ein einziger Strudel aus Manipulation, Geheimnissen und Lügen, dass ich es nicht weglegen konnte.
Klare Leseempfehlung von mir!

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Veröffentlicht am 07.11.2021

Stell dir einfach mal vor, wie mans besser machen könnte

Stell dir vor ...
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„Stell dir vor… mit Mut und Fantasie die Welt verändern“ ist ein hochwertiges Sachbuch, bei dem der Titel Program ist. In neun kurzen, knackigen Kapiteln gibt Autor Rob Hopkins interessante und faszinierende ...

„Stell dir vor… mit Mut und Fantasie die Welt verändern“ ist ein hochwertiges Sachbuch, bei dem der Titel Program ist. In neun kurzen, knackigen Kapiteln gibt Autor Rob Hopkins interessante und faszinierende Denkanstöße dazu, wie man dazu beitragen könnte, die Welt zu verbessern. Dabei geht es nicht um geniale Erfindungen, sondern um teils ganz simple Ansätze, die jeder einzelne verfolgen kann um für mehr Gemeinschaft, mehr Aufmerksamkeit und somit auch mehr Nachhaltigkeit und eine lebenswerte Zukunft zu sorgen.

Bereits die Einleitung ins Buch, die unter dem Titel „was wenn sich alles zum Guten wendet?“ steht, hat mich total umgehauen. Denn sie beschreibt eine utopisch schöne Welt, in der ich auch gerne leben würde und die gar nicht so unendlich weit weg ist, wie es manchmal scheinen mag. Und dies zeigt schon zu Beginn des Buches auf, wohin die Reise nach Meinung des Autors gehen sollte. Und da ist nicht von High-Tech, KI und IoT die Rede, sondern von Kreativität, Spaß, Zugehörigkeit, Selbstverwirklichung und Selbstversorgung.

Das Buch ist wundervoll hochwertig, schön schwer in der Hand und toll illustriert. Die Kapitel sind gespickt mit Zitaten und untermauert mit Fakten, Referenzen und wissenschaftlichen Verweisen. Dadurch ist das Buch nicht einfach nur ein nettes Gedankenexperiment, sondern ein sehr interessantes Sachbuch, wo man Anreize und Anstöße finde, selbst zu recherchieren und aktiv zu werden.

Toll finde ich, wie simpel manche Gedanken sind. Z.B. dass Spielen und vor allem auch das unbeschwerte, kreative draußen spielen, für Kinder und Erwachsene wieder mehr in den Fokus rücken sollten, weil es für Ausgeglichenheit und Kreativität sorgt. Der Fokus unserer Gesellschaft hat sich zu sehr in Richtung Besitz, Verschwendung und Technik verschoben, sodass ganz simple Aktivitäten in den Hintergrund gerückt sind. Auch ich kann das in meinem Freundeskreis aktiv verfolgen, dass die Kleinen zur Beschäftigung gerne vor einen Bildschirm gesetzt werden.

Ich will jetzt hier nicht alle Kapitel inhaltlich unterbrechen, sondern einfach nur sagen, dass ich mich und meinen Freundeskreis in vielen Kapiteln wiedererkannt habe. Das Buch hat mir einige neue Ideen und Denkansätze mitgegeben, die war oft sogar ziemlich banal sind, aber außerhalb des eigenen Fokus gerückt sind.

Ich hatte keine wahnsinnig großen Erwartungen an dieses Buch, umso mehr hat es mich schlussendlich begeistert.

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Veröffentlicht am 04.11.2021

Große Gefühle mit echtem Tiefgang

Light Up the Sky
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„Light up the sky“ ist die Fortsetzung des Young-Adult-Romans „Bring down the stars“ von Emma Scott. Mir hatte bereits der erste Band sehr gut gefallen, der zweite hat mich aber absolut umgehauen. Denn ...

„Light up the sky“ ist die Fortsetzung des Young-Adult-Romans „Bring down the stars“ von Emma Scott. Mir hatte bereits der erste Band sehr gut gefallen, der zweite hat mich aber absolut umgehauen. Denn er hat die notwendige Ernsthaftigkeit und Nachdenklichkeit, die dem ersten Band an manchen Stellen gefehlt haben. Ich liebe dieses Buch, das so wundervoll traurig, so hoffnungsvoll und so liebenswert ist.

Zum Inhalt: Wes und Connor kehren aus Syrien zurück, nachdem beide bei einem Einsatz schwer verwundet und fast gestorben wären. Doch die beide tragen bleibende Schäden für Körper und Seele zurück und die Nahtoderfahrung macht ihnen klar, dass sie endlich reinen Tisch mit Autumn machen müssen. Doch wieder bringen sie es nicht über sich und stoßen sie stattdessen von sich weg. Und auch ihre innige Freundschaft leidet unter den Nachwirkungen des Krieges. Können die drei sich selbst und einander wiederfinden?

Das Buch war wieder fantastisch geschrieben, wenn vielleicht auch nicht ganz so poetisch wie der erste Band. Dafür stehen stattdessen ernsthafte, wichtige Themen im Vordergrund wie PTBS, körperliche Behinderung und seelische Heilung. Das hat mir das Buch sogar noch bedeutsamer und emotionaler gemacht als den ersten Band.

Schade fand ich nur, dass die Handlung sich hauptsächlich auf Wes und Autumn konzentriert und Connor nur am Rande eine Rolle spielt. Denn der charmante Riese ist mir im ersten Band sehr ans Herz gewachsen und die Freundschaft zwischen ihm um Wes war für mich das Herz des ersten Bandes. Seine lockere, sympathische Art hat mir in diesem Buch wirklich gefehlt.

Dieses Buch spricht viele wichtige Aspekte körperlicher und seelischer Beeinträchtigung an, mit denen Betroffene und ihre Angehörigen zu kämpfen haben. Dabei fallen den Charakteren im Buch aufgrund ihrer Stellung viele Annehmlichkeiten und Hilfen einfach so in den Schoß, was mir ziemlich unrealistisch vorkam.

Trotzdem hat mir das Buch wieder sehr gut gefallen und auch die Lovestory, die sich sehr zaghaft und authentisch herauskristallisierte, war schön beschrieben.

Das Buch hat insgesamt einen sehr hoffnungsvollen Tonfall und war aufgrund der vordergründigen Themen wieder sehr emotional. Der zweite Band hat mir sogar eon bisschen besser als der erste gefallen und ich bin wahnsinnig traurig, dass die Geschichte um Connor, Wes, Autumn und Ruby vorbei ist. Denn diese Dilogie ist mir wirklich ans Herz gewachsen

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Veröffentlicht am 02.11.2021

eindringlicher Roman, der zum Nachdenken anregt

Wenn ich wiederkomme
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„Wenn ich wiederkomme“ ist mein erster Roman des Autors, aber ganz sicher nicht mein letzter. Mit einer beeindruckenden Intensität erzählt der Autor die Geschichte rumänischer Frauen, die ihre Familien ...

„Wenn ich wiederkomme“ ist mein erster Roman des Autors, aber ganz sicher nicht mein letzter. Mit einer beeindruckenden Intensität erzählt der Autor die Geschichte rumänischer Frauen, die ihre Familien verlassen um im Ausland Arbeit in fremden Haushalten zu finden. Und was erstmal völlig abstrus klingt, ist immer noch Gang und Gebe unserer Gesellschaft: die polnische Pflegekraft, die osteuropäische Haushaltshilfe, das russische Kindermädchen. Dieses Buch erzählt ihre Seite der Geschichte.

Zum Inhalt: in einer Nacht- und -Nebelaktion verlässt Daniela ihre Familie um den Bus von Rumänien nach Italien zu nehmen. Über eine Freundin hat sie dort eine Stelle vermittelt bekommen. Sie hoffe genug Geld zu verdienen, um ihren Kindern eine bessere Bildung und Zukunftsaussichten zu ermöglichen. Doch ihr Weggang wird von ihrer Familie als Selbstsucht und Verrat aufgefasst und während Daniela im Ausland für andere Familien da ist, zerbricht ihre eigene.

Das Buch ist in drei Abschnitte eingeteilt, die jeweils die Sicht eines anderen Familienmitglieds beleuchten. So bekommt der Leser sehr eindringlich beide Seiten der Geschichte nähergebracht: der Verlassenen und der Verlassenden. Dadurch werden viele verschiedene Emotionen und Beweggründe offenbart und mit jedem Abschnitt haben sich auch meine Sympathien verändert.

Der Autor vermag sehr bildhaft die Perspektivlosigkeit kleiner osteuropäischer Orte zu vermitteln, die Frauen dazu treibt, ihre Familien entgegen jedes mütterlichen Instinkts zu verlassen. Auch die Einsamkeit und das Verloren sein in einem fremden Land, in dem man nur ein Mensch zweiter Klasse ist, werden gut rübergebracht. Die Frauen stehen in starker Abhängigkeit zu ihren Arbeitgebern, von denen sie nicht immer fair behandelt werden. Und auch die Kinder haben unter der Abwesenheit der Mütter stark zu leiden und das Auseinanderdriften der Familien ist praktisch mit Händen greifbar.

Für mich war dieses Buch sehr beeindruckend und wirklich eindringlich. Ich bin beim Lesen immer wieder geschwankt zwischen Respekt für Danielas Mut und ihren Wunsch das Leben ihrer Familie zu verbessern und und dem Unverständnis wie eine Mutter ihre Kinder zurücklassen kann. Der Autor hat den inneren Kampf der Figuren gut auf mich übertragen können. Ich werde gerne mehr von ihm lesen

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