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Veröffentlicht am 23.12.2021

Authentisch und lebensnah

Die Hafenärztin. Ein Leben für die Freiheit der Frauen (Hafenärztin 1)
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Die Hafenärztin „Ein Leben für die Freiheit der Frauen“ von Henrike Engel ist der Auftaktband einer neuen Trilogie, die im Januar 2022 im Ullstein Verlag erschienen ist. Da ich ein großer Fan von historischen ...

Die Hafenärztin „Ein Leben für die Freiheit der Frauen“ von Henrike Engel ist der Auftaktband einer neuen Trilogie, die im Januar 2022 im Ullstein Verlag erschienen ist. Da ich ein großer Fan von historischen Romanen bin, hat mich sowohl der Klapptext sowie die Leseprobe des Buches sofort angesprochen. Von Anfang an konnte mich der flüssige und leichte Schreibstil der Autorin begeistern, aber nicht nur damit konnte sie punkten. Henrike Engel weiß, womit sie ihre Leser in ihrem Bann ziehen kann. In einer brillant eingefangenen Kulisse Hamburgs um 1910, nimmt sie jeden einzelnen auf eine bewegende Zeitreise mit. Hautnah lässt sie sie an der Frauenbewegung teilhaben. Frauen die für ihre Rechte wie Gleichberechtigung oder Wahlrecht kämpften und dafür auf die Straßen gingen. Aber so einfach waren diese nicht umzusetzen. Der Widerstand von zahlreichen politischen Gegnern war enorm und genau in dieser Umbruchphase lernen wir die drei Hauptakteure kennen. Die Ärztin Anne Fitzpatrick, die nach langem Aufenthalt in England, in ihre alte Heimat Hamburg zurückkehrt. Allerdings verließ sie London nicht freiwillig, aber in diesem Band erfährt der Leser die Hintergründe ihres Weggangs (noch) nicht. Jetzt widmet sie sich den Frauen, die von Männern enormes Leid erleben mussten. Aus der Zeitung erfährt die Pastorentochter Helene Curtius von dieser Ärztin und deren Arbeit und beschließt sich genau für dieses Projekt ebenfalls einzusetzen. Zum Leidwesen ihrer Eltern, denn die möchten ihre Tochter viel lieber auf eine Hauswirtschaftsschule schicken und sie gut verheiratet wissen, aber genau dies ist es was Helene nicht will. In einem der Frauenhäuser lernen Anne und sie sich kennen und verstehen sich auf Anhieb. Allerdings wird ihre Arbeit von zwei Frauenleichen, die man im Hafenbecken findet, überschattet. Kommissar Berthold Rheydt, der noch immer unter dem frühen Verlust seiner Familie leidet, stürzt sich in die Ermittlungen. Er erfährt, dass die Morde im Zusammenhang mit Anna Fitzpatrick und ihrem Frauenhaus stehen und hofft auf die Zusammenarbeit mit der Ärztin. Je länger der Mordfall ungeklärt bleibt, desto größer wird die Gefahr für Anne, denn diese gerät unweigerlich zur Zielscheibe des Mörders.

Henrike Engel hat es geschafft ihre historische Geschichte bildhaft und glaubwürdig in Szene zu setzen und der brillant eingefügte kriminalistische Strang sorgte dafür, dass sich ein gut dosierter Spannungsbogen aufbauen konnte. Durch die immer wechselnden Handlungsstränge wurde die Handlung immer authentischer und lebendiger und so entstand das Gefühl, dass man mitten im Geschehen sei. Aber nicht nur die Ereignisse tragen dazu bei, dass dieser Roman den Leser mitzieht, sondern auch die Charaktere, die facettenreich dargestellt worden sind.

Jetzt freue ich mich auf die Fortsetzung Die Hafenärztin „Ein Leben für das Lachen der Kinder“ die im Juni 2022 erscheinen soll.

Ein Roman, der nicht nur Fans von historischen Geschichten höherschlagen lässt. Ich kann und muss dieses Buch einfach nur weiterempfehlen. Absolut lesenswert!!

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Veröffentlicht am 11.12.2021

Lebensgefühl - Das Leben des DJ Ötzi

Lebensgefühl
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Wer kennt die erfolgreichen Hits wie Anton aus Tirol und Hey Baby von DJ Ötzi nicht? Weltweit wurden diese in den Radio- oder TV Sendungen rauf und runter gespielt und auch heute hat sich daran nicht viel ...

Wer kennt die erfolgreichen Hits wie Anton aus Tirol und Hey Baby von DJ Ötzi nicht? Weltweit wurden diese in den Radio- oder TV Sendungen rauf und runter gespielt und auch heute hat sich daran nicht viel geändert. Jetzt hat DJ Ötzi, der mit bürgerlichen Namen Gerry Friedle heißt, seine Biografie „Lebensgefühl“ geschrieben, die im Oktober 2021 im ecowin – Verlag erschienen ist. Als ich von diesem Buch erfahren habe, wusste ich sofort, dass ich es lesen möchte. Nicht weil ich ein großer Fan von ihm bin, sondern weil ich mehr von dem Menschen erfahren wollte. Zwar erfährt man einiges aus div. Medienberichten, aber ob es immer den Tatsachen entspricht, sei mal so dahingestellt und mit diesem Buch bekommt der Leser die Möglichkeit seine Geschichte lesen zu dürfen. Gerry Friedle erzählt in 17 Kapiteln u.a. von seiner Kind- und Jugendzeit, dem schwierigen Verhältnis zu dem Vater, das Aufwachsen bei den Großeltern, aber auch von musikalischen Anfängen. Trotz div. Lebenskrisen, wie seiner Obdachlosigkeit oder Krebserkrankung hat Gerry niemals den Lebensmut verloren oder sich gar aufgegeben. Eher das Gegenteil war der Fall. Er hat daraus Kraft geschöpft um weiterzugehen. Das Leben hat ihn dafür belohnt. Sowie im privaten sowohl auch im beruflichen. Seinen Kampf um seine Traumfrau, die er letztendlich geheiratet hat. Die Ehe wurde durch die Geburt der gemeinsamen Tochter gekrönt. Der berufliche Erfolg hält bis heute an, denn seine Hits wie Anton aus Tirol und Hey Baby eroberten nicht nur in Öster-reich oder Deutschland die Charts. Nein, in einigen anderen europäischen Ländern kletterten sie ebenfalls auf Platz 1. Einer der erfolgreichen Sänger sein zu dürfen ist einerseits schön, aber anderseits musste Gerry Friedle lernen, damit umzugehen. Sein Burn Out hat ihn gelernt wie er mit einfachen Mitteln zu sich selbst finden kann und genau diese helfen ihm heute den Stress erfolgreich zu überstehen.
Lebensgefühl ist eine sehr bewegende und persönliche Geschichte, die den Leser einen Blick hinter die Kulissen werfen lässt. Gerry Friedle hat bewiesen, dass man trotz Lebenskrisen nie den Mut verlieren und allen voran sich niemals aufgeben sollte.

Ein absolut tolles Buch, dass ich einfach sehr gerne weiterempfehle.
5 von 5 Sterne!!

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Veröffentlicht am 05.12.2021

Dianas Leben - authentisch und gefühlvoll

Diana (Ikonen ihrer Zeit 5)
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Nach ihrer erfolgreichen Bannwald – Trilogie hat die Autorin Julie Heiland ihr neustes Werk Diana – Königin der Herzen, dass im November 2021 im Ullstein Verlag erschienen ist, vorgelegt. Leider muss ich ...

Nach ihrer erfolgreichen Bannwald – Trilogie hat die Autorin Julie Heiland ihr neustes Werk Diana – Königin der Herzen, dass im November 2021 im Ullstein Verlag erschienen ist, vorgelegt. Leider muss ich gestehen, dass ich weder etwas von dieser Autorin gehört bzw. gelesen habe, aber dieses Buch hat mein Interesse mehr als nur geweckt. Ich war schlichtweg neugierig auf diese Romanbiografie, über eine Frau, die weltweilt Menschen verzaubert konnte. Nicht umsonst hat man ihr die Titel Diana, die Königin der Herzen oder Englands Rose verliehen, denn das war bzw. ist sie immer noch. Selbst der schreckliche Unfall im August 1997, bei dem Diana starb konnte den Hype nicht beenden. Sie bleibt unvergessen und wird in zahlreichen Herzen weiterleben.
Von Anfang an konnte mich der flüssige und leichte Schreibstil der Autorin in ihren Bann ziehen und so tauchte ich ein in das bewegende Leben der Prinzessin of Wales. Während des Lesens merkte ich, wie intensiv sich Julie Heiland mit Diana, Charles oder dem englischen Königshaus auseinandergesetzt hat. Akribisch und detailliert hat sie zahlreiche Fakten und Informationen zusammengetragen, um diese in ihre fiktive Geschichte einzuweben. Dieses Wissen, dass es sich hierbei um einen fiktiven Roman handelt, mindert den Lesegenuss in keinster Weise. Eher das Gegenteil, denn dank des bildhaften und gefühlvollen Erzählstil entstand das Gefühl, dass sich Dianas Leben genauso abgespielt hat. Aber nicht nur der Erzählstil trug dazu bei, sondern auch die authentisch dargestellten Charaktere waren nahezu perfekt. Ich sah eine schüchterne junge Frau vor mir, die, nach ihrer Verlobung mit Prinz Charles, ihr erstes Interview gab oder wie sie, vor der gesamten königlichen Familie zum Altar schritt, um ihre Märchenhochzeit zu feiern. Aber auch eine Frau, die auf ihre Mitmenschen zuging und immer ein offenes Ohr für sie hatte. Was man über Prinz Charles nicht sagen konnte. Er war immer sehr distanziert und verschlossen. Aber auch der Rest der königlichen Familie wurde brillant eingefangen und wieder gespiegelt. Die resolute Königin Elisabeth, die streng nach ihrem Regime lebte, die auch keine Änderungen wollte. Prinz Philipp, der für seinen schwarzen Humor bekannt war, aber in Krisensituationen hinter seiner Frau stand. In der Handlung erzählt Julie Heiland wie Diana Spencer Prinz Charles kennen und lieben gelernt hat. Was wie eine romantische Liebe aussah, war in Wirklichkeit ein Desaster für Lady Diana. Prinz Charles liebte vieles, nur nicht seine Frau. In seinen Augen war sie eine hysterische Frau, die nur Aufmerksamkeit erhaschen wollte und an dieser Gefühllo-sigkeit zerbrach sie. Sie wusste, dass ihr Ehemann eine Affäre namens Camilla Parker – Bowles hat. Auch wenn Di um ihre Ehe kämpfte, war ihr bewusst, dass Charles seine Geliebte niemals aufgeben würde und das trieb sie u.a. in die Bulimie. Zudem erhält der Leser einen Einblick wie Diana um ihre Wohltätigkeitszwecke kämpfen musste. Sie wollte sich für die Ärmsten der Armen, die HIV – positiven und Leprakranken, einsetzen, aber die „engli-sche Krone“ war dagegen und dennoch schaffte sie es, sich für diese Menschen einzusetzen. Das Buch endet 1996, ein Jahr bevor das Schicksal erbarmungslos zuschlug. In Paris stirbt Prinzessin Diana bei einem tragischen Autounfall und Millionen Menschen trauern um die Königin der Herzen.

Was haben wir nicht schon aus zahlreichen Medienberichten über Diana und ihr Leben erfahren dürfen, aber Julie Heiland hat es geschafft, in einem einzigen Roman das Leben dieser unvergessenen Persönlichkeit so beindruckend zu reflektieren, dass ich nur den Hut ziehen kann. Wow und ein großes Kompliment, dieser Roman ist nicht nur lesenswert, sondern auch gefühlvoll und ausdrucksstark.
5 von 5 Sternen (sorry, mehr kann ich leider nicht vergeben)

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Veröffentlicht am 06.11.2021

Zwei Frauen, zwei Schicksale und ein Familiengeheimnis

Die Magnolienfrauen
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Nach ihren erfolgreichen Büchern wie z.B. „Unvollendet“ oder „Das Gemälde der Tänzerin“ hat nun die Autorin Christine Jaeggi ihr neustes Werk vorgelegt. Im Oktober 2021 ist nun der Roman „Die Magnolienfrauen“ ...

Nach ihren erfolgreichen Büchern wie z.B. „Unvollendet“ oder „Das Gemälde der Tänzerin“ hat nun die Autorin Christine Jaeggi ihr neustes Werk vorgelegt. Im Oktober 2021 ist nun der Roman „Die Magnolienfrauen“ im Ullstein Verlag erschienen. Ihre letzten Bücher habe ich schon mit großer Begeisterung gelesen und so freute ich mich auf ihr neustes „Baby“. Keine Ahnung, warum ich hierzu immer noch den Klapptext lesen muss, denn bei Christine Jaeggi weiß ich ganz genau, dass ihre Romane eine sehr emotionale und spannende Zeitreise werden. So war es auch hier…
Wer schon einmal das eine oder andere Buch von dieser Autorin gelesen hat, weiß, dass der flüssige und leichte Schreibstil den Leser sofort in die Handlung ein und abtauchen lässt. Bei mir passiert dies bereits ab der ersten Seite und von da an, kann und will ich dieses Buch vor Beendigung kaum noch aus den Händen legen. Das Christine Jaeggi ihr Handwerk versteht, beweist sie immer wieder auf Neue und zudem weiß sie auch, womit sie ihre Leserschaft in den Bann ziehen kann. Bei ihrem neusten Werk hat sie erneut alle Register gezogen. In akribischer Kleinstarbeit hat sie Informationen und Fakten zusammengetragen, um daraus eine fiktive Geschichte mit authentischem Hintergrund zu weben. Ihre ausdruckstarken Charakte-re sind so detailliert und facettenreich ausgearbeitet und wieder gespiegelt worden, so dass hier der Eindruck entsteht, dass sie tatsächlich gelebt hätten. Leider ist dem nicht so, aber das mindert keinesfalls die sehr gute Qualität dieses Romans. Eher das Gegenteil ist der Fall! Jede einzelne Figur trägt dazu bei, dass diese Geschichte lebendig wird. Mit so einer vielschichtigen Gruppe begeben ich mich sehr gerne auf Reisen und so ließ ich mich nach Tessin „entführen“. Ich war ja noch nie in Tessin, aber wenn die Kulisse genauso beeindruckend ist, wie sie hier geschildert worden ist, dann würde ich am liebsten meine Koffer packen und dort meinen Urlaub verbringen. Diese Magnolienvilla muss ein wahres Paradies auf Erden sein. Von so einem romantischen Ort lässt man sich gerne verzaubern. Allerdings muss ich eine kleine Warnung abgeben, denn was sich hinter den Mauern dieser Villa abgespielt hat, ist wahrlich kein Idyll (mehr verrate ich aber nicht).
Die Handlung zeichnet sich dadurch aus, dass sie in zwei Zeitebenen spielt. Zum einen ist es die Gegenwart, die uns Leser Fee kennenlernen lässt. Die junge Schmuckdesignerin, die durch einen tragischen Überfall ihre beste Freundin verlor und seitdem ihren Job nicht mehr ausüben kann. Ihr jetziger Freund Christian hat sie damals aufgefangen und nun soll ihre Liebe durch ihre Hochzeit gekrönt werden. Doch die Hochzeit steht unter keinem guten Stern. Die Vorbereitungen sind für Fee schon fast unerträglich geworden, denn es vergeht kein Moment an dem sie nicht an diesen schrecklichen Überfall und deren Folgen denken muss. Als wäre dies nicht schon schlimm genug, stirb auch noch ihre geliebte Oma Violetta. Das ist für Fee zu viel und sie flüchtet nach Tessin, wo ihre Oma einen Teil einer Villa be-saß, der nun ihr gehört. Allerdings wird sie dort nicht gerade mit offenen Armen empfangen.
Zum anderen ist es die Vergangenheit in der ich Alice Ferrazzini, die in Zürich als Schneiderin arbeitet, kennen lernen durfte. Als ihr Vater plötzlich verstirbt, muss sie den Familienbetrieb schließen und arbeitet nun bei einer Industriellenfamilie. Eines Tages überschattet ein Zwischenfall Alices Leben und von diesem Tag an, verändert sich ihr Leben.
Ich liebe Geschichten mit immer wiederkehrenden Perspektivenwechseln, denn dadurch erhalte ich einen intensiveren Einblick in das Leben der einzelnen Personen. Seite für Seite fieberte ich mit, ob Fee mit ihrer Neugierde, das Geheimnis ihrer Familie lüften kann und wie Alice Leben weiter verlaufen wird. Es ist sowohl ein emotionales sowie spannendes Auf und ab, dass mich an dieses Buch fesseln ließ.

Wie bei jedem Roman von Christine Jaeggi finde ich es immer schade, wenn so eine grandiose Geschichte ihr Ende findet. Allzu gerne würde ich weiterlesen….

Wieder einmal konnte mich Christine Jaeggi mit ihrer wunderbaren Geschichte abholen und bescherte mir so, einige schöne Lesemomente. Ein emotionales und spannendes Lesehighlight, dass ich wirklich sehr gerne weiterempfehlen möchte.
5 von 5 Sternen, aber diese Sterne muss man als 10 Sterne ansehen. Was anderes wäre eine Beleidigung. Danke Christine Jaeggi und ich freue mich schon auf ein weiteres Werk von dir!

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Veröffentlicht am 01.11.2021

Ein spannender Einblick in die große Kinowelt

Der Traumpalast
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Nach seinen erfolgreichen Büchern wie z.B. Unsere wunderbaren Jahre, Eine Familie in Deutschland oder Das Bernstein-Amulett (das sogar verfilmt worden ist) hat der Bestsellerautor Peter Prange nun sein ...

Nach seinen erfolgreichen Büchern wie z.B. Unsere wunderbaren Jahre, Eine Familie in Deutschland oder Das Bernstein-Amulett (das sogar verfilmt worden ist) hat der Bestsellerautor Peter Prange nun sein neustes Werk vorgelegt. Der Traumpalast – Im Bann der Bilder ist im Oktober 2021 im Fischer / Scherz – Verlag erschienen. Leider muss ich gestehen, dass ich zwar den Autor vom Namen her kenne, aber noch keins seiner Bücher gelesen habe. Warum weiß ich auch nicht? Bei seinem neuen Roman wurde mir die Entscheidung quasi abgenommen, denn ich liebe historische Romane deren Schauplatz Berlin ist und zudem wollte ich gerne mehr über die Entstehung der UFA – Filmindustrie erfahren. Selbst die über 800 Seiten schreckten mich nicht ab, dieses Buch lesen zu wollen.

Trotz des leichten und flüssigen Schreibstils des Autors, der mir auf Anhieb gefiel, hatte ich zu Anfang ein paar Probleme, mich in die Geschichte hinein zu finden. Je länger ich mich mit der Handlung auseinandersetzte, desto besser wurde es und so tauchte ich in die Ge-schehnisse der 20er Jahre Berlins mehr und mehr ein und ab. Während des Lesens merkte ich zudem, mit welcher akribischer und detaillierter Kleinstarbeit Peter Prange Fakten und Informationen über die UFA und die politische Zeit zusammengetragen und ausgewertet hat, um sie dann in seine Geschichte einzuweben. Der erste Weltkrieg war vorüber und die Bevölkerung hatte wieder Hoffnung, dass der langersehnte Aufschwung wieder eintritt, der aber ausblieb. Stattdessen sorgten immer wieder gesellschaftliche und politische Ereignisse für Unruhen, die der Autor so anschaulich beschreibt, dass man das Gefühl hatte, hautnah dabei zu sein. Verschiedene politische Gruppierungen kämpften mit allen Mitteln, um die Macht Deutschlands und da standen Attentate auf Politiker und Putschversuche an der Tagesordnung. Aber nicht nur die politische Situation bereitete der Bevölkerung Angst, sondern auch die Inflation, die sich rasend schnell ausbreitete. Diese trieb die Preise für Heiz- und Lebensmittel so stark nach oben, dass die Menschen sich kaum noch das alltägliche Leben leisten konnten. Trotz der politischen und wirtschaftlichen Lage gab es auch Lichtblicke in dieser düsteren Zeit. Technische Neuheiten eroberten die Welt, wozu auch die Kinowelt gehört. Detailliert und für den Leser verständlich beschreibt Peter Prange über die Entstehung der UFA. Für mich war es eine schöne, aber allen voran eine sehr informative Zeitreise, denn wer kennt die UFA nicht, aber wie ihr Werdegang war, dazu hätte ich nicht sagen können. Eigentlich sollte die Gründung dieser Filmindustrie zur Kriegspropanda dienen, aber es kam anders. Namhafte Drehbuchautoren, Regisseure oder Schauspieler haben wir es zu verdanken, dass Filme wie z. B. Metropolis oder Dr. Mabuse entstanden sind. Die UFA haben wir es ebenfalls zu verdanken, dass die Werbereklame in den deutschen Kinos kam. Selbst die neueingeführte IFA (internationale Funkausstellung) fand hier ihren Platz und schon damals sorgte sie schon für ein großen Besucher – und Medienansturm. Das Peter Prange sein Handwerk versteht, hat er mit diesem Roman bewiesen. Er hat nicht nur mit seiner brillanten und detailreichen Beschreibung die 1920er Jahre in Berlin perfekt eingefangen und wieder gespiegelt, sondern er hat sie seinen Lesern sehr lebensnahe rübergebracht. Großes Kompliment!
Aber genug von der Filmindustrie und deren Entstehung. Was wäre ein Roman ohne seine Charaktere, die hier ausdruckstark, facettenreich und lebensnah gezeichnet worden sind. Ganz egal, welche Person wir herauspicken würden, jede hatte ihren Platz und machte die Geschichte zu dem was sie heute ist: Lebendig und stimmig!
Die Jüdin Rahel Rosenberg, die ihren Platz nicht in der Ehe sieht, sondern als Journalistin, aber der Weg ist mehr als steinig. Konstantin „Tino“ Reichenberg, der Sohn einer angesehenen Bankiersfamilie scheint das Glück gepachtet zu haben. Sein Leben ist vom Erfolg ge-krönt und nun hat er auch noch die Frau seines Lebens gefunden. Was will man mehr? Seine Mutter Constanze ist mit seiner Damenwahl überhaupt nicht einverstanden In ihren Augen hat eine Frau mit jüdischer Herkunft nichts in ihrer Familie zu suchen. Ihr Mann Gustav, der unter ihrem „Pantoffeln“ steht, beugt sich dem und wirft Tino kurzerhand aus dem Haus. Der Bruch zwischen ihm und seiner Familie scheint unwiderruflich zu sein, aber nicht nur dies. Seiner großen Liebe wegen kündigt er auch noch seinen guten Job in der Bank. Tino wäre aber nicht Tino, wenn er nicht schon eine neue berufliche Herausforderung sehen würde. Er steigt in die neuentstehende Filmbranche mit ein, aber hier ist sein Weg nicht mehr nur von Erfolg gekrönt und so muss er die eine oder andere Niederlage einstecken. Aber nicht nur er muss beruflich einiges wegstecken, auch bei Rahel sieht es beruflich gar nicht rosig aus. Einen Job als Journalistin zu finden ist mehr als schwer und wenn sie einen hat, dann nimmt man ihre Arbeit kaum wahr. Aber nicht nur beruflich müssen beiden viel wegstecken, auch privat. Der gute Stern unter der ihre große Liebe steht scheint immer mehr zu erlöschen.
Am Ende dieses Romans findet der Leser eine “notwendige Nachbemerkung“ und ein Perso-nenregister, die darüber Auskunft gibt, welche Personen reeller oder fiktiver Natur sind.

Für mich war dieser Roman ein großes Kinoerlebnis, dass mir einen sehr eindrucksvollen und spannenden Einblick in die Entstehung der Filmindustrie gab.
Absolut lesenswert und 5 von 5 Sternen!
Voller Vorfreude warte ich schon auf den zweiten Teil.

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