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Veröffentlicht am 21.12.2021

Meins war es nicht

Where the Roots Grow Stronger (Shetland-Love-Reihe 1)
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Von Kathinka Engels Geschichten kenne ich schon ein paar. Ich habe bisher nur gute Erfahrungen gemacht und mich jedes Mal sehr gut unterhalten gefühlt, daher war ich sehr neugierig auf ihre neuste Reihe. ...

Von Kathinka Engels Geschichten kenne ich schon ein paar. Ich habe bisher nur gute Erfahrungen gemacht und mich jedes Mal sehr gut unterhalten gefühlt, daher war ich sehr neugierig auf ihre neuste Reihe. Ich muss sagen, dass ich das Hörbuch streckenweise sehr genossen habe, aber es auch häufig kleine Ecken und Kanten gab, an denen ich hängen geblieben bin. Insgesamt ein durchwachsenes Hörerlebnis für mich.

Ich habe zwei größere Kritikpunkte. Der erste wäre mir beim geschriebenen Buch wahrscheinlich gar nicht so stark bewusst geworden, ist dafür aber beim Hörbuch umso stärker rausgekommen, nämlich die vielen englischen Begriffe. Natürlich lassen die sich teils in einem entsprechenden Setting nicht vermeiden bzw. sind auch gewollt, es soll ja schließlich authentisch wirken. Aber mit manchen Geschäften oder Bezeichnungen konnte ich so gar nichts anfangen und andere wiederum hätte ich mir für den Leser/Hörer der Einfachheit halber eingedeutscht gewünscht. Besonders am Anfang bin ich noch sehr häufig gestolpert, wenn ich einen der Begriffe gehört habe.

Die zweite Kritik beschäftigt sich mit der Protagonistin. Die alles verändernde Entscheidung, die sie in der Vergangenheit getroffen hat, finde ich bedenklich. Es steht mir absolut nicht zu, über ihre Situation zu urteilen, da ich noch nicht in ihrer Lage gesteckt habe und auch hoffentlich nicht stecken werde. Aber ich finde dennoch falsch, dass sie über der Köpfe der anderen hinweg etwas entschieden hat, was nicht nur sie, sondern auch eben diese Personen betrifft. Dafür, dass sie ständig betont, sie hätte nur für das Wohl der anderen so entschieden, war es eine sehr egoistische Handlung, die ich bis zuletzt zwar irgendwie auf verdrehte Art nachvollziehen, aber nicht gutheißen konnte.

Dafür habe ich das Setting enorm geliebt. Die Shetland-Atmosphäre war einfach großartig, ich konnte diese dörflich-herzliche Stimmung wirklich genießen, auch wenn es etwas gedauert hat, bis sie sich zeigte. Man fühlte sich als Teil einer großen Familie, einer eingeschworenen Gemeinschaft, die einen bedingungslos liebt und einem all seine Fehler verzeiht, selbst wenn einige mehr Zeit brauchen als andere.

Fiona war mir leider nicht ganz so sympathisch, ich habe besonders am Anfang gemeinsam mit ihrer Mitbewohnerin Lulu seeehr oft die Krise gekriegt. Auch ihre Art, um Connal herumzuschleichen, gefiel mir nicht, da hätte ich mir etwas mehr Selbstbeherrschung gewünscht. Ihn zurückzulassen und dann ohne Vorwarnung bei ihm zuhause aufzutauchen, war für mich einfach zu viel des Guten, das stand ihr nicht zu. Ich an seiner Stelle hätte sie wahrscheinlich in der Luft zerfetzt.

Connal dagegen mochte ich sehr. Er wirkt auf den ersten Blick reserviert und brummelig, aber ist unheimlich hilfsbereit und loyal, wenn man ihn näher kennenlernt. Er ist so herzensgut, dass es nur schwer mit anzusehen war, wie sehr ihn das Hin und Her mit Fiona mitgenommen hat. Es ist natürlich kein Geheimnis, dass die zwei wieder zusammenfinden, zeigt mir einen Liebesroman in dem das nicht passiert. Dennoch hätte ich mir fast ein wenig gewünscht, dass er Fiona noch länger schmoren, noch stärker leiden lässt, mindestens so sehr wie auch er gelitten hat.

Mein kleines Highlight waren neben Connal die Freunde von Fiona. Sie hat so eine tolle Clique, die ihr den Rücken stärkt, das war wundervoll mit anzusehen. Solche Freunde kann man jedem nur wünschen! Und dass das Ganze auch über eine große Entfernung weiterhin Bestand hat, zeigt, wie eng die Bindung zwischen ihnen ist.

Mein Fazit:
Die Liebesgeschichte von Connal und Fiona konnte mich nicht zur Gänze begeistern. Das Setting war episch, ebenso wie die Atmosphäre in der heimeligen Gemeinschaft von Fionas Heimat. Nur Fiona selbst hat es mir schwer gemacht, mich in die Geschichte fallen lassen und sie genießen zu können, wie ich es gern getan hätte. Der Funke ist einfach nicht übergesprungen, daher kann ich nicht mehr als 3,5 Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 04.12.2021

Zu viel gewollt

Cassardim 3: Jenseits der Tanzenden Nebel
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Cassardim war meine erste Reihe von Julia Dippel. Ich hatte keine allzu großen Erwartungen, da ich mit Hypes meist besser fahre, wenn ich meine Hoffnungen so gering wie möglich halte. Umso erstaunter war ...

Cassardim war meine erste Reihe von Julia Dippel. Ich hatte keine allzu großen Erwartungen, da ich mit Hypes meist besser fahre, wenn ich meine Hoffnungen so gering wie möglich halte. Umso erstaunter war ich, als ich Band eins gelesen habe, wie gut ich das Buch tatsächlich fand. Ähnlich verhielt es sich mit Band zwei, ich war gefangen in der Welt, die die Autorin geschaffen hat und konnte das Finale der Reihe kaum noch erwarten.

Doch ich muss sagen, dass ich den Abschluss der Reihe zwar gern gelesen habe, er mir jedoch nicht mehr annähernd so stark erschien wie der Auftakt. Ich habe mich so sehr auf dieses Buch gefreut, dass ich direkt nach seiner Ankunft losgelesen habe und auch schnell wieder im Geschehen drin war. Es geht stürmisch und rasant los, man bekommt nicht viel Zeit zum Nachdenken und das mochte ich auf der einen Seite, auf der anderen fühlte ich mich aber auch etwas überrumpelt.

Noars und Amaias Beziehung ist mittlerweile gefestigt und kommt einem so viel intensiver vor als noch die vorigen Bände, allerdings muss ich sagen, dass sie mir manchmal fast schon zu innig war. Ich hatte ab und an das Gefühl, echt fehl am Platz zu sein und keinen Platz neben der Geschichte zu haben, wenn man versteht, was ich meine. Dennoch gefiel mir der Gedanke daran, was für eine enorme Entwicklung sie miteinander durchgemacht haben und ich wurde beinahe ein wenig stolz.

Auch im letzten Band ist es der Autorin noch gelungen, mich in unerwartete Entwicklungen zu verstricken, Intrigen zu spinnen, Machtspielchen sind an der Tagesordnung und auch an verblüffenden Enthüllungen mangelte es der Geschichte nicht. Ich stecke allerdings in einem Zwiespalt aus „ich bin positiv überwältigt“ und „es war zu viel“. Man konnte zwischen den Ereignissen kaum Luft holen, fand ich, sodass das Buch ein wenig überladen wirkte.

Dann das Ende.. nun ja. So ganz zufrieden bin ich nicht, aber das wird wohl jeder anders sehen. Man kann nicht den Geschmack von allen treffen, das ist ganz klar. Meiner wurde hier auch nicht wirklich bedient, aber sei's drum. Ist dann halt so.

Mein Fazit:
Im großen und ganzen bin ich recht zufrieden mit dem Abschluss, wenngleich er stellenweise etwas zu viel gewollt hat. Dazu kommt das Ende, was mir etwas aufgestoßen ist und das ergibt eine löbliche Bewertung von 3,5 und gerundet 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 01.12.2021

Ging gut los

Late Night
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Late Night – Unter Haien stand ich zunächst etwas skeptisch gegenüber. Office-Romance ist normalerweise nicht so ganz mein Ding, aber ich wollte es versuchen, da mich der Aspekt mit der App, die Louisa ...

Late Night – Unter Haien stand ich zunächst etwas skeptisch gegenüber. Office-Romance ist normalerweise nicht so ganz mein Ding, aber ich wollte es versuchen, da mich der Aspekt mit der App, die Louisa entwickelt hat, beeindruckte. Ich war tatsächlich auch von der ersten Hälfte enorm angetan, bis dann eine Flaute kam, die für mich bis zuletzt anhielt. Dazu hätte ich mir mehr Szenen mit der Zielgruppe der App gewünscht, zum Beispiel Louisas Schwester. Aber nun mal von vorn.

Der Einstieg ins Buch gelang mir mühelos und erinnerte sehr stark an eine bekannte deutsche Fernsehshow, in der Start-Ups sich Investoren vorstellen können. Mir gefiel diese Parallele, da ich die Sendung immer recht gern geschaut habe, und die Begeisterung von Lou färbte zusehends auf mich ab. Ich fühlte ihre Nervosität, aber auch ihren Mut, ihre Durchsetzungskraft. Ich war mit ihr verbunden, selbst wenn ich absolut keine Ahnung von der Materie habe.
Mich hat dann sehr erstaunt, dass sie nur wenige Wochen älter ist als ich, das hat mich kurz aus dem Gleichgewicht gebracht. Aber ihr Engagement als Programmiererin und Geschäftsfrau war zu beeindruckend, um mich lange verunsichern zu lassen. Sie hat zwar keine Erfahrung in der Businesswelt, aber zu sehen, wie sie langsam aber sicher über sich selbst hinauswächst und selbstbewusster wird, fand ich super.

Ruben war.. besonders. Er ist auf den ersten Blick der typische Boss, glatt gebügelt, galant, etwas von oben herab, fordernd, direkt. Aber hinter der Schale lauert ein Kern, den man auf den ersten Blick nicht erwarten würde. Auch der erfolgreiche Geschäftsmann ist dem Druck nicht immer gewachsen und er schleppt ein Geheimnis mit sich herum, was ab und zu durchklingt und am Ende noch für ordentlich Drama sorgt. Ich mochte das, es hat der Geschichte Pfeffer verliehen und gleichzeitig eine Message mitgegeben.

Dennoch hat mich die Geschichte irgendwann ab der Hälfte verloren. Die ersten 35% habe ich an einem Abend weggeatmet, ohne zu bemerken, wie schnell die Zeit vergeht. Die Technik begeisterte mich, der Arbeitsplatz von Louisa und all die Veränderungen waren atemberaubend und spannend, die Chemie zwischen ihr und Ruben nicht zu leugnen. Doch bald schwand in meinen Augen das Gefühl, es war für mich fast nur noch Lust zwischen den beiden wahrnehmbar und das war wirklich schade, denn es fing so vielversprechend an. Meine Faszination schrumpfte und ich schob mich zunehmend lustloser durch das Buch, bis der große Knall kam und mich wieder ein wenig aufweckte.

Was mir neben der Beziehung von Lou und Ruben, neben der Geschäftswelt gefehlt hat, war der direkte Bezug zu den autistischen Nutzern der App. Ich finde es immer spannend zu sehen, wie Autisten in Büchern dargestellt werden, ich mag die unverfälschte, ehrliche direkte Art der Personen sehr. Louisas Schwester Pauline lernt man zwar kennen, auch einmal kurz im Zusammenhang mit der App. Aber leider wie ich finde viel zu selten.

Mein Fazit:
Starker, packender Anfang, dann eher schleichend bis zum Ende. Für meinen Geschmack zu wenig Bezug zu den Autisten, die ja eigentlich nicht unwesentlich für die Geschichte sein sollten. Auch die tieferen Gefühle zwischen den Protagonisten fehlten mir etwas.
Von mir gibt es 3,5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 08.11.2021

Guter Einstieg

THE MAGPIE SOCIETY - Die Nächste bist du
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Meine Lektüre der Magpie Society begann mit einem ordentlichen Fauxpas meinerseits. Ich war schlichtweg zu doof, den Titel richtig zu lesen, und dann ganz erstaunt, als ich mir das Cover mal bewusst angeschaut ...

Meine Lektüre der Magpie Society begann mit einem ordentlichen Fauxpas meinerseits. Ich war schlichtweg zu doof, den Titel richtig zu lesen, und dann ganz erstaunt, als ich mir das Cover mal bewusst angeschaut habe und feststellen musste, dass mein Kopf etwas ganz anderes produziert hatte, als dort eigentlich steht. Dabei sieht das Cover nicht so unscheinbar aus, dass man darauf etwas hätte übersehen können, im Gegenteil. Ich finde es super, schlichter Hintergrund mit auffälligem, mysteriösen Bild in der Mitte. Das fängt die Aufmerksamkeit und in der Buchhandlung würde ich definitiv zugreifen.

Das Buch wird aus mehreren Sichten aus der Ich-Perspektive erzählt und ermöglicht dem Leser, direkt am Geschehen teilzuhaben. Ivy und Audrey waren mir zwar recht sympathisch, aber ich habe keinen engen Draht zu ihnen gefunden, sodass ich trotz der einladenden Erzählweise eher Zaungast der Geschichte war. Das fand ich schade, denn Potenzial war durchaus da, doch eine emotionale Bindung blieb aus. Zudem hatte ich ab und an Probleme, mich in die Motive der Figuren hineinzuversetzen und ihre Handlungen nachzuvollziehen.

Durch einen spannenden Prolog ist man direkt mittendrin und einem bleibt auch in den folgenden Kapiteln nicht viel Zeit zum Verschnaufen. Ich mag es, wenn man ein wenig unvorbereitet in die Menge geworfen wird und erst einmal zusehen muss, dass man alle Fakten, Namen und Orte sortiert bekommt. Das Gefühl, wenn sich das Chaos langsam lichtet und man einen Überblick bekommt, liebe ich einfach, sofern man nicht zu lange über entscheidende Dinge im Dunkeln gelassen wird.

Einige Dinge an der Handlung waren zwar etwas vorhersehbar, aber im Großen und Ganzen hatte ich dennoch Spaß am rätseln, grübeln und mitdenken, was da abgeht, wer zu den Bösen und wer zu den Guten gehört. Als Auftakt der Reihe enthält das Buch noch nicht alle Antworten auf alle Fragen, aber das ist vollkommen okay. Ich habe nicht das Gefühl, dass ich vom Ende enttäuscht bin, es ist einfach nur noch nicht abgeschlossen.

Mein Fazit:
Abgesehen von der Distanz zu den Figuren hatte ich Spaß mit der Geschichte. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung und spreche eine Leseempfehlung für Jugendbuchfans aus, die gern ein wenig zu Rätseln haben. Von mir gibt es 3,5 und gerundet 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 04.10.2021

Hatte mir mehr erhofft

Euphoria City
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Euphoria City hat mich vom Klappentext sofort an Ready Player One erinnert. Ich fand den Gedanken, dass man als Mensch in eine Spielwelt abtauchen kann, schon von jeher mindestens so spannend wie beunruhigend ...

Euphoria City hat mich vom Klappentext sofort an Ready Player One erinnert. Ich fand den Gedanken, dass man als Mensch in eine Spielwelt abtauchen kann, schon von jeher mindestens so spannend wie beunruhigend und war daher direkt Feuer und Flamme für dieses Buch. Jedoch muss ich sagen, dass ich wesentlich verwirrter aus der Geschichte rausgegangen bin, als ich es mir gewünscht hatte. Viele Dinge blieben unbeantwortet, viele Zusammenhänge habe ich nicht verstanden und das fand ich sehr schade. Das Buch hatte viel Potenzial, welches in meinen Augen nicht genutzt wurde.

Nora als Protagonistin blieb mir ein wenig fremd. Ich mochte sie zwar, aber habe mich ihr nicht so nahe gefühlt, wie ich es gern getan hätte. Da war eine gewisse Distanz, die vermutlich auch auf die Erzählweise zurückzuführen ist. Wenn Figuren aus ihrer Ich-Perspektive erzählen, schafft das immer eine bessere Verbundenheit, wie ich finde, daher ist es schade, dass darauf hier nicht zurückgegriffen wurde. Bei Sami war es das selbe, auch in ihn konnte ich mich nicht genügend hineinversetzen.

Was mir allerdings sehr gut gefiel, war der Schreibstil. Das Lesen an sich fiel mir leicht, ich glitt mühelos durch die angenehm kurzen Kapitel und fand mich durch die detaillierten Beschreibungen meist recht gut zurecht, abgesehen davon, dass mir wie gesagt inhaltlich einiges an Hintergründen gefehlt hat.

Mein Fazit:
Für mich war die Geschichte zu rätselhaft, ich hätte mir eine umfassendere Auflösung am Ende sowie mehr Hintergrundwissen zu Euphoria gewünscht. Zudem blieben mir die Figuren zu fremd, ich hätte mir mehr Verbundenheit gewünscht. Jedoch mochte ich den Schreibstil gern und die Grundidee fand ich ebenfalls gut. Von mir gibt es 3,5 von 5 Sternen.