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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.11.2021

Wieder sehr berührend, ich habe aber ein ganz klein wenig Kritik

Know Us 2. Know you again. Kian & June
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Achtung: Band 2 einer Reihe, nicht unabhängig lesbar!

Kian weiß, dass er sich von June fernhalten sollte. Er weiß, dass er sie verletzen wird und seine Anwesenheit allein, sie in Gefahr bringt – nicht ...

Achtung: Band 2 einer Reihe, nicht unabhängig lesbar!

Kian weiß, dass er sich von June fernhalten sollte. Er weiß, dass er sie verletzen wird und seine Anwesenheit allein, sie in Gefahr bringt – nicht körperlich, aber ihr zerbrechliches Selbst, das sie gerade erst ein wenig kitten konnte. Seine Vergangenheit holt ihn immer wieder ein und Kian weiß, dass er die Katastrophe nicht mehr lange abwenden kann. Wird er June verlieren? Wird er sich selbst verlieren?


Wie schon Band 1 steckt auch in diesem Band sehr viel Schmerz, aber auf eine andere Art. Ich hatte schon im letzten Band einen kleinen Verdacht und hier kommt relativ schnell raus, worum es geht. Ich finde das sehr gut, nicht nur, weil man nicht ewig auf die Folter gespannt wird, sollte man es nicht erraten, sondern auch, weil es mal nicht das ist, was man erwarten würde, wenn man an New Adult Bücher denkt. Es ist doch eigentlich immer eine „dunkle Vergangenheit“ – Kians ist nicht unbedingt dunkel, sie hat nur dazu geführt, dass es in ihm dunkel wurde.

Dieses Buch ist komplett aus Kians Sicht geschrieben, was ich einerseits wirklich toll finde, weil man endlich in ihn „hineinsehen“ kann, andererseits hätte ich zwischendurch das ein oder andere Kapitel aus Junes Sicht zu schätzen gewusst.

Kian hütet ein sehr großes Geheimnis. Manchmal wirkt er in seinem Abblocken und der Panik, die er schiebt, dass es herauskommen könnte, etwas übertrieben und bockig. Das Problem ist, dass man lange nur die Oberfläche des Problems sieht, bzw. erahnen kann. Was für ihn mit dran hängt, erfährt man erst deutlich später. Das macht schon Sinn, aber lässt Kian lange anders wirken.

Dieses Buch wirkt deutlich „jünger“ als das erste Buch, aber nur, weil es so lange dauert, bis Kians Gefühlswelt offen auf dem Tisch liegt. Ja, eine Lösung dafür ist sehr offensichtlich und wird ewig nicht in Erwägung gezogen, aber ich glaube das liegt daran, dass sich Kian so in die Ecke getrieben fühlt, dass er weder nach links noch nach rechts schauen kann. Seine Panik ist so schnell übermächtig, seine Gefühle sind einfach zu viel für ihn, er kann sie nicht recht in Worte fassen.

Klar, ist der Charakter seiner Mutter überzeichnet, aber nicht komplett unrealistisch. Wäre sie nicht so überzeichnet, könnte man den Druck nicht nachvollziehen, an dem Kian zu zerbrechen droht. Seine Hilflosigkeit und Überforderung kommt sehr gut rüber.

Was mich etwas gestört hat, war, dass zu viel auf Vergebung und krasse Kehrtwendungen gesetzt wurde. Ich sage nur „Jase“. In Buch 1 konnte ich das noch nachvollziehen, in Band 2 war es mir zu doll. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass ich da nicht so bin.


Fazit: Dieses Buch ist einerseits ganz ähnlich wie Band 1, es gibt viele Ängste zu überwinden, es wird hochemotional und wenn man sich voll auf das Buch einlässt, leidet man mit den Protagonisten. Es geht aber um andere Themen. Hier steht Kian im Mittelpunkt und sein Gefühl der Machtlosigkeit. Er droht das zu verlieren, was ihn ausmacht und versteckt es vor allen in Bath, aus Angst wieder machtlos zu sein.
Manchmal wirkt Kian bockig und fast kindisch, aber wenn man sich auf seine Gefühlswelt einlässt, bemerkt man schnell, dass es nicht so einfach ist. Es steckt mehr dahinter und man spürt, dass Kian dabei ist zu ertrinken und keinen Weg sieht, um sich zu befreien. Ein Weg ist relativ offensichtlich, aber ich kann verstehen, warum er ihn nicht sieht. Er blockt alles ab und kann die Hand vor Augen nicht mehr sehen.

Mir stand gegen Ende zu sehr das Thema Vergebung im Mittelpunkt, weil es mir zu umfassend war. Das fand ich schade, weil damit einige Kehrtwendungen einhergingen, die mir zu abrupt kamen.

Davon abgesehen hat mir das Buch wieder richtig, richtig gut gefallen. Von mir bekommt es 4,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 08.11.2021

Eine schöne Einführung in die Thematik

Big Fat Notebook - Alles, was du für Informatik brauchst
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Was wisst ihr eigentlich über Informatik? Ich ehrlich gesagt eher wenig. Aus diesem Grund wollte ich dieses Buch unbedingt lesen.
In der Schule war Informatik für mich vor allem ein ältlicher Lehrer, ...

Was wisst ihr eigentlich über Informatik? Ich ehrlich gesagt eher wenig. Aus diesem Grund wollte ich dieses Buch unbedingt lesen.
In der Schule war Informatik für mich vor allem ein ältlicher Lehrer, der uns in der siebten Klasse erklärt hat, was eine Maus ist, wie eine Tastatur funktioniert, und wie man einen Computer einschaltet. Ach und eine Google-Suche wurde auch gemacht. Das wars. Im Jahr 2003 wohlgemerkt! Einer Zeit, als jeder Schüler schon längst einen PC besaß oder zumindest benutzen konnte.
Die interessanten Themen, wurden nie behandelt – wie funktioniert HTML? Wie geht programmieren?

In diesem Buch werden all diese Fragen beantwortet und noch mehr. Allerdings ist es kein Buch nur für Kinder. Das Design ist sehr „jung“, ich persönlich fand das aber sehr ansprechend und keineswegs zu kindlich. Es ist übersichtlich und informativ ohne überladen zu sein. Und seien wir mal ehrlich: Sachbücher sind normalerweise eher langweilig gestaltet – das ist hier nicht so.

Das Buch ist meiner Meinung nach für alle Altersstufen geeignet. Es vermittelt Wissen, ohne arrogant daherzukommen.

Das Einzige, was mir gefehlt hat, war noch ein Exkurs in gängige Programme – zum Beispiel Photoshop oder ähnliches. Ich weiß, das gehört nicht zur Informatik an sich, aber für einen Rundumschlag wäre das noch perfekt gewesen. Und ein QR-Code zu einer HTML-Liste wäre cool gewesen, aber das kann man auch selbst ergoogeln.


Fazit: Dieses Buch ist eine Einführung in das Thema Informatik. Sie ist sehr ungewöhnlich gestaltet, sehr bunt und wirkt auf den ersten Blick eher „jung“. Aber meiner Meinung nach ist das Buch für alle Altersstufen geeignet. Ich empfand sie als sehr übersichtlich und informativ. Man fängt bei den grundlegendsten Grundlagen an – GPU, CPU, etc. –, die man kennen sollte, bevor man sich einen Computer anschafft. Und erfährt dann nach und nach immer mehr. Es wird mittels vieler Grafiken erklärt und man hat dadurch das Gefühl zu „sehen“, was man tun soll.
Am Ende jeder Lektion findet sich ein Selbsttest. Das finde ich persönlich immer sehr angenehm.

Ich persönlich hätte mir noch einen kleinen Off-Topic-Teil gewünscht mit kurzen Informationen zu gängigen Programmen, wie z.B. Photoshop und einen QR-Code zu einer HTML-Liste, aber das kann man auch selber suchen.

Möchte man einen Überblick über die Thematik erlangen und Grundkenntnisse erwerben, ist man hier definitiv nicht falsch. Von mir bekommt das Buch 4,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 01.11.2021

Ein modernes Märchen über die Liebe zur Literatur

Der Buchspazierer
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Carl Kollhoff ist Buchhändler mit Leib und Seele. Er liebt Bücher über alles und ebenso liegen ihm seine Kunden am Herzen. Jeden Tag liefert er mit seinem alten Bundeswehrrucksack liebevoll ausgesuchte ...

Carl Kollhoff ist Buchhändler mit Leib und Seele. Er liebt Bücher über alles und ebenso liegen ihm seine Kunden am Herzen. Jeden Tag liefert er mit seinem alten Bundeswehrrucksack liebevoll ausgesuchte und verpackte Bücher aus. Er weiß, was seine Kunden gern lesen und sie vertrauen ihm. Doch eines Tages begleitet ihn plötzlich ein neunjähriges Mädchen, Schascha, die alles auf den Kopf stellt. Carl mischt sich nicht in das Leben seiner Kunden ein, Schascha aber will es verbessern, sie will helfen! Aber dann entscheidet Carls neue Chefin, dass sein Service, und damit auch der über 70-jährige Carl, überflüssig geworden ist.


In diesem Buch steckt so viel Liebe für Literatur. Man kann nicht nur etliche Buchtipps abstauben und sich mehr und mehr in der Welt der klassischen Literatur verlieren, indem man Carl folgt, wie er jedem Kunden „sein“ Buch bringt und sie insgeheim nie bei ihrem Namen nennt, sondern nach Figuren in Büchern benennt, an die sie ihn erinnern. Zum Beispiel Mr. Darcy, Effi Briest, Faustus und noch viele mehr.
Carl schwärmt von Büchern von Worten und spricht damit allen aus der Seele, deren Leben sich um das geschriebene Wort dreht – wie das auch bei mir der Fall ist. Ich bin ja auch nicht nur leidenschaftliche Leserin und Autorin, sondern hauptberuflich Lektorin. Mein Leben dreht sich, ähnlich wie Carls, um Literatur. Auch für mich sind Bücher Freunde.
Ich glaube dieses Buch bringt auch jenen, die das Gefühl nicht kennen, Bücher auf eine Weise näher, wie sie sonst nur von Menschen wie Carl verstehen. Bücher sind mehr als gedruckte Worte auf Buchseiten, die zwischen zwei Buchdeckeln wohnen.

Von Anfang an klingt durch, dass Carl zwar die Literatur von Herzen liebt, das Leben es aber nicht gut mit ihm gemeint hat. Er ist einsam, wenn er keine Bücher austragen kann oder liest. Er hat niemanden.

Schascha ist ihm da sehr ähnlich. Es klingt immer wieder durch, dass hinter dem aufgedrehten und manchmal recht frechen Mädchen ein Kind steckt, das viel allein ist und ebenfalls weiß, wie sich Einsamkeit anfühlt. Sie flüchtet sich ebenso wie Carl in die Welt der Worte.


Fazit: Das Buch ist gleichermaßen eine Liebeserklärung an die Literatur und ein Plädoyer dafür, dass jeder Mensch andere Menschen in seinem Leben braucht, Bücher allein reichen nicht. Es ist ebenso ein Appell an Nächstenliebe und das „Hinsehen“. Das Leben vieler Menschen kann „verbessert“, wenn man hinsieht, erkennt, was sie brauchen und Unterstützung anbietet.
Es ist ein ungewöhnliches Buch. Die Charaktere fallen aus dem Rahmen, es gibt viele Anspielungen auf Bücher, vor allem Klassiker, und die Handlung ist auch nicht das, was man vielleicht nach der Lektüre des Klappentextes unbedingt erwarten würde. Es ist kein leichtbekömmliches Buch, aber es ist auch nicht direkt schwer. Es ist einfach schlicht und ergreifend ungewöhnlich.

Manch einem wird das Buch zu leise daherkommen. Zu märchenhaft vielleicht, zu viele Verweise auf Klassiker, zu „anders“. Ich fand es schön, auch wenn ich manchmal Probleme hatte dranzubleiben. Man wird aber definitiv dafür entschädigt. Von mir bekommt das Buch 4,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 01.11.2021

Eine Liebeserklärung an New Orleans und seine Bewohner

The Love That Lies Within
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Clara lebt ihren Traum. Sie ist Ballerina in New Orleans und ist gerade dabei die Stadt für sich zu entdecken. Die anderen Tänzerinnen sind oft gemein und lästern, aber dafür hat sie ihre Nachbarin, eine ...

Clara lebt ihren Traum. Sie ist Ballerina in New Orleans und ist gerade dabei die Stadt für sich zu entdecken. Die anderen Tänzerinnen sind oft gemein und lästern, aber dafür hat sie ihre Nachbarin, eine liebevolle alte Dame, die Clara sofort in ihr Herz geschlossen hat. Sie ist es auch, die ihrem Leben eine neue Richtung gibt – niemals hätte Clara die Folgen überblicken können, als ihr ihre Nachbarin die Geschichte von Angelina und John erzählte und von der weinenden, wünscheerfüllenden Mauer von Windisle.
Eigentlich wollte sie sich etwas anderes wünschen, aber als sie vor der Mauer steht, kann sie nicht anders, als von Mitgefühl für Angelina überwältigt zu werden und sich etwas für sie zu wünschen. Sie ahnt nicht, dass auf der anderen Seite Jonah steht, ein von Brandnarben gezeichneter Mann, den seine Schuldgefühle verzehren. Sie unterhalten sich und es ist magisch. Aber sie leben in verschiedenen Welten. Können sie je zueinander finden?


Dieses Buch ist so viel. Es ist eine Liebeserklärung an New Orleans, seine Architektur, seine Geschichte, seine Bewohner, seine Traditionen und Legenden, an dieses ganz besondere Gefühl und an den Glauben an Dinge, die man nicht erklären kann.

Das Buch läuft auf zwei Ebenen ab. Die Gegenwart mit Clara und Jonah und die Vergangenheit, die 1860/61 spielt, zu Zeiten des Amerikanischen Bürgerkriegs, als Angelina, halb weiß, halb farbig und dadurch ebenso in die Sklaverei gepresst, wie ihre farbige Mutter, sich in den weißen John verliebt. Eine Liebe, die tragisch endet, das steht schon zu Beginn fest, aber es ist auch eine Liebe, die die Grenzen dessen sprengt, was „normal“ ist.
Angelina erfüllt der Legende nach Wünsche, die durch die Ritzen der weinenden Mauer geschoben werden. Aber warum ist sie noch da, wenn John doch seiner Treulosigkeit wegen verflucht wurde und nicht sie? Und stimmt überhaupt das, was alle zu wissen glauben?

Man erlebt New Orleans durch Claras Augen. Sie fühlt sich fremd in dieser Stadt auf der anderen Seite des Landes, aber gleichzeitig verliebt sie sich auch jeden Tag ein wenig mehr in die Stadt selbst, seine Bewohner und einfach alles.
Die Legende um Angelina lässt ihr keine Ruhe, sie will die Wahrheit erfahren und gibt einfach nicht auf, egal, wie schwierig es auch wird – immerhin sind seitdem 160 Jahre vergangen.
Man erlebt aber auch den Zauber zwischen Clara und Jonah durch ihre Augen.

Jonah hat nicht mehr viel mit dem Mann zu tun, den wir im allerersten Kapitel kennenlernen. Damals war er ein aufstrebender Anwalt, karriereorientiert, kalt und egoistisch – ja, auch arrogant. Heute ist er ein einsamer, zutiefst verletzter Mann, der sich mit heftigsten Schuldgefühlen herumplagt und sich nicht mehr traut sein Anwesen zu verlassen. Er hat Angst erkannt zu werden und Angst, wie die Leute auf seine Narben reagieren werden. Gleichzeitig sehnt er sich aber unbeschreiblich nach menschlichem Kontakt, nach Wärme und Liebe. Aber er glaubt, dass er das alles nie wieder empfinden und fühlen kann und dass er es vor allem auch nicht verdient.


Fazit: Es geht in diesem Buch um Schmerz, um Einsamkeit, Schuldgefühle, Geheimnisse, menschliche Güte und Grausamkeit. Es geht um die dunkle Vergangenheit Amerikas und vor allem des Südens, aber auch um die Vergangenheit der Menschen selbst. Es geht um Egoismus und Großherzigkeit. Es geht um eine Liebeserklärung an eine Stadt, die man durch die Seiten dieses Buches ebenso lieben lernt und um Legenden, die wunderschön und traurig zugleich sind.
Ich fand dieses Buch wirklich sehr schön und berührend. Manchmal war es mir etwas zu dramatisch und die Handlung in der Vergangenheit war für mich von zu viel Melancholie durchzogen. Ich weiß, es ging nicht anders, aber trotzdem ist es schlimm, sich vorzustellen, dass es wirklich so war.
Ich konnte einiges vorhersehen, aber das hat mich nicht gestört. Es hat mir sehr gut gefallen, auch wenn es mir stellenweise ein wenig zu dramatisch war. Daher bekommt es 4,5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 25.10.2021

Sehr heftige Themen, aber richtig gut!

Das Lied der Wölfe
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Triggerwarnung: PTBS, Trauma, Gewalt gegen Tiere, Suizid.


Kaya soll einem schottischen Milliardär dabei helfen, Wölfe im Land wieder anzusiedeln. Sie hat bereits Erfahrungen damit und lebt für die Tiere. ...

Triggerwarnung: PTBS, Trauma, Gewalt gegen Tiere, Suizid.


Kaya soll einem schottischen Milliardär dabei helfen, Wölfe im Land wieder anzusiedeln. Sie hat bereits Erfahrungen damit und lebt für die Tiere. Doch die Bevölkerung steht dem Projekt skeptisch gegenüber, sie selbst hat mit ihrer traumatischen Vergangenheit zu kämpfen und dann wäre da auch noch der Sohn ihres Arbeitgebers, ein kriegsversehrter Offizier mit PTBS, der alles daranzusetzen scheint, Kaya möglichst schnell zu vergraulen. Doch sie sieht mehr in ihm. Kann sie ihre Ängste überwinden oder gewinnt am Ende das Trauma?


Dieses Buch ist heftig. Es geht um einige Themen, die alles andere als leichtbekömmlich sind. Kaya ist ebenso traumatisiert wie Nevis, wenn auch aus anderen Gründen. Sie reagiert darauf wie viele Frauen in ähnlichen Situationen, sie redet es klein und stürzt sich in die Arbeit. Ihr wird nicht klar, wie sehr die Vergangenheit ihr Leben bestimmt.
Nevis und seine Kameraden, die als Nebenfiguren auftreten, haben Schreckliches erlebt und sind alle drei traumatisiert und kämpfen mit PTBS. Bei jedem ist sie unterschiedlich ausgeprägt, doch Nevis sieht sie bei sich selbst vor allem als Schwäche. Er will wieder zurück in den Einsatz und auf gar keinen Fall wegen PTBS entlassen werden, was scheinbar der größte Wunsch seines Vaters ist.

Es geht hier viel um Ungesagtes. Nevis verschweigt die Ausmaße seiner PTBS ebenso wie die Gründe für seinen Hass auf seinen Vater. Der wiederum gibt sich größte Mühe sich als A… Nevis gegenüber darzustellen, anstatt mit den wahren Gründen für sein Verhalten, jetzt und in der Vergangenheit, herauszurücken. Genauso wie Kaya nicht nur verschweigt, was sie erlebt und durchgemacht hat, sondern auch, dass sie schon relativ bald persönlich bedroht wird, wegen des Wolfprojektes. Es wird sehr, sehr viel verschwiegen.

Ich mochte Kaya und Nevis direkt. Obwohl Letzterer echt ein A… sein kann und ich ihn gern ab und an in den See geschubst hätte, kann ich die Gründe gut nachvollziehen. Ebenso wie ich auch verstehen kann, wie es zu den Konflikten im Buch kommt. Manchmal möchte man die Charaktere schütteln, aber das Problem ist, dass man es ihnen nicht vorwerfen kann.

Ich hatte das Ende etwas anders erwartet. Ich hatte auf mehr Gespräche und Aufarbeitung gehofft – in allen Belangen. Mir war das etwas zu abrupt.


Fazit: Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es geht um sehr wichtige Themen, vor allem PTBS und dass diese Krankheit leider bis heute so oft unterschätzt wird. Und es geht auch sehr stark um Schweigen. Es gibt so viel Unausgesprochenes in diesem Buch und würde es ausgesprochen werden, wäre alles komplett anders. Andererseits kann man auch verstehen, warum das so gehandhabt wird. Alle Charaktere stecken zu tief in ihrem jeweiligen Trauma, um noch geradeaus gehen zu können.
Ich hatte das Ende etwas anders erwartet und fand es schade, dass so viel offen geblieben ist auf emotionaler Seite. Ich hatte mir mehr Gespräche und Aufarbeitung gewünscht. Mir war es zu abrupt.
Ansonsten hat mir das Buch aber sehr gut gefallen und bekommt von mir 4,5 Sterne.

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