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Veröffentlicht am 19.03.2022

Gallus Hexenbus

Papier & Blut
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Al MacBharrais in seinem zweiten Abenteuer. Nicht nur, dass der alte Siegelmagier jetzt weiß, dass er verflucht wurde, sodass alle seine Lehrlinge ein vorzeitiges Ende fanden und jeder, der seine normale ...

Al MacBharrais in seinem zweiten Abenteuer. Nicht nur, dass der alte Siegelmagier jetzt weiß, dass er verflucht wurde, sodass alle seine Lehrlinge ein vorzeitiges Ende fanden und jeder, der seine normale Stimme hört, ihn zu hassen anfängt. Jetzt verschwinden auch noch zwei seiner Siegelmagierkolleginnen in Australien und Al hat das Gefühl, dass sich etwas Großes, Böses zusammenbraut. Sein neuester Mitarbeiter, der Hobgoblin Buck Foi, und er machen sich auf den Weg, wieder einmal den Tag - und bestenfalls die Welt - zu retten. Zum Glück gesellen sich zur Rettungsparty nach und nach auch Glady, die schon viel Scheiße erlebt hat, eine Todesgöttin in disguise und ein gewisser Eiserner Druide mit zwei Hunden.

Ich mag Al und seine unaufgeregte Art, er ist mal ein etwas anderer Held. Und ich mochte sein erstes Abenteuer und die verrückte Bande Individuen, die sich gern um ihn schart. Was mir dieses Mal eher nicht gefallen hat, war die Schlagkraft seiner Verbündeten. Egal, was sämtliche Götter so auffahren konnten und wollten, um nicht nur Al das Leben schwer zu machen, mit dieser magischen und übernatürlichen Schlagkraft war das Ganze vielleicht nicht gerade ein Kinderspiel, ging mir aber einfach zu glatt. Auch die Erklärung, warum das Ganze geschah, war nicht so richtig gallus, wenn ich ehrlich bin. So hat mir das Buch zwar schon gefallen, zumal Buck vieles mit seinen Sprüchen und seiner Art rausreißt, es ließ sich auch schnell und gut lesen, aber so richtig begeistert hat es mich nicht.

Veröffentlicht am 01.03.2022

Sprechende Kolibris

Legend Academy, Band 1 - Fluchbrecher
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Graylee kriegt zum wiederholten Male Ärger an ihrer Schule, weil sie sich eine außergewöhnliche Aktion (zum Beispiel Guerilla-Stricken) hat einfallen lassen. Deshalb muss sie den Sommer mitten im heißen ...

Graylee kriegt zum wiederholten Male Ärger an ihrer Schule, weil sie sich eine außergewöhnliche Aktion (zum Beispiel Guerilla-Stricken) hat einfallen lassen. Deshalb muss sie den Sommer mitten im heißen Texas an der Swanlake Academy verbringen - zumindest wurde ihr das so gesagt. Doch als sie ankommt, fällt sie aus allen Wolken, erfährt sie doch, dass an diese Schule nur Nachkommen von Mythen unterrichtet werden, und sie soll eine von ihnen sein. Noch bevor sie sich richtig einleben kann, verschwindet ein Mädchen und danach passieren immer mehr seltsame Dinge. Was wissen die indigenen Bewohner von Camp Superior? Bald gerät Graylee in Lebensgefahr, und niemand glaubt ihr - außer vielleicht der traurige Gorgonenschönling Hudson.

Bisher hat mich noch keines der Bücher der Autorin überzeugen können, aber ich fand die Prämisse so spannend, also musste ich diesem Buch eine Chance geben. Und wirklich hat sie hier auch viel richtig gemacht. Hogwarts nach Texas verlegt und ein bisschen mit Percy-Jackson-Feeling gemixt, dazu statt der Hauselfen sprechende Kolibris, die sich sofort in jedes Herz schleichen, das nicht völlig Vivienne ist. (Buchinsider, sorrynotsorry.) Und anfangs dachte ich auch noch, dass Graylee einfach mal nicht klischeemäßig dem Schönling verfällt, zumal sie selbst auch dauernd denkt: Also nein, wie klischeemäßig ist das denn? Nur um eine halbe Seite weiter Herzklopfen, tiefes in die Augen starren und ähnliches zu zelebrieren. Zumal der Typ sich teilweise echt so bescheuert aufgeführt hat - zeigt ihr völlig grundlos ständig die kalte Schulter, aber als sie sich mit einem anderen Typen trifft benimmt er sich, als hätte Graylee ihrer beiden Silberhochzeit versaut, indem sie einen ONS mit dem Brückentroll hatte. Dazu kommt, dass Graylee scheinbar völlig normal findet, dass sie ständig umgebracht werden soll, ihr aber keiner glaubt. Sie kommt auch nicht auf die Idee, ihre Eltern oder die Polizei oder meinetwegen den Tierschutz zu informieren (weiß ja nicht, ob mythische Wesen nicht darunter fallen). Das waren alles so Dinge, die mir den anfänglichen Spaß teilweise ganz schön verdorben haben, zumal es so unnötig war. Ja, ich möchte wissen, wie es weitergeht, nein, es ist kein Highlight.

Veröffentlicht am 29.11.2021

Wintereinbruch

The Sky in your Eyes
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Elin ist eine junge Frau aus Island, die in einem kleinen Ort wohnt und nicht viele Freunde hat. Sie hat ein paar mehr Kilos drauf, als es Models in Frauenzeitschriften tragen und durch ihren Ex-Freund, ...

Elin ist eine junge Frau aus Island, die in einem kleinen Ort wohnt und nicht viele Freunde hat. Sie hat ein paar mehr Kilos drauf, als es Models in Frauenzeitschriften tragen und durch ihren Ex-Freund, der gnadenlos Bodyshaming bei ihr betrieben hat, ist dadurch ihre Meinung von sich selbst auf einem Tief. Doch dann trifft sie ausgerechnet bei einem veganen Kochkurs auf Jon, der megaschön, megadurchtrainiert und megainteressiert an ihr ist. Aber ist sein Interesse echt? Dann bekommt sie auch auf der Arbeit Probleme mit dem Sohn ihres Chefs und Elin weiß kaum noch, was sie tun, wie sie handeln soll.

Zuerst das Positive: Das aktuelle Loveinterest der Heldin war kein Ar...loch. Das hat mich verblüfft und wirklich angenehm überrascht. Andererseits war er schon wieder unwirklich: zu schön, zu nett, zu verständnisvoll, zu alles. Keine Ecken, keine Kanten, nicht mal irgendwelche körperlichen Schönheitsfehler (die wurden in seiner Kindheit behoben). Auch finde ich das Thema Bodyshaming sehr wichtig, aber war es echt notwendig, es in die andere Richtung zu betreiben? Die Antagonistin war megaschlank, megadurchtrainiert, Veganerin, Fitnesstrainerin und menschlich hässlich. Ist auch eine Art von Bashing. Gut gefallen hat mir, dass die Protagonistin nichts mehr mit ihrem toxischem Freund und dem toxischen neuen Chef zu tun haben wollte. Nicht gut dagegen fand ich, dass sie sich im Endeffekt trotzdem erst wieder als richtiger Mensch gefühlt hat, als sie von einem Mann anerkannt und akzeptiert wurde. Auch finde ich diese Aussagen wie "Ich habe akzeptiert, dass ich nie dünn sein werde" problematisch. Warum hat sie das akzeptiert? Erstens ist "dünn" eine subjektive Angelegenheit, zweitens ist Abnehmen eine Sache zwischen Energieverbrauch und Energiezunahme. Also warum sollte es einem gesunden Menschen nicht möglich sein abzunehmen, wenn er das möchte, und auf sein Wunschgewicht zu kommen? Alles in allem war es sicherlich eine nette Geschichte mit einer gut gemeinten Botschaft.

Veröffentlicht am 27.11.2021

Frostiger Forst

Feuerblut - Der Schwur der Jagdlinge
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Zwölf ist ein Jagdling - ein Mädchen, das sich dem Orden der Jäger angeschlossen hat, zum Kämpfen ausgebildet wird und dem eigenen Clan entsagt, um alle zu schützen. Doch Zwölf hat ein Geheimnis, deshalb ...

Zwölf ist ein Jagdling - ein Mädchen, das sich dem Orden der Jäger angeschlossen hat, zum Kämpfen ausgebildet wird und dem eigenen Clan entsagt, um alle zu schützen. Doch Zwölf hat ein Geheimnis, deshalb schließt sie sich niemandem an. Trotzdem gelingt es Sieben, einem netten Mädchen, so etwas wie freundschaftliche Gefühle in ihr zu erwecken. Doch dann wird das Ordenshaus der Jäger von Kobolden angegriffen und Sieben entführt. Zusammen mit Fünf und Sechs, zwei männlichen Jagdlingen, macht sich Zwölf auf die Suche nach ihr. Unterwegs begegnen sie genügend Gefahren, die sie überstehen können mit Hilfe von Hund, dem Wächter, und ihrer Fähigkeit, einander zu vertrauen.

Ich bin bei dem Buch ein wenig hin- und hergerissen und das hat vermutlich auch viel mit der Übersetzung zu tun. Es fängt schon mal damit an, dass irgendwer auf die Idee kam, die Eigennamen zu übersetzen. Wer, bitte, macht so was? Es liest sich im Deutschen einfach nur furchtbar, wenn von Zwölf, Sieg oder Raureif die Rede ist. Auch konnte sich das Buch nicht richtig entscheiden, ob es ein reines Kinderbuch oder doch lieber ein Jugendbuch sein wollte. Die teilweise brutalen Sachen, die passiert sind, standen im krassen Widerspruch zum Alter der Protagonisten und dem teilweise kindischen Gebaren der Charaktere. Wenn Erwachsene - während einer Schlacht - so Dinge rufen wie "Frostiger Forst!" oder ähnliches, empfinde ich das als lächerlich. Genauso wie die Riesenspinnenszene im Wald. Andererseits habe ich die Geschichte auch durchaus gern gelesen, denn vorhersehbar, wie sie war, beinhaltet sie gute Messages in Bezug auf Freundschaft, Achtung und dem Anerkennen anderer.

Veröffentlicht am 19.11.2021

Ein dunkler Fleck

Das Geheimnis
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1975. In einer Kommune am Chiemsee lebt Helga, eine Künstlerin Anfang der 50. Sie hat vor Jahren ihre neunjährige Tochter Ulla verlassen und zeichnet seitdem düstere Bilder. Eines Tages ist sie tot - erschossen. ...

1975. In einer Kommune am Chiemsee lebt Helga, eine Künstlerin Anfang der 50. Sie hat vor Jahren ihre neunjährige Tochter Ulla verlassen und zeichnet seitdem düstere Bilder. Eines Tages ist sie tot - erschossen. Doch warum hat sie Selbstmord begangen?

2020. Ulla ist eine ältere Frau, die sich vor wenigen Jahren von ihrem Mann getrennt hat. Ihrer Mutter Helga konnte sie nie vergeben, sie im Stich gelassen zu haben. Doch dann führt sie das Schicksal in die ehemalige Kommune und plötzlich erfährt sie Dinge über ihre Mutter, die sie nie gewusst hatte. Dinge, die bis in die Kriegszeit zurückreichen und ein ganzes Leben überschatteten.

Ich kannte von Ella Sandberg noch keine Bücher, allerdings die Krimis derselben Autorin unter ihrem Klarnamen. Ich war also gespannt, wie sie diese Familiengeschichte vor uns ausbreiten würde. Leider muss ich anmerken, dass gerade die Abschnitte, die in der Jetztzeit spielen, eher zäh und langatmig daherkamen und mich auch Ullas Probleme nur wenig zu fesseln vermochten. Hauptsächlich deshalb, weil ich diese Dinge weder als Probleme empfinde unter den Umständen, in denen sie lebte. Bei den Rückblicken zu Helga hingegen war ich wirklich mittendrin. Besonders gut empfand ich dabei den Kunstkniff, eben nicht chronologisch vorzugehen, sodass man in der Hinsicht immer unter Spannung gehalten wurde. Fast schon genervt war ich dann jedes Mal, wenn ich zu Ulla und ihrem Erzählstrang zurückkehren musste.

Im Großen und Ganzen empfand ich zwar die Prämisse des Romans als interessant, die Umsetzung jedoch nur bedingt gelungen. Vielleicht bleibe ich besser bei den Krimis der Autorin.