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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.12.2021

Ungewöhnliche Liebesgeschichte, humorvoll und kurzweilig

Aber der Sex war gut
2

Annie und Henry, die beiden Protagonisten in „Aber der Sex war gut“, sind beide gleichermaßen auf sich bezogen. Ebenso gemeinsam haben sie die Abneigung dem anderen gegenüber. Und plötzlich sind sie aufeinander ...

Annie und Henry, die beiden Protagonisten in „Aber der Sex war gut“, sind beide gleichermaßen auf sich bezogen. Ebenso gemeinsam haben sie die Abneigung dem anderen gegenüber. Und plötzlich sind sie aufeinander angewiesen? Na das kann heiter werden. Und wurde es auch.
Von Aly Mennuti wird die Geschichte der beiden in witziger, unterhaltsamer Form dem Leser dargeboten. Immer wieder finden wir uns in Situationen, die einfach nur zum Lachen sind. Um schon ein kleine Stück weiter wieder den Groll auf den anderen zu spüren.
Dennoch schaffen es beide Figuren innerhalb des Buches ihre Persönlichkeit zu entwickeln und ihren Weg zu finden. Natürlich dürfen Verwicklung und Geheimnis nicht fehlen, die beleben die Geschichte zusätzlich.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr lesefreundlich, fließend und angenehm. Im letzten Drittel des Buches werden viele Fäden verknüpft und Fragen geklärt. Kurzzeitig war mir diese Informationsflut im Vergleich zum Anspruch des restlichen Buches, etwas zu geballt. Doch am Ende hat sich alles aufgelöst. Der Aufbau wird aus der Ich-Perspektive erzählt, allerdings wechseln sich hier Annie und Henry ab, sodass man als Leser auch die gedanklichen Hintergründe beider erfährt.
Das Cover ist insofern ansprechend, da es vom derzeitigen Trend, Figuren in Rückenansicht zu zeigen, völlig abweicht.
Meine Leseempfehlung ergeht an alle jene Leser, die einen witzigen Roman mit sehr guter Figurenentwicklung und nicht gewöhnlicher Liebesgeschichte, lesen wollen.

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Veröffentlicht am 30.11.2021

Schweres Thema, gut verpackt in spannendem Roman

Zeit der Pfirsichblüte
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Das farbenfrohe, fröhlich wirkende Cover hat mich verführt den Klappentext zu lesen. Ich dachte, einen schönen Urlaubsroman vor mir zu haben, vielleicht mit einem netten kleinen Geheimnis aus der Vergangenheit. ...

Das farbenfrohe, fröhlich wirkende Cover hat mich verführt den Klappentext zu lesen. Ich dachte, einen schönen Urlaubsroman vor mir zu haben, vielleicht mit einem netten kleinen Geheimnis aus der Vergangenheit. Doch siehe da, das Thema war ein sehr viel ernsteres und tiefer gehendes Geschehen. Unvorstellbar ist wohl das treffende Wort.
Dennoch wird rund um ein so bewegendes Kapitel durch Anja Saskia Beyer ein gefühlvoller Roman. Die Emotionen nehmen den Leser mit, fesseln ihn, halten ihn in der Schwere der Thematik aber nicht fest.
Auch aus diesem Grund hat mir „Zeit der Pfirsichblüte“ wirklich gut gefallen. Ich hatte das Buch innerhalb von zwei Tagen ausgelesen.
Die Figuren wurden von der Autorin sehr unterschiedlich angelegt, durften sich auch individuell entwickeln, und waren für mich immer glaubwürdig. Ihr Schreibstil ist leicht lesbar. Sie bringt ein, zumindest mir unbekanntes, Thema auf den Tisch, wühlt auf, aber deprimiert dennoch nicht. Am Ende findet der Leser sogar noch das eine und andere Rezept zum Nachmachen.

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Veröffentlicht am 29.11.2021

Gefühl, Wärme, etwas Witz, kann zum Nachdenken anregen

Barbara stirbt nicht
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Die Rollen in einer Jahrzehnte dauernden Ehe sind verteilt. Denkt man. Bis dann plötzlich das Schicksal eingreift und man sich von heute auf morgen umstellen muss. Soweit die nüchterne Tatsache.
Wie Alina ...

Die Rollen in einer Jahrzehnte dauernden Ehe sind verteilt. Denkt man. Bis dann plötzlich das Schicksal eingreift und man sich von heute auf morgen umstellen muss. Soweit die nüchterne Tatsache.
Wie Alina Bronsky an diese Situation herangeht, zeigt Wärme und teilweise einen Anflug von Humor. Im Klappentext wird „Barbara stirbt nicht“ mit bitterbösem Witz, warmherzig, berührend und urkomisch tituliert. Ich kann diesen bitterbösen Witz immer wieder erkennen, aber urkomisch ist diese Geschichte in meinen Augen definitiv nicht. Sie mag an die Realität heranreichen. Sie zeigt auf, wie schwer diese Neudefinierung sein kann. Sie zeigt wie Gefühle aufbrechen.
Herr Schmidt macht eine starke Entwicklung durch. Erkennt seinen Teil in der Vergangenheit an. Er versucht sogar zum Ende hin, das schier Undenkbare wieder gut zu machen. Oder zumindest soll es wohl seine Art sein, Barbara zu zeigen, dass er ihr einen letzten großen Wunsch erfüllen will.
Der Schreibstil ist locker leicht lesbar, sodass die Seiten nur so dahinfliegen. Umso überraschter war ich über das Ende, das mir persönlich zu abrupt kam. Fast wie ein Magenhieb. Irgendetwas hat mir hier gefehlt. Eine Abrundung. So hatte ich das Gefühl ein loses Ende in der Hand zu halten. Eigentlich mehrere. Einerseits kann sich der Leser so den Ausgang selbst konstruieren, andererseits hängt man – oder zumindest ich – in der Luft.
Zusammenfassend beurteile ich das Buch mit vier Sternen. Hier fließt auch mit ein, dass dieses Buch den Leser vielleicht dazu anregt, nachzudenken, wie denn eine gravierende Lebensumstellung bei ihm aussehen würde.

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Veröffentlicht am 18.11.2021

Sehr gute Zusammenfassung, könnte gleichzeitig aber auch entmutigen

Ein paar Pfunde zu viel? Das ist nicht Ihre Schuld!
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Zu diesem Buch bin ich über die Krankheit Hashimoto gekommen. Ein Buch von Vanessa Blumhagen diesbezüglich hatte ich im Vorfeld schon gelesen. In „Ein paar Pfunde zu viel? Das ist nicht Ihre Schuld!“ bezieht ...

Zu diesem Buch bin ich über die Krankheit Hashimoto gekommen. Ein Buch von Vanessa Blumhagen diesbezüglich hatte ich im Vorfeld schon gelesen. In „Ein paar Pfunde zu viel? Das ist nicht Ihre Schuld!“ bezieht sie sich ebenfalls auf Hashimoto, aber man kann es auch als eigenständiges Werk mit Erklärungen, warum abnehmen unter Umständen so schwer sein kann, verstehen.
Vom Aufbau her ist es sehr gut gegliedert. Die einzelnen möglichen Verursacher des Übergewichts, wie verschiedene Organe, Umweltbelastung, Stress, Medikamente usw. werden kapitelweise erklärt und beschrieben. Es gibt in fast jedem Kapitel eine kurze Auflistung der Symptome und bei jedem Kapitel am Ende eine Zusammenfassung.
Man merkt, dass sich die Autorin seit Jahren mit dem Thema Hashimoto auseinandersetzen muss. Diese Krankheit fließt auch immer wieder erklärend mit ein. Für Betroffene sehr gut, für Leser, die das Buch um des Abnehmens Willen lesen, keine Beeinträchtigung.
Mein Kritikpunkt besteht darin, dass sich hier einfach so viele mögliche Faktoren für Übergewicht finden, dass ein einzelner Mensch wohl keine Chance hat, den Beginn des roten Fadens zu finden. Ja, die Autorin weist darauf hin, dass man sich einen guten Alternativmediziner oder Heilpraktiker suchen soll/muss, wenn man erfolgreich sein will. Aber wo finden? In ländlichen Bereichen oftmals schwer. Mir ist andererseits auch klar, dass jeder Mensch anders reagiert und von Seiten der Autorin keine Priorität gesetzt werden kann, welche „Baustelle“ – wie sie es bezeichnet – als erstes behoben werden sollte.
Mein Fazit am Ende des Buches: es beinhaltet sehr viele, sehr gute Informationen, die übersichtlich dargelegt sind. Allerdings könnte die Flut an ebendiesen vielen Informationen beim Leser schon eine gewisse Überforderung und Entmutigung hervorrufen.

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Veröffentlicht am 11.11.2021

Irritierende Lebensgeschichte, jedes Gefühl faszinierend beschrieben

Animal
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Wer ein Buch lesen will, das so gut wie jedes Gefühl menschlichen Daseins wiederspiegelt, der ist mit „Animal“ gut bedient.
Die Lebensgeschichte von Joan wird von ihr selbst erzählt. Manchmal ist sie in ...

Wer ein Buch lesen will, das so gut wie jedes Gefühl menschlichen Daseins wiederspiegelt, der ist mit „Animal“ gut bedient.
Die Lebensgeschichte von Joan wird von ihr selbst erzählt. Manchmal ist sie in der Gegenwart, dann erzählt sie Episoden aus der Vergangenheit.
Ein Trauma aus Kindertagen begleitet und prägt sie nachhaltig. Je mehr sie aus ihrer Vergangenheit erzählt, desto bewusster wird sie sich selbst über ihre Rolle. Aber muss sie dafür wirklich vom Opfer zur Täterin werden?
Lisa Taddeo beschreibt irritierende Ereignisse treffend und verworrene Ansichten gefühlvoll. Abgedrehte Situationen sind nicht immer völlig nachvollziehbar, aber durch das langsam entstehende Puzzle der Vergangenheit, zumindest erklärbar.
Joan ist keine Protagonistin, die man von der ersten Seite an ins Herz schließt. Ebenso habe ich etwas gebraucht, um mich an den Schreibstil zu gewöhnen.
Die Buchgestaltung fällt sofort ins Auge. Im Cover viel orange, auch der Buchschnitt ist in kräftigem Orange gehalten.
Das offene Ende lässt jedem Leser den Raum, der Geschichte das passende Ende zu geben. Normalerweise mag ich diese Art des Buchschlusses nicht, doch hier macht es durchaus Sinn, da ich dieses Buch nach der letzten Seite nicht einfach zu Seite legen konnte. Es arbeitet nach, es regt zum Überlegen an. Definitiv kein Buch, das man so im „Vorbeigehen“ lesen könnte. Zumindest konnte ich es nicht.

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