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Veröffentlicht am 13.12.2021

Spannender Auftakt

Die Stadt ohne Wind 1 – Arkas Reise
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Dieses Buch wird gerne mit "Die Spiegelreisende" verglichen und ich komme nicht umhin, einige Parallelen zu entdecken. Das meine ich allerdings keinesfalls negativ sondern ganz und gar positiv: Die Geschichte ...

Dieses Buch wird gerne mit "Die Spiegelreisende" verglichen und ich komme nicht umhin, einige Parallelen zu entdecken. Das meine ich allerdings keinesfalls negativ sondern ganz und gar positiv: Die Geschichte ist ähnlich komplex aufgebaut, beinhaltet verschiedene Perspektiven und überzeugt mit einer interessanten weiblicen Hauptfigur.

Arka kämpft sich in Begleitung ihres Ponys nach Hyperborea durch, denn dies ist die einzige Stadt, in der Magie noch erlaubt ist. Diese riesige, auf 7 Ebenen aufgebaute Stadt wird regiert von einer Riege Magier, die einmal im Jahr durch einen großen Wettkampf Nachwuchs auswählen. Doch dieses Großereignis wird überschattet durch den Tod eines der führenden Oberhäupter.

Mir gefällt diese Welt unheimlich sehr, es gibt Magier und Amazonen, Intrigen und Machtkämpfe. Hyperborea an sich wird durch ein faszinierendes Machtgefüge stabil gehalten. Die gesellschaftlichen Strukturen sind überzeugend detailiert ausgearbeitet.

Auch die Figuren haben mir sehr gut gefallen. Die junge Arka ist mutig und einfallsreich, lässt sich nichts vorschreiben. Anfangs ist sie anderen gegenüber ziemlich vorlaut, was aber eher daran liegt, dass sie aufgrund ihrer Vergangenheit nur schwer Vertrauen fasst.
Aber auch Lastyanax hat mir gut gefallen, unter den vielen männlichen Figuren bildet er eine erfrischend positive Ausnahme.

Natürlich wirft die unheimlich komplexe Story viele Fragen und Rätsel auf, die nciht alle bis zum Ende des Buches geklärt werden können. Dies steigert aber nur die Vorfreude auf den abschließenden Band 2.

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Veröffentlicht am 11.11.2021

Interessante Einblicke

Auf Basidis Dach
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Mona ist das Kind zweier Länder, in ihr vereinen sich Deutschland und Marokko. Und auch wenn sie den Großteil ihrer Kindheit in Deutschland verbracht hat, so kann sie doch viel über ihr zweites Heimatland ...

Mona ist das Kind zweier Länder, in ihr vereinen sich Deutschland und Marokko. Und auch wenn sie den Großteil ihrer Kindheit in Deutschland verbracht hat, so kann sie doch viel über ihr zweites Heimatland berichten.

Für mich war Marokko bis jetzt ein sehr fernes Land auf dem afrikanischen Kontinent, über das ich bis auf seine geografische Lage nicht viel wusste. Allein für die Einblicke in die Kultur und den Alltag Marokkos bin ich diesem Buch sehr dankbar. Ohne den Leser zu langweilen, erzählt Mona auf eine sehr persönliche Art von ihren Erlebnissen und Eindrücken. Man lernt die (Tee-)Kultur ebenso kennen wie die gesellschaftliche Schere, die sich zwischen Arm und Reich, Mann und Frau, Einheimischen und Touristen teils sehr stark öffnet.

Aber auch von Erfahrungen, die sie als Deutsche mit Migrationshintergrund erzählt sie. Erfahrungen, die ich nie gemacht habe und auch nie machen werde; die ich aber dank ihrer Erzählungen nun umso besser nachfühlen kann.

Das Buch ist leider relativ kurz ausgefallen, ich hätte ihr noch seitenlang folgen können. Letzten Endes bin ich aber einfach nur dankbar, dass sie mich an ihrer Kultur hat teilhaben lassen, dass sie mich in die ferne Welt Marokkos entführt hat und mir Seiten dieses Landes gezeigt hat, die ich als Touristin wohl nie entdecken können werde.

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Veröffentlicht am 11.11.2021

Mystisches Märchen

Unsichtbar im hellen Licht
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Manche Märchen packen dich und fesseln, ohne dass man genau sagen könnte, woran das liegt.

Gemeinsam mit Celeste tauchen wir ein in die Geschichte, erwachen ohne Erinnerungen im Opernaus und verstehen ...

Manche Märchen packen dich und fesseln, ohne dass man genau sagen könnte, woran das liegt.

Gemeinsam mit Celeste tauchen wir ein in die Geschichte, erwachen ohne Erinnerungen im Opernaus und verstehen die Welt nicht mehr. Wer sind diese ganzen Menschen und warum nennt sie jeder Maria? Was hat es mit dem Mann im smaragdgrünen Anzug auf sich, der mit ihr ein Spiel spielen will?

Um ehrlich zu sein: die Geschichte macht es einem anfangs nicht leicht, es dauert einige Zeit um sich zurecht zu finden. Mir standen anfangs mehr Fragezeichen vor Augen als Celeste selbst. Doch schnell packt mich dieser seltsame Schreibstil, der eine mystische Stimmung heraufbeschwört.

Das Märchen ist spannend, wendungsreich. Lange Zeit ist nicht klar, ob Celeste am Ende ihr Ziel erreichen wird. Zum Glück findet sie im Laufe der Geschichte einige Verbündete.

Wie es typisch für Märchen ist, versteckt die Autorin in ihrer Erzählung einiges an Moral, ohne dass es zu belehrend wirkt. Doch ich bin mir nicht sicher, ob das Buch als Kinderbuch bezeichnet werden kann. Es ist ein sehr ernstes, düsteres Märchen, das mit seinen Winkelzügen einiges an Hirnschmalz bzw Aufmerksamkeit vom Leser verlangt. Und doch lohnt es sich auf jeden Fall.

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Veröffentlicht am 11.11.2021

Düsteres Märchen

Junge mit schwarzem Hahn
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Stefanie vor Schulte hat mit ihrem Debut wirklich den Urtypus des Märchens herauf beschworen.

Die Geschichte des 11-jährigen Martin, der schon früh seine Familie verloren hat und sich seitdem aus eigener ...

Stefanie vor Schulte hat mit ihrem Debut wirklich den Urtypus des Märchens herauf beschworen.

Die Geschichte des 11-jährigen Martin, der schon früh seine Familie verloren hat und sich seitdem aus eigener Kraft am Leben erhält hat nichts beschönigendes. Liebe und Zuwendung fehlt in seinem Leben, die Bewohner seines Dorfes begegnen sich mit Argwohn und Neid, im besten Falle noch mit Gleichmut. Jeder ist sich selbst der nächste. Einziger Lichtblick ist sein schwarzer Hahn, zu dem er eine ganz besondere Beziehung hat, der ihn aber gleichzeitig auch zum Außenseiter in der Gesellschaft anderer Menschen macht.

Die Erzählung ist düster und sprunghaft. Das Geschehen wird etwas episodenhaft betrachtet, die einzelnen Ereignisse scheinen anfangs in keinerlei Zusammenhang zu stehen. Und doch ergibt alles am Ende einen Sinn und gipfelt in der ersehnten "Moral von der Geschicht'".

Auch wenn die Erzählung inhaltlich eher trist und hoffnungslos erscheint, überzeugt die Autorin doch mit einem sehr bildhaften, manchmal fast schon poetischen Schreibstil, der dadurch einen krassen Gegensatz bildet. Und auch wenn das Buch recht kurz ausfällt, überzeugt es mich doch in seiner Komplexität.

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Veröffentlicht am 15.10.2021

Familie ist (nicht) alles

SCHWEIG!
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Wie wichtig Familie und Zusammenhalt ist, zeigt sich immer wieder an Weihnachten. Alle kommen zusammen, sitzen um den Baum und verbringen die besinnliche Zeit gemeinsam.

Dass es auch anders gehen kann, ...

Wie wichtig Familie und Zusammenhalt ist, zeigt sich immer wieder an Weihnachten. Alle kommen zusammen, sitzen um den Baum und verbringen die besinnliche Zeit gemeinsam.

Dass es auch anders gehen kann, zeigt die Geschichte um die beiden Schwestern Esther und Sue. Die beiden haben sich seit einem Jahr nicht mehr gesehen, als Esther einen Tag vor Heiligabend plötzlich vor Sues Haustür steht und ein Geschenk vorbei bringen möchte. Schnell wird klar, dass es in ihrer Welt nicht ganz so heiter aussieht, wie man aus den Schilderungen der beiden Schwestern schließen kann.

Dass sich die Schwestern beim Erzählen immer wieder abwechseln und teilweise auch die gleichen Szenen aus ihrer jeweiligen Perspektive betrachten, ist ein ebenso einfaches wie geniales Stilmittel. So baut sich extrem schnell eine beklemmende und gleichzeitig fesselnde Stimmung auf, die einen an die Seiten bindet und einen das Buch förmlich verschlingen lassen. Auch wenn anfangs nicht wirklich viel geschieht, denn die eigentliche Entwicklung läuft in den Köpfen der Figuren ab. Manch einer könnte bemängeln, dass dieses Buch nicht viel mit einem Thriller gemein hat, für mich ist es ein Kammerspiel par excellence, dass die Psychospielchen perfektioniert hat und mit dem Leser spielt, wie es ihm gefällt.

Die Figuren und ihre Enthüllungen lassen einen kapitelweise die Sympathien wechseln, mal hat man Mitleid mit der einen, ebenso schnell ist man aber auch wieder wütend oder entsetzt. es ist ein Wechselbad der Gefühle, das auf einen Gipfel zusteuert, den man so nicht erwartet.

Fazit: Ich bin kein typischer Thrillerleser, aber dieses Kammerspiel hat mich komplett gecatcht.

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