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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.05.2017

Ganz gut, aber schwächer als Band 1

Das Panama-Erbe
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Ich fand den Vorgänger Die Tochter des Drachenbaums so toll und habe mit Spannung auf den Nachfolgeband gewartet. Leider konnte er meine Erwartungen nicht ganz erfüllen.
Aber der Reihe nach. Natürlich ...

Ich fand den Vorgänger Die Tochter des Drachenbaums so toll und habe mit Spannung auf den Nachfolgeband gewartet. Leider konnte er meine Erwartungen nicht ganz erfüllen.
Aber der Reihe nach. Natürlich geht es auch in diesem Band um das Heilmittel Amakuna, dessen Geheimnis jeweils von einem liebenden Paar bewahrt werden muss. Die Geschichte spielt in zwei unterschiedlichen Zeitebenen. In beiden Zeitebenen wollen die Beteiligten aus den unterschiedlichsten Gründen das Heilmittel Amakuna finden und besitzen. Das bringt die Bewahrer des Geheimnisses immer wieder in Gefahr.
Tamanca und Itapiú leben im 16. Jahrhundert zu Zeiten der spanischen Konquistadoren, die in ihrer Gier nach Macht und Gold sehr brutal mit der einheimischen Bevölkerung umgehen.
Sina und Neri, das Paar der Gegenwart, bewegt sich im Sumpf von Drogenhandel, Geldwäsche und Immobilienhaien. Auch hier geht es um die Gier nach Macht und Geld von einigen wenigen.
Den Anfang des Buches fand ich noch spannend, aber im weiteren Verlauf konnte mich die Geschichte nicht mehr richtig fesseln. In der Danksagung schreibt Frau Aernecke, dass ihr eigentlich gar nicht danach war, den Folgeband zu beenden und das schlägt sich m. E. in der Geschichte nieder.
Den Schreibstil der Autorin finde ich sehr schön; sie kann mit Wörtern umgehen und hat eine gute Ausdrucksweise.
Die Charaktere der Protagonisten fand ich nicht so stark und mit Herzblut gezeichnet wie im ersten Band. Außerdem fand ich im Vergangenheitsteil die vielen unterschiedlichen Machthaber in der neuen Welt unübersichtlich.
Hilfreich fand ich die aufklappbaren Karten im Einband und die Auflistung der Hauptfiguren mit der kurzen Erläuterung.
Oft ist es nicht erforderlich, dass man bei einer Fortsetzung den Vorgänger gelesen hat. In diesem Fall halte ich es allerdings für sinnvoll, da es sehr viele Rückblicke und Andeutung zu Band 1 gibt.
Trotz dieser Kritikpunkte hat mich das Buch gut unterhalten und bekommt noch 4 Sterne.

Veröffentlicht am 19.05.2017

Ein Buch, das Ruhe ausströmt

Die Zutaten zum Glück
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Die Patissière Olivia - genannt Livvy – setzt mit einem flambierten Dessert ihren Arbeitsplatz in Brand und flüchtet sich zu ihrer Freundin nach Vermont. Sie findet dort schnell eine neue Arbeitsstelle ...

Die Patissière Olivia - genannt Livvy – setzt mit einem flambierten Dessert ihren Arbeitsplatz in Brand und flüchtet sich zu ihrer Freundin nach Vermont. Sie findet dort schnell eine neue Arbeitsstelle und fühlt sich in Vermont ganz wohl als wieder etwas Unvorhergesehenes ihr Leben durcheinander wirbelt.
Bei diesem Buch handelt es sich eher um eine ruhige und unaufgeregte Geschichte. Sie schildert das Leben Olivias. Wie auch im wahren Leben passiert nicht jeden Tag etwas Aufregendes und so ist es auch hier. Trotzdem hat mich die Schilderung der Tagesabläufe nicht gelangweilt, was an den intensiven und detailreichen Beschreibungen gelegen hat. Insbesondere die Backtätigkeiten samt Vorbereitungen und die tollen Landschaftsbeschreibungen haben es mir angetan und ließen wunderbare Bilder vor dem inneren Auge entstehen.
Die Charaktere sind sehr liebevoll und realistisch gezeichnet. Es sind Menschen wie wir sie alltäglich treffen könnten.
Etwas enttäuscht hat mich das Ende des Buches, denn hier rutscht die Geschichte in ein altbekanntes Muster ab und wird klischeehaft – alles ist Friede, Freude, Eierkuchen.
Schade, dass es keine Rezepte von den beschriebenen Kuchen und Desserts gab. Trotzdem bekommt es von mir noch 4 Sterne.

Veröffentlicht am 14.05.2017

Skurrile Detektivgeschichte mit hohem Unterhaltungswert

Friesenschwindel
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Reent Reents hat sich nach einem Lottogewinn seinen Traum erfüllt und ist Detektiv geworden. Er hat sich in seine polnische Nachbarin verguckt und würde alles für sie tun. Daher nimmt er auch ihren Hund ...

Reent Reents hat sich nach einem Lottogewinn seinen Traum erfüllt und ist Detektiv geworden. Er hat sich in seine polnische Nachbarin verguckt und würde alles für sie tun. Daher nimmt er auch ihren Hund in Pflege obwohl er Hunde gar nicht mag. Als Marietta nicht wieder auftaucht, hat er seinen ersten eigenen Fall als Detektiv.
Reent Reents – so eigentümlich wie der Name so ist auch sein Träger. Der liebenswerte Detektiv stolpert durch die unterschiedlichsten Situationen und kommt mit Hilfe seiner „inneren“ Stimme trotzdem der Lösung des Falls immer näher.
Mit dem Protagonisten hat Olaf Büttner einen sehr speziellen Charakter geschaffen und genau wie dieser ist der Schreibstil ebenfalls besonders. Mir hat sowohl der überforderte, aber sehr liebenswerte Reent als auch der Schreibstil gefallen. Er ist sehr bildhaft, wobei sich die Vergleiche meist auf die friesische Natur oder Mentalität beziehen, und durchsetzt mit friesischem Humor.
Eine weitere Besonderheit ist die hilfreiche „innere“ Stimme. Bis zum Schluss lässt der Autor den Leser im Ungewissen was es mit dieser Stimme auf sich hat. Ich habe mir hierzu zwar meine Meinung gebildet, werde aber nichts dazu sagen; das muss jeder für sich entscheiden.
Mich haben lediglich einige zu ausschweifende Gedankengänge gestört, aber ansonsten hat mich die Geschichte sehr gut unterhalten und ich hoffe auf weitere Fälle mit Reent Reents. Insgesamt vergebe ich gerne 4 wohlverdiente Sterne.

Veröffentlicht am 08.05.2017

Wunsch und Wirklichkeit kommen nicht immer zusammen

Das geträumte Land
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Jende Jonga hat es mit Hilfe seines Cousins geschafft, seine Heimat Kamerun zu verlassen und nach New York zu kommen. Er arbeitet hart und lebt sparsam, trotzdem dauert es 1 ½ Jahre bis er seine Frau Neni ...

Jende Jonga hat es mit Hilfe seines Cousins geschafft, seine Heimat Kamerun zu verlassen und nach New York zu kommen. Er arbeitet hart und lebt sparsam, trotzdem dauert es 1 ½ Jahre bis er seine Frau Neni und seinen Sohn Liomel nachholen kann. Dann hat Jende Glück und bekommt den Job als Chauffeur bei Clark Edwards, der eine gehobene Position bei Lehman Brothers innehat. Alles könnte gut sein, wenn Jende sich nicht um seine Greencard sorgen müsste, denn bisher hat er nur eine Arbeitserlaubnis und Neni ein Studentenvisum.
Gegensätzlicher könnten die beiden Familien nicht sein; die Edwards sind reich, wohnen großzügig, haben ein Sommerhaus und Dienstboten, gehören zur High Society in New York, leben in gesicherten Verhältnissen und daneben die Jongas, sie kommen aus ärmlichen Verhältnissen in Kamerun, leben in einer kleinen mit Kakerlaken verseuchten Wohnung und sehen einer ungewissen Zukunft entgegen solange sie keine endgültigen Papiere haben.
Jende ist mir mit seiner freundlichen und offenen Art direkt ans Herz gewachsen auch wenn er sich aufgrund der Umstände im Verlauf der Zeit verändert und ich nicht alles gut heißen kann was er macht. Eine Veränderung ist auch bei den anderen Protagonisten aufgrund der Ereignisse sichtbar. Diese Veränderungen machen die Charaktere so authentisch. Das Ende hat mich dann doch überraschen können, denn so hatte ich es nicht erwartet, aber es passt.
Gut gefallen haben mir die Einblicke in den kameruner Alltag und die eingeflochtenen Sätze in der Landessprache. Der Erzählstil ist toll und lässt sich sehr flüssig lesen.
Imbolo Mbue greift sozialkritische und aktuelle Themen wie Auswanderung oder die Lehmann-Pleite auf und hat sie in ihrem Debütroman wunderbar verarbeitet. Ein wirklich lesenswertes Buch!

Veröffentlicht am 05.05.2017

Der etwas andere Reiseführer

Wien abseits der Pfade Band II
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Für seine Spaziergänge/Wanderungen hat sich Georg Renöckl sieben Bezirke Wiens ausgesucht. Jedes Kapitel beginnt mit einem kleinen Kartenausschnitt, in dem die verschiedenen Sehenswürdigkeiten gekennzeichnet ...

Für seine Spaziergänge/Wanderungen hat sich Georg Renöckl sieben Bezirke Wiens ausgesucht. Jedes Kapitel beginnt mit einem kleinen Kartenausschnitt, in dem die verschiedenen Sehenswürdigkeiten gekennzeichnet sind. Dadurch hat man vor dem Start einen guten Überblick wohin es gehen wird. Am Ende des Kapitels werden die besonderen Orte noch einmal aufgelistet und kurz charakterisiert. Als besonderes Highlight bekommt der Leser noch spezielle Rezepte von unterwegs zu bekommenden Köstlichkeiten.
Mir haben diese Spaziergänge durch Wien richtig gut gefallen. Man bekommt hier nicht die touristischen Sehenswürdigkeiten vorgesetzt sondern erhält ein authentischeres Bild der Stadt und seiner Bevölkerung. Ich bezweifele, dass ich ohne dieses Büchlein jemals etwas über einen Schneckenzüchter erfahren hätte, wüsste was eine Bassena ist oder einen der letzten Klavierbauer Wiens kennen gelernt hätte.
Der Leser bekommt hier keine trockene Aufzählung sondern in einem sehr ansprechenden Schreibstil erzählt der Autor aus vergangenen und gegenwärtigen Zeiten über Stadtgeschichte, Gebäude, Personen, Kulinarisches und, und, und …..
Sicher wird man bei seinem ersten Wien-Besuch auch die bekannten Sehenswürdigkeiten besuchen wollen, aber bei einem längeren oder wiederholten Aufenthalt in der Hauptstadt Österreichs sollte man ruhig mal abseits der ausgetretenen Pfade einen der hier vorgestellten Weg gehen. M. E. ist für jeden Geschmack was dabei. Bei mir steht Wien schon länger auf der Wunschliste und ich bin ziemlich sicher, dass ich dann auch den ein oder anderen hier beschriebenen Spaziergang machen werde.