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Veröffentlicht am 07.01.2022

Top!

Baedeker Reiseführer Sachsen
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Klappentext:

„Meissner Porzellan, idyllische Seenplatten, die Sächsische Weinstraße, zahlreiche Weihnachtsmärkte im Advent und geschichtsträchtige Städte – all das ist Sachsen!

Dampfender Glühwein, herrlich ...

Klappentext:

„Meissner Porzellan, idyllische Seenplatten, die Sächsische Weinstraße, zahlreiche Weihnachtsmärkte im Advent und geschichtsträchtige Städte – all das ist Sachsen!

Dampfender Glühwein, herrlich puderbestäubter Stollen und würzige Pfefferkuchen! Alle Jahre wieder werfen sich die Stadtzentren Sachsens im Advent in ein funkelndes Weihnachtsgewand: Auf gigantischer Länge von drei Kilometern in Dresden, kaufmännisch zentral vor dem Alten Rathaus in Leipzig oder possierlich überschaubar in Bautzen.

Neu sind die Magischen Momente – Dresden z.B. von oben zu betrachten ist fast schon Pflicht, und in der Frauenkirche beeindruckt schon der Blick ins Kircheninnere beim Aufstieg. Es beginnt am Eingang G; nach einem Stück mit dem Fahrstuhl geht es über Treppen, Leitern und einen Wendelgang im Innern der Kuppel hinauf zur Laterne unter dem Turmkreuz und zur Rundumsicht über die Altstadt. Das ist weit weniger anstrengend, als die Warnhinweise vermuten lassen – und der Blick über die Dächer der Stadt und den wunderbar sanften Schwung der Elbe entschädigt ohnehin für alles.“



Als gebürtigen Sächsin schaut man bei einem Reiseführer, der die Heimat näher beschreibt, genauer hin. Und was soll ich hierzu nur sagen? Er ist einfach perfekt und repräsentiert den Freistaat sehr edel und gekonnt wider. Wir erobern von Seite zu Seite den Norden, den Osten, Westen und den zauberhaften Süden des Freistaates und erhalten allerlei vielseitige Tipps, Anregungen und Geschichten. Die markantesten Städte werden unheimlich detailliert beschrieben, Sehenswürdigkeiten erläutert aber auch die weniger bekannten aber besonderen Fleckchen des Freistaates beschrieben.

Der Aufbau des Reiseführers ist seinem Stil, wie immer, treu geblieben und hat dadurch einen großen Wiedererkennungswert, welcher überzeugt. Neben kleinen Stadtplänen/Landkarten können wir kleine Bilder/Fotos der jeweiligen Stätte oder dem Ort begutachten, wir haben kleine Merkkästen, kurze Zusammenfassungen - alles wirkt hier stimmig. Es gab hier und da Flüchtigkeitsfehler, die besser hätten recherchiert werden müssen, aber diese negative Werte werden von den positiven verdängt.

Der Reiseführer ist ein kleines Juwel und genau deshalb erhält er von mir 5 von 5 Sterne!

Veröffentlicht am 29.12.2021

Harte Zeiten

Die wärmste aller Farben
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Klappentext:

„Während die Gelbwesten-Proteste Frankreich in Atem halten, lebt der dreizehnjährige Geoffroy in einer imaginären Welt, die er nach Zahlen und Farben ordnet. Das sensible Wesen des besonderen ...

Klappentext:

„Während die Gelbwesten-Proteste Frankreich in Atem halten, lebt der dreizehnjährige Geoffroy in einer imaginären Welt, die er nach Zahlen und Farben ordnet. Das sensible Wesen des besonderen Kindes überfordert seine Familie: Vater Pierre ist unfähig, mit ihm zu kommunizieren, und gefangen im eigenen Zorn; Mutter Louise versucht ihn zu beschützen und hofft vergeblich auf etwas Zärtlichkeit. Und seine Freundin Djamila, die sich von den Vorschriften der muslimischen Tradition unter Druck gesetzt fühlt, ist fasziniert von der unschuldigen Wahrnehmung des Jungen, die neue Perspektiven und Freiheiten eröffnet. Inmitten des gesellschaftlichen Aufruhrs prallen Wut, Träume und Verlangen aufeinander. Gibt es einen Ausweg aus all dem Chaos?“



Wow! Das war ein Buch, welches mich tief gefesselt hat. Neben Protagonist Geoffroy erleben wir weitere Charaktere und dieses Geflecht baut sich wunderbar zart und stimmig auf, aber erstmal zu Geoffroy: Er ist besonders, er ist anders, er lebt in seiner Welt und schlussendlich beneidet man den Jungen um dieses „Glück“ ein bisschen, denn die Zeit, in der er real lebt, ist hart, böse und schädigt sogar das Land in dem sie leben. Die Gelbwesten wüten durch Frankreich und man fragt sich, genau wie die Protagonisten im Buch: Was soll werden? Wo kommt diese rechte Wut her und was treibt diese Fratzen an? Solche aktuellen Themen in einem Buch und in einer Geschichten zu verweben ist nicht einfach umzusetzen aber hier wurde es großartig eingebettet und gibt gerade Geoffroy einen gewissen Schutzschirm vor seiner Welt, denn nur seine Welt ist die, die zählt. Aber nicht nur das wütete durch die Buchseiten! Auch der Familienkonflikt ist derbe und hart. Die eine will ihr Kind schützen, der andere kommt erst gar nicht an ihn heran und dann ist da auch noch Djamila mit ihrer Religion und ihren eigenen Problemen.

Ja diese Geschichte hat wahrlich viel Chaos und Konflikte inne aber genau die muss man erlesen, verstehen und sich selbst eine Meinung darauf bilden. Jeder Leser wird hier andere Gesichtspunkte haben und anders an die Themen heran gehen. Autor Grégoire Delacourt nimmt hier eine ganze Hand voll Themen auf und mischt sie durcheinander und dennoch lassen sie sich nicht komplett vermixen. Aber sie gehören auf gewisse Weise zusammen. Diese Geschichte ist eine gewisse Reflexion der aktuellen Zeit, Gesellschaftskritik aber auch Themen wie Liebe werden gekonnt erzählt.

Ein besonderes Buch mit besonderem Inhalt und genau deshalb gibt es 5 von 5 Sterne!

Veröffentlicht am 29.12.2021

Licht ist Hoffnung

Was bleibt, ist Licht
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Klappentext:

„Nach dem Tod ihres kleinen Sohnes findet die Illustratorin Melanie Garanin ihren ganz eigenen Weg, um mit ihrer Trauer, Wut und Verzweiflung umzugehen: Sie beginnt, die sogenannten „Kerzentiere“ ...

Klappentext:

„Nach dem Tod ihres kleinen Sohnes findet die Illustratorin Melanie Garanin ihren ganz eigenen Weg, um mit ihrer Trauer, Wut und Verzweiflung umzugehen: Sie beginnt, die sogenannten „Kerzentiere“ zu zeichnen, insgesamt 365 Stück. Diese Tiere haben eines gemeinsam: Sie alle tragen eine Kerze. Mal schleppen sie sie, mal balancieren sie sie auf dem Kopf, mal lehnen sie sich an ihr an – immer aber hüten sie ihr Licht wie einen Schatz. Eine Auswahl der tragisch-komischen Zeichnungen ist in diesem Buch versammelt, das mit wenigen Worten, aber umso berührenderen Bildern Licht ins Dunkel bringt und gleichzeitig Raum lässt für die eigene Trauer. Garanins Kerzentiere verkörpern die ganze Bandbreite von Gefühlen, die der Tod in uns auslöst, sie ersetzen die passenden Worte, die eigentlich immer fehlen, sie bringen uns zum Lachen und zum Weinen und sie erinnern uns daran, dass nichts unmöglich ist.“



Mit Trauer umzugehen…dafür sind wir Menschen nicht gemacht. Wenn Liebe so groß wird und ist, und dann der geliebte Mensch aus dem Leben gerissen wird, ist kein Tag mehr wie der andere, kein Erlebnis mehr dasselbe…Jeder geht mit Trauer anders um. Bei dem einen „heilt“ sie, bei anderen bleibt sie ein Leben lang tief verankert. Melanie Garanin hält ihre Trauer in sogenannten Kerzentieren fest. Für jeden Tag im Jahr, für jeden Tag der vergeht, gibt es ein Licht der Hoffnung und dieses wird durch zarte Tierzeichnungen untermalt. Diese Art scheint wie ein Lichtblick obwohl man eigentlich in Trauer zerfließen müsste aber dennoch zaubern die kleine Maus oder der Panther, das Pferd, der Waschbar uvm. ein kleines Lächeln zumindest in die Gedanken. Jedes Tier befasst sich mit diesem Licht, es gibt zarte Worte manchmal kurze Sätze dazu - nachdenken und trauern auf andere Art. Ich muss gestehen, ich mag diese verniedlichende Art auch für Erwachsene und sage hier deutlich, dieses Buch ist nicht nur für Kinder möglich! Verniedlichende Dinge tun auch in grausamen Zeiten ihren Dienst und genau das ist was zählt.

Ein ganz besonderes Buch für besondere Momente - 5 von 5 Sterne!

Veröffentlicht am 29.12.2021

Jeder ist besonders!

Was macht die kleine Gans im Herbst?
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Klappentext:

„Als der Sommer in den Herbst übergeht, spürt die kleine Gans eine Veränderung in der Luft: Ein kühler Wind weht und die Blätter verfärben sich rot und goldgelb. Die kleine Gans ahnt, dass ...

Klappentext:

„Als der Sommer in den Herbst übergeht, spürt die kleine Gans eine Veränderung in der Luft: Ein kühler Wind weht und die Blätter verfärben sich rot und goldgelb. Die kleine Gans ahnt, dass sie etwas Wichtiges zu tun hat - aber was? Die Biber hacken Holz, die Eichhörnchen lagern Nüsse in der Erde und die Bären sind damit beschäftigt, eine gemütliche Höhle zu bauen. Die tapfere kleine Gans versucht, mitzumachen, aber ohne großen Erfolg.

Bis sie schließlich mutig feststellt, dass ihre Flügel nicht zum Holzhacken, zum Graben oder Bauen gemacht sind, sondern für etwas Großartiges: zum Fliegen ...“



Ein ganz, ganz bezauberndes Kinderbuch! Jeder ist einzigartig und so auch die kleine Gans. Ja, es liegt was in der Luft, der Winter kommt und das ist etwas ganz neues für sie. Ihre Beobachtungen in ihrer Umgebung zeigen ihr, da muss man was dagegen tun! Und als das mit ihrem Flügeln dann auch klar wird, gibt es nur noch eines - ab in die Lüfte mit der kleinen Gans!

Die Geschichte ist wirklich rührend und sinnlich dargestellt. Die Texte sind angenehm zum lesen oder auch vorlesen und natürlich kommt der eigentliche Tenor nicht zu knapp und genau der macht es aus! Alle sind wir einzigartig, alles sind wir anders und das ist genau das was zählt! Kann es denn ein schöneres Thema geben als dieses? Die Bilder zaubern natürlich obendrein auch noch ihren Teil dazu bei und man kann sich sehr in die warmen Farben und die hübsch arrangierten Zeichnungen verlieren.

Egal ob Klein oder Groß, dieses Buch ist ein wahres Highlight! 5 von 5 Sterne!

Veröffentlicht am 29.12.2021

Zu empfehlen!

Die Mission des Kreuzritters
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Klappentext:

„Jerusalem, 1129. Als älteste Tochter des Königs soll Melisende einst die Krone erben und über das Heilige Land herrschen. Den von ihrem Vater ausgesuchten Bräutigam lehnt die eigenwillige ...

Klappentext:

„Jerusalem, 1129. Als älteste Tochter des Königs soll Melisende einst die Krone erben und über das Heilige Land herrschen. Den von ihrem Vater ausgesuchten Bräutigam lehnt die eigenwillige junge Frau jedoch vehement ab. Heimlich verlässt sie mit einer Eskorte die Stadt. Doch sie kommt nicht weit. Ihre Reisegruppe wird überfallen, ihre Wache getötet, sie selbst als Geisel verschleppt. Um sie zu retten, schickt König Baudouin den Tempelritter Raol de Montalban aus. Bald merkt er: Gefahr droht von mehr als einer Seite ...“



Ulf Schiewe hat einen neuen historischen Roman verfasst. Wer seine Bücher kennt, setzt die innere Messlatte immer hoch und auch dieses Mal hat Schiewe uns Leser keineswegs enttäuscht. Die Geschichte rund um Melisende hat unheimlich viel Spannung, historische Fakten, Wissen, Power auf jeder Seite und in jeder Situation und fesselt den Leser an das Buch. Hier geht es nicht nur um eine Geschichte, Schiewe verwebt hier sehr gekonnt auch wieder reale Fakten und als Leser erweitert man dadurch seinen Horizont. Seine Charaktere sind sehr gut ausgefeilt und man sieht ihre Gesichter förmlich vor Augen. Man lebt mit Melisende mit und ihrem Drang mit und als dann die Tempelritter ihren Auftritt haben, ist man wahrlich fest in der Geschichte versunken.

Schiewes Art und Weise Geschichten zu schreiben ist immer bei jedem Buch etwas besonderes. Er weißt genau den Leser am Ball zu halten ohne dabei langweilig und nervig zu sein. Seine Spannungsbögen (ja, es gibt hier mehrere!) sind immer äußerst gelungen und vielseitig.

Dieses Werk hier ist einfach nur genial gelungen und verdient 5 von 5 Sterne.