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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.12.2021

Entschleunigt

Sehnsucht in Aquamarin
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Polly ist fassungslos - ihre Schwester Jette hat die lang verschollene Mutter auf einem Foto erkannt! Auf der Suche nach Antworten führt sie die Spur nach Bar Harbor in Maine. Aus Geldmangel verzichten ...

Polly ist fassungslos - ihre Schwester Jette hat die lang verschollene Mutter auf einem Foto erkannt! Auf der Suche nach Antworten führt sie die Spur nach Bar Harbor in Maine. Aus Geldmangel verzichten die Schwestern auf ein Hotelzimmer und campen im Acadia National Park, wo ihre Mutter als Rangerin arbeitet. Dort verlieben sich beide - Jette in einen Hummerfischer, Polly in den alleinerziehenden Vater Liam. Ob sie hier ihre Zukunft finden? Vielleicht gemeinsam mit ihrer Mutter?

Miriam Covi hat mich mit "Sehnsucht in Aquamarin" total überrascht. Denn was wie ein totaler Liebesroman klingt ist so viel mehr! Klar kommt hier die Romantik nicht zu kurz, jedoch steht sie nicht massiv im Vordergrund und ist auf gar keinen Fall kitschig! Die Autorin schafft es gekonnt, Romantik mit einer ganz tollen Handlung zu verstricken und dabei die richtige Balance zu halten. Sie versteht es, dem Leser die Charaktere nahe zu bringen. So fühlt man sich zwischen ihnen wohl, versteht, warum Polly unbedingt hinter das Geheimnis ihrer Mutter kommen möchte und will es ebenfalls wissen. Traumhaft die Beschreibungen der Landschaft. Diese sind so bildgewaltig, daß man direkt mit am Lagerfeuer sitzt und meint, die frische Luft zu inhalieren. Miriam Covi schreibt wunderbar leicht - man liest ihren Stil unheimlich gern, versinkt in die Handlung und fühlt sich rundum wohl und geborgen!

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Veröffentlicht am 28.12.2021

Urlaubsfeeling pur!

Mord im Burgund
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Der pensionierte Kommissar Konrad Keller passiert mit seinem Hausboot die Schleusen eines Kanals bei Dijon, als ihm von einer jungen Tramperin Hilfe angeboten wird, wenn er sie eine Etappen mitreisen läßt. ...

Der pensionierte Kommissar Konrad Keller passiert mit seinem Hausboot die Schleusen eines Kanals bei Dijon, als ihm von einer jungen Tramperin Hilfe angeboten wird, wenn er sie eine Etappen mitreisen läßt. Keller hat nichts gegen diese Gesellschaft einzuwenden. Doch am nächsten Morgen verschwindet die junge Frau während ihres Einkaufs spurlos, kurz darauf wird ihre Leiche gefunden. Keller war der Letzte, der sie lebend gesehen hat und gerät unter Verdacht. Es stellt sich heraus, daß es sich bei der Tramperin um die Erbin der letzten großen Senfdynastie Dijons handelt..

"Mord im Burgund" ist der zweite Teil der Serie rund um Konrad Keller, der mit seinem Hausboot durch Frankreich reist und Mordfälle löst. Auch mit diesem Band entführt Jules Besson den Leser in eine zauberhafte Urlaubswelt. Die Landschaft mit ihren Besonderheiten, die Bewohner und vor allem die Beschreibungen des Senfes, seiner Herstellung und den dazugehörigen Dynastien, versetzen den Leser während der Lektüre direkt in den Burgund. Hier lernt man tatsächlich noch ein paar Dinge dazu! Aber in diesem Buch steckt auch eine gehörige Portion Spannung. Man fiebert mit Keller mit, verfolgt immer wieder neue Spuren - man ist richtig an die Handlung gekettet. Dabei schafft es Jules Besson alles wunderbar schlüssig und authentisch zu beschreiben. Die Handlungen wirken glaubhaft, sind gut durchdacht und verwirren nicht. Dies und der sehr angenehme Schreibstil machen das Buch zu einem wahren Leseerlebnis!
Als kleines Highlight findet man am Ende des Buches noch ganz tolle Rezepte, Ausflugstips und einen kleinen Sprachführer!

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Veröffentlicht am 23.12.2021

Spannende Fortsetzung

Stadt des Zorns
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Vor neun Monaten entkam Hannah Janus, der mit ihr und ihren Freunden brutale Escape-Room-Spielchen spielte. Hannah ist in Sorge, denn Janus wurde nicht gefasst, das Erlebte sitzt noch tief in ihrer Psyche. ...

Vor neun Monaten entkam Hannah Janus, der mit ihr und ihren Freunden brutale Escape-Room-Spielchen spielte. Hannah ist in Sorge, denn Janus wurde nicht gefasst, das Erlebte sitzt noch tief in ihrer Psyche. Als sie ihre Schwester in Köln besucht, bricht dort das Chaos aus. Und Hannah weiß, daß hinter allem Janus steckt, der sein Werk vollenden will...

Mit "Stadt des Zorns" setzt Marc Meller seine Serie um Janus und die Escape-Room-Morde fort. Auch dieser zweite Teil überzeugt durch Spannung, die durch kurze Kapitel mit wechselnden Handlungsorten und Charakteren erzeugt wird. Durch diese Art zu schreiben wird man an die Handlung gebunden, fast gezwungen, immer mehr zu lesen. Denn der Drang zu wissen, was der einzelnen Person widerfährt, ist immens hoch. Marc Meller verwickelt bereits aus "Raum der Angst" bekannte Personen in die jetzige Handlung. Hier freut man sich, wieder auf diese zu treffen. Die neu hinzugekommenen Charaktere werden dem Leser sehr gut näher gebracht und man erhält ein klares Bild von ihnen. Vom Schreibstil her ist das Buch flüssig und verständlich geschrieben und wird an keiner noch so kleinen Stelle langweilig. Im Gegenteil - je weiter man liest, desto mehr steigert sich die Spannung. An manchen Stellen ist das Buch allerdings ein wenig brutal - dies nur als Warnung für empfindliche Seelen. Ich selbst fand es jetzt als gut auszuhalten und nicht übertrieben.

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Veröffentlicht am 22.12.2021

Spannung auf der Sonneninsel

Küstensturm
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Als Stina ihren Freund beim Seitensprung erwischt, beschließen ihre Freundinnen Lotta und Tilda, daß ein gemeinsamer Urlaub auf Fehmarn in einer abgelegenen Waldhütte genau die richtige Abwechslung wäre. ...

Als Stina ihren Freund beim Seitensprung erwischt, beschließen ihre Freundinnen Lotta und Tilda, daß ein gemeinsamer Urlaub auf Fehmarn in einer abgelegenen Waldhütte genau die richtige Abwechslung wäre. Doch dann wird die erste der Freundinnen ermordet am Strand von Staberhuk aufgefunden. Als auch noch eine weitere der Frauen ermordet wird, müssen Dirk Westermann und Thomas Hartwig um das Leben der verbliebenen Frau fürchten und schnell mit ihren Ermittlungen voran kommen!

Heike Meckelmann und Fehmarn - das paßt. Dies merkt man in "Küstensturm" ein weiteres Mal. Man merkt sofort, wie sehr sie diese Insel liebt. Denn wie sonst sollte sie diese so wunderbar lebendig und detailgenau beschreiben können? Hier findet man sich selbst in den Gassen von Burg wieder, wandert am Strand entlang und bekommt Sehnsucht nach dieser schönen Insel. Ihre Charaktere sind einfach wunderbar. Egal ob Dirk, Thomas, Charlotte oder Katrin - man muß sie einfach mögen. Eine Bereicherung ist hier Polizeihund Watson, der immer wieder für einen Wolf gehalten wird. Diese Verwechslungen und sein Benehmen sorgen hier für eine Portion Humor, denn Watson hat es faustdick hinter den Hundeohren. Die Handlung ist absolut spannend von Beginn bis Ende. Man erhält hier mehrere Spuren zu Verdächtigen, an denen immer wieder Zweifel aufkommen, man neu überlegt und hin- und hergerissen ist. Man fiebert hier richtig mit, bangt um die letzte verbliebende Freundin und hält am Ende die Luft an, denn der Schluss des Buches ist wirklich extrem spannend und gut durchdacht.
Auch dieser Band von Heike Meckelmann hat mich vollends überzeugt, so daß ich schon jetzt der Fortsetzung entgegen fiebere!

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Veröffentlicht am 19.12.2021

Spiegel der 1920er Jahre

Berlin Friedrichstraße: Novembersturm
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Der junge Architekt Robert erhält im Jahr 1920 den Auftrag, am Neubau des Bahnhof Friedrichstraße und an der Planung der ersten U-Bahnlinie Berlins mitzuwirken. Er ist überglücklich, denn nun kann er auch ...

Der junge Architekt Robert erhält im Jahr 1920 den Auftrag, am Neubau des Bahnhof Friedrichstraße und an der Planung der ersten U-Bahnlinie Berlins mitzuwirken. Er ist überglücklich, denn nun kann er auch endlich seiner großen Liebe Luise einen Heiratsantrag machen. Doch etwas betrübt Robert noch - sein bester Freund Johannes, mit dem er im Krieg zusammen an der Front kämpfte, gilt seit dem Krieg als verschollen. Johannes war Luises große Liebe, Trost über den Verlust fand sie bei Robert. Ausgerechnet am Hochzeitstag taucht Johannes wieder auf. Kriegsversehrt und ohne Hoffnung auf eine Zukunft mit Luise..

Die neue Serie von Ulrike Schweikert trägt den Titel "Berlin Friedrichstraße" und startet mit "Novembersturm". Das Buch schildert beeindruckend die Situation in den 20er und 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Hier merkt man, wie intensiv sich die Autorin mit dieser Zeit beschäftigt hat. Sie thematisiert hier einfach alles, egal ob Gesellschaft, Politik oder Wirtschaft. Dies alles wird hervorragend in die Handlung eingebaut und sehr bildhaft dargestellt. So erlebt man den Freiheitswillen der Frauen auf beeindruckende Weise, denn sie wollen auf eigenen Füßen stehen, arbeiten gehen und auch innerhalb der Familie gleichberechtigt sein. Aber auch Hunger und fehlende Ressourcen werden hier hautnah beschrieben. Man spürt die Armut mancher Familien und leidet mit ihnen. Authentisch wirkt das Buch durch die Einflechtung einiger historischer Persönlichkeiten. Ulrike Schweikert schweift ab und zu zurück in die Vergangenheit der Charaktere. Durch diese Erlebnisse werden die Charaktere zu Vertrauten, man kann ihre Handlungsweisen besser nachvollziehen und versteht so manches dadurch besser.
Wie gewohnt brilliert Ulrike Schweikert durch ihren Schreibstil. Leicht und verständlich führt sie den Leser durch die Zeit, bindet ihn durch eine spannende Handlung und macht neugierig auf die Fortsetzung!

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