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Veröffentlicht am 09.03.2022

Spannende Cold-Case-Ermittlungen

Enna Andersen und der falsche Täter
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Es ist Zeit für einen neuen Fall für das Cold-Case-Team, das von Enna Andersen geleitet wird. Das Los entscheidet, dass sich das Team dem Fall "Rieke Erken" widmet. Rieke wurde vor einigen Jahren ermordet ...

Es ist Zeit für einen neuen Fall für das Cold-Case-Team, das von Enna Andersen geleitet wird. Das Los entscheidet, dass sich das Team dem Fall "Rieke Erken" widmet. Rieke wurde vor einigen Jahren ermordet im Wald aufgefunden. Erste Spuren deuteten damals auf den Ehemann hin. Doch der wurde durch eine manipulierte DNA-Spur schließlich freigesprochen. Das Team um Enna Andersen rollt den Fall neu auf. Eine akribische Spurensuche beginnt....

"Enna Andersen und der falsche Täter" ist bereits der vierte Fall für das Cold-Case-Team. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, ist es problemlos möglich, den aktuellen Ereignissen ohne Vorkenntnisse zu folgen. Wenn man allerdings an der beruflichen und privaten Weiterentwicklung der Hauptcharaktere interessiert ist, dann empfiehlt sich, wie bei jeder anderen Bücherserie auch, die Einhaltung der Reihenfolge. 

Enna Andersen und ihr Team wirken sehr sympathisch. Deshalb freut man sich über ein Wiedersehen mit den bereits bekannten Charakteren. Der erneute Einstieg in die Reihe fällt deshalb leicht. Die Autorin versteht es hervorragend, Protagonisten und Handlungsorte so zu beschreiben, dass man sie beim Lesen vor Augen hat und sich deshalb ganz auf den alten Fall einlassen kann. 

Die Ermittlungen werden authentisch beschrieben. Gemeinsam mit dem Team versucht man dem Täter auf die Spur zu kommen und wird zum Miträtseln angeregt. Dabei kommt einiges ans Tageslicht, was bei den vorherigen Ermittlungen offenbar übersehen wurde. Schon bald wird klar, dass sich der Fall in eine andere Richtung entwickelt. Doch zunächst ist nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint. Dadurch bleibt der Fall rätselhaft und entwickelt sich kaum vorhersehbar. Die Spannung kann deshalb bis zum Schluss gehalten werden. 

Das Privatleben der Ermittlerin fügt sich harmonisch in die Handlung ein. Im Mittelpunkt steht ganz klar der Fall, bei dem Krimifans sicher voll auf ihre Kosten kommen dürften. Die privaten Nebenhandlungen sorgen allerdings dafür, dass Enna Andersen noch authentischer wirkt und gibt der Serie einen zusätzlichen Reiz. 

Ein spannender Fall, der dazu anregt, eigene Ermittlungen anzustellen. 

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.02.2022

Große Gefühle

The Way We Fall - Edinburgh-Reihe, Band 1 (knisternde New-Adult-Romance mit absolutem Sehnsuchtssetting)
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Amelia und ihre Schwester Maisie haben einen schweren Schicksalsschlag erlitten und leben bei ihrer Tante Charlotte. Da Maisie kaum spricht, kümmert sich Amelia rührend um ihre jüngere Schwester und stellt ...

Amelia und ihre Schwester Maisie haben einen schweren Schicksalsschlag erlitten und leben bei ihrer Tante Charlotte. Da Maisie kaum spricht, kümmert sich Amelia rührend um ihre jüngere Schwester und stellt ihre eigenen Wünsche zurück. Doch das macht sie gerne, da Maisie ihr wirklich am Herzen liegt. Amelia arbeitet in einem Café und ist mit ihrem Leben zufrieden. Dort lernt sie den erfolgreichen Bestsellerautor Jasper Haven kennen. Trotz kleiner Startschwierigkeiten fühlen sich die beiden zueinander hingezogen und schon bald lässt sich das Knistern zwischen ihnen nicht mehr ignorieren....

Die Handlung trägt sich in Edinburgh und später auch in den schottischen Highlands zu. Es gelingt der Autorin hervorragend, diese Hintergrundkulisse so zu beschreiben, dass man alles vor Augen hat und sich dadurch ganz auf das Geschehen einlassen kann. Dieses wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Den größten Teil verfolgt man in der Ich-Form, aus Amelias Sicht, doch stellenweise kommt auch Jasper zu Wort. Dadurch bekommt man nicht nur einen hautnahen Einblick in die Gedanken und Gefühle der beiden, sondern ist ihnen einen Schritt voraus, da man so erfährt, was sie voneinander denken und wie sie aufeinander wirken. 

Amelia und Jasper wirken vom ersten Moment an sympathisch. Sie werden so lebendig beschrieben, dass man sie in Gedanken vor sich sieht. Das Knistern zwischen den beiden ist sofort spürbar. Es schwebt förmlich zwischen den Zeilen, wodurch man mit den Protagonisten mitfiebert. Dadurch liest sich das Buch quasi von selbst, denn man möchte unbedingt erfahren, ob die beiden ihre Schwierigkeiten überwinden können. Die Gefühle und Probleme wirken echt und nicht zu dick aufgetragen. Ganz nebenbei wird man noch zum Nachdenken angeregt. 

Ein Liebesroman, mit dem man wundervolle Lesestunden verbringen kann, da die Charaktere authentisch wirken und die Hintergrundkulisse begeistert. 

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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.01.2022

Gelungene Fortsetzung

COLD CASE - Das gebrannte Kind
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Kommissarin Tess Hjalmarsson und ihr Cold-Case-Team müssen die Kollegen bei aktuellen Ermittlungen unterstützen. Es hat bereits mehrere Brandanschläge gegeben, bei denen der Täter zuvor die Brandmelder ...

Kommissarin Tess Hjalmarsson und ihr Cold-Case-Team müssen die Kollegen bei aktuellen Ermittlungen unterstützen. Es hat bereits mehrere Brandanschläge gegeben, bei denen der Täter zuvor die Brandmelder in den Häusern entfernt hatte. Mittlerweile sind mehrere Todesopfer zu beklagen. Die Zeit drängt, denn es hat den Anschein, als ob der Täter erneut zuschlagen könnte. Als eine Zeugin den Brand überlebt, gibt sie ein Detail zu Protokoll, das Tess aufhorchen lässt....

"Das gebrannte Kind" ist nach "Das verschwundene Mädchen" und "Das gezeichnete Opfer" bereits der dritte Band der Cold-Case-Reihe, in der Tess Hjalmarsson mit ihrem Team ermittelt. Man kann den aktuellen Ereignissen aber auch dann folgen, wenn man noch keinen Teil der Reihe gelesen hat. Es gibt zwar Nebenhandlungen, die sich durch die Reihe ziehen, doch die Autorin streut wichtige Hintergrundinformationen in die Handlung ein.

Diese startet bereits mit hohem Tempo. Dadurch ist man sofort mitten im Geschehen und fiebert mit den Charakteren mit. Schnell wird klar, dass der Brandstifter geplant vorgeht. Doch was ihn antreibt und wo und wann er erneut zuschlagen wird, ahnt man zunächst nicht. Deshalb folgt man gespannt den Ermittlungen. Auch im Privatleben kommt auf Tess einiges zu. Dieser Handlungsstrang sorgt für zusätzliche Spannung. 

Handlungsorte und Protagonisten werden lebendig beschrieben. Dadurch hat man alles mühelos vor Augen und wird zum Mitermitteln angeregt. Als Tess auf eine Spur stößt, ahnt man, wer der Täter sein könnte. Dennoch kann man sich nicht sicher sein. Deshalb bleibt die Spannung nicht nur erhalten, sondern kann sich zum Ende hin sogar noch steigern. 

​​​​​​​Eine gelungene Fortsetzung der Reihe, die die Neugier auf den nächsten Band weckt. 

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  • Spannung
Veröffentlicht am 06.01.2022

Gelungener Finalband

Die Julibraut
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Jette und ihre Freunde leben gemeinsam auf einem Bauernhof. Als Mike und Merle plötzlich seltsame Unfälle haben, beginnen bei Jette die Alarmglocken zu schrillen. An einen Zufall glaubt sie nicht. Zu groß ...

Jette und ihre Freunde leben gemeinsam auf einem Bauernhof. Als Mike und Merle plötzlich seltsame Unfälle haben, beginnen bei Jette die Alarmglocken zu schrillen. An einen Zufall glaubt sie nicht. Zu groß ist ihre Angst, dass Georg Taban, der mittlerweile im Gefängnis sitzt, seine Hände im Spiel haben könnte. Mike und Merle versuchen Jettes Bedenken zu zerstreuen. Doch dann erhält Jette rätselhafte Botschaften und fühlt sich verfolgt. Die Polizei nimmt ihre Vermutungen nicht ernst. Doch Jette ahnt, dass Georg noch längst nicht mit ihr abgeschlossen hat...

"Die Julibraut" ist der achte und finale Band der Erdbeerpflücker-Thriller von Monika Feth. Es ist nicht zwingend notwendig, alle Teile zu kennen, um den aktuellen Ereignissen zu folgen. Allerdings wird im Finalband die Handlung des ersten Thrillers "Der Erdbeerpflücker" fortgesetzt. Wenn man diese Bände nicht in der richtigen Reihenfolge liest, erfährt man im Abschlussband entscheidende Details aus dem ersten Teil und verdirbt sich dadurch die Spannung, falls man diesen im Anschluss noch lesen möchte. 

Der erneute Einstieg in die Reihe gelingt relativ mühelos. Allerdings sollte man anfangs konzentriert lesen, um die Hauptcharaktere und ihre Beziehungen zu- und untereinander, richtig einordnen zu können. Auch dieser Teil der Reihe wird aus wechselnden Perspektiven betrachtet, wobei man den Hauptcharakteren über die Schulter schaut. Die Szenen, in denen Jette im Fokus steht, werden aus ihrer Sicht, in der Ich-Form, geschildert. Die ständig wechselnden Perspektiven machen einen großen Reiz der Handlung aus und sorgen dafür, dass man schon bald in den Sog der Ereignisse gerät. 

Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm lesbar. Monika Feth versteht es hervorragend, Protagonisten und Handlungsorte so zu beschreiben, dass man alles mühelos vor Augen hat und sich ganz auf die Handlung einlassen kann. Diese startet zwar zunächst eher gemächlich, nimmt aber schon bald Fahrt auf. Fans der Reihe werden sich über das Wiedersehen mit den Hauptcharakteren freuen und den langsamen Spannungsaufbau genießen. Zum Ende hin steigt die Spannung steil an und gipfelt in einem atemberaubenden Finale. 

Ein gelungener Abschluss der Erdbeerpflücker-Thriller! 

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Veröffentlicht am 02.01.2022

Schräge Undercover-Mission

Rupert undercover - Ostfriesische Jagd
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Nach seinem spektakulären Undercover-Einsatz, als Drogenboss Frederico Müller-Gonzales, wird Rupert nun erneut von Kriminaldirektorin Liane Brennecke beauftragt, den Einsatz fortzuführen. Er muss allerdings ...

Nach seinem spektakulären Undercover-Einsatz, als Drogenboss Frederico Müller-Gonzales, wird Rupert nun erneut von Kriminaldirektorin Liane Brennecke beauftragt, den Einsatz fortzuführen. Er muss allerdings vorsichtig sein, da ein Kopfgeld auf den Drogenboss ausgesetzt wurde. Liane Brennecke geht dieses Risiko gerne ein, da sie sich erhofft, endlich ihre Rache, für die Stunden, die sie gefangen im Folterkeller verbringen musste, zu bekommen. Ruperts Kollegen ist dieser Einsatz alles andere als geheuer. Doch Rupert lässt sich diese Chance nicht entgehen...

"Ostfriesische Mission" ist der zweite Band, in dem Hauptkommissar Rupert in die Haut von Drogenboss Frederico Müller-Gonzales schlüpft und verdeckt im Milieu ermittelt. Da die Handlungen aufeinander aufbauen, ist es ratsam, die Undercover-Missionen in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Es werden zwar Informationen eingestreut, wodurch man den aktuellen Ereignissen sicher auch dann folgen kann, wenn man den ersten Band nicht kennt, doch Ruperts Entwicklung kann man am besten genießen, wenn man auch den Auftakt der Undercover-Missionen gelesen hat. 

Denn Rupert tritt in diesem Band endlich aus dem Schatten von Ann Kathrin Klaasen. Sie und ihr Mann sind in diesem Krimi eher Nebenfiguren. Endlich steht Rupert im Zentrum der Ereignisse. Man beobachtet fasziniert, wie er sein neues Leben auf die Reihe bekommt. Dabei steht er oft am Rand des Abgrunds, doch er schafft es immer wieder, nicht über die Kante zu stürzen. Es kommt oft zu skurrilen Situationen, bei denen man unverhofft schmunzeln muss. Da Rupert zwischen die Fronten gerät und es jemand auf ihn und seine Liebsten abgesehen hat, kommt auch die Spannung nicht zu kurz. Außerdem gibt es ein Wiedersehen mit alten Bekannten, die ganz unverhofft aus der Versenkung auftauchen. 

Handlungsorte und Protagonisten sind so beschrieben, dass man beinahe meint, selbst vor Ort zu sein und dabei den Wind in den Haaren zu spüren und den salzigen Geschmack des Meeres wahrzunehmen. Es gibt zwar immer wieder Szenen, die ein wenig zu detailliert ausgeschmückt werden und damit die Spannung ausbremsen. Doch das liegt ja immer im Auge des Betrachters. Wenn man bereits Krimis von Klaus-Peter Wolf gelesen hat, dann kennt man diese Besonderheit und weiß, worauf man sich einlässt. Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse und das Ganze gipfelt in einem Finale, das relativ abrupt endet und dafür sorgt, dass man am liebsten sofort weiterlesen möchte. 

Eine schräge Undercover-Mission, in der Rupert zur Höchstform aufläuft. 

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