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Veröffentlicht am 01.10.2022

Die Kinderärztin - auf neuen Wegen

Kinderklinik Weißensee – Tage des Lichts (Die Kinderärztin 3)
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Berlin im Jahr 1932, die Ärztin Marlene von Weilert freut sich über ihren Erfolg in der Kinderklinik Weißensee. Ihre Schwester Emma Vogel ist inzwischen in derselben Klinik zur Oberschwester aufgestiegen. ...

Berlin im Jahr 1932, die Ärztin Marlene von Weilert freut sich über ihren Erfolg in der Kinderklinik Weißensee. Ihre Schwester Emma Vogel ist inzwischen in derselben Klinik zur Oberschwester aufgestiegen. Beide haben zudem ihren tot geglaubten Vater kennengelernt. Der berufliche Erfolg Marlenes hat zur Folge, dass ihre Familienplanung zurückstehen muss. Als sie sich endlich entschließt, beruflich kürzer zu treten, wird das Penicillin entdeckt. Marlene hat einen kleinen Patienten, der das Antibiotikum dringend braucht, um zu überleben.Sie muss sich zwischen persönlichen Wünschen und beruflichen Pflichten entscheiden. Emma wird hingegen mit der neuen Oberin Marie Louise Fischer, einer alten Bekannten, konfrontiert. Zudem wendet sich Sohn Theo der Hitlerjugend zu und auch ihr Mann Kurt kämpft mit beruflichen Schwierigkeiten.

Bereits das schöne, stimmig gestaltete Cover mit den beiden Kindern im Vordergrund lädt zum Lesen ein.
Nachdem ich von den zwei vorhergehenden Bänden der Kinderklinik Weißensee begeistert war, hat mich der lang ersehnte dritte Teil ebenfalls sofort in Bann gezogen. Die Autorin Antonia Blum hat mit Tage des Lichts einen gelungenen dritten Teil vorgelegt, der den beiden anderen an Empathie und Spannung in nichts nachsteht. Bildhaft schildert Antonia Blum das weitere Schicksal der Schwestern Marlene und Emma. Der Erzählstil ist gewohnt flüssig und wir begegnen neben den beiden Schwestern bekannten Protagonisten aus den ersten Büchern. Der freundliche ehemalige Pförtner Willi Pinke unterhält die kranken Kinder nach wie vor mit viel Herz mit seinen Zaubertricks. Marlene geht das Risiko ein, mit dem gerade erst entdeckten Penicillin ihrem Patienten Albert das Leben retten zu wollen. Emma, die neu ernannte Oberschwester muss sich nicht nur gegen ihre alte Feindin, die Oberin Marie Louise Fischer durchsetzen. Ihr droht auch Sohn Theo, der inzwischen ein Gymnasium besucht, zu entgleiten. Am Beispiel des Lehrers Rademacher wird deutlich, wie sehr sich Lehrkräfte den Ideen des Nationalsozialismus zuwenden. Davon bleiben auch Theo und seine Freunde nicht unberührt. Am Beispiel von Emmas Mann Kurt wird der grandiose Aufschwung des Rundfunks nicht nur als Unterhaltungs-, sondern auch als Informationsmedium verdeutlicht. Der Roman spielt vor dem Hintergrund der untergehenden Weimarer Republik und der Machtübernahme der NSDAP. Historisch fundiert und spannend erzählt, der Roman hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Ich freue mich schon sehr auf den vierten Teil, vergebe für dieses Buch fünf Sterne und spreche eine Kaufempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 07.07.2022

Bewegende Kinderschicksale nach Kriegsende

Findelmädchen
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Das ansprechende gestaltet Cover mit dem lächelnden kleinen, dunkelhäutigen Mädchen vor dem Hintergrund der Stadt Köln wirkt optimistisch, weckt Leselust und stimmt auf das Buch ein. Helga und ...


Das ansprechende gestaltet Cover mit dem lächelnden kleinen, dunkelhäutigen Mädchen vor dem Hintergrund der Stadt Köln wirkt optimistisch, weckt Leselust und stimmt auf das Buch ein. Helga und ihr Bruder Jürgen leben 1954 auf dem Weingut von Tante Claire und Onkel Albert in Frankreich. Da erreicht sie die Nachricht, dass ihr Vater aus der Kriegsgefangenschaft heimgekehrt ist. Sie begeben sich zurück nach Köln und leben mit dem Vater und der hartherzigen Tante Meta in einem Haus. Der Vater verkauft in einem Büdchen Zeitschriften, Kaffee und Süßigkeiten, während Bruder Jürgen eine Tätigkeit bei Ford beginnt. Helga lernt Fanny kennen, die ihrem Vater zur Hand geht und später im Haus eine Milchbar eröffnet. Helga, die sich sehnlichst wünscht, ein Gymnasium zu besuchen, wird auf eine Haushaltungsschule geschickt. Während eines Praktikums im katholischen Waisenhaus wird sie Zeugin, wie brutal Kinder, vor allem das farbige Mädchen Bärbel, dort behandelt werden. Sie beschließt, die Kinder mit allen ihr möglichen Mitteln zu schützen.

Die Autorin Lilly Bernstein entführt die Leser in ihrem neuen Roman „Findelmädchen – Aufbruch ins Glück“ in das Jahr 1955, nach Köln. Voller Empathie, bildhaft und ausdrucksstark schildert sie das Schicksal von Helga und ihrem Bruder Jürgen, die nach langer Zeit der Suche durch das Rote Kreuz wieder bei ihrem aus dem Krieg heimgekehrten Vater leben. So glücklich Helga darüber ist, sie muss sich den strengen gesellschaftlichen Konventionen dieser Zeit beugen. Ihr Vater duldet nicht, dass sie ihren sehnlichsten Wunsch erfüllen kann, den Besuch eines Gymnasiums. Auch der Aufenthalt in der Milchbar ihrer Freundin Fanny wird nicht gerne gesehen. Stattdessen lernt Helga die furchtbaren Bedingungen und die Brutalität in einem Waisenhaus kennen. Vor allem das farbige Besatzerkind Bärbel wird menschenunwürdig behandelt und muss schlimme Strafen ertragen. Es ist völlig unverständlich, wie derartiges in den 1950-er Jahren noch möglich sein konnte. Die Vorurteile der Gesellschaft gegenüber farbigen Kindern wird durch die Autorin besonders herausgearbeitet. Zugleich kommt im Roman am Beispiel von Konradin und seiner Großmutter Auguste zum Ausdruck, wie zehn Jahre nach dem Ende des 2. Weltkrieges noch Flüchtlinge aus den Ostgebieten verachtet wurden. Allen Widrigkeiten zum Trotz bleibt Helga optimistisch, sucht nach Lösungen und geht ihren Weg unbeirrt weiter. Dank des flüssigen Schreibstils befindet sich der Leser sofort mitten im Geschehen, wozu auch die in Kursivschrift aufgeführten Tagebuchaufzeichnungen beitragen. Für diesen berührenden Roman vergebe ich fünf Sterne und spreche eine Kaufempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 27.03.2022

Der dritte Fall für Polizeiärztin Magda Fuchs

Polizeiärztin Magda Fuchs – Das Leben, ein wilder Tanz
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Die Polizeiärztin Magda Fuchs ist mittlerweile mit ihrem Kollegen, Kommissar Kuno Mehring, glücklich verheiratet. Im Rahmen der polizeilichen Ermittlungen wird Magda als Polizeiärztin manchmal in seine ...

Die Polizeiärztin Magda Fuchs ist mittlerweile mit ihrem Kollegen, Kommissar Kuno Mehring, glücklich verheiratet. Im Rahmen der polizeilichen Ermittlungen wird Magda als Polizeiärztin manchmal in seine Ermittlungen einbezogen. So auch im Fall einer schwer verletzten Frau, die von Magda untersucht wird und wenig später stirbt. Es stellt sich heraus, dass die Tote eine Millionärin war, die in den höchsten Berliner Kreisen verkehrte. Als Magda und Kuno Nachforschungen anstellen, geraten beide in Lebensgefahr. Selbstverständlich forscht Magda immer noch intensiv nach dem vor vielen Jahren verschwundenen Otto. Er ist der Bruder von Elke, der Ziehtochter ihrer Schwester. Aber auch Magdas Freundinnen müssen sich schwierigen Herausforderungen stellen.

Der Roman „Polizeiärztin Magda Fuchs – Das Leben, ein wilder Tanz“, ist der dritte und letzte Teil der Trilogie des Autoren-Ehepaars Helene Sommerfeld. In diesem Buch wird das Leben der Menschen im Berlin des Jahres 1924 beschrieben. Im Mittelpunkt der Erzählung stehen die krassen Gegensätze zwischen Arm und Reich in der Hauptstadt. Mit viel Engagement setzten sich Magda und ihre Freundin, die Fürsorgerin Ina, für Prostituierte, aber auch für Straßenkinder ein. Die Protagonistin Celia und ihr Ehemann Edgar leben nach wie vor ein privilegiertes, großbürgerliches Leben, aber die Fassade beginnt zu bröckeln. Am Zusammenleben zwischen Celia und ihrer Schwiegermutter werden die strengen gesellschaftlichen Regeln dieser Zeit und der Standesdünkel deutlich. Celia ist aber eine starke Persönlichkeit, die dennoch den Willen hat, eigene Wege zu gehen. Auch im letzten Teil der Trilogie begegnen wir starken Charakteren, den Autoren ist wiederum ein fesselndes Zeitporträt gelungen und die Spannung kommt nicht zu kurz. Ich vergebe fünf Sterne und spreche eine Kaufempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 03.01.2022

Emma´s größte Herausforderung

Die Frauen von Schönbrunn (Die Schönbrunn-Saga 1)
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Bereits das schöne und passend zur Erzählung gestaltete Cover hat mir sehr zugesagt. Die Leseprobe selbst hat diesen Eindruck nochmals verstärkt.

Beate Maly nimmt ihre Leser wieder einmal mit ...

Bereits das schöne und passend zur Erzählung gestaltete Cover hat mir sehr zugesagt. Die Leseprobe selbst hat diesen Eindruck nochmals verstärkt.

Beate Maly nimmt ihre Leser wieder einmal mit auf eine spannende historische Reise. Sie entführt uns zurück in den Juli des Jahres 1914, nach Wien und in den Tierpark Schönbrunn. Emma ist glücklich, dort eine Stelle antreten zu können. Sie teilt ihre Liebe zu Tieren mit ihrem Vater Karl, einem Veterinärmediziner. Aber am Himmel ziehen dunkle Wolken auf, an diesem Tag tritt Österreich in den 1. Weltkrieg ein. Drei Jahre später, im November 1917 herrscht nicht nur für die Wiener Bevölkerung Hungersnot, auch für die Tiere ist kaum noch Futter verfügbar. Emma übernimmt unter erschwerten Bedingungen immer mehr Verantwortung im Tiergarten, zudem muss sie sich um ihre schwangere Schwester kümmern. Der an der Front verletzte Tierarzt Julius Winter wird in den Tierpark versetzt und unterstützt Emma bei der Versorgung der Tiere nach Kräften. Dabei müssen beide gegen viele Widerstände kämpfen. Aber auch privat nähern sich Emma und Julius immer mehr an.

Erneut stehen in der berührend und bildhaft geschriebenen Erzählung starke Frauen im Mittelpunkt. Der Leser befindet sich sofort mitten im Geschehen, der Schreibstil ist flüssig, es wird sofort Spannung erzeugt. Beate Maly hat ihren Roman vor dem Hintergrund des 1. Weltkrieges angelegt, dessen Auswirkungen neben der Zivilbevölkerung Wiens auch den Tieren des Zoos Schönbrunn und deren Betreuer hart zusetzen. Die Rationen der Tiere müssen drastisch gekürzt werden, oftmals bekommen sie nur verdorbenes Futter. Obwohl die Bevölkerung selbst Hunger leidet, besuchen etliche Menschen weiter die Menagerie. Die Autorin beschreibt eindrucksvoll, wie sehr die Tiere den Menschen, vor allem Kinden, in dieser schrecklichen Zeit ein Gefühl von Normalität und Hoffnung vermitteln. Emma, aber auch ihre Schwester Greta, Julius sowie weitere Zoomitarbeiter sind sympathisch und sehr überzeugend dargestellt. Ich habe gemeinsam mit ihnen um die Tiere gebangt, ihren Mut und ihre Entschlossenheit bewundert, aber auch Anteil am Privatleben der Protagonisten genommen. Von den Tieren haben mich am meisten Oran-Utan Dame Fanny und Hund Maxl beeindruckt. Nachdem ich bereits einige Romane von Beate mit Begeisterung gelesen habe, war ich auch von dieser emotional gestalteten Erzählung begeistert. Ich vergebe fünf Sterne und spreche eine Kaufempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 24.10.2021

Das Buch der Menschlichkeit

Das Buch der verschollenen Namen
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Im Jahr 2005 entdeckt Eva Abrams in einer Zeitung ein Foto, dass sie an ihre Vergangenheit erinnert. Es handelt sich um ein von Nazis geraubtes Buch, das ein deutscher Bibliothekar seinen rechtmäßigen ...

Im Jahr 2005 entdeckt Eva Abrams in einer Zeitung ein Foto, dass sie an ihre Vergangenheit erinnert. Es handelt sich um ein von Nazis geraubtes Buch, das ein deutscher Bibliothekar seinen rechtmäßigen Besitzern zurückgeben möchte. Das Buch birgt einen geheimnisvollen Code, dessen Bedeutung sich nicht erschließen lässt. Eva kennt jedoch das Geheimnis des Buches.
Paris im Jahr 1942 – die jüdische Studentin Eva Traube entkommt gemeinsam mit ihrer Mutter aus der Stadt, nachdem ihr Vater verhaftet wurde. Beide finden Zuflucht in der unbesetzten Zone, im kleinen Bergdorf Aurignon. Bald lernt Eva dort neben dem katholischen Priester Pére Clément den jungen Widerstandskämpfer Rémy kennen. Sie beginnt, Ausweispapiere für jüdische Kinder zu fälschen, um ihnen die Flucht in die Schweiz zu ermöglichen. Die Kinder bekommen falsche Namen. Eva möchte aber ihre richtigen Namen bewahren, eine Erinnerung an ihre wahre Identität. Gemeinsam mit Rémy verschlüsselt sie die Namen, den Code kennen nur die beiden. Wenig später wird ihre Widerstandszelle verraten, Rémy verschwindet spurlos und auch Eva gerät in tödliche Gefahr.

Kristin Harmel hat ihren Roman in zwei Zeitebenen angelegt, im Jahr 2005 in den USA sowie in Frankreich während des 2. Weltkriegs. „Das Buch der verschollenen Namen“ ist ein sehr berührender Roman, der neben der persönlichen Geschichte Evas und ihrer Familie den Kampf der Résistance um das Leben jüdischer Kinder, deren Eltern von den Nazis verschleppt wurden, zum Inhalt hat. Die Geschehnisse der Vergangenheit verknüpft die Autorin geschickt mit der Gegenwart. Eva hat immer versucht, die Vergangenheit zu vergessen und vor allem, vor ihrer Familie zu verheimlichen. Nachdem sie das Bild des ihr so bekannten Buches entdeckt hat, bleibt ihr nichts anderes übrig, als ihr Geheimnis zu offenbaren. Kristin Harmel schildert die Not der jüdischen Kinder, die unter von Mitgliedern der Résistance unter Lebensgefahr versteckt werden, sehr eindringlich. Dazu gehört neben Knappheit der Lebensmittel die Enge der Verstecke, innerhalb derer die Kinder leise spielen, immer in Angst, entdeckt zu werden. Mit Eva, Rémy und anderen Widerstandskämpfern hat die Autorin starke Charaktere geschaffen, die entschlossen für die Kinder ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen. Besonders beeindruckt hat mich, wie Eva dafür gekämpft hat, die wirklichen Namen der Kinder zu verschlüsseln und die Erinnerung als kostbares Gut zu bewahren. Das Buch wurde einer wahren Geschichte nachempfunden, eine Tatsache, die zugleich berührt und nachdenklich macht. „Das Buch der verschollenen Namen“ ist ein sehr emotionaler Roman, bildhaft und flüssig erzählt, für den ich fünf Sterne vergebe und eine Kaufempfehlung ausspreche.

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