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Veröffentlicht am 06.01.2022

Auch der Tod ist Teil des Lebens

Nie mehr Oma-Lina-Tag?
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Jasper liebt die Mittwochnachmittage, denn dann holt ihn Oma Lina von der Schule ab und backt mit ihm Pfannkuchen aus ihrem Pfannkuchenheft. Oma Lina ist eigentlich gar nicht Jaspers Oma, aber er liebt ...

Jasper liebt die Mittwochnachmittage, denn dann holt ihn Oma Lina von der Schule ab und backt mit ihm Pfannkuchen aus ihrem Pfannkuchenheft. Oma Lina ist eigentlich gar nicht Jaspers Oma, aber er liebt sie so wie seine Oma und verbringt sehr gerne Zeit mit ihr. Leider ist an diesem Mittwoch alles anders, denn Mama holt ihn von der Schule ab und teilt ihm mit, dass es Oma Lina nicht so gut geht und sie heute Nachmittag ins Krankenhaus muss. Gerade noch rechtzeitig schaffen sie es, sie daheim zu besuchen. Doch Jasper sieht, dass sie krank ist und hofft, dass sie im Krankenhaus wieder gesund wird. Zum Abschied gibt Oma Lina ihm noch das Pfannkuchenheft mit, damit er in der Zwischenzeit weiterüben kann und seine Backkünste besser werden. Jasper ist traurig und wird noch trauriger, als das Krankenhaus einen Tag später anruft und sie über den Tod seiner lieben Freundin informiert. Nun sprechen sie mit dem Bestatter und dem Pfarrer und planen eine wunderschöne Beerdigung, bei der sich alle gerne an diese tolle PErson erinnern können. Und auch Jasper trägt seinen Teil dazu bei und darf bei jeder Entscheidung mitreden.

Hermien Stellmacher erzählt die Geschichte über den Tod dieser geliebten Person mit sehr viel Einfühlungsvermögen. Von den schönen Momenten über die Krankheit und den Tod und die Beerdigung lässt sie nichts aus. Doch Jasper wird immer mitgenommen und darf immer Teil der Geschehnisse sein.

Barbara Korthues hat die Geschichte perfekt mit ihren wunderschönen und stimmungsvollen Illustrationen ergänzt und abgerundet. Durch die vielen Details ist jede Seite ein Kunstwerk. Die Stimmung passt immer sehr gut, denn die Trauer ist zwar spürbar, es werden aber die schönen Erinnerungen genauso deutlich gezeigt.

Meine Tochter trauert immer noch sehr um ihre Oma, obwohl diese bereits seit zwei Jahren verstorben ist. Nach wie vor bewegt sie das Thema Tod sehr. Um weiter mit ihr über dieses traurige Ereignis sprechen zu können, war dieses Buch perfekt. Denn es behandelt nicht nur den Tod an sich, sondern auch die Rituale und Traditionen, die damit einhergehen und die meine Tochter damals zwar wahrgenommen aber nicht verstanden hat. Ich kann dieses Buch nur empfehlen, denn es ist eine große Unterstützung bei den Gesprächen über den Tod und die Trauer danach.

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Veröffentlicht am 05.01.2022

Ein Neuanfang im wunderschönen Florenz

Das Leben leuchtet sonnengelb
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Carlotta arbeitet seit einem Jahr in einem Café in Marburg. Denn sie hat ihr Architekturstudium abgebrochen, nachdem ihre Großeltern verstorben sind und sie in ein tiefes Loch gefallen ist. Sie konnte ...

Carlotta arbeitet seit einem Jahr in einem Café in Marburg. Denn sie hat ihr Architekturstudium abgebrochen, nachdem ihre Großeltern verstorben sind und sie in ein tiefes Loch gefallen ist. Sie konnte einfach nicht mehr weiter an der Uni bleiben,denn alles erinnerte sie an die schreckliche Nachricht, die sie dort mitgeteilt bekam. Im Café und bei der Arbeit mit ihrer besten Freundin Fritzi geht es ihr gut, allerdings ist sie ansonsten nicht sehr glücklich. Umso überraschter ist sie, als ein Notar sie anruft und über den Tod des Stammkunden Fabrizio Poli informiert und sie bittet, ihn in seinem Büro aufzusuchen, denn er habe ihr etwas mitzuteilen. Fabrizio war ein stiller Kunde, der nie viel mehr als einen Satz sprach und nur stundenlang dasaß und in der Zeitung las. Trotzdem hat er ihr seine Wohnung in Florenz vererbt. Carlotta beschließt nach Florenz zu fliegen, sich alles anzusehen und die Wohnung zu verkaufen, um sich in Marburg endlich eine eigene Wohnung kaufen zu können. Sie hat aber nicht mit der Schönheit von Florenz gerechnet und mit der Leichtigkeit, die sie endlich, nach so vielen Jahren, wieder empfinden kann...

Pauline Mai schreibt wunderschön und versteht es, den Leser zu fesseln. Florenz wird so wunderschön beschrieben, dass jeder ihrer Leser sofort Lust auf eine Reise dorthin bekommt.

Das Buch hat mich von der ersten Seite an gefesselt und ich habe mich komplett in der Geschichte verloren. Innerhalb eines Tages habe ich über 550 Seiten gelesen und war wirklich traurig, als ich am Ende angelangt war. Ich mochte die beiden Protagonisten Carlotta und Elio sofort und auch wenn viele ihrer Zusammentreffen sehr energiegeladen verliefen, so waren sie mir doch in ihrer Sturheit und überbordenden Wut immer sympathisch. Dieser Roman ist eindeutig eins meiner Jahreshighlights, obwohl das Jahr erst angefangen hat und bestimmt noch viele weitere tolle Romane folgen werden.

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Veröffentlicht am 04.01.2022

Das kleine Mäusekind sucht einen Schlafplatz

Mäusekind, es ist so weit, bald beginnt die Schlafenszeit
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Langsam wird es Abend und es wird dunkel. Aber das kleine Mäusekind ist noch lange nicht müde und klettert, turnt und spielt herum. So verpasst es den Zeitpunkt, um zu seinen Eltern ins Mäusenest zurückzukehren. ...

Langsam wird es Abend und es wird dunkel. Aber das kleine Mäusekind ist noch lange nicht müde und klettert, turnt und spielt herum. So verpasst es den Zeitpunkt, um zu seinen Eltern ins Mäusenest zurückzukehren. Leider hat es in der Dämmerung seine Orientierung verloren und nun irrt es herum und sucht einen Platz zum Schlafen. Aber weder beim Maulwurf, noch bei der Fledermaus kann es einschlafen. Nur gut, dass seine Eltern schon Ausschau nach ihm halten und sich freuen, als es endlich wieder zuhause ist.

Sophie Schoenwald hat die Geschichte in Reimform verfasst. Die Reime sind eingängig und lassen sich sehr gut vorlesen. Die Geschichte selbst ist kindgerecht und humorvoll und eignet sich perfekt für Kinder ab vier Jahren.

Carola Sieverding ergänzt die wunderschöne Geschichte mit ihren Illustrationen perfekt. Jede Seite enthält viele Details, die entdeckt werden können, sodass Kinder das Buch gerne öfter ansehen.

Meine Tochter war sofort verliebt in die kleine Maus, die einfach niedlich ist. Auch ich mag das Buch sehr, denn die Reime lassen sich sehr gut vorlesen und können schnell von den Kindern mitgesprochen werden. Gelungen ist auch, dass die kleine Maus zwar nach einem Schlafplatz sucht und seinen eigenen nicht mehr findet, aber meine Tochter nie negative Gefühle wie Angst empfunden hat, sondern die Reise des Mäusekinds durch fremde Tierbehausungen eher spannend gefunden hat.

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Veröffentlicht am 02.01.2022

Eine Reise in die osteuropäische Küche

Matrjoschka – Kochen wie in Osteuropa: aromatisch – traditionell – authentisch
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Tanja Duys ist eine begeisterte Köchin, die sehr gerne Zeit in fremden Küchen verbringt und seit über zwanzig Jahren eigene Kochbücher schreibt. Da ein Teil ihrer Familie aus Osteuropa stammt, war es für ...

Tanja Duys ist eine begeisterte Köchin, die sehr gerne Zeit in fremden Küchen verbringt und seit über zwanzig Jahren eigene Kochbücher schreibt. Da ein Teil ihrer Familie aus Osteuropa stammt, war es für sie immer ganz normal, dass die Oma an Weihnachten den Mohn für den traditionellen Mohnkuchen gemahlen hat oder immer wieder "Pierogi" auf dem Tisch standen. So hat sie sich auf eine Reise nach Osteuropa begeben und die tratitionellen Gerichte gegessen und viele Gemeinsamkeiten entdeckt. Denn die osteuropäische Küche ist eine schlichte, bäuerlich geprägte Küche, die mit dem auskommt, was auf den Feldern wächst und das entweder vegetarisch zubereitet oder aber mit Fleisch und Fisch kombiniert, natürlich je nach Region und geografischen Gegebenheiten.

Das Kochbuch beginnt mit einem ausführlichen Vorwort, in dem die Autorin über sich erzählt, aber auch aus welchen Ländern die Gerichte stammen, wie man dort lebt und welche Zutaten typisch für die osteuropäische Küche sind. Erst dann beginnt sie mit dem Rezeptteil, der in sieben Teile gegliedert ist, wie zum Beispiel "Kleinigkeiten & Snacks", "Piroschki, Blini & Co", "Mit viel Gemüse" oder "Süßes & Gebäck". Neben jedem der siebzig Rezepte ist das Herkunftsland genannt und auch Tipps, wie das Gericht verändert werden kann oder aber weitere Informationen, wie das Essen in seiner Heimat verspeist wird, zu welchem Anlass oder ähnliches. Natürlich enthält das Kochbuch auch wunderschöne Fotografien der einzelnen Gerichte, sodass man sofort eine Vorstellung davon und große Lust darauf bekommt

Mir hat schon das Cover sehr gut gefallen, weshalb ich das Buch auch unbedingt besitzen wollte. Schon beim ersten Durchblättern habe ich diverse Gerichte im Kopf gehabt, die ich nachkochen wollte. So habe ich das tschechische Biergulasch und das polnische Bigos nachgemacht und meine Familie und ich waren begeistert, denn beides war so lecker, dass es ab jetzt zu unseren Leibgerichten zählt. Die Rezepte sind übersichtlich gestaltet und so einfach erklärt, dass das Nachkochen nicht schwerfällt. Ich liebe das Kochbuch und finde, es sollte in jeder Küche stehen!

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Veröffentlicht am 31.12.2021

Ein Traum, eine wunderschöne Stadt und ein traumhafter Sommer

Love Paris Dance
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Mia ist ehrgeizig und widmet ihr ganzes Leben ihrer Passion, denn sie liebt das Ballett. Dieses Jahr konnte sie einen Platz für das Sommerprogramm des Pariser Balletts ergattern und ist überglücklich. ...

Mia ist ehrgeizig und widmet ihr ganzes Leben ihrer Passion, denn sie liebt das Ballett. Dieses Jahr konnte sie einen Platz für das Sommerprogramm des Pariser Balletts ergattern und ist überglücklich. Aber der Start ist leider nicht ganz so entspannt, denn ihr Flug hatte Verspätung und zu allem Übel trifft sie noch ihre Konkurrentin Audrey am Flughafen, mit der sie zufällig auch das Zimmer im Wohnheim teilt. Mia ist genervt, denn Audrey war schon so oft ihre Gegnerin auf Wettkämpfen und Mia weiß, dass sie wirklich gut ist und sie sich einfach nicht leiden können. Erleichtet stellt Mia aber fest, dass zwei andere Tänzerinnen auf sie gewartet haben und gemeinsam mit ihnen zur Einführungsveranstaltung der Akademie fahren wollen. Sie sind sich sofort sympathisch und so wird aus Mia, Audrey Lucy und Anouk schnell eine kleine Clique. Auch wenn Audrey sehr ehrgeizig ist und keine Augen für die wunderbare Stadt hat, sondern immerzu trainiert und kein Verständnis für Spaß außerhalb des Tanzens hat. Mia aber lernt dank dem Franzosen Louis die Stadt schnell von seiner zauberhaften Seite kennen und auch Louis geht ihr nicht mehr aus dem Kopf - dabei wollte sie sich doch ganz aufs Ballett konzentrieren und die Liebe außen vor lassen...

Anne-Sophie Jouhanneau schreibt flüssig und in einer modernen Sprache. Sehr gut ist ihr gelungen, wie sie die französischen Aussagen in der Originalsprache lässt, diese aber wie zufällig immer übersetzt, sodass der Leser trotzdem alles versteht. Auch die Fachausdrücke aus dem Ballett sind nach kurzer Recherche verständlich und nie übertrieben in den Vordergrund gestellt. Paris ist eine wunderbare Kulisse und wird von der Autorin immer wieder wunderschön beschrieben, sodass sich niemand dem Charme dieser Stadt entgegenstellen kann.

Ich hatte großen Spaß beim Lesen und hätte Paris am liebsten sofort einen Besuch abgestattet. Mia war mir sofort sympathisch, denn sie ist emotional und kann ihre Gefühle auch zeigen, wohingegen Audrey eher das Gegenteil von ihr ist. Die Liebesgeschichte von Louis und Mia ist von großen Gefühlen geprägt, aber wird immer wieder von den äußeren Umständen beeinflusst. Ich mag auch die romantische Stimmung sehr, die aber nie die Überhand bekommt, denn der Wettbewerb um die Hauptrollen und später um die Vortanzen bei den Vertretern der großen internationalen Förderprogramme nimmt einen großen Teil der Handlung ein.

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