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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.01.2022

Spannendes Jugendbuch mit schwierigen Charakteren

Feuerblut - Der Schwur der Jagdlinge
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INHALT

Zwölf ist einer der Jagdlinge der Loge. Sie trainiert, kämpft und bereitet sich dort mit anderen Schülern auf das restliche Leben in Clans vor, denen sie nicht zugehörig ist. Nach dem Schwur ist ...

INHALT

Zwölf ist einer der Jagdlinge der Loge. Sie trainiert, kämpft und bereitet sich dort mit anderen Schülern auf das restliche Leben in Clans vor, denen sie nicht zugehörig ist. Nach dem Schwur ist ihr Leben klar vorbestimmt, doch für Zwölf wird sich alles ändern, als sie auf eine Mission aufbricht, die sie für immer verändern wird.

CHARAKTERE

Der Start fiel mir sehr schwer mit den Charakteren. Anfangs hatte ich Probleme Geschlechter richtig zuzuordnen können und auch wer was sagte, war unklar. Für mich war das definitiv ein erschwerter Einstieg und durch die Perspektive des Autors war es auch schwierig, sich an bestimmten Sachen wie den Ich Pronomen zu orientieren. Daher war es von Anfang an schwierig zu sagen, welchen Charakter man eigentlich am liebsten mag und eine richtige Bindung aufzubauen habe ich leider auch im Rest des Buches nicht geschafft. Vor allem mit dem Hauptcharakter fiel mir dies schwer. Sie schien immer distanziert zu sein und auch wenn das ihr Charakter ist, hätte ich mir erhofft, dass man bei ihr eine klare Charakterentwicklung in irgendeinem Gebiet beobachten kann. Sie wird zwar teamfähiger, aber sonst ist keine sonderliche Veränderung zu sehen, was ihre Persönlichkeit angeht. Ich denke, dass dies recht schön war, denn eine solche Reise muss einen doch beeinflussen um sich in bestimmten Sachen in Zukunft anders zu verhalten.
Begleitet wurde sie von mehreren Nebencharakteren, die an sich wirklich spannend waren und auch interessante Geschichten mit sich trugen. So habe ich mich zum Beispiel besonders für den Hund oder das süße Eichhörnchen interessiert, die die Geschichte einfach noch einmal ein bisschen aufgepeppt haben und für Kinder ist sie so sicherlich noch lesenswerter. Die menschlichen Begleiter sind 5, sowie 6, jedoch muss ich gestehen, dass ich immer noch nicht ganz ihre Beziehung zu einander verstehe und teilweise durch eben das Problem mit der Zuordnung, immer noch nicht so richtig weiß, welche Geschichte und welche Gefühle nun zu wem gehören.

HANDLUNG

Die Handlung ist toll gestaltet. Es beginnt sofort spannend und es braucht nicht lange um den Leser sofort ins Geschehen zu führen. Man lernt dadurch die Welt recht ruckartig kennen und manche Rätsel lösen sich daher erst nach längerer Zeit, doch das führt auch dazu, dass die Geschichte eben interessant bleibt und man weiterlesen will, selbst wenn gerade ein wenig ein Tief im Handlungsstrang liegt. Das ist nämlich leider öfters der Fall und daher sollte man sich beim Lesen Ab und Zu daran erinnern, was der eigentliche Sinn der Mission ist und welche Rätsel gelöst werden müssen. Denn dann macht das ganze einen richtigen Sinn und die spektakuläre Auflösung ist es definitiv wert dranzubleiben. Denn mit so einer ausgeklügelten Wendung habe ich gar nicht gerechnet und letztendlich hat mir dieses vorübergehende Finale sehr gut gefallen und die Vorfreude auf Band 2 definitiv noch einmal ein Stück weit erhört.

SCHREIBSTIL

Der Schreibstil an sich war meiner Meinung nach perfekt angemessen für dieses Buch, er war simpel und locker, sodass die Geschichte sich auch gut für jüngere Leser eignet. Teilweise war auch eine kleine Prise Humor herauszulesen und auch das kämpferische fand ich war in einem perfekten Maß. Das einzige was mich wirklich stört ist die auktoriale Erzählung. Ich finde zu dieser Geschichte hat sie einfach nicht gepasst und daher einfach unnötigerweise eine Distanz zwischen Charakter und Leser gebracht.

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Veröffentlicht am 02.12.2021

Gute Denkansätze, aber hat mich leider ein wenig enttäuscht...

Sommersprossen – Nur zusammen ergeben wir Sinn
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INHALT

Allegra ist schon länger verärgert über den provozierend parkenden Ferrari, der dort schon einige Strafzettel von ihr bekommen hat. Als sie dessen Besitzer trifft bewahrheitet sich ihre Vermutung, ...

INHALT

Allegra ist schon länger verärgert über den provozierend parkenden Ferrari, der dort schon einige Strafzettel von ihr bekommen hat. Als sie dessen Besitzer trifft bewahrheitet sich ihre Vermutung, dass er arrogant sei und unfreundlich, denn sofort beleidigt er sie. Doch dabei bleibt es nicht, denn er greift auf eine Theorie zurück, welche besagt, dass man eine Mischung aus den fünf Menschen ist, mit denen man am meisten Zeit verbringt. Das regt Allegra zum Nachdenken an und sie macht sich auf die Suche nach ihren fünf Menschen...

CHARAKTER

Ich kenne Cecelia Aherns Charaktere normalerweise als lebensfreudig oder gut nachvollziehbar. Mit Allegra verhält es sich ein wenig anders. Sie ist ein recht eigenartiger Charakter. Ihre Art die Tage zu planen ist fast krankhaft, dabei ist das einzig nachvollziehbare, dass einem kleine Dinge oft einmal den ganzen Tag versauen können. Nun ja wenn man das als einziges Merkmal mit dem Charakter gemeinsam hat, ist das ziemlich wenig. Doch viel mehr konnte ich bei Allegra leider nicht finden. Vor allem anfangs scheint sie auch dem Leser gegenüber sehr verschlossen zu sein, man bekommt nur selten Einblicke in ihre tiefen Gedankengänge, die sie definitiv hat, denn Allegra ist eine intelligente Frau. Was ihr jedoch fehlt ist die soziale Intelligenz und auch wenn das hier das Ziel war, habe ich leider nicht wirklich gespürt, wie sich diese im Laufe des Buches verbessert hat. Sie blieb eher unterdurchschnittlich, wie man das als Leser bewerten kann, wobei man sagen muss, dass man gegen Ende hin tatsächlich Verbesserungen wahrgenommen hat. Sie nimmt langsam wahr, dass sie eben sehr wohl Leute in ihrem Leben hat, die sie wertschätzen und die ihre Zeit trotz oder gerade wegen ihrer Eigenschaften, gerne mit ihr verbringen. Als sie sich dann etwas geöffnet hat und auch einmal mehr Emotionen zugelassen hat, wurde sie mir um einiges sympathischer, das dauerte jedoch eine lange Zeit.

HANDLUNG

Der Denkansatz dieser Geschichte ist meiner Meinung nach ein recht tiefgründiger, der wirklich spannend ist und in den richtigen Worten verpackt eine grandiose Geschichte abgeben wird. Jedoch hatte ich leider nicht das Gefühl, dass diese Reise hier wirklich im Vordergrund stand, es wirkte auf mich eher, als wäre es eine explizite Geschichte über Allegras Leben. Das ist natürlich erst einmal nichts schlimmes, aber bei so einem ansprechenden Thema, hätte ich mir gewünscht, dass ich mich etwas mehr reinfühlen kann und das war aufgrund der oftmals bizarren Handlungen von Allegra einfach nicht der Fall. Ich konnte mich dadurch nur schlecht mit der Geschichte und der Theorie dahinter identifizieren und ich denke, dass das hier das ausschlaggebende gewesen wäre um dieses Buch groß herauszubringen.
Doch auch obwohl es mich ein wenig enttäuscht hat, hatte es einige gute Faktoren, wie zum Beispiel kleine Nebencharaktere, die recht authentisch wirkten und mit denen man entweder richtig mitfühlen oder sie vielleicht auch richtig hassen konnte. Diese Talent in einem Gefühle gegenüber den Charakteren zu wecken hat Cecelia Ahern einfach und das obwohl ich sonst kein allzu großer Fan von den Charakteren hier bin.

SCHREIBSTIL

Mit diesem Buch bewegt sie sich stark aus ihrem gewohnten Schreibstil. Alles wird ein wenig poetischer und auf eine bestimmte Weise auch komischer verpackt. Die Worte scheinen zwar zu passen, aber es ist schwieriger sich damit zu identifizieren und sie so Voll und Ganz nachvollziehen zu können.

Fazit: Für Leute, die sich richtig Gedanken über das Leben und sich selbst machen wollen ist dies genau das Richtige!

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Veröffentlicht am 22.08.2021

Mittelmäßiger Romanthriller

Like Gravity
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INHALT

Brooklyn hat ihr ganzes Leben lang schon viel Schmerz empfunden. Sie musste als kleines Kind mit ansehen, wie ihre Mutter ermordet wurde und später auch noch als Schutzschild des Mörders hinhalten. ...

INHALT

Brooklyn hat ihr ganzes Leben lang schon viel Schmerz empfunden. Sie musste als kleines Kind mit ansehen, wie ihre Mutter ermordet wurde und später auch noch als Schutzschild des Mörders hinhalten. Doch Stück für Stück scheint sie ihren Schmerz zu vergessen, wenn sie mit Finn, dem Leadsänger einer Band, zusammen ist. Doch was versteckt er?

CHARAKTERE

Finn war ein sehr angenehmer Charakter. Mit ihm wurde zwar nicht eine neue Kategorie an Jungs erfunden, dennoch ist seine sarkastisch flirtende Art wirklich witzig gewesen. Ich denke aber, dass er mit seinen eigenen Sichtweisen noch etwas mehr Tiefe zu seinem Charakter haben könnte. Dadurch, das wir nicht viel über seine Vergangenheit und seine persönliche Geschichte wissen, scheint es oft, als wäre er einzig und alleine der Love interest von Brooklyn. Das finde ich schade, da es so scheint, als hätte er in seinen jungen Jahren auch schon vieles erlebt.
Brooklyn ist ein sehr schwieriger Charakter. Ihre Trauer und der Schmerz wird in jeder ihrer Handlungen oder Worte klar. Das macht sie zwar zu einem realistischen Charakter, jedoch nicht immer sympathisch. Oft ist ihre abstoßende und kränkende Art kaum zu ertragen. Vor allem was Finn angeht scheint sie sehr ironisch unterwegs zu sein. Zuerst hasst sie ihn ohne Grund. Dann möchte sie nur mit ihm befreundet sein. Dann möchte sie nur Sex mit ihm haben und danach naja... verschwimmt irgendwie alles. Diese Abfolge geht extrem schnell, besonders dafür, dass sie anscheinend doch so sicher ist wenn sie etwas möchte. Dieses teils nervige Schwanken zusammen mit ihrem arroganten Verhalten das sie schon öfters an den Tag legt ´macht nicht gerade die perfekte Mischung für eine Lieblingsbuchcharakter.

HANDLUNG

Ich weiß gar nicht so richtig was ich zu der Handlung sagen soll. Einerseits hat mir der Thriller Aspekt gut gefallen, andererseits war die Auflösung irgendwie unspektakulär. Es war so vorhersehbar und naheliegend, das ich mir wünschte, es gäbe hier einen wirklichen Plottwist. Der Spannungsaufbau an sich ist nämlich wirklich gelungen, immer mal wieder wurde zwischen dem Liebesdrama ein paar neue Hinweise und Bedrohungen ausgelegt und die Spannung stieg. Dafür war dieses Ende dann aber einfach zu unwürdig.
Der andere Plot Twist, was Finn und Brooklyn angeht, kann man eigentlich gar nicht wirklich als solch einen ansehen. Seit Kapitel 3 oder 4 sollte diese Vorahnung bei den Lesern eigentlich schon fast sicher sein und so ist ihre Reaktion darauf aus meiner Sichtweise auch übertrieben.
Da die beiden schon so viele Verluste erleiden mussten, ab es in diesem Buch auch nicht wirklich die Möglichkeit für eine spannende Storyline mit Familienmitgliedern oder sonstiges und das hat irgendwie gefehlt. Ich denke dieser starke Fokus auf der Beziehung zwischen den Beiden hat es dann auch so wirken lassen, als ginge das alles unfassbar schnell.

SCHREIBSTIL

Das war mein erstes Buch von Julie Johnson, da ich aber schon viel positives über ihren poetischen Schreibstil von der "Silver Crow" Trilogie gehört habe, hatte ich doch schon etwas höherliegende Erwartungen. Ihre Art Geschichten zu erzählen ist keinesfalls schlecht, doch sie sticht auch nicht wirklich heraus. Denn Brooklyn hatte so eine traurige Geschichte und dennoch konnte es mich nicht so richtig berühren außerdem war die Entscheidung nur aus einer Sicht zu erzählen auch nicht wirklich die Beste und viel Potential schien verschwendet zu werden.

Fazit: Eine schöne Liebesgeschichte mit kleinen Thriller- Faktoren, dennoch nichts einzigartiges oder besonderes.

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Veröffentlicht am 07.06.2021

Großartige Fortsetzung

Wer die Lilie träumt (Band 2)
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Nach dem schockierenden Finale in "Wen der Rabe ruft" schließt dieses Buch an die Handlung an und dreht sich konzentriert sich größtenteils auf Ronan. Er kann Sachen aus Träumen in die Wirklichkeit holen ...


Nach dem schockierenden Finale in "Wen der Rabe ruft" schließt dieses Buch an die Handlung an und dreht sich konzentriert sich größtenteils auf Ronan. Er kann Sachen aus Träumen in die Wirklichkeit holen und dabei ist er nicht alleine. Alleine ist er sowieso nie, denn es gibt Leute die ihn suchen. Böse Leute....

Schon im ersten Teil hielt ich Ronan für einen vielversprechenden Charakter hinter seiner Fassade steckt mehr, als man auf den ersten Blick erkennt. Hinter der arroganten und teilweise gemeinen Art steckt nämlich ein junger Träumer, der viel zu früh seinen Vater verloren hat. In diesem Buch entdeckt er nun auch seine Fähigkeiten und muss diese nun erforschen und kontrollieren. Mit dabei sind natürlich auch wieder Blue, Gansey, Adam und Noah, mit dem "grauen Mann" hätten wir auch noch einen mysteriösen Neuankömmling, der ein Rätsel für sich bleibt. Mit haben die Charaktere in diesem Teil auf jeden Fall besser gefallen, vor allem der graue Mann und Ronan waren wirklich super. Mit Blue und Gansey konnte ich immer noch nicht richtig warm werden und ihre Liebesgeschichte kann ich auch nicht so wirklich mitempfinden. Mir fehlen hier deutlich die Gefühle alles ist eigentlich nur von Worten abhängig, denn es gibt wieder süße Szenen noch ein besonderes Knistern. Für den Fakt, dass auf dem Cover "Roman" steht, finde ich das mehr als enttäuschend.

Die Handlung stand auch in diesem Buch wieder im Vordergrund, ich fand sie dieses Mal auch deutlich spannender. So langsam finde ich mich auch in der Welt richtig ein und nach und nach verstehe ich wie die Ley Linien, Cabeswater und so weiter funktionieren. Zumindest weiß ich nun so viel wie die Buchcharaktere auch, also wer sich im ersten Buch, genauso wie ich, Sorgen gemacht hat, den kann ich beruhigen. Mit der Zeit kommt auch das Wissen. Allerdings ging es anfänglich auch wieder einmal fragen aufwerfend los und man wusste nicht genau wie man diesen Epiolog deuten soll. Dann fing aber die richtige Story mit Ronans Träumen an und es wurde weiterhin über die Ley Linien geforscht. Diese Szenen hatten wirklich tolle Spannungsbögen, die süchtig machen. Ich habe das Buch sogar an einem Tag verschlungen. Einerseits wird auch die Freundschaft stärker, andererseits habe ich ebenso das Gefühl, dass die ursprüngliche Koalition von Adam und Gansey so langsam zu zerbrechen droht. Adam verschanzt sich immer mehr in seinem Mitleidsbad und will gar nichts mehr davon hören, dass man ihm doch eigentlich helfen könnte. Ich kann ihn einerseits verstehen, andererseits, finde ich seine Reaktion auch oft ein Stück weit zu übertrieben, immerhin ist Gansey sein Freund und kann es sich ja wirklich leisten. Dafür bekomme ich aber das Gefühl, dass sich Blue immer mehr in die Gruppe einlebt und ihr das auch gefällt. Ihr Charakter an sich ist mir zwar immer noch nicht sympathischer, aber ihre Szenen mit dem Raven Cycle sind wirklich süß und zeugen von wahrer Freundschaft. Ich bin nun gespannt, wie es weiter geht, denn das Ende hat uns erneut mit einem Cliffhanger zurückgelassen, den ich so nicht auf sich beruhen lassen kann.

Der Schreibstil von Maggie Stiefvater trifft immer noch nicht meinen Geschmack. Zwar hat er zu diesem Buch besser gepasst, als zum ersten Teil, aber dennoch hätte das ganze mit dem Ich- Erzähler für mich einfach stimmiger geklungen. Die Gefühle kamen wirklich gar nicht gut rüber und die Schocker hätte auch anders eingesetzt werden können.

Fazit: Die Fortsetzung ist auf jeden Fall eine Steigerung und erweckt meine Neugier auf die anderen Bände. Ich werde definitiv weiterlesen und kann es ebenfalls weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 20.05.2021

Dystopien Auftakt präsentiert neue Welt Idee

New Worlds
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INHALT

Als sich die Neuweltlerin Lika mit ihrem Professor auf die Reise in die alte Welt begibt, ahnt sie nicht was sie dort erwartet. Zwischen Gefühlschaos und Konflikten muss sie sich einen Weg durch ...

INHALT

Als sich die Neuweltlerin Lika mit ihrem Professor auf die Reise in die alte Welt begibt, ahnt sie nicht was sie dort erwartet. Zwischen Gefühlschaos und Konflikten muss sie sich einen Weg durch die Lügen bahnen und kommt der Wahrheit schon bald beängstigend nah...

CHARAKTERE

Lika ist eine angenehme Protagonistin. Sie sticht nicht besonders aus der Menge hinaus und geht weder in die Richtung taffes Badgirl noch schüchterner Bücherwurm. Sie ist eher durchschnittlich und bei all den Lügen und Versprechungen kann man ihr ihre Naivität anfänglich auch nicht ganz so übel nehmen. Mit der Zeit wird es zwar ein wenig langatmig, da es scheint, als würde sie sich mehr denn je vor der Wahrheit verschließen, doch dies ist erst der Auftakt und gegen Ende hin ist Besserung in Sicht. Ich bin mir sicher, dass wir es im Folgeband mit einer willensstarken, selbstbewussten Frau zu tun haben werden. Als Ausgleich zu ihrer leichtgläubigen Person ist da aber auch noch Milo. Er ist ihr perfektes Gegenstück und hinterfragt das System. Die Augen vor offensichtlichen Problemen zu verschließen ist keine Option für ihn, genau dies macht ihn auch so wütend, was die anderen Leute angeht. Recht erachtet er selbst sein harsches Benehmen auch als falsch, also kann er sicherlich nicht als problematischer Charakter gelten. Zusammen ergänzen sich die Protagonisten perfekt und geben ein tolles Paar ab.
Nebencharaktere wie Keylin und Matteo konnten mich ebenfalls überzeugen und in ihre Geschichte entführen.

HANDLUNG

Besonders gelungen an diesem Buch ist die Welterschaffung. Die Grundidee ist neuartig und doch irgendwie auf den ersten Blick verlockend. Negative Gefühle und Krankheiten auszulöschen klingt doch nicht schlecht, oder? Nein, tut es nicht, das ändert sich jedoch, wenn die Opfer dafür zu schwerwiegend sind. In diesem Buch sieht man klar, wo eine Grenze gezogen werden muss. Man sieht wie weit das egoistische Verhalten von Menschen geht und das nichts, wirklich keine Erfindung der Welt, dieses Verhalten zähmen kann.
Die Liebesgeschichte von Lika und Milo ging mir persönlich etwas zu schnell. Milo stieß erst zur Hälfte des Buches ins Geschehen und seine Charakterentwicklung war nicht wirklich ausgeprägt. Alle Gefühle schienen wie unter Zeitdruck rapide in ihrer Wirkung zu steigen und sich zu verändern. Dabei schien es, als würden teilweise die Charaktere sogar EINZIG für den Partner ihren Standpunkt ändern, oder solche Meinungsverschiedenheiten wurden komplett ignoriert. Das halte ich auch nicht wirklich für die perfekte Möglichkeit. Trotz allem kann man aber am Ende des Buchs noch mit den Beiden mit fiebern und merkt, dass das Buch tiefgründiger wird und gefühlvoller.
Die letzten Kapitel sind nämlich wirklich gut gelungen, das was dem Buch an Spannung und Gefühl fehlt, wird hier wieder einigermaßen wett gemacht und in einen interessanten Showdown gepackt. Es erwarten einen zwar keine krasse Plottwists, dafür ist hier aber der Weg sozusagen das Ziel. Außerdem bleibt natürlich zu beachten, dass dies erst der 1 Teil einer Dilogie ist. Dementsprechend werdet ihr euch leider auch mit einem extremen Cliffhanger abfinden müssen. Dieser regt aber auf jeden Fall dazu an, dass nächste Buch ebenfalls zu lesen und erneut in die Welt von "New Worlds" abzutauchen.

SCHREIBSTIL

Anne Oldachs Art Geschichten zu erzählen ist für den Leser durchaus angenehm. Locker und flüssig wird man aus der Erzähler- Sicht durchs Buch geleitet. Ich persönlich bevorzuge zwar die persönliche Sicht der Charaktere, muss aber trotzdem sagen, dass auch diese gelungen ist.

Fazit: Ein toller Dystopie Roman vor allem auch für Frischlinge in diesem Genre. Ich bin mir sicher auch trotz kleineren Kritikpunkte, könnt ihr Lika und Milos Geschichte genießen.

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