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Veröffentlicht am 09.02.2022

Hier habt ihr meine Seele!

Du gehörst uns!
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Wir wissen es ja, wir hinterlassen beim allem, was wir im Internet tun, eine Spur. Einerseits haben wir Bedenken. Was wird mit unseren Daten gemacht? Wer kann unsere Bilder sehen? Warum bekomme ich ausgerechnet ...

Wir wissen es ja, wir hinterlassen beim allem, was wir im Internet tun, eine Spur. Einerseits haben wir Bedenken. Was wird mit unseren Daten gemacht? Wer kann unsere Bilder sehen? Warum bekomme ich ausgerechnet heute ein Angebot für die Reise, über die ich kürzlich gesprochen habe? Wir haben eine Hassliebe-Beziehung zu dem Netz. Wer möchte schon auf die Möglichkeit der schnellen Kommunikation verzichten? Und selbst wenn wir wollten, brauchen wir Apps wie WhatsApp und Co für Arbeitsplatz, Schule, Kindergarten, Verein und mehr.

Dazu kommt unsere Gewöhnung an diese angenehme digitale Welt. Das Brummen in der Hosentasche fordert unsere Aufmerksamkeit und die vielen Möglichkeiten dieser kleinen Geräte nehmen uns gefangen. „Mittlerweile haben wir es aufgrund der ständigen Berieselung durch die vielen Angebote auf dem Smartphone verlernt, es im Alltag mit uns allein auszuhalten.“

Der Psychologe Christian Montag untersucht in diesem Buch, was diese Medien mit uns machen und welche Ziele die Konzerne verfolgen. Der Leser erfährt, wie Apps uns ihren Bann ziehen wollen, damit wir sie möglichst lange nutzen. Er zeigt auf, wie unsere Daten genutzt werden, und macht einige Vorschläge für einen bewussteren Umgang mit Medien. Er wünscht sich allerdings auch Veränderungen von oben, gerade in Bezug auf Datenschutz.

Dieses dicke Buch enthält ausführliche Informationen über psychologische Studien des Autors. Dazu erzählt er mehrere Anekdoten von seinen Reisen rund um die Welt. Der persönliche Ton des Buchs ist ansprechend, allerdings manchmal etwas ausufernd. Die vielen Gendersternchen sind ungewohnt und stören den Lesefluss. Insgesamt gut und hilfreich, hätte der Text insgesamt etwas kürzer sein können und mehr praktische Vorschläge für einen guten Umgang mit Smartphone und Co enthalten können.

Fazit: Gut geschrieben und informativ, zeigt dieses Buch was unsere Geräte mit uns machen und welche Absichten dahinter stecken. Etwas zu ausführlich und leider voller Gendersternchen, doch trotzdem sehr empfehlenswert.

Veröffentlicht am 24.01.2022

Ob Liebe überwinden kann?

Die wundervolle Miss Winthrop
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Catherine muss nicht nur mit dem Verlust ihres Vaters zurechtkommen, nach seinem Tod müssen sie und ihre Mutter aus dem Herrenhaus ausziehen, da das Erbe einem männlichen Verwandten zufällt. Zudem stellt ...

Catherine muss nicht nur mit dem Verlust ihres Vaters zurechtkommen, nach seinem Tod müssen sie und ihre Mutter aus dem Herrenhaus ausziehen, da das Erbe einem männlichen Verwandten zufällt. Zudem stellt sich heraus, dass der Vater hohe Schulden hinterlassen hat.

Der Erbe, ein entfernter Verwandter, ist ein Mann, den Catherine nur zu gut kennt. Drei Jahre ist es her, dass Catherine und Jonathan jede freie Minute miteinander verbracht haben. Doch wegen einem Missverständnis sind sie einander nun entfremdet. Nicht nur das, jeder wirft dem anderen innerlich vor, an dem Zerwürfnis schuld zu sein.

Catherine kümmert sich liebevoll um ihre Mutter, die mit dem gesellschaftlichen Abstieg gar nicht zurechtkommt. Dazu fehlt im neuen Zuhause jeglicher Komfort. Trost und Ermutigung findet Catherine in ihrem Andachtsbuch. Die Worte, die sie morgens liest, geben ihr Kraft für den Tag. Ihr Leben empfindet sie als inhaltslos, darum ist sie froh, wenn sich eine Gelegenheit ergibt notleidenden Nachbarn zu helfen.

Als eine Verwandte Catherine und ihre Mutter einlädt, begeben sie sich nach Bath für einen ausgedehnten Aufenthalt. Allerdings gibt es dort einige Damen, die großes Interesse an den vermeintlichen Fehlern anderer haben. Da kommt es ihnen gerade recht, dass Catherine so viel Zeit mit einem Mann verbringt, der alt genug ist, um ihr Großvater zu sein. Die Klatschtanten wittern einen Skandal. Catherine ist nirgends vor den bösen Zungen sicher.

Jonathan sucht mittlerweile eine Braut, doch obwohl die Auserwählte nett und hübsch ist, zögert er. Er kann die eine, die er geliebt hat, einfach nicht vergessen. Doch eine Versöhnung erscheint aussichtslos.

In diesem Roman wird die beliebte Regency Ära sehr gut wiedergegeben, nicht nur was die Beschreibung der Häuser, Gärten und Veranstaltungen betrifft, sondern auch in Bezug auf die Stellung der Frau und die gesellschaftlichen Konventionen. Catherine und Jonathan, die beide einen festen Glauben haben, sind dem Leser schon bald sympathisch. Auch Charaktere, die eine Nebenrolle spielen, wachsen schnell ans Herz, zum Beispiel Catherines Tante und der General, ihr älterer Freund.

Im Vergleich zu den anderen Bücher dieser Reihe gibt es hier einige Längen. Die Romanze zieht sich so lange hin, dass es beim Lesen manchmal frustrierend ist. Sehr schön hingegen sind die vielen Bezüge zum Glauben.

Fazit: Ein unterhaltsamer Regency Roman im Stil von Jane Austen. Gut geschrieben und mit sympathischen Charakteren, ist diese Geschichte sehr empfehlenswert.

Veröffentlicht am 11.01.2022

Ein kraftvolles Leben für hochsensible Menschen

Von empfindsam bis hochsensibel
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Die Autorin dieses Buchs schreibt als Betroffene, aber auch als psychologische Beraterin und Leiterin eines Instituts für Hochsensibilität. Ihre Leidenschaft für das Thema Hochsensibilität und ihr Fachwissen ...

Die Autorin dieses Buchs schreibt als Betroffene, aber auch als psychologische Beraterin und Leiterin eines Instituts für Hochsensibilität. Ihre Leidenschaft für das Thema Hochsensibilität und ihr Fachwissen werden auf jeder Seite deutlich. Dabei bewegt sie vor allem das Thema, wie hochsensible Menschen das meiste aus ihrem Leben machen können, und wie sie ihre Hochsensibilität als Gabe nutzen können.

Das Buch beginnt mit einem Streifzug durch die Geschichte, der beweist, dass Hochsensibilität nicht eine Erfindung der Moderne ist. Danach geht es um eine genauere Abklärung dieses Wesenszugs. Doch dieses Buch enthält nicht, wie die meisten Bücher zu diesem Thema, einen Test, da eine solche Vereinfachung der Hochsensibilität nicht gerecht wird. Stattdessen werden vier Kriterien beschrieben, die hochsensible Menschen auszeichnen. Der nächste Abschnitt ist das Herz des Buchs. Hier geht es darum, wie die Hochsensibilität als Gabe genutzt werden kann. Der letzte Abschnitt ist eine Aufforderung sich aus der Komfortzone herauszuwagen und die Gabe der Hochsensibilität zu nutzen.

Dieses Buch ist für Betroffene sowohl tröstlich als auch herausfordernd. Hochsensible Menschen begegnen bei ihren Mitmenschen oft Unverständnis, wenn ihnen beispielsweise alles zu viel wird oder sie eine reizarme Umgebung brauchen. Die Autorin versteht das und gibt alltagstaugliche Ratschläge. Auf der anderen Seite fordert sie aber ihre Leser auf, ihre Hochsensibilität nicht als Krücke zu benutzen, um sich vor Herausforderungen zu verstecken. Es ist oft viel mehr möglich, als man sich zuerst zutraut.

„Meine Überzeugung ist, dass jeder Mensch, ganz gleich, welche Ausgangslage er hat, mehr Kraft entwickeln kann, als ihm bis jetzt bewusst ist. Da ich diese Erfahrung auch in meinem Leben machen durfte, möchte ich Sie sehr gerne darin unterstützen, mehr Würde, Haltung und Freude in Ihrem Leben zu erfahren, sodass Sie aus dieser Fülle heraus etwas zur Gesellschaft beitragen können.“

Fazit: Ein aufschlussreiches Buch, das hochsensible Menschen ermutigt das Beste aus ihrer Veranlagung zu machen. Mit einer Mischung aus leichtverdaulichem Fachwissen und vielen persönlichen Erfahrungen ist dieser Ratgeber gut verständlich und sehr hilfreich. Empfehlenswert!

Veröffentlicht am 10.01.2022

Energie-Riegel eines Survival-Experten

Kraftvoll
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Viele verfolgen gespannt die Survival-Tipps von Bear Grylls. Wie überlebt man in einer aussichtslosen Situation? Wie findet man etwas Essbares? Was tun, wenn wilde Tiere kommen? Wie macht man Feuer ohne ...

Viele verfolgen gespannt die Survival-Tipps von Bear Grylls. Wie überlebt man in einer aussichtslosen Situation? Wie findet man etwas Essbares? Was tun, wenn wilde Tiere kommen? Wie macht man Feuer ohne Feuerzeug und Streichhölzer? Seine Abenteuer und Überlebens-Tipps begeistern viele. Doch Bear Grylls gibt zu, dass er sich trotz all seiner Erfolge und Auszeichnungen oft schwach fühlt. Darum ist ihm der Glaube so wichtig. Seine Kraft schöpft er nämlich aus seiner Zeit mit Gott.

Dieses Buch will ein Begleiter bei diesen stillen Momenten bei Gott sein. Es enthält zwölf mal dreißig kurze Andachten, also in etwa genug für ein Jahr. Die zwölf Einheiten stehen jeweils unter einem Thema, wie Mut, Weisheit oder Risiko. So kann der Leser mit dem Thema beginnen, das ihm besonders am Herzen liegt. Jedes Thema wird mit Gedanken von Bear Grylls eingeleitet. Neben abenteuerlichen Geschichten finden sich dort herausfordernde Gedanken.

Die Andachten sind jeweils etwa eine Seite lang, lassen sich also in wenigen Minuten lesen. In der Mitte steht ein Bibelvers, und es wird deutlich, dass diese biblischen Kraftworte der Kern der Botschaften sind. Die Andachten beginnen mit alltäglichen Erfahrungen und vermitteln sowohl herausfordernde als auch tröstliche Inhalte. Die Texte enthalten viele Zitate oder Hinweise auf Glaubensvorbilder. Bei den meisten Andachten erfährt der Leser jedoch wenig über Grylls‘ abenteuerlichen Erlebnissen.

Die Andachten sind gut und gehaltvoll, doch wegen der Kürze gehen sie nicht sehr in die Tiefe. Das Buch eignet sich besonders gut für eine Familienandacht mit etwas älteren Kindern, vielleicht im Teenageralter.

Die Gestaltung ist ansprechend und eher auf männliche Leser zugeschnitten. Ein schönes Plus ist das Lesebändchen. Leser, die das Buch vor allem wegen dem bekannten Autor kaufen, werden allerdings vielleicht enttäuscht sein, da er insgesamt recht wenig über seine Abenteuer erzählt.

Fazit: Ein guter Begleiter durchs Jahr, vor allem für Männer oder Familien mit Teenagern. Herausfordernde Gedanken, die immer wieder auf die wahre Quelle unserer Kraft verweisen. Empfehlenswert!

  • Einzelne Kategorien
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Veröffentlicht am 29.12.2021

Südafrika im 2. Weltkrieg und eine multikulturelle Liebe

Pontenilo
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Klara Fourie steht kurz vor dem Schulabschluss. Sie hofft, dass sie, wie ihre älteren Brüder, studieren darf. Als es so weit ist, darf sie tatsächlich die Familienfarm verlassen und in der Großstadt studieren, ...

Klara Fourie steht kurz vor dem Schulabschluss. Sie hofft, dass sie, wie ihre älteren Brüder, studieren darf. Als es so weit ist, darf sie tatsächlich die Familienfarm verlassen und in der Großstadt studieren, denn sie wird mit ihren beiden Brüdern und einer Freundin bei einer Tante leben.

Die Jahre ihres Studiums sind vom 2. Weltkrieg überschattet. Obwohl die Kriegsschauplätze zunächst weit entfernt sind, sorgen unterschiedliche Loyalitäten für Spannungen in südafrikanische Familien. Während die meisten auf Seiten der Briten sind, gibt es einige, die die Deutschen unterstützen, so auch Klaras Bruder, Boelie. Klara selbst findet diesen Krieg einfach nur schrecklich, denn diese Zahlen, die Opfer, das sind ja alles Menschen.

In Nordafrika kämpfen südafrikanische Truppen gegen die Italiener. Dabei verliert ein guter Freund Klaras das Leben. Als kurz danach ein italienischer Kriegsgefangener, Antonio, auf ihrer Farm lebt, um am Bau einer Brücke mitzuarbeiten, kann sie nicht umhin ihn als Feind anzusehen. Zu frisch ist die Wunde, die der Tod ihres Schulfreunds geschlagen hat.

Antonio stammt aus einem kleinen Dorf in Italien. Er hätte zu gern sein Architekturstudium abgeschlossen, doch stattdessen musste er, wie alle Männer in seinem Alter, zur Armee. Er lässt eine Verlobte zurück, die ihn anfleht, bald wiederzukommen.

Antonio und Klara lernen sich besser kennen, und mit der Zeit kann Klara ihre Vorurteile überwinden. Doch so gern sie sich haben, eine tiefe Kluft liegt zwischen ihnen. Ganz abgesehen von Antonios Verlobte, scheint eine Liebesbeziehung zwischen einem Italiener und einer Südafrikanerin unmöglich zu sein.

Dieses Buch ist Teil einer Trilogie, doch es kann unabhängig von den beiden anderen Bänden gelesen werden. Wer „Hinter dem Orangenhain“ oder „Gewundene Pfade“ kennt, wird einige Charaktere und Geschehnisse wiederentdecken. Ein großer Schwerpunkt dieses Buchs ist die südafrikanische Geschichte während des 2. Weltkriegs. Das ist eine ganz andere Perspektive, die in Europa wenig bekannt ist. Die Autorin ist Historikerin und versteht es gut geschichtliche Zusammenhänge in der Erzählung einzubauen. Für Leser, die in erster Linie eine unterhaltsame Lektüre suchen, könnte das jedoch zu viel sein.

Im Vergleich zu Persomi in „Hinter dem Orangenhain“ bleibt die Hauptperson dieser Erzählung, Klara, etwas blass. Erst gegen Ende des Buchs lernt der Leser ihre Gedankengänge besser kennen. Christina dagegen, ihre Freundin, wird greifbarer dargestellt.

Fazit: Ein weiteres spannendes Buch einer besonderen südafrikanischen Autorin, das sehr gut die verschiedenen Einstellungen der Afrikaaner zum 2. Weltkrieg darstellt. Der Glaube spielt eher eine untergeordnete Rolle, im Mittelpunkt steht, neben persönlichen Schicksalen, die Politik eines gespaltenen Volks.