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Veröffentlicht am 12.02.2022

besonderes Andachtsbuch mit anspruchsvollen Themen

40 Tage mit C. S. Lewis
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C.S. Lewis ist vielen Leserinnen als Autor der Narnia Reihe bekannt. Er verfasste als überzeugter Christ auch Bücher zu Glaubensfragen, die den Leser sehr direkt ansprechen und Begeisterung wecken.
Sandro ...

C.S. Lewis ist vielen Leserinnen als Autor der Narnia Reihe bekannt. Er verfasste als überzeugter Christ auch Bücher zu Glaubensfragen, die den Leser sehr direkt ansprechen und Begeisterung wecken.
Sandro Göpfert hat für dieses Andachtsbuch Auszüge aus Lewis´s Hauptwerken zusammengestellt, die einen guten Querschnitt von dessen Gesamtwerkes darstellen sollen. Das ruhige Cover mit dem Löwen Aslan und einem Küstenfoto passt gut zu den enthaltenen Texten, ein Lesebändchen vervollständigt den wertigen Eindruck des Buches.

Die 40 Tage oder Andachten wurden von S. Göpfert immer in der gleichen Weise aufgebaut.
Vorangestellt ist immer ein Text von Lewis, dann folgt ein passender Bibeltext, der die Aussagen vertieft. Es folgen ein paar leere Zeilen, die mit „Zeit der Stille“ übertitelt sind. Hier kann man seine Gedanken festhalten: Zustimmung oder Widerspruch, Entdeckungen oder Gedanken, die einem zu dem Gelesenen in den Sinn kommen. Diese Aufforderung zur inneren Einkehr fand ich sehr gelungen, mich hat es jedes Mal dazu gebracht mir Zeit zu nehmen, um über das Gelesene nachzudenken und es zu hinterfragen, anstatt gleich die Rubrik „begleitende Erläuterung“ im Nachgang zu lesen. Abschließend gibt es immer noch „Fragen“, die zum Weiterdenken animieren sollen und „Impulse zum Gebet“.
Den einzelnen Punkten sind immer die gleichen Symbole zugeordnet, so dass man jederzeit weiß, worum es gerade geht. Die Gestaltung ist zurückhaltend, aber prägnant und schön. Die Andachten umfassen jeweils 4 Seiten.
Den gleichförmigen wiederkehrenden Aufbau der Andachten fand ich hilfreich, als ich mich auf das Buch eingelassen habe. Die Themen sind vielfältig und anspruchsvoll, Fragen wie „Objektiv gültige Werte?“, „Kann Schmerz wachrütteln?“, „Ist Rache christlich?“ oder „Hoffnungsvolles Sterben?“ heben sich angenehm von anderen Andachtsbüchern ab und haben einen großen Nachklang, nachdem man sie durchgearbeitet hat.
60 Jahre nach dem Tod Lewis sind seine Texte noch immer kraftvoll, aktuell und lesenswert. Dieses Buch hat mich begeistert und es wird mich sicherlich noch länger begleiten. Ich wünsche ihm viele Leser
innen.

Fazit: Ein sehr gelungenes Andachtsbuch, das fordert und in die Tiefe geht.

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  • Cover
Veröffentlicht am 01.02.2022

tröstende Impulse

Du bist ein Gott, der mich sieht
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Momente, in denen wir Trost suchen, kennt wohl jeder, sei es aus Trauer, Mutlosigkeit, Verzweiflung, Sorge oder einem anderen Grund. In dem vorliegenden Taschenbuch findet man zu den verschiedensten schweren ...

Momente, in denen wir Trost suchen, kennt wohl jeder, sei es aus Trauer, Mutlosigkeit, Verzweiflung, Sorge oder einem anderen Grund. In dem vorliegenden Taschenbuch findet man zu den verschiedensten schweren Situationen Gedanken und eine passende Bibelstelle, die Hoffnung schenken.

Der Aufbau der 36 Impulse ist immer gleich:
Eine Überschrift und ein Untertitel weisen über dem Gedankenimpuls auf das Thema hin, vorangestellt ist ein passendes Foto und angehängt eine passende Bibelstelle mit Angabe der Textstelle.
Die Themen sind den chronologischen ausgewählten Bibelstellen zugeordnet. Ein Inhaltsverzeichnis hilft beim Auffinden eines passenden Kapitels. Informationen zu den sechs verschiedenen Autor;innen sind zum Schluss aufgeführt.


Die Einheiten sind recht kurzgehalten, bei einigen Themen hätte ich gerne etwas mehr gelesen. Aber im Nachklang sind so, insbesondere in Verbindung mit der Bibelstelle, noch individuelle Deutungen und Gedanken auf die eigene Situation möglich.
Ein sehr schönes Buch, auf das man in schweren Stunden zur Ermutigung zurückgreifen kann, es ermöglicht neue Perspektiven zu sehen, wenn man sich darauf einlässt.

Für Menschen, die in schwierigen Momenten aus der Bibel Hoffnung schöpfen wollen, ein schöner Begleiter, den ich empfehlen kann.

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  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 15.01.2022

Informativer Katzenbildband mit vielen Rasseportraits

Die Eleganz der Katze
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Der große schwere Band ist etwas unhandlich und muss zum Lesen auf dem Tisch abgelegt werden, aber das ist beim Aufschlagen schnell vergessen. Die zahlreichen großformatigen wunderschönen Fotos sind beindruckend. ...

Der große schwere Band ist etwas unhandlich und muss zum Lesen auf dem Tisch abgelegt werden, aber das ist beim Aufschlagen schnell vergessen. Die zahlreichen großformatigen wunderschönen Fotos sind beindruckend.

Über 50 Rassekatzen werden hier ausführlich portraitiert. In 5 Kapiteln gibt es viel zur Geschichte der Katzen zu erfahren. Vom Altertum bis heute hat die Katze einen festen Platz in unserm Leben, wenn auch immer in unterschiedlicher Rolle. Von der angebeteten Gottheit über verteufeltes Hexentier und effektiver Schädlingsbekämpfer hat das heute so beliebte Haustier hinsichtlich des Ansehens eine Wandlung erfahren. Gleich geblieben ist den Katzen ihre Unabhängigkeit, wenn man sie nicht einsperrt. Die anmutigen charaktervollen Wesen suchen sich ihre Menschen selber aus.

Die informativen Texte legen ein Hauptaugenmerk auf die Zucht, was auch sehr interessant ist. Das Beste für mich sind aber die vielen Fotos, die dafür sorgen, dass ich dieses Buch immer wieder zur Hand nehme, um ein wenig darin zu schmökern.

Ein tolles Buch für Alle, die Katzen mögen.

Veröffentlicht am 14.01.2022

Kindheit 1945

Heul doch nicht, du lebst ja noch
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Kristen Boie hat sich einmal mehr mit historischen Fakten auseinander gesetzt. Sie schildert in ihrem neuen Buch eine Woche aus dem Juni 1945 aus der Sicht von Traute, Hermann und Jakob. Die Jugendlichen ...

Kristen Boie hat sich einmal mehr mit historischen Fakten auseinander gesetzt. Sie schildert in ihrem neuen Buch eine Woche aus dem Juni 1945 aus der Sicht von Traute, Hermann und Jakob. Die Jugendlichen treffen in einer Straße des zertrümmerten Hamburgs aufeinander und haben unterschiedliche soziale Hintergründe. Abwechselnd kommen sie zu Wort und man kann ihre Probleme und Einstellungen gut nachvollziehen.

Trautes Familie geht es vergleichsweise gut. Das Geschäftshaus der Eltern wurde nicht zerstört und so läuft die Bäckerei des Vaters bereits wieder. Den Wohnraum müssen sie sich aber aufgrund einer Einquartierung mit einer fremden Familie teilen. Traute vermisst ihre Freundinnen.

Hermanns Vater hat im Krieg seine Beine verloren und kann sich nicht allein bewegen, daher sorgt die Mutter für den Lebensunterhalt. Der Vater kann nicht mit der Situation umgehen und alle drei leiden. Hermann fehlt es an Perspektive, die Aufgabe sich um den Vater zu kümmern erdrückt ihn.

Jakob hat sich lange mit Hilfe eines Bekannten versteckt. Er ist Jude, weiß nicht das der Krieg bereits beendet ist und gibt sich daher als Friedrich aus. Seine Mutter wurde in den letzten Kriegstagen deportiert.

Da die Geschichte aus den unterschiedlichen Perspektiven erzählt wird, kommt man den Kindern sehr nahe. Insbesondere Jakob und Hermann sorgen für ein intensives Bild dieser Zeit. Während man mit Jakob bangt, wie es wohl weitergeht erleidet Hermann ein Schicksalsschlag, dessen Auswirkungen weitreichend sind. Traute wirkt ein wenig wie die gute Seele. Die Nebenfiguren sind ebenfalls gut ausgestaltet und tragen zur Entwicklung bei.

Das Buch schildert nicht das große Ganze, sondern zeigt einen kleinen speziellen Ausschnitt aus dem Alltag damals. Ein bedrückender aber intensiver Ausflug, den ich gerade für Jugendliche empfehlen kann. Da der geschilderte Zeitraum nur eine Woche umfasst, bleibt das Ende offen. Das habe ich hier als sehr passend empfunden, zudem bietet es eine gute Gesprächsgrundlage.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.01.2022

Ist ungerächt ungerecht?

Die Ungerächten
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Im zweiten Band um Hannah Bloch widmet sich Volker Dützer der Frage nach der Schuld der Täter. Damit einhergehend stehen die Empfindungen der Überlebenden der Kriegsgreuel im Fokus. Während viele Menschen ...

Im zweiten Band um Hannah Bloch widmet sich Volker Dützer der Frage nach der Schuld der Täter. Damit einhergehend stehen die Empfindungen der Überlebenden der Kriegsgreuel im Fokus. Während viele Menschen nach Vergeltung bzw. Rache dürsteten, wollten andere Gerechtigkeit nach der geltenden Rechtsprechung und Einige einfach ihre Ruhe, um einen Schlussstrich zu ziehen und nach vorne zu schauen.

Weite Teile der Bevölkerung sehnten sich nach Normalität und heiler Welt, sie wollten vergessen und nicht Vergangenes aufarbeiten. Täter stellten sich gegenseitig Persilscheine aus oder setzten sich ins Ausland ab. Strafverfolgten halfen Organisationen bei der Flucht, die unrühmliche Rolle der Kirche bleibt hier nicht unerwähnt.

Vor diesem Hintergrund spielt die Geschichte um Hannah Bloch und ihren Freunden, auch sie versuchen sich ein neues Leben aufzubauen. Ihre unterschiedlichen Einstellungen und Reaktionen auf die Geschehen treiben die Geschichte voran. Volker Dützer hat umfassend zu dieser Zeit recherchiert und er hat die fiktive Geschichte um Hannah, Ruth und Pawel mit realen Ereignissen (hierzu gibt es viele interessante Informationen im lesenswerten Anhang) verwoben. Das Lebensgefühl wird authentisch vermittelt und die spannende Handlung lässt einen das Buch kaum aus der Hand legen.

Die tolle Mischung aus historischem Roman und Krimi hat mich begeistert.

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