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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.02.2022

Spannender und atmosphärisch dichter Krimi

Eine Zelle für Clete
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Detective Dave Robicheaux und sein bester Freund Clete Purcel, seines Zeichens Privatdetektiv, ermitteln in einem Cold Case. Sieben junge Mädchen wurden brutal ermordet. Noch ist nicht klar, ob die Morde ...

Detective Dave Robicheaux und sein bester Freund Clete Purcel, seines Zeichens Privatdetektiv, ermitteln in einem Cold Case. Sieben junge Mädchen wurden brutal ermordet. Noch ist nicht klar, ob die Morde zusammenhängen und welches Motiv dahinterstecken könnte. Die Ermittlungen führen sie immer wieder zu einem schmierigen Zuhälter, der kurz darauf selbst ermordet wird. Plötzlich gerät Clete in Verdacht, ihn umgebracht zu haben.
Eine weitere Person, die immer wieder im Zusammenhang mit den ermordeten Mädchen auftaucht, ist der Autor Kermit Abelard, der zu allem Überfluss auch noch mit Daves Tochter Alafair liiert ist.
James Lee Burke erschafft eine atmosphärisch dichte Szenerie, in der sich gewalttätige, korrupte und psychopathische Figuren tummeln. Die Spannung baut sich langsam auf und entlädt sich in einem gewaltigen Showdown.
Obwohl dies mein erster Band der Reihe ist, konnte ich mir die Protagonisten und ihre Beziehungen untereinander sehr gut vorstellen. Der Krimi hat mir gut gefallen, auch wenn es ziemlich gewalttätig zugeht. Alkohol, Drogen, Waffen und fliegende Fäuste sind allgegenwärtig.
Dennoch hat mich „Eine Zelle für Clete“ neugierig auf weitere Krimis aus der Feder von James Lee Burke gemacht.

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Veröffentlicht am 20.01.2022

Ein Leben zwischen Dekadenz und Absturz

Der letzte Sommer in der Stadt
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Wir befinden uns in Rom Anfang der 70er Jahre und lernen Leo Gazzarra kennen. Er kommt ursprünglich aus Mailand. Kaum in Rom angekommen, findet er gleich Anschluss, ebenso eine Wohnung, einen alten Alfa ...

Wir befinden uns in Rom Anfang der 70er Jahre und lernen Leo Gazzarra kennen. Er kommt ursprünglich aus Mailand. Kaum in Rom angekommen, findet er gleich Anschluss, ebenso eine Wohnung, einen alten Alfa Romeo und eine Stelle beim Corriere dello Sport. Abends ist er auf der Piazza, in Cafés und Bars unterwegs und genießt sein unstetes Leben. Meist leidet er unter Geldknappheit, was ihn aber nicht allzu sehr beunruhigt. Immer wieder findet er jemanden, der ihm eine Mahlzeit oder einen Drink spendiert.
Dann lernt er Arianna kennen, die ihn völlig fasziniert. Arianna ist psychisch ziemlich labil und so gestaltet sich auch die Beziehung zwischen den beiden.
Der Roman erschien bereits 1973, geriet in Vergessenheit, um dann aufs Neue wieder entdeckt zu werden.
Gianfranco Calligarich lässt seinen Protagonisten Leo in der Ich-Form erzählen. Der Schreibstil ist lakonisch, melancholisch und distanziert.
Wir erfahren über ein Leben zwischen Dekadenz und Abgrund. Das viel gepriesene Dolce Vita paart sich mit Alkoholexzessen und Verzweiflung.
Der Roman entwickelt beim Lesen einen Sog und ist wirklich gut geschrieben. Allerdings hält einen der Protagonist auf Abstand. Ich konnte ihm nie richtig nahe kommen und daher auch nicht so gut mit ihm mitfühlen.
Am Ende bleibt man traurig zurück und wünscht sich, dass Leo irgendwann eine andere Abzweigung genommen hätte.

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Veröffentlicht am 14.01.2022

Derb und poetisch zugleich

Ohne Halt ins Blaue
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Salvatore lebt ein zweigeteiltes Leben auf einer kleinen italienischen Insel. Im Sommer fährt er mit seinem Boot Touristen und noch lieber Touristinnen spazieren. Im Winter arbeitet er illegal auf einer ...

Salvatore lebt ein zweigeteiltes Leben auf einer kleinen italienischen Insel. Im Sommer fährt er mit seinem Boot Touristen und noch lieber Touristinnen spazieren. Im Winter arbeitet er illegal auf einer Baustelle.
Dort freundet er sich mit Atangana, einem ebenfalls illegalen Arbeiter aus Kamerun, an. Die Arbeitsverhältnisse auf dem Bau sind katastrophal, vor allem was die Sicherheitsvorkehrungen betrifft.
In einem Sommer lernt der junge Schulabbrecher Salvatore eine Studentin der Journalistik kennen und verliebt sich in sie.
Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Salvatore erzählt.
Auch wenn er wenig Bildung hat und seine Sprache einfach gehalten ist, hat er doch immer wieder tiefgründige Erkenntnisse und manchmal auch fast poetische Anwandlungen. Darüber hinaus hat er eine gute Beobachtungsgabe.
Anna Pavignano zeigt uns das Leben eines jungen Mannes, der in ärmlichen Verhältnissen lebt, kaum Chancen auf einen sozialen Aufstieg und gute Bildung hat. Das Leben auf der Insel findet in festgelegten Bahnen statt und bietet wenig Abwechslung oder Perspektiven.
Salvatore macht im Laufe der Geschichte eine Entwicklung durch, was man auch an der sich verändernden Sprache merkt.
Über allem liegt eine Perspektivlosigkeit und Melancholie.
Ein trauriges Buch, das mich berührt hat. Dennoch blieb mir Salvatore immer etwas fremd und distanziert.

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Veröffentlicht am 22.12.2021

Mörderjagd im historischen Hamburg

Die Hafenärztin. Ein Leben für die Freiheit der Frauen (Hafenärztin 1)
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In Band 1 der „Die Hafenärztin. Ein Leben für die Freiheit der Frauen“ lernen wir drei Hauptprotagonisten kennen. Zum einen Anne Fitzpatrick, eine der ersten Ärztinnen Deutschlands, die sich für die Rechte ...


In Band 1 der „Die Hafenärztin. Ein Leben für die Freiheit der Frauen“ lernen wir drei Hauptprotagonisten kennen. Zum einen Anne Fitzpatrick, eine der ersten Ärztinnen Deutschlands, die sich für die Rechte der Frauen einsetzt und sich in einem Frauenhaus im Hamburger Hafen engagiert. Zum anderen die wohlbehütete Pastortentocher Helene Curtius, die aus dem engen Korsett ihrer Familie ausbrechen möchte. Und zuletzt Berthold Rheydt, der etwas wortkarge und zerzauste Kommissar, dessen Leidenschaft das Fußballspielen ist.
Die Geschichte spielt 1910 und wir befinden uns in Hamburg, vorwiegend im Hafenviertel.
Im Hafenbecken tauchen zwei weibliche Leichen auf und die Ermordeten scheinen Kontakt zur Frauenbewegung und zu Anne gehabt zu haben. Berthold Rheydt übernimmt die Ermittlungen.
Der Roman wird abwechselnd aus der Sicht dieser drei Figuren erzählt.
Der Schreibstil der Autorin Henrike Engel liest sich gut und die Suche nach dem Mörder bringt Spannungselemente in den Roman.
Abgesehen vom Kommissar konnte ich mit den Personen in dem Buch nicht so recht warm werden, der Plot war an manchen Stellen unrealistisch, das Ende leider schon recht früh vorhersehbar, dennoch fühlte ich mich von der Geschichte gut unterhalten. Das historische Setting ist auf jeden Fall interessant.

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Veröffentlicht am 12.12.2021

Spannender Thriller für Leser mit starken Nerven

Geduldige Rache (Ein Loreena-MacLaughlan-Thriller)
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Ethan McKennitt meldet sich selbst in einem Polizeirevier und behauptet, dass er seine beste Freundin Haley Lang auf grausamste Art und Weise unter dem Einfluss von Drogen getötet hat. Das Problem: es ...

Ethan McKennitt meldet sich selbst in einem Polizeirevier und behauptet, dass er seine beste Freundin Haley Lang auf grausamste Art und Weise unter dem Einfluss von Drogen getötet hat. Das Problem: es gibt keine Leiche und auch sonst keine Spuren. Allerdings ist Haley von diesem Tag an spurlos verschwunden.
Ethan kann dieses Ereignis kaum verarbeiten, aber Jahre später geht es ihm langsam besser und er beginnt wieder neuen Lebensmut zu schöpfen. Bis zu dem Zeitpunkt als mehrere Morde geschehen, die mit Ethan in Verbindung zu stehen scheinen.
DSI Loreen MacLaughland ist die Ermittlerin in diesen Fällen. Unterstützung bekommt sie von ihrem Team und aus Norwegen in Gestalt von Knud Gjengedal.
Der Thriller „Geduldige Rache“ von Mick Saunter lässt den Leser am Anfang völlig im Unklaren und verwirrt ihn mit Absicht. Dann breiten sich die Handlungsstränge nach und nach aus, um am Ende alle losen Fäden wieder zusammenlaufen zu lassen. Die Geschichte entwickelt einen starken Sog, der Spannungsbogen wird durchgehend gehalten, die Charaktere sind gut gezeichnet und der Plot führt den Leser von Irland, nach Japan, Norwegen und Neuseeland.
Dieser Thriller ist definitiv nichts für zartbesaitete Menschen. Für mich persönlich war es am Rande des Erträglichen, was ich dort an Perversitäten und unvorstellbaren Grausamkeiten gelesen habe.
Die sympathischen Ermittler und auch die ein oder andere launige Bemerkung milderten das brutale Geschehen etwas ab.
Insgesamt eine klare Leseempfehlung, wenn man eine etwas dickere Haut hat.

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