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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.02.2022

Gelungene Thriller-Unterhaltung, mitreißend wenn auch wenig realistisch

606
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„606“ war das erste Buch welches ich von Candice Fox gelesen habe und es wird sicher nicht mein Letztes bleiben. Die Autorin schreibt wirklich packend und so konnte mich die actionreiche Geschichte gut ...

„606“ war das erste Buch welches ich von Candice Fox gelesen habe und es wird sicher nicht mein Letztes bleiben. Die Autorin schreibt wirklich packend und so konnte mich die actionreiche Geschichte gut unterhalten. Der Schreibstil gefiel mir dabei besonders, da er sich einfach las, aber trotzdem das Setting detailreich und verständlich beschreiben konnte. Die Handlung war schon ziemlich originell. Denn nach dem Gefängnisausbruch begleiten wir Leser:innen nicht nur die Ermittler:innen bei ihrer Jagd, sondern schlüpfen auch immer wieder in die Perspektive von entflohenen Häftlingen oder unbeteiligten Dritten. So entsteht durch das Zusammenspiel eine wirklich abwechslungsreiche Geschichte. Wobei wir nun bei meinem einzigen Kritikpunkt angekommen sind. Es ist und wirkt eben auch nur wie eine „Geschichte“. Die Handlung ist einfach zu abgedreht, verrückt und aufgesetzt, um authentisch wirken zu können. Stellenweise liest sich das Buch wie ein Hollywood Blockbuster, wobei die Autorin gerne mal auf ganz viel Drama, Gewalt und überraschende Wendungen setzt. Mir hat diese Vorgehensweise durchaus gefallen, da es so mal etwas Anderes war. Wer allerdings auf Realitätsnähe, psychologischen Tiefgang und Authentizität Wert legt, der wird hier enttäuscht werden. Gerade die Hauptprotagonist:innen hätten außerdem gerne noch ausgereifter und vielschichtiger sein dürfen. Trotzdem ist die Story in sich stimmig und war ein einmaliges Leseerlebnis. Und so vergebe ich gerne gute 4 Sterne und eine Leseempfehlung für alle die gewaltvolle und temporeiche Thriller mögen.

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Veröffentlicht am 30.01.2022

Eine persönliche Betrachtung unterschiedlicher Facetten des Singens

Herzkraft
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In ihrem Buch „Herzkraft – Ein Buch über das Singen“ nimmt uns die Autorin Katharina Hagena mit auf ihre ganz eigene gedankliche Reise über die Wichtigkeit des Singens. Eindrücklich und kraftvoll weckt ...

In ihrem Buch „Herzkraft – Ein Buch über das Singen“ nimmt uns die Autorin Katharina Hagena mit auf ihre ganz eigene gedankliche Reise über die Wichtigkeit des Singens. Eindrücklich und kraftvoll weckt sie so die Freude an der Musik bei ihren Leser:innen. Jedem der Kapitel ist ein Gedicht vorangestellt, welches das folgende Thema einleiten soll. Auch wenn mich diese Texte nicht durchgehend erreichen konnten, ist doch der künstlerische Anspruch und die liebevolle Gestaltung im gesamten Buch spürbar. Die einzelnen Kapitel sind thematisch sehr unterschiedlich und beschäftigen sich mal mit alten Sagen und Mythen, mal mit technischen Aspekten des Gesangs und immer wieder auch mit sehr persönlichen Erfahrungen der Autorin. Einen wirklichen roten Faden gibt es nicht, einziges verbindendes Thema ist das Singen an sich. So kann man nach Herzenslust im Buch blättern und die Kapitel in ganz unterschiedlicher Reihenfolge lesen. Katharina Hagena schreibt ansprechend und interessant, so dass „Herzkraft“ eine wirklich kurzweilige Lektüre für mich war. Ein wenig mehr Wissen über den therapeutische Nutzen des Singens bzw. den Einsatz von Musiktherapie, hatte ich mir allerdings versprochen. Dafür hätte die Familiengeschichte der Autorin gerne weniger im Mittelpunkt stehen dürfen. Aufgrund dieser Kritikpunkte gibt es auch einen Stern Abzug, wobei ich das Buch im Gesamten durchaus toll fand. Mein Fazit: Kein reines Sachbuch, aber angenehm zu lesen. Nicht nur für (Hobby-)Sänger:innen lesens- und empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 23.01.2022

Kleine Nachhilfe in Manifestation

Die perfekte Wunschformulierung
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In einem süßen Format und äußerst liebevoll gestaltet kommt der Ratgeber „Die perfekte Wunschformulierung“ daher. Darin erläutert Autorin Anjana Gill, was es bei Wünschen zu beachten gilt, damit diese ...

In einem süßen Format und äußerst liebevoll gestaltet kommt der Ratgeber „Die perfekte Wunschformulierung“ daher. Darin erläutert Autorin Anjana Gill, was es bei Wünschen zu beachten gilt, damit diese auch wirklich in Erfüllung gehen (können). Besonders gut gefiel mir der lockere und humorvolle Schreibstil, mit welchem sie ihre Leser:innen direkt anspricht. Die Idee hinter der perfekten Wunschformulierung ist an sich kein Hexenwerk. Wer die 10 recht einfachen Regeln befolgt, kommt so seinen Wünschen auf jeden Fall näher. Dahinter steckt weniger Esoterik, sondern viel mehr psychologische Prinzipien welche die Autorin für Jede:n nutzbar macht. Die Aufmachung des Buches gefiel mir auch deshalb so gut, da alles einfach erklärt wird. Auch wenn die Autorin sich relativ oft wiederholt, helfen ihre zahlreichen Beispiele aus unterschiedlichen Lebensbereichen doch, das man am Ende das Prinzip richtig gehend verinnerlicht hat. Somit ist das Buch, für alle welche sich noch nicht näher mit dem Thema Manifestation beschäftigt haben, eine alltagspraktische Einstiegshilfe.

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Veröffentlicht am 20.01.2022

Ein Bauwerk im Mittelpunkt vieler Schicksale

Die Brücke der Ewigkeit
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„Die Brücke der Ewigkeit“ von Wolf Hector ist ein historischer Roman, welcher die Leser:innen ins mittelalterliche Prag entführt. Gerade zu Beginn bin ich nicht ganz so leicht in die Handlung reingekommen. ...

„Die Brücke der Ewigkeit“ von Wolf Hector ist ein historischer Roman, welcher die Leser:innen ins mittelalterliche Prag entführt. Gerade zu Beginn bin ich nicht ganz so leicht in die Handlung reingekommen. Dies lag vor allem daran, dass die Geschichte aus vielen unterschiedlichen Perspektiven erzählt wird. Am Anfang haben all diese Personen nichts miteinander zu tun und so fiel mir die Unterscheidung der einzelnen Protagonist:innen nicht leicht. Nachdem sich die Erzählstränge mehr und mehr miteinander vermischten wurde dies dann aber besser. Eine große Besonderheit des Romans ist der wirklich langen Zeitraum auf welchen die Geschichte angelegt ist.Länger als ein Jahrzehnt begleitet man hier die Charaktere. Im Mittelpunkt der Handlung steht tatsächlich immer wieder die steinerne Brücke welche über die Moldau gebaut wird. Äußerst detailreich wird über damalige Baumethoden, Materialien und sonstige Besonderheiten berichtet. Vieles davon war interessant zu lesen, einiges interessierte mich weniger.

Durch die lang angelegte Erzählung spielen Einzelschicksale hingegen weniger eine Rolle als ich zunächst dachte. Ein Spannungsbogen kommt so leider nur schwer zustande und im Verlauf der Handlung, hatte ich mit einigen Längen zu kämpfen. Der Schreibstil passte sich mit seiner Wortwohl dem damaligen Zeitalter an, was für mich stimmig war. Ausführlich, unaufgeregt und eher nüchtern liest er sich dennoch angenehm. Gut gefiel mir der ungeschönte und realistische Einblick in Geschichtliches. Denn neben fiktiven Charakteren kommen zahlreiche historische Persönlichkeiten vor. So lernt man ganz Nebenbei auch noch etwas dazu. Auch die damalige Lebensrealität wird in meinen Augen überaus realistisch dargestellt. Durch den Roman hatte ich das Gefühl, richtigen Einblick in eine mir fremde Welt zu erhalten. Wer also keine atemberaubende Geschichte erwartet und mit einem gemächlichen Erzähltempo zurecht kommt, darf sich auf eine interessante und authentische Handlung freuen. Trotz manchem Kritikpunkt wiegt dies für mich Vieles auf, weswegen ich am Ende gute 4 Sterne und eine Leseempfehlung vergebe!

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Veröffentlicht am 28.12.2021

Ein Plädoyer für die Fantasie – Voller mutmachender Praxisbeispielen

Stell dir vor ...
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Ohne große Erwartungen bin ich in die Lektüre von „Stell dir vor… Mit Mut und Fantasie die Welt verändern“ des Autoren Rob Hopkins gestartet. Schnell wurde ich überrascht von der Fülle an Praxisbeispielen ...

Ohne große Erwartungen bin ich in die Lektüre von „Stell dir vor… Mit Mut und Fantasie die Welt verändern“ des Autoren Rob Hopkins gestartet. Schnell wurde ich überrascht von der Fülle an Praxisbeispielen und fundierten Überlegungen rund um das Thema Fantasie, denn hinter dem verspielten Cover verbirgt sich keine leichte Lektüre sondern ein Sachbuch mit einem ernsten Anliegen. In 9 Kapiteln widmet sich der Autor ganz unterschiedlichen Bereichen wie zum Beispiel Schulen, Stadtentwicklung oder auch dem Gesundheitssystem. Ergänzt werden seine eigenen Thesen, durch zahlreiche Interviews von Initiator:innen anderer Projekten, welche bereits jetzt funktionieren und zeigen das es eben doch anders geht als gewohnt. Die Meisten stammen aus Großbritannien, dem Heimatland von Rob Hopkins, aber auch andere europäische Städte und Regionen finden Beachtung. Ein kleiner Minuspunkt war für mich, das es keine Beispiele aus Deutschland gab und mir einige der Projekte so sehr weit weg von meiner Lebensrealität erschienen. Dennoch macht das Buch Mut für radikale Veränderungen und einen gedanklichen Wandel. Denn wenn man erst mal anfängt, „Stell dir vor…“, ernsthaft weiter zu denken, entsteht tatsächlich das Gefühl einer ganz neuen Möglichkeit. Gut gefiel mir auch das der Autor immer wieder umfassend denkt und auch kleinere Projekte gedanklich so weiter entwickelt, das sie für eine ganze Stadt, ein ganzes Land funktionieren könnten. Wer sich also einlässt auf dieses besondere Buch und sich darüber hinaus Zeit zum mitdenken nimmt, dem wird „Stell dir vor…“ garantiert gefallen. Ich vergebe am Ende gute 4 Sterne und eine klare Leseempfehlung!

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