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Veröffentlicht am 21.07.2023

Dünne Story und künstliches Drama

Happy Place
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Die Bücher von Emily Henry werden zur Zeit sehr gefeiert und so war ich auf mein erstes Buch von ihr sehr gespannt.
„Happy Place“ trägt den Untertitel „Urlaub mit dem Ex“ und sowohl dies, als auch der ...

Die Bücher von Emily Henry werden zur Zeit sehr gefeiert und so war ich auf mein erstes Buch von ihr sehr gespannt.
„Happy Place“ trägt den Untertitel „Urlaub mit dem Ex“ und sowohl dies, als auch der Klappentext und das witzige Cover deuteten auf eine locker leichte Urlaubslektüre hin. Insbesondere, da der Klappentext verspricht, es würde sich um eine RomCom handeln.
Leider konnte ich diese Komödie nirgends finden. Lustig ist die letzte Bezeichnung, mit dem ich diesen Roman beschreiben würde. Langatmig, ereignislos und nervig treffen es da schon besser.

Jedes Jahr im Sommer verabredet sich eine Gruppe von Freunden in Maine. Da das Ferienhaus verkauft wird, soll dies der letzte gemeinsame Sommer im geliebten Feriendomizil sein. Harriet und Wyn möchten ihren Freunden den Urlaub nicht verderben und beschließen deswegen, niemandem zu verraten, dass sie sich schon vor Monaten getrennt haben.

Hier wäre auf jeden Fall eine Menge Potenzial gewesen für lustige Verwirrungen. Es ist nur so, Harriet und Wyn sind beide mit der Trennung nicht glücklich. Beide leiden wie die Hunde. In nicht enden wollenden Wiederholungen schwören sie sich immer wieder ihre Liebe und werden nicht müde zu beteuern, dass der jeweils andere das ein und alles ist.
Als Leser beginnt man sich zu wundern, warum haben sich diese beiden Love Birds nur getrennt? Und nicht nur der Leser wundert sich. Der Roman hat 426 Seiten. Bei ca. Seite 250 äußert Harriet, dass sie keine Idee hat, warum Wyn Schluss gemacht hat. Und auch hundert Seiten später stellt sie sich diese Frage noch immer.
Die ständigen Liebesschwüre haben mich im Verlauf der Geschichte nahezu aggressiv gemacht. Ich wollte die beiden schütteln und rufen „Seit doch endlich wieder zusammen, wenn ihr ohne einander nicht leben wollt, ihr Deppen“.
Harriet und Wyn sind der Typ Mensch, der sich denkt, „Ach, mein Leben läuft gerade nicht so toll, was könnte ich heute anstellen, um noch mehr zu leiden“. Dieses ganze Drama zwischen den beiden war dermaßen künstlich, dass ich es überhaupt nicht ernst nehmen kann.

Einigermaßen interessant fand ich noch die Probleme innerhalb der Freundesclique. Wie schafft man es, eine Freundschaft über Jahre aufrecht zu halten, wenn man sich verändert und nicht mehr der selbe Mensch ist wie mit Anfang 20? Dieser Handlungsstrang nimmt allerdings nur einen kleinen Teil der Geschichte ein.

Leider muss ich sagen, dass ich diese Buch ziemlich langweilig fand, da die Handlung wirklich sehr dünn ist und sich immer wieder im Kreis dreht. Als Urlaubslektüre kann ich es keineswegs empfehlen, da man sehr schnell über dem Roman einschläft. Eigentlich kann ich „Happy place“ generell nicht empfehlen. Schade.

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Veröffentlicht am 09.07.2023

Was für ein Stuss

Der Kult - Sein Griff hält dich gefangen
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Die Reihe „Die Sekte“ habe ich schon länger auf meiner Wunschliste. Allerdings schreckt es mich immer etwas ab, eine fortlaufende Serie zu beginnen, wenn bereits viele Teile erschienen sind. Deswegen habe ...

Die Reihe „Die Sekte“ habe ich schon länger auf meiner Wunschliste. Allerdings schreckt es mich immer etwas ab, eine fortlaufende Serie zu beginnen, wenn bereits viele Teile erschienen sind. Deswegen habe ich mich gefreut, dass Mariette Lindstein eine neue Reihe begonnen hat und habe mit großer Vorfreude zu „Der Kult“ gegriffen. Leider hat mich das Buch komplett enttäuscht. Die ganze Geschichte wirkte wie „hingerotzt“
Es geht um die Zwillinge Dani und Alex. Der Hauptteil wird in der Ich-Form aus Sicht von Alex erzählt und in kurzen Kapiteln geht es um Dani, die entführt wurde.
Die beiden Frauen bleiben das ganze Buch über eher blass. Man erfährt nahezu nichts über ihr Leben vor dem Vorfall. Die Geschichte beginnt mit der Entführung und davor hat quasi nichts exisitert. Da der überwiegende Teil aus der Perspektive von Alex erzählt wird, lernt man sie zumindest ein wenig näher kennen. Sie ist ein sehr unsteter Mensch, sowohl in beruflicher Hinsicht als auch was Männer angeht. Über Dani erfährt man so gut wie nichts. Ihr Charakter wird auf die Entführung und auf ihre Erlebnisse dort reduziert.

Die Eltern der Zwillinge haben ihre Kinder verlassen, um sich einer Sekte anzuschließen. Nun wurde Dani von einer anderen Sekte entführt und bei ihrer Suche stößt Alex in ihrem engeren Umfeld auf mehrere Leute, die auch Menschen kennen, die in Sekten waren / sind. Okay.

„Der Kult“ soll ein Thriller sein, ist aber eher ein Erotikroman. Unmittelbar nach dem Verschwinden ihrer Schwester beginnt Alex einen Job in einer Datingagentur. Dort entwickelt sie ziemlich schnell eine Obsession zu ihrem Chef, mit dem sie eine Affäre beginnt. Zusätzlich dazu lernt sie noch einen anderen Mann kennen und geht mit ihm eine Beziehung ein.
Obwohl Dani gerade erst verschwunden ist, ist Alex extrem mit ihrem ganzen Männergeschichten beschäftigt und ihre Fantasien und Erlebnisse werden sehr ausführlich beschrieben. Der absolute Knüller ist, dass sie telepathische Nachrichten von ihrer Schwester erhält und zwar immer dann, wenn sie Sex mit ihrem Chef hat.

Die kurzen Kapitel aus Danis Sicht lesen sich teilweise wie ein Gewaltporno.
Warum wurde ausgerechnet sie entführt? Darauf wird viel zu wenig bis gar nicht eingegangen.

Mir war die ganze Story viel zu dünn. Ich habe in letzter Zeit Romane gelesen, die spannender waren, als dieser sogenannte Thriller. Die ganze Handlung ist so ein hanebüchener, unrealistischer Stuss, aber irgendwie kann man trotzdem nicht aufhören zu lesen, so dass ich die 550 Seiten beendet habe, obwohl wirklich wenig passiert. Der Schreibstil ist auch eher simpel mit vielen Wiederholungen, was vielleicht auch an der Übersetzung liegen könnte.
Im September erscheint eine Fortsetzung, die mit über 600 Seiten nochmals dicker ist. Ich fühle mich allerdings ausreichend informiert und werde die Reiter nicht weiterverfolgen.

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Veröffentlicht am 02.01.2023

Bernhard Brink feiert sich 240 Seiten lang selbst

Alles außer Tanzen
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„Alles außer tanzen“ die Biografie von Bernhard Brink, habe ich als Hörbuch gehört. Gelesen vom Künstler selbst, der scheinbar stark unter Zeitdruck stand. Ohne Punkt und Komma rattert Brink in einem Affenzahn ...

„Alles außer tanzen“ die Biografie von Bernhard Brink, habe ich als Hörbuch gehört. Gelesen vom Künstler selbst, der scheinbar stark unter Zeitdruck stand. Ohne Punkt und Komma rattert Brink in einem Affenzahn durch die Seiten. Seine Stimme bleibt dabei völlig monoton. So ein heruntergeleiertes Hörbuch habe ich noch nie gehört.
Der schlechte Vortrag ist nicht der einzige Grund, warum ich mir manches Mal wünschte, besser nicht zu diesem Buch gegriffen zu haben.
Bernhard Brink präsentiert sich sehr selbstverliebt und feiert sich und seine Heldentaten sehr ausgiebig. Seine Herkunft, sein Umgang mit Geld, seine Lieder, sein Tennisspiel, alles ist besonders toll und besser als bei so manchem anderen.
Sehr unangenehm fand ich die vielen Lästereien über Branchenkollegen. Teilweise ging es ganz schön unter die Gürtellinie, was so nicht hätte sein müssen, insbesondere nicht mit Nennung der Namen. Auch seine homophoben Kommentare / „Witze“ waren völlig überflüssig.
Die Biografie hakt die wichtigsten Stationen Brinks ab und gibt scheinbar wahllos Anekdoten zum Besten. Teilnahme an Let's dance, Promi Dinner, Schlagerboom und immer wieder Tennis. Hätte ich jedes Mal, wenn Bernhard Brink Tennis sagt einen Schnaps getrunken, ich wäre am Ende des Buchs völlig betrunken gewesen.
Für einen Künstler, der so viele Jahre im Showgeschäft unterwegs ist, ist die Biografie erstaunlich dünn. Trotzdem schafft Brink es, sich immer wieder zu wiederholen.
Dieses Buch hat mich leider sehr enttäuscht und ich hoffe, dass mir das unsympathische Auftreten des Künstlers nicht den Spass an seiner Musik genommen hat, denn die höre ich eigentlich ganz gerne.

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Veröffentlicht am 03.04.2022

Definiton von Slow-Burn

New Hope - Der Glanz der Hoffnung
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„New Hope – Der Glanz der Hoffnung“ habe ich als Hörbuch gehört, was vermutlich der Gesamtbewertung einen Stern gekostet hat. Mit der weiblichen Sprecherin konnte ich mich leider nicht anfreunden, da sie ...

„New Hope – Der Glanz der Hoffnung“ habe ich als Hörbuch gehört, was vermutlich der Gesamtbewertung einen Stern gekostet hat. Mit der weiblichen Sprecherin konnte ich mich leider nicht anfreunden, da sie ohne viel Emotionen las und mich oftmals an einen Roboter erinnerte. Es gibt Stellen, an denen Sprachnachrichten vorgelesen werden, hierzu passt ihre Art aber bei Dialogen oder inneren Monologen war es mir einfach zu nüchtern.
Den männliche Sprecher fand ich wesentlich angenehmer. Allerdings klangen beide altersmäßig recht weit auseinander, was laut Geschichte nicht der Fall ist.
Der Klappentext versprach mir einen starken männlichen Charakter, der einer vom Schicksal gebeutelten Frau hilft, ihre Traumata zu bewältigen.
Ich hatte eine süße Lovestory erwartet aber leider nicht bekommen. Die Handlung von „Der Glanz der Hoffnung“ ist die Definition von Slow-burn. Nicht nur was die Romanze angeht, einfach alles ist extrem ereignislos. Bis kurz vor Ende bewegt sich die Spannungskurve kaum nach oben, erst zum Finale kommt Bewegung ins Geschehen. Auch die Sache mit Liz vorübergehender Stummheit hat sich für meinen Geschmack zu einfach in Wohlgefallen aufgelöst.
Die Beziehung zwischen Liz und Graham kam nicht so romantisch rüber, wie das rosa Cover vermuten lässt. Es gibt ein paar explizite Bettszenen aber ansonsten sah man sich eben und kam zusammen.
Dieses Buch war leider ein Flop für mich. Weder die Kleinstadt New Hope noch die anderen Charaktere mach mich neugierig und deswegen werde ich keine weiteren Bände aus dieser Reihe lesen oder hören.

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Veröffentlicht am 26.01.2022

Überwiegend langweilige Story mit teilweise nervigen Sprechern

CARE
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Diesen Roman habe ich als Hörbuch gehört. Ich wollte keine zu anspruchsvolle Geschichte aber der Inhalt von „Care“ ist wirklich so dünn und ereignislos, dass man überhaupt keine Angst haben muss, etwas ...

Diesen Roman habe ich als Hörbuch gehört. Ich wollte keine zu anspruchsvolle Geschichte aber der Inhalt von „Care“ ist wirklich so dünn und ereignislos, dass man überhaupt keine Angst haben muss, etwas zu verpassen, wenn man nebenbei Tätigkeiten im Haushalt erledigt.
Nach dem überraschenden Tod seines Vaters soll Lincoln für 6 Monate als Geschäftsführer im Familienunternehmen arbeiten um zu verhindern, dass sein Weiberheld von Bruder das Unternehmen zu Grunde richtet.
Lincoln ist von dieser Aufgabe alles andere als begeistert, insbesondere, da ihm auch noch einen „Babysittern“ an die Seite gestellt wird, die PR Beraterin Wren.
„Care“ hat ein paar „My fair Lady“ Parallelen, denn Wren muss Lincoln erst einmal ein optisches Upgrade verpassen, ihm eine neue Frisur und Garderobe verschaffen, damit er den Ansprüchen der Businesswelt entspricht.
Dies ist ein Liebesroman und natürlich war mir klar, dass die Protagonisten zusammenkommen werden, aber hier erschien mir alles sehr überstürzt und von null auf 100. Die Gefühle der beiden kamen bei mir nicht so wirklich an. Optisch haben mich die beiden auch weniger angesprochen. Mehrmals wurden Lincolns ungepflegte Fingernägel erwähnt – finde ich jetzt nicht so toll. Und Wren mit ihrem knallroten Lippenstift, der sich sich nur mit einem bestimmten Entferner abwischen lässt... naja.
Vielleicht hätte ich mehr Sympathien entwickeln können, wenn ich das Buch selbst gelesen habe. Ich fand es richtig schrecklich, wie die weibliche Sprecherin ihre Stimme verstellt hat, wenn Lincolns wörtliche Rede gelesen hat. Es klang sehr gepresst und irgendwie wie eine knarrende Tür und ich konnte mir leider überhaupt keinen attraktiven Mann vorstellen.
Den männlichen Sprecher fand ich angenehmer, auch wenn er betont langsam und deutlich gelesen hat. Wenn er weibliche Stimmen imitiert hat, klang es zumindest witzig.
Im letzten Drittel gewinnt die Handlung endlich an Fahrt. Wer es also geschafft hat, trotz der Eintönigkeit durchzuhalten, wird zum Finale mit Familiendramen à la Soap Opera belohnt.

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