Profilbild von engineerwife

engineerwife

Lesejury Star
offline

engineerwife ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit engineerwife über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.02.2022

Die Pioniertage der Filmindustrie und die Geburt Hollywoods ...

Tal der Illusionen
0

Selten ist mir das Glück vergönnt, dass ich tatsächlich einen zweiten Teil fast direkt nach Teil eins lesen darf. Diesmal hat es jedoch wunderbar gepasst und ich freue mich, dass es fast nahtlos mit Harriet ...

Selten ist mir das Glück vergönnt, dass ich tatsächlich einen zweiten Teil fast direkt nach Teil eins lesen darf. Diesmal hat es jedoch wunderbar gepasst und ich freue mich, dass es fast nahtlos mit Harriet und Frank weitergehen konnte. Natürlich in separaten Erzählsträngen, hatten sich die Beiden ja mit einem knallharten Cliffhanger am Ende von Teil eins getrennt!

Sehr anschaulich erzählt begleiten wir Frank nach Hollywood, das seinerzeit lediglich aus ein paar verstreuten Häusern, Gaststätten und einer Tankstelle besteht. Doch die Filmemacher haben schon Lunte gerochen. Das fast immer schöne Wetter, die interessante Landschaft und natürlich die noch niedrigen Preise sind Anreiz genug, um sie anzulocken. Welch eine geniale Chance auch für Frank, wenn auch anfangs im kleinen Stil, einzusteigen. Es macht Spaß, das Wachstum und die Veränderungen zu verfolgen und zu erleben, wie aus kleinen Stummfilm Slapsticks Schauspieler mit großen Namen und wunderbare Filme entstehen. Doch der Weg ist steinig und es gilt mehr als ein Hindernis aus dem Weg zu räumen …

Auch für Harriet geht das Leben weiter. Sie scheint glücklich mit ihrem Mann und der kleine Adrian wächst behütet zwischen Napa Valley und San Francisco auf. Beruflich kämpft sie sich – mal mehr, mal weniger erfolgreich – in der Reederei durch und natürlich versucht Onkel Henry ihr weiterhin das Leben schwer zu machen. Auch Harriets Geschwister sind erwachsen geworden. Während der stille Elliot sich seinen Platz im Leben erkämpft, entwickelt sich die Jüngste, Ashley, zu einem wahren Biest, das vor nichts zurückschreckt.

Auch dieser Teil endet wieder mit einem diesmal recht ungewöhnlichen Cliffhanger, der Lust auf den letzten Band der Caldwell Trilogie macht. Alles in allem war dieser Roman wieder spannend zu lesen und hat mir tolle Eindrücke in die Entstehung der Filmgeschichte in den USA geliefert. Ein paar anfängliche Längen haben den Lesefluss zwar nicht deutlich gestört aber doch ein kleines Sternchen gekostet. Ich vergebe somit verdiente vier Sterne verbunden mit einer Leseempfehlung für Fans fesselnder Familiensagas.

Veröffentlicht am 01.02.2022

Wenn dir das Leben grausam mitspielt ...

Alles, was sie hinter sich ließ
0

ACHTUNG: Auch veröffentlich unter "Die dunklen Mauern von Willard State"!

Stell dir dieses Horrorszenario vor: Du bist jung, verliebt und schmiedest Heiratspläne. Du schwebst im siebten Himmel der Liebe, ...

ACHTUNG: Auch veröffentlich unter "Die dunklen Mauern von Willard State"!

Stell dir dieses Horrorszenario vor: Du bist jung, verliebt und schmiedest Heiratspläne. Du schwebst im siebten Himmel der Liebe, doch für deinen Vater kommt der von dir erwählte Mann nicht in Frage. Du willst kämpfen, doch du hast keine Chance. Bevor du dich versiehst, wirst du abgeholt und weggesperrt. Genau dieses Schicksal ereilte die junge Clara Cartwright, die doch nur glücklich sein wollte. Als ihr aufgeht, dass der Vater ihr nicht nur eine kleine Lektion erteilen wollte, sonders sie für immer wegsperrt, bricht für sie eine Welt zusammen.

Auch Isabelle „Izzy“ Stone musste in ihrem kurzen Leben schon einiges ertragen. Durchgereicht von Pflegefamilie zu Pflegefamilie und Schule zu Schule, muss sie sich jedes Mal aufs Neue behaupten und hoffen, dass die Geschichte ihrer Eltern nicht ans Tageslicht kommt. Als sie während eines Volontariats in einer ehemaligen „Irrenanstalt“ über Clara und die Reste deren Lebens stolpert, verspürt sie eine seltsame Verbundenheit und beginnt tiefer zu graben …

Im Wechsel zwischen den Schauplätzen der Gegenwart und Vergangenheit taucht man als Leser tief ein in das Leben der beiden Protagonistinnen Izzy und Clara. Immer wieder war ich erschüttert zu lesen, wie man damals mit wehrlosen Menschen mit oder ohne Beeinträchtigung umging. Wie hilflos man besonders als Frau war, der von Haus aus alle Rechte abgesprochen wurden. Der Roman macht aber auch sichtbar, dass man auch in modernen Zeiten nicht davor gefeit ist ein Mobbingopfer zu werden. Wie grausam Menschen mit ihresgleichen umgehen, ließ mir stellenweise die Haare zu Berge stehen.

Die Idee zu diesem Roman ist gut umgesetzt und dennoch konnte er mich nicht 100% überzeugen, wofür es einen kleinen Sterneabzug gibt. Alles in allem aber ist das Buch sehr lesenswert und ich gebe es mit einer Bewertung von vier von fünf Sternen gerne an eine Lesefreundin weiter.

Veröffentlicht am 28.01.2022

Der lange Leidensweg einer jungen Frau ...

Sterbekammer
0

Junge, Junge, dieser Fall war mal wieder keine leichte Kost. Doch in diesem dritten Teil der Krimireihe aus der Marsch geht es nicht nur um den neuen Fall, sondern auch um einen neuen Chef, mit dem Frida ...

Junge, Junge, dieser Fall war mal wieder keine leichte Kost. Doch in diesem dritten Teil der Krimireihe aus der Marsch geht es nicht nur um den neuen Fall, sondern auch um einen neuen Chef, mit dem Frida Paulsen anfänglich so ihre Probleme hat. Gleich am ersten Tag verstößt sie gegen sein Pünktlichkeitsverständnis und steht somit ganz oben auf seiner Abschussliste. Schnell ist sie dann jedoch mittendrin in den neuen Ermittlungen rund um den scheinbaren Unfalltod eines alten Mannes, den kaltblütigen Mord an einer Tankstelle und einer möglichen Verbindung zu Beidem: dem Verschwinden einer Frau, das sich vor vielen Jahren zugetragen hat …

Während mich die Aufklärungen diesmal nicht ganz 100% überzeugen konnten, hat mir das Zwischenmenschliche sehr gut gefallen. Endlich scheint sich das Leben auch für Frida ein wenig rosarot zu färben und es gibt ein Wiedersehen mit Bjarne Haverkorn und seiner Tochter, das ans Herz geht. Auch der fantastische Sprecher Michael Mendl hat wieder sein Übliches dazu beigetragen, mich in der Marsch und Umgebung wie zu Hause zu fühlen. Ich vergebe gerne vier von fünf Sternen verbunden mit einer Hörempfehlung für alle Fans von Frida und Bjarne und solche, die es werden wollen.

Veröffentlicht am 26.01.2022

Die Familie Hansen wird mal wieder auf harte Bewährungsproben gestellt ...

Der leuchtende Himmel
0

Ich glaube, viele werden mir hier zustimmen. Wer die Reihe von Anfang an gelesen hat, für den ist das erneute Eintauchen in das Leben der Familien Hansen eine Art Heimkehr in den Schoß der Familie. Die ...

Ich glaube, viele werden mir hier zustimmen. Wer die Reihe von Anfang an gelesen hat, für den ist das erneute Eintauchen in das Leben der Familien Hansen eine Art Heimkehr in den Schoß der Familie. Die Autorin schaffte es mit Leichtigkeit, mich in Hamburg, Wien und Kamerun gleich wieder zu Hause zu fühlen. Diesmal wird das geschäftliche Leben von dem nicht unberechtigten Streik der Hafenarbeit an den Hamburger Docks dominiert, doch auch im privaten Bereich knistert es gewaltig. Während es Konstantinus gelingt, seinem Privatleben wieder einen Sinn zu geben, ist es um Luise und Hans weniger rosig bestellt. Luise wird vor eine schwerwiegende Entscheidung gestellt und das Ende des Buchs schließt mit einem spannenden Cliffhanger, der sofort Lust auf den achten und letzten Teil der opulenten Hansen Saga macht.

Ich ziehe ein kleines Sternchen von der Bestnote ab, da sich die Spannung meines Erachtens erst ein wenig schleppend einstellt. Dennoch vergebe ich eine Leseempfehlung für alle, die sich gerne in Familiengeschichten festlesen. Mein Rat aber, unbedingt die Reihenfolge einhalten!

Veröffentlicht am 23.01.2022

Wie war das eigentlich damals in den 70er, 80er Jahren?

Unser kostbares Leben
0

Die erfolgreiche und von mir sehr bewunderte Autorin Katharina Fuchs lässt uns auch in ihrem neuesten Werk “Unser kostbares Leben“ wieder an der Geschichte ihrer eigenen Familie teilhaben. Während sie ...

Die erfolgreiche und von mir sehr bewunderte Autorin Katharina Fuchs lässt uns auch in ihrem neuesten Werk “Unser kostbares Leben“ wieder an der Geschichte ihrer eigenen Familie teilhaben. Während sie in den beiden ersten Bänden „Zwei Handvoll Leben“ und „Neuleben“ die Vergangenheit ihrer Vorfahren aufarbeitet, bietet sie uns diesmal einen Einblick in ihre eigene Kindheit und Jugend. Katharina ist nur ein Jahr jünger als ich und so spiegelt dieser autobiografische Roman nicht nur ihre, sondern auch meine eigene Vergangenheit wider. Die Autorin arbeitet diese in den Charakteren Caro, Minka und Claire auf wobei sie selbst dabei wohl die junge Caro(la) verkörpert, die die Tochter eines Schokoladenfabrikanten ist. Katharinas eigener Vater war seinerzeit einer der Direktoren der bekannten Schokoladenmarke SAROTTI.

Beim Lesen des Romans ertappte ich mich Stillen immer wieder dabei innerlich ein „ach ja, stimmt, so war das“ von mir zu geben. Ich gebe zu, ich war beeindruckt, in welchem Maße Caro damals schon im zarten Alter von 10/11 Jahren am politischen Leben interessiert gewesen sein muss. Da musste ich bei den Themen über Wahlen, Misstrauensvotum, Umweltverschmutzung etc. eher passen. Mit denen habe ich mich erst viel später im Leben beschäftigt. Auch Minka scheint mir in dieser Hinsicht sehr „frühreif“ wobei ich mir das bei einer Bürgermeistertochter schon eher vorstellen kann. In verschiedenen Abschnitten, die jeweils ca. drei Jahre überspringen, macht man als Leser aber nicht nur mit den beiden Mädels Bekanntschaft, sondern wird auch mit einbezogen in korrupte Machenschaften und grausame Versuche an Mensch und Tier. Alles in allem interessanter Rückblick in vergangene Zeiten doch diesmal fehlte mir die Nähe zu den Protagonisten. Ich war doch recht verwundert, wie wenig ich mich mit Caro, Minka und Claire identifizieren konnte obwohl wir doch ein Alter sind. Meine Reise in die Vergangenheit gestaltete sich deshalb fast ein wenig trocken, wofür ich auch ein Sternchen abziehen muss. Die ausführliche Recherche hat mich beeindruckt, der Schreibstil dagegen ein wenig ernüchtert zurückgelassen. Ich vergebe gutgemeinte vier von fünf Sternen und spreche eine Leseempfehlung für alle diejenigen Leser aus, die mit „Unser kostbares Leben“ die Geschichte der Familie Fuchs zum Abschluss bringen möchten.

Nachdem mir aber der rein fiktive Roman „Lebenssekunden“ von Katharina Fuchs ausgesprochen gut gefallen hat, bin ich gespannt, worauf wir uns als nächstes freuen dürfen. Ich halte der Autorin auf jeden Fall die Treue.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere