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Veröffentlicht am 17.03.2023

Für mich ein Fehlgriff, da unglaubwürdig

Liebewesen
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Lio lässt ungern jemanden näher an sich heran. Ihren Körper verbindet sie am ehesten mit dem Wort Schmerz. Als Max in ihr Leben tritt, geht sie mit ihm eine Beziehung ein, die gefühlsmäßig jedoch sehr ...

Lio lässt ungern jemanden näher an sich heran. Ihren Körper verbindet sie am ehesten mit dem Wort Schmerz. Als Max in ihr Leben tritt, geht sie mit ihm eine Beziehung ein, die gefühlsmäßig jedoch sehr distanziert ist. Sie überdenkt ihre Vergangenheit, die sie mit einer eiskalten Mutter und dem ohnmächtigen Vater verbracht hat, in der sie verletzt wurde. Kann sie sich dieser Vergangenheit stellen? Denn sie ist ungewollt schwanger und steht vor schwierigen Entscheidungen.

Der Klappentext hat mich eigentlich total angesprochen. Er macht den Eindruck, als würde die Geschichte mit einer ungewollten Schwangerschaft beginnen, die einige Prozesse in der Protagonistin in Gang setzt. So ist es aber nicht. Das Buch beginnt mit dem schon recht seltsamen Kennenlernen von Lio und ihrem zukünftigen Freund Max. Lio ist so distanziert und sich selbst gegenüber ungnädig, dass man sich rasch fragt, was sie wohl zu diesem Menschen gemacht hat. Bis dahin konnte ich folgen und hab mich auch ein wenig in der Geschichte verloren. Doch je weiter ich las, umso konstruierter und unglaubwürdiger wurde sie für mich. Lio, so erfährt man es auch schon im Klappentext, ist mit einer kalten Mutter und einem hilflosen Vater aufgewachsen, hatte ein traumatisches Erlebnis in ihrer Jugend, geht eine Beziehung mit dem ebenfalls versehrten Max ein und wird dann noch ungewollt schwanger. Aha. All das erfahren wir aus Lios Gedanken und nicht, weil sie auch nur einmal mit ihrem Freund darüber spricht. Einzig Lios bisexuelle Freundin Mariam kommt einem hier halbwegs offen und positiv vor.

Eigentlich schreibt die Autorin in einem ziemlich offenen, auch mal frech-rotzigen Ton, was teilweise wirklich erfrischend ist. Andererseits macht die verschlossene Protagonistin diesen Eindruck wieder zunichte und manchmal schießen die Schilderungen meines Erachtens etwas über das Ziel hinaus. Dieses ist, die Leser*innen aufzurütteln, zu überraschen und zu schockieren. Doch ich mag diese Aufregung um jeden Preis nicht. Allgemein wurde mir zu dick aufgetragen. Die paar Male, die die Protagonistin Freude empfunden hat, kann man an einer Hand abzählen. Ja, natürlich ist sie anders, als andere. Weil die Autorin sie so gemacht hat, nicht, weil sie durch den Plot natürlich geformt wurde. Ein Trauma, man nehme die gewalttätige Mutter, hätte vollkommen gereicht, ist aber vielleicht heute auch nicht mehr schlimm genug, um Mitgefühl auszulösen. Ein paar Emotionen hätten Lio gut gestanden, hätten vielleicht dazu geführt, dass sie sich als Person weiterentwickelt. Stattdessen war für mich nach dem Lesen, vor dem Lesen. Es hat sich nichts geändert. Die Lobeshymnen, die es hier reihenweise hagelt, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Für mich war das Buch häufig unglaubwürdig und somit ein Fehlgriff. Wegen des außergewöhnlichen Stils und weil es sehr zum Nachdenken anregt, bekommt es noch 2,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 12.03.2023

Toller Sprecher, wenig Handlung

Indigo Wild
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Indigo Wild lebt allein mit ihrem Bruder Quick im Geleebohnenweg Nummer 47, während ihre Eltern in allen Teilen der Welt forschen und neue Wesen entdecken, die dann zu ihrem eigenen Schutz bei der Familie ...

Indigo Wild lebt allein mit ihrem Bruder Quick im Geleebohnenweg Nummer 47, während ihre Eltern in allen Teilen der Welt forschen und neue Wesen entdecken, die dann zu ihrem eigenen Schutz bei der Familie unterkommen. So tummeln sich Monster, Trolle, Drachen, magische Wesen und Tiere aller Art im Haus, um die sich vor allem Indigo kümmert. Und just an diesem Tag liegt ein neues Paket der Eltern vor der Tür, doch der Inhalt ist bereits daraus ausgebrochen und ins Haus geflüchtet. Dort sorgt das Wesen für Chaos und jede Menge Lärm, was die empfindliche und neugierige Nachbarin auf den Plan ruft. Doch diese darf auf keinen Fall herausfinden, dass die Kinder zusammen mit Monstern allein im Haus leben. Ein Plan muss her!

Der Inhalt liest sich in meinen Augen ganz lustig, doch schon den Lebenslauf der Indigo Wild fand ich dann doch recht weit hergeholt. Natürlich ist es eine Fantasiegeschichte, doch hier fehlte mir doch eine Erklärung oder eine glaubwürdige Grundlage, warum hier Babys allein irgendwo herumliegen. Aber gut, nachdem auch der Bruder aufgefunden wurde, werden beide Kinder zu Hause allein gelassen, um die vielen niedlichen, aber auch gefährlichen und manchmal empfindlichen Monster etc. zu hüten. Wen wundert es, dass Quick anscheinend nicht sprechen gelernt hat, aber auch darüber kann man noch hinwegsehen.

Das Wesen im Paket ist natürlich genau dann abgehauen, als es von Indigo in Empfang genommen werden sollte. Alles wegen des Schokoladenvorrats von Indigo, die eigentlich keine Schokolade mag, aber sie die Eltern, die ihr immer wieder welche schicken, nicht verletzen will. Natürlich geht es im Haus dann ziemlich chaotisch zu. Man lernt sehr viele, sehr lustige und vielfältige Wesen kennen und staunt nicht schlecht. Doch dann kommt die Spaßbremse von Nachbarin, die der Lärm stört (ungeheuerlich) und die die allein hausenden Kinder der Polizei melden will. Ganz schön böse. Wie erwartet bekommt sie dafür die Quittung. Mal abgesehen davon, dass der Plot ziemlich vorhersehbar ist und wenig Handlung aufweist, hat mich dieses Klischee doch ziemlich genervt. Fantasie hin oder her, manches Kind wäre froh, wenn die Nachbarin etwas genauer schauen und die Dinge hinterfragen würde. Von einer Geschichte, in der sich Kinder mal ein paar Tage allein durchschlagen und über sich hinauswachsen müssen, hat diese leider wenig. Der Sinn des Ganzen hat sich mir leider nicht erschlossen. Zwei Drittel des Buches wirkten wie eine Einleitung, im Rest ging es um die Vertuschung eines Monster-Ausbruchs und der Elternabwesenheit. Lachen konnten wir manchmal nur, weil der Sprecher die Geschichte wirklich nett und witzig vorträgt und dazu eine außergewöhnliche Stimme hat, die sehr wandelbar ist. Trotzdem konnte ich irgendwann die ständige Wiederholung der Adresse Geleebohnenweg Nr. 47 nicht mehr hören. 2,5 Sterne vor allem für den Sprecher und den Ideenreichtum der Autorin bei der Erfindung von Monstern.

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Veröffentlicht am 08.06.2022

Es fehlt an Spannung und Ideen

Lange Krallen
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Leonie möchte dem örtlichen Tierheim helfen, weil sie ihre hochintelligente Katze Bobby von dort geholt hat, doch beim Aktionstag kommen kaum Gäste. Ihre Mutter ist zwar Journalistin und möchte gern einen ...

Leonie möchte dem örtlichen Tierheim helfen, weil sie ihre hochintelligente Katze Bobby von dort geholt hat, doch beim Aktionstag kommen kaum Gäste. Ihre Mutter ist zwar Journalistin und möchte gern einen Artikel darüber schreiben, doch ihr Chef erlaubt das nicht. Leonies Vater hat ganz andere Probleme: Seit die Familie gegenüber eingezogen ist und ihr Grundstück so penibel sauber hält, sieht er sich in ständiger Konkurrenz zu Herrn Petersen. Der Sohn Oskar ist sehr interessiert daran, mit Leonie Freundschaft zu schließen. Die beobachtet seltsame Dinge in der Familie und befürchtet, dass Oskar vom Vater unter Druck gesetzt wird. Dann passieren auch noch ein paar seltsame Diebstähle im Ort. Ob Leonie und ihr schlauer Kater da helfen können?

Da ich das Buch als eBook gelesen habe, hab ich gar nicht so sehr auf das Cover geachtet. Der Klappentext ließ mich auf eine spannende Detektivgeschichte für Kinder hoffen. Im Nachhinein bin ich froh, dass ich das Cover nicht beachtet habe, denn meiner Meinung nach verrät es viel zu viel, obwohl es vermutlich einen geheimnisvollen Eindruck machen soll.

Der Anfang der Geschichte beschäftigt sich mit einem Spendensammeltag im Tierheim und ist als Einführung in die Geschichte recht lang und hat noch gar nicht so viel mit der tatsächlichen Handlung zu tun. Ich habe mich etwas gewundert, dass ein intelligentes Mädchen wie Leonie, das sich gern um Tiere kümmert, für die Menschen in ihrem Umfeld eher wenig Verständnis und Toleranz hat. Das hat mich irgendwie gestört und ich fand es auch nicht sehr realistisch, dass Menschen, die sich nicht interessieren, an so einer Veranstaltung überhaupt teilnehmen. Aber gut, es wurde dann etwas besser, obwohl auch die Konkurrenz zwischen Nachbar Petersen und Leonies Vater recht lächerlich wirkte, aber keineswegs unrealistisch. Der interessanteste Charakter ist auf jeden Fall Bobby, Leonies Katze. Beide kommunizieren auf eine besondere Art miteinander.

Mit dem Auftreten Oskars, der sich sehr um Leonies Aufmerksamkeit bemüht, wurde die Handlung etwas aufgelockert. Vor allem Leonies Beobachtungen und die Diebstähle lassen Schlimmes befürchten. Ich dachte, vielleicht ermitteln die beiden Kinder jetzt zusammen. Schwupps! Da war die Geschichte auch schon um. Das Ende für mich allerdings mehr als dürftig. Mäßige Spannung gepaart mit einer Art Robin-Hood-Verschnitt, der nicht tiefergehend auf seine Rechtmäßigkeit hin überprüft wird. Klar, es wird jemandem geholfen, aber heiligt der Zweck tatsächlich die Mittel? Vor allem, wenn nicht alles den Armen gegeben wird ... Und wie kommen die Protagonisten in Zukunft zurecht? Das bleibt alles offen.

Insgesamt doch eine sehr seichte Detektivgeschichte, die sich leicht lesen lässt, aber auch sehr ideenlos ist. Für den Inhalt ist die Altersangabe ab 10 etwas hoch gegriffen, aber für den Umfang angemessen, da es auch nur wenige Illustrationen gibt.

2,5 Sterne

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Veröffentlicht am 30.01.2022

Krieg im Wald

Pip rettet den Wald
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Eichhörnchen Pip ist noch recht jung und lebt ohne Eltern im Wald. Seine Mutter starb, sein Vater, ehemals Leibwächter der Eichhörnchen-Anführerin, verschwand einfach und gilt seitdem bei einigen Artgenossen ...

Eichhörnchen Pip ist noch recht jung und lebt ohne Eltern im Wald. Seine Mutter starb, sein Vater, ehemals Leibwächter der Eichhörnchen-Anführerin, verschwand einfach und gilt seitdem bei einigen Artgenossen als Verräter. Doch Pip möchte trotzdem so sein wie er. Von der alten weisen Eiche, der alle Tiere im Wald Respekt zollen, will er sich Antworten holen. Doch schon bald ist klar, die Eiche stirbt und mit ihr der ganze Wald. Seit Wochen hat es nicht geregnet, es herrscht Futterknappheit und auch der See trocknet aus. Die Tiervölker agieren gegeneinander, anstatt miteinander um ihren gemeinsamen Lebensraum zu kämpfen. Pip wird ausgewählt, unbemerkt die letzte Eichel der alten Eiche zu holen, denn wer sie hat, ist Herrscher im Wald. Pip gibt sein Bestes, bis er merkt, dass Macht nicht die Lösung sein kann.

Diese Geschichte ist für Kinder ab 8 Jahren ziemlich heftig, das zeigen schon die Wörter, die man zur Beschreibung des Inhalts braucht. Bis auf Pips Freundschaft zu seinem Artgenossen Mux findet man hier nicht viel Positives. Allein Tod und Verschwinden der Eltern sind sehr deprimierend. Zu Beginn der Geschichte und zwischen einigen Kapiteln liest man, wie sich die alte Eiche fühlt, wie sie merkt, dass es mit ihr zu Ende geht. Die Übermittlung ihrer Botschaften ist sehr esoterisch angehaucht. Es wird kein Blatt vor den Mund genommen. Die verschiedenen Tiervölker und Waldbewohner bekriegen sich nicht nur sprichwörtlich bis aufs Blut, um an die Eichel zu kommen, welche eine neue Eiche hervorbringen soll und damit Macht bedeutet. Pip wird von älteren Eichhörnchen angefeindet, verspottet und sein Vater als Verräter abgestempelt. Ein Eichhörnchen stirbt im Kampf. Das ist ganz schön starker Tobak für diese Altersklasse. Das Cover und auch die Erstleserschrift täuschen wie ich finde eine eher einfache Geschichte über ein mutiges Eichhörnchen vor.

Vermutlich soll es um den Klimawandel gehen, aber so direkt fällt kein Wort darüber. Auch nicht, darüber, dass der Mensch verantwortlich sein soll oder etwas dagegen unternimmt. Menschen sind in der Geschichte Randfiguren. Einiges passt da für mich ganz und gar nicht. Ich habe nichts dagegen, dass Kinder über Klimaveränderung und Waldsterben Bescheid wissen, doch hier ist alles so negativ, regelrecht belastend dargestellt. Nahezu alle Tiere sind destruktiv und böse. Das hat sogar in mir eine regelrechte Hoffnungslosigkeit aufkommen lassen. Kindern könnte diese Geschichte Angst machen, denn da das Ende nicht abgeschlossen ist, sondern eine Fortsetzung bereits angekündigt, bietet sie auch kaum Lösungen für das drastisch dargestellte Problem. Meine Tochter ist in der 2. Klasse, die Lust aufs Lesen nicht sooo groß. Durch so eine Geschichte wird die Motivation aber mit Sicherheit nicht größer. Die Aufteilung in mehrere Bände ist mehr als schlecht gewählt. Pip ist zwar ein heldenhaftes und vernünftiges Einhörnchen, dass sein bestes gibt, trotzdem ist nach diesem ersten Band für mich diese Reihe beendet.

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Veröffentlicht am 08.03.2026

Zu viel gewollt

Mathilde und Marie
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Studentin Marie möchte der lauten Hauptstadt Paris und ihren Problemen entfliehen und steigt spontan in den Zug nach Brüssel, wo sie zufällig eine Frau trifft, die sie in ihr Dorft einlädt. Weil sie sonst ...

Studentin Marie möchte der lauten Hauptstadt Paris und ihren Problemen entfliehen und steigt spontan in den Zug nach Brüssel, wo sie zufällig eine Frau trifft, die sie in ihr Dorft einlädt. Weil sie sonst keine Perspektive hat kommt Marie mit und landet in Redu, einem Bücherdorf, das gut ein Dutzend Buchhandlungen und knappe 400 Einwohner zu bieten hat. Hier kommt sie der Natur und der Stille näher und kommt dem auf die Spur, was sie wirklich für ihr Leben möchte. Zudem lernt sie die Bewohner kennen und kann vor allem einer von ihnen helfen.

Der Klappentext von Mathilde und Marie hat sich für mich sehr schön angehört, vor allem weil es um ein Bücherdorf geht und damit auch um mein liebstes Medium - so dachte ich zumindest. Doch schon zu Beginn war die Handlung für mich etwas dürftig begründet und für die heutige Zeit wenig realistisch. Studentin Marie trifft eine ältere Dame auf dem Rückweg ins Bücherdorf Redu und folgt sogleich deren Einladung dorthin. Wie die Frau von sich selbst behauptet, redet sie nur, wenn es etwas Wichtiges ist, Smalltalk führt sie nicht. Dafür jedoch ist sie um keinen ausgelutschten Kalenderspruch verlegen. Die Weisheiten, die sich hier aneinanderreihen, sind ja ganz nett, aber helfen sie wirklich einer jungen Frau, die in ihrem Leben an einen kritischen Punkt gekommen ist? Verlust, Krankheit und Tod sind nur ein paar Schlagworte dazu. Meiner Meinung nach braucht es dafür viel mehr. Auch ihre Rückkehr zur Natur und die Verbindung, die sie versucht, mit ihr aufzunehmen, sind in meinen Augen eher dürftige Motive für einen Roman, durch den das Dorfleben unnötig romantisiert wird. Damit holt man vielleicht gestresste Großstädter für einige Stunden zurück auf den Boden, ich - selbst Dorfbewohnerin in einem ähnlich großen Ort in der Pampa - kann da nur schwer ein Gähnen unterdrücken. Mir kam ziemlich schnell das Wort prätentiös in den Sinn. Der Autor will hier viel, erreicht bei mir jedoch nur, dass ich genervt bin von der Verklärung dörflichen Lebens, wo natürlich alle Zusammenhalten und Fremde mit Neugier und offenen Armen begegnen, wo man den ganzen Tag Zeit hat, Vögeln beim Zwitschern zu lauschen und Blumen beim Wachsen zuzusehen, weil sowieso seltenst jemand die vielen Buchhandlungen aufsucht, für die das Dorf berühmt ist. Mag sein, dass Redu, das es wohl wirklich gibt, etwas Besonderes ist, doch sollte man als Mensch, der sein Leben entschleunigen will, nicht glauben, dass es überall so ist.

Des Weiteren tritt Mathilde, die zweite Frau im Titel, für mich hier viel zu spät in Erscheinung. Ihre Urteile über die junge Frau im Ort, die sie zunächst gar nicht kennt, gefallen mir nicht. So revidiert sie diese schon nach kurzer Zeit und braucht ihre Hilfe. So kommen beide auf eine Idee, die ich so überhaupt nicht schlüssig finde, die aber total aufgebauscht wird. Als jedoch ein Influencer in dem Dorf, in dem es kein Netz gibt, das Ganze groß aufziehen will, reagiert Marie so unpassend, was gar nicht zu der vorher fast zur Heiligen stilisierten jungen Frau passt. Mathildes Problem ist leider auch eines, von dem man in zig anderen Büchern schon gelesen hat und mit der Lösung des Rätsels verhält es sich ähnlich. Die Handlung plätschert vor sich hin und ich konnte für mich leider nichts wirklich Greifbares mitnehmen. Das Ganze Werk ist für mich nichts als eine Blase, von der sich jedoch eine bestimmte Leserschaft gerne vereinnahmen lassen wird. Wer eine heile Welt sucht, der greife hier gern zu. Mir ist das zu flach. 2 Sterne

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