Exorzistin Magnolia Feyler bezeichnet sich selbst als Hausflüsterin, da sie ihre ganz eigene Heransgehensweise entwickelt hat, Geisterhäusern den Spuk auszutreiben. Ihr neuester Job ist Shaw Manor, in ...
Exorzistin Magnolia Feyler bezeichnet sich selbst als Hausflüsterin, da sie ihre ganz eigene Heransgehensweise entwickelt hat, Geisterhäusern den Spuk auszutreiben. Ihr neuester Job ist Shaw Manor, in welchem ihr Kollege kürzlich seinen Einsatz mit dem Leben bezahlen musste.
Das Setting ist interessant gewählt, eine Art viktorianisches Steampunk-England, in welchem neumodische Automobile und Roboter-Haustiere die Welt der wohlhabenden Gesellschaft bereichern. In dieser Welt sind die Exorzisten eine anerkannte Gilde und Geister durchaus real. Die vielen kleinen Details der Exorzistenausrüstung und deren Bedeutung gefielen mir. Ein besonderes Augenmerk legen die Geisterjäger auf ihr Tagebuch, in welches sie akribisch alles eintragen, was sie tun, entdecken oder planen. An dieser Stelle erhielt meine Begeisterung leider einen Dämpfer, da Magnolia dazu neigt, selbst langwierige Tätigkeiten detailliert zu beschreiben - was interessieren mich ausgiebige Gartenarbeiten oder das Fegen der Eingangshalle? Zudem hat sie leider einen eher langweiligen Stil, weder ist sie sonderlich professionell in ihrer Ausdrucksweise, noch schafft sie es, eine gewisse Gruselatmosphäre durch ihr Tagebuch zu erschaffen wie frühere Autoren es in ihren klassischen Gruselwerken vormachten. Dadurch las sich die an sich so geniale Idee des Spukhauses Shaw Manor mit seinen Hintergünden für meinen Geschmack stellenweise zu langatmig und nicht atmosphärisch genug.
Die Dämonenjägerinnen Muireann und Rose erhoffen sich nach einem missglückten Magieeinsatz Hilfe von der mächtigen Hexe Baba Jaga. Zudem vemuten sie, unter den Gästen der bevorstehenden Hochzeit am Zarenhof ...
Die Dämonenjägerinnen Muireann und Rose erhoffen sich nach einem missglückten Magieeinsatz Hilfe von der mächtigen Hexe Baba Jaga. Zudem vemuten sie, unter den Gästen der bevorstehenden Hochzeit am Zarenhof die Hexe zu finden, nach der sie seit Band 1 der Hexenwald-Chroniken auf der Jagd sind. Das Verschwinden der Braut des Prinzen vor der Trauung wirbelt die Pläne der beiden jedoch völlig durcheinander.
Leider konnte mich Band zwei der Reihe um die Dämonenjägerinnen nicht ganz überzeugen. Die Abenteuer und Erlebnisse rund um die Baba Jaga sowie das Verschwinden der Braut gestalten sich zwar als ganz interessant, ebenso wird die gleichgeschlechtliche Liebe diesmal gekonnt thematisiert. Leider war ich jedoch irgendwann genervt von den vielen Pärchenproblemen zwischen Muireann und Rose, die neben ausschweifenden Dialogen einfach zuviel Raum einnahmen. Eifersuchtsszenen und sich wiederholende Diskussionen über das Für und Wider, ob Selkietochter Muireann ihre magischen Fähigkeiten einsetzen soll oder nicht, zogen die Handlung unnötig in die Länge. Das ist schade, da die Ideen um Baba Jaga wirklich gut sind und wegbereitend für eine Fortsetzung. Dennoch konnte mich der Roman aus den bereits genannten Gründen einfach nicht so begeistern wie der erste Band.
Gleich vorweg: Der Klappentext ist irreführend formuliert! In der gemeinsamen Hamburger Wohnung des Pärchens Sarah und Marc sowie Marcs bestem Freund Henning findet die Reinigungskraft ein Blutbad vor ...
Gleich vorweg: Der Klappentext ist irreführend formuliert! In der gemeinsamen Hamburger Wohnung des Pärchens Sarah und Marc sowie Marcs bestem Freund Henning findet die Reinigungskraft ein Blutbad vor - aber keine Leiche! Zwar kann das Blut kurz darauf Henning zugeordnet werden, aber ohne Leiche könnte es auch eine perfekte Inszenierung gewesen sein.
Nach dem blutigen Fund ermittelt in einem Handlungsstrang die Hamburger Polizei unter der Leitung einer neuen Kommissarin. Zugleich kommen Sarah und Marc retrospektiv zu Wort und erzählen ihre Geschichte vom Zeitpunkt des Kennenlernens sprunghaft bis in die Gegenwart. Allerdings sind deren Kapitel stark subjektiv, jeder schönt sich seine Rolle zurecht und mir ist nicht klar, wem sie das überhaupt erzählen - sich selbst? Einem Tagebuch? Dem Partner? Zudem gestaltet sich durch diverse Wiederholungen und unnötige Lückenfüller das Buch als unangenehm zäh - wenn plötzlich so Dinge wie Nachbars Katze ausgiebig erwähnt werden, wird es einfach langweilig.
Was mir ebenso missfiel war die Stereotypisierung der drei Freunde. Das vermeintliche Opfer Henning: Kein vernünftiger Schulabschluss, keine Ausbildung, neigt zu Jähzorn, ist vulgär und gewalttätig. Der Standardtyp fürs Grobe. Daneben Marc, der arrogante Typ aus reichem Haus, Dauer-Jurastudent und das Superbrain der beiden Freunde, der sich bei ihren illegalen Tätigkeiten natürlich die Hände nicht schmutzig machen will. Und Sarah, das devote und naive Blödchen, die in erster Linie nur an die Bequemlichkeiten des Lebens denkt.
Ja, ich hatte mir mehr erhofft bei einem Thriller. Mehr Misstrauen und Widersprüche, falsche Fährten und die Chance, als Lesende mitzuermitteln. Was ich bekam waren zähe Selbstdarstellungen der beiden Hauptverdächtigen, Stereotypen und oberflächlich beschriebene Ermittlungen. Gut war natürlich die Wendung am Schluss, die Auflösung des Ganzen, aber zugleich auf eine gewisse Art so absurd, dass ich das Ende als unrealistisch empfand. Mag jeder anders sehen.
Ein eher langweiliger als spannender Thriller, das kann der Autor deutlich besser!
Ich mag Jugendthriller, in denen Jugendliche Straftaten aufdecken, weil sie einen ganz anderen Zugang zu den Gleichaltrigen haben als die erwachsenen Ermittler. Entsprechend neugierig war ich auf diesen ...
Ich mag Jugendthriller, in denen Jugendliche Straftaten aufdecken, weil sie einen ganz anderen Zugang zu den Gleichaltrigen haben als die erwachsenen Ermittler. Entsprechend neugierig war ich auf diesen Roman, in welchem Chloe in den Ferien zu ihrem Vater zu Besuch kommt und versuchen will, das Verschwinden des jungen Henry vor drei Monaten aufzuklären.
Aufgebaut ist das Buch in mehreren Zeitebenen vor und nach Henrys Verschwinden. Leider gestaltet sich Chloes Part stellenweise als anstrengend, da sie keine vernünftigen Schlüsse zieht, sondern lieber nach Beweisen für ihre vorgefertigte Meinung und ihre Vorurteile sucht. Dabei sieht sie leider den Wald vor lauter Bäumen nicht: Gewalt und Alkoholsucht in Henrys Familie, in Form der alleinerziehenden Mutter. Vor allem der große Bruder Mason hat seit Jahren darunter zu leiden, seinen jüngeren Bruder immer wieder vor den Ausbrüchen der Mutter beschützen wollen. Und was macht Chloe? Hackt sogar noch auf Mason rum. Himmel, in solchen Momenten hätte ich sie für ihre Borniertheit schütteln können. Der einzige Vernünftige ist ihr Vater, der von der Problematik weiß und Mason auf unaufdringliche Art zu helfen versucht.
Die Auflösung des Ganzen, wohin Henry verschwunden ist, hat eine gewisse Dramatik, dennoch wunderte ich mich, warum die Polizei nicht längst selbst darauf gekommen sein soll. So schwierig war der Fall nicht und hätte den Bewohnern des Ortes ein paar nervige Auftritte und haltlose Anschuldigungen von Chloe erspart.
Zum Miträtseln ganz nett, aber Chloes Schnellschüsse sind zu stupide, um die Leser auf falsche Fährten zu locken.
Nachdem sie ein Leben lang mit ihrer Mutter wie auf der Flucht lebte, freut Vivi sich auf ein endlich normales Leben am Westerley College. Dort wird sie überraschend von der angesagtesten Studentinnenverbindung ...
Nachdem sie ein Leben lang mit ihrer Mutter wie auf der Flucht lebte, freut Vivi sich auf ein endlich normales Leben am Westerley College. Dort wird sie überraschend von der angesagtesten Studentinnenverbindung Kappa Rho Nu zur Bewerberinnenrunde eingeladen. Tatsächlich entpuppt sich die Verbindung als geheimer Hexenzirkel, der sich jährlich die begabtesten Hexen aussucht. Wobei Vivi, neben einigen anderen Bewerberinnen, bisher nichts von ihrer magischen Begabung wusste. Ein Dorn im Auge ist sie zunächst Scarlett, Hexe aus reichem Haus und auf den Präsidentinnenposten des Zirkels aus. Und mit einem gravierenden Geheimnis aus ihrer Vergangenheit, welches ihren Zirkel schon bald in tödliche Gefahr bringt.
Die Beschreibung klang so vielversprechend - leider entpuppte sich der Roman als einer von vielen College-Drama-Zicken-Romanen mit den üblichen Eifersuchtsszenen. Von der Wirkungsweise der Hexenmagie hab ich als Leserin kaum etwas mitbekommen, vor allem bei den Neulingen wie Vivi hätte ich mir ein wenig Beschreibungen über das Erlernen der Magie erhofft. Stattdessen wird plötzlich die Lehrerin für ihre tolle Leistung gelobt, die Neulinge unterrichtet zu haben, welche nach kurzer Zeit einfach so Magie wirken können. Diese gestaltet sich in erster Linie aus Händchenhalten und Reime aufsagen, welche nur leider selbst durch Wiederholungen nicht spannender werden.
Der Hexenzirkel an sich ist das beste Beispiel, was passiert, wenn man jungen Menschen eine Macht gibt, mit der sie nicht verantwortungsbewusst umgehen können. Die Studentinnen sehen sich als exquisite Möchtegern-Luxus-Verbindung, die ihre Magie in erster Linie dafür nutzen, sexy auszusehen, auf Parties sofort bedient zu werden oder anderen Streiche zu spielen. Was hätte man nicht alles Sinnvolles damit anfangen können!? Stattdessen hat der Glamourfaktor oberste Priorität. Und wenn vor lauter Hexenkram die Vorbereitung für die Vorlesung nicht sitzt - auch dafür gibt es magische Möglichkeiten, sich durchzumogeln. Im Großen und Ganzen wirkten die Frauen auf mich wie ein Haufen Halbstarke, die sich die Welt magisch zurechtbasteln und völlig an der Realität vorbei leben. Entsprechend empfand ich die Kapitel der Oberzicke Scarlett, die am liebsten alles und jeden nach ihren Vorstellungen formen will, als äußerst anstrengend. Zumal sie auch im Verlauf der Bedrohung gegenüber dem Zirkel erschreckenderweise blind für jedwede Auffälligkeiten und Hinweise ist und sich ausschließlich in ihren eigenen Mutmaßungen verirrt. Das alles riss selbst der Umstand nicht mehr raus, dass ihre Mutter überzogene Anforderungen an sie stellt, doch gefälligst ebenso erfolgreich zu sein wie die große Schwester. Mein Mitleid hielt sich in Grenzen. Deutlich interessanter waren Vivis Kapitel als sympathische und bodenständige Person, sie ist ein Charakter, den man einfach gern haben muss.
Die Überraschung für die Beteiligten empfand ich als wenig gelungen, da die Handlung sich als sehr vorhersehbar gestaltet. Am enttäuschensten war letztendlich, dass die große Katastrophe, welche die Rabenschwestern bekämpfen müssen, bereits vor einigen Jahrzehnten durch ein wenig Händchenhalten und Reime aufsagen hätte verhindert werden können, wie man als Leser dann einfach mal so feststellen darf.
Der Roman reiht sich in die üblichen College-Romane ein, in denen Eifersüchteleien und Zickereien die Handlungen bestimmen. Vieles ist vorhersehbar, die Magie wird dafür genutzt, sich wie Glamour-Prinzessinen aufführen zu können und beschränkt sich stark aufs Reime aufsagen. Ganz nett und stellenweise atmosphärisch, aber mehr auch leider nicht.