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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.05.2017

Wunderschön

Apfelkuchen am Meer
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Merle hat nach ihrer Ausbildung zur Konditorin ein BWL Studium begonnen und steht kurz vor ihrer Bachelor Arbeit. Eigentlich wollte sie später die Bäckerei ihres Vaters übernehmen, aber da er sich übernommen ...

Merle hat nach ihrer Ausbildung zur Konditorin ein BWL Studium begonnen und steht kurz vor ihrer Bachelor Arbeit. Eigentlich wollte sie später die Bäckerei ihres Vaters übernehmen, aber da er sich übernommen hat und nun zu Hause hockt und im Sommer Berge von Plätzchen backt, muss sie sich etwas anderes überlegen. Ihr Freund Frederik hat kein Verständnis für sie und so beschließt Merle keine Rücksicht auf ihn zu nehmen und verlässt ihn. Da ergibt sich für sie die einmalige Gelegenheit, einen Job als Kellnerin in der "Strandrose" auf Juist anzunehmen. 6 Wochen einfach mal rauskommen. Außerdem ist ihre Oma vor Kurzem wieder auf die Insel gezogen und Merle freut sich auf Oma und Juist. Außerdem fragt sie sich, wie es sein kann, dass ihre Freundin Dana auf Juist eine Apfelrosentorte gegessen hat, deren Rezept ein streng gehütetes Familienrezept ist. Kurz entschlossen bricht sie also nach Juist auf und damit in einen neuen Lebensabschnitt. Dort wird sie immer wieder mit ihrer Familiengeschichte konfrontiert, denn vor vielen Jahren sind ihre damals 17jährige Tante Undine und ihr Opa im Meer ertrunken.

Anne Barns ist wieder mal ein wunderschöner, leichter Roman gelungen. Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und gut und man fühlt sich beinahe als Freundin von Merle und hört das Meeresrauschen und spürt den Sand unter den Füßen. Eine kleine Auszeit, die Lust auf Juist macht, auch wenn man nur gedanklich dort ist, so fühlt es sich nach mehr an.
Die Protagonisten sind toll und differenziert dargestellt, ihre Verhaltensweisen nachvollziehbar.
Die Geschichte weiß zu unterhalten, der rote Faden zieht sich gut sichtbar durch das Buch und das Ende kommt viel zu schnell und man ist traurig, Insel und Protagonist(inn)en wieder verlassen zu müssen. Das Familiengeheimnis spielt bis zum Ende eine Rolle und die Vergangenheit wird nach und nach aufgedeckt, doch auch die Ereignisse in der Gegenwart sind wichtig.

Veröffentlicht am 04.05.2017

Märchenhaft

Rache und Rosenblüte
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Der Teil schließt direkt an „Zorn und Morgenröte“ an, welches mir sehr gefallen hat. Sharzad ist mit ihrer Schwester und ihrem Vater in die Wüste geflohen, während Chalid im Palast bleibt und beim Wiederaufbau ...

Der Teil schließt direkt an „Zorn und Morgenröte“ an, welches mir sehr gefallen hat. Sharzad ist mit ihrer Schwester und ihrem Vater in die Wüste geflohen, während Chalid im Palast bleibt und beim Wiederaufbau der Stadt hilft. Shazi ist nun wieder mit den Menschen von früher zusammen, so auch mit dem Vater ihrer Freundin Shiva, die getötet wurde. Und auch Tarik, der noch immer in sie verliebt ist und den Kalifen weiterhin hasst. Wird es Chalid und Shazi gelingen, den Fluch zu brechen? Und wenn ja, wie? Und welche Rolle spielt der Feuermagier Musa? Wie entwickelt sich Tarik? Und Shazis Schwester Irsa?
Intrigen, Verrat, Machtspiele und falsches Spiel, wem ist zu trauen, wer bezweckt was? Aber auch ungeahnte Allianzen und Freundschaften entwickeln sich. Märchen spielen auch hier noch eine Rolle, wenn auch nicht mehr so stark wie im ersten Band. Zum Glück ist es keine klassische Dreiecksgeschichte, denn davon gibt es ja nun wirklich genug. Viele Charaktere, die im ersten Band nur eine Rolle am Rande spielten, werden hier bedeutsamer und die Intrigen nehmen mehr Raum ein. Auch ist dieser Band viel actionreicher. Alles drängt auf das Finale, das mich überzeugen konnte. Zum Glück gibt es nicht zu viele Rückblenden auf den ersten Teil, diese sind eher indirekt. Ein toller Schreibstil, wieder viele Schlagabtäusche, eine fesselnde Geschichte mit einem würdigen Ende. Ich freue mich auf weitere Bücher der Autorin.

Veröffentlicht am 26.04.2017

Über Liebe, Freundschaft, Familie und viel mehr

Den Mund voll ungesagter Dinge
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Sophies Mutter hat sie und ihren Vater direkt nach der Geburt im Stich gelassen. Was für eine Mutter macht so etwas? Dementsprechend eng ist das Verhältnis zwischen Sophie und ihrem Vater. Doch nun ist ...

Sophies Mutter hat sie und ihren Vater direkt nach der Geburt im Stich gelassen. Was für eine Mutter macht so etwas? Dementsprechend eng ist das Verhältnis zwischen Sophie und ihrem Vater. Doch nun ist ihr Vater mit Lena zusammen und die beiden ziehen 10 Wochen vor dem Abitur von Hamburg nach München um (hier ist das Buch doch unwahrscheinlich, denn wie kann man problemlos so kurz vor dem Abitur nach Bayern wechseln und dort das Abi machen? Die Voraussetzungen sind schließlich nicht identisch - aber das nur am Rande). Sophie hat keine Lust auf den Umzug, auch wenn ihr einziger Freund, ihr Seelenverwandter Lukas seit einiger Zeit in Paris bei seiner Freundin lebt. Die täglichen Skype Anrufe sind da nicht immer ein guter Ausgleich.
Die neue Freundin ihres Vaters möchte sie nicht mögen, genausowenig wie die Söhne von Lena, aber das ist einfacher als gesagt. Überhaupt ändert sich ihr Leben sehr. Und da ist auch noch ihre neue Freundin Alex, die im Nachbarhaus wohnt...

Anne Freytag hat wieder ein wunderbares Buch geschrieben über das Erwachsenwerden, über Liebe und Freundschaft und natürlich das Leben.
Die Selbstzweifel und Unsicherheit von Sophie werden gut deutlich, doch es gibt auch sehr viele schöne Momente.
Ein Schreibstil, der so leicht daherkommt, dass man in dem Buch versinkt und die Seiten nur so fliegen.
Trotz großer Gefühle kein kitschiges Buch mit Protagonisten, die nicht den Klischees entsprechen - wie sie selbst feststellen und wo die Autorin deutlich aus den Zeilen heraus spricht.
Ich freue mich schon auf weitere Bücher von Anne Freytag.

Veröffentlicht am 25.04.2017

Spannend

Strandgut
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Nicolas Guerlain ist Personenschützer, allerdings geht bei einem Einsatz während der Filmfestspiele etwas schief, weil er abgelenkt ist. Statt ihn zu schützen, verletzt er den Minister und wird daraufhin ...

Nicolas Guerlain ist Personenschützer, allerdings geht bei einem Einsatz während der Filmfestspiele etwas schief, weil er abgelenkt ist. Statt ihn zu schützen, verletzt er den Minister und wird daraufhin in die Normandie in seine Heimatstadt Deauville strafversetzt. Doch dort gerät er rasch in polizeiliche Ermittlungen, denn sein Nachbar ist verschwunden und dann findet er auch noch eine linke Hand am Strand. Eigentlich soll er ja die Polizei nur im Vorfeld des anstehenden Gipfels beraten, aber er ermittelt in seinem Umfeld.

Französische Chansons, aber auch klassische Musik spielen am Rande immer wieder eine Rolle in diesem Krimi, der mir viele Ohrwürmer beschert hat. Die Begriffe aus der Welt des Spielcasinos kannte ich nicht alle, laufen jedoch wie ein roter Faden durch das Buch und am Ende habe ich mehr verstanden.

Mir hat vor allem der Sprachstil voller Metaphern des Autoren gut gefallen und ich bin gespannt, wie es mit Nicolas Guerlain weitergehen wird - denn längst sind nicht alle privaten Fragen beantwortet.

Veröffentlicht am 25.04.2017

Lesegenuss

Alice’s Adventures in Wonderland
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Ich gestehe, dass ich zu meiner Schande dieses Buch nun zum ersten Mal gelesen habe, aber warum? Ein herrlicher Humor, sehr bildhaft dargestellt und ein wahrer Lesegenuss, nicht nur für Kinder. Alice begibt ...

Ich gestehe, dass ich zu meiner Schande dieses Buch nun zum ersten Mal gelesen habe, aber warum? Ein herrlicher Humor, sehr bildhaft dargestellt und ein wahrer Lesegenuss, nicht nur für Kinder. Alice begibt sich auf eine Reise ins Wunderland und folgt dem Kaninchen. Sie schrumpft und wächst wieder, ertrinkt beinahe im eigenen Tränensee und lobt immer wieder ihre Katze, die so gut Mäuse fangen kann, was bei den Mäusen nicht so gut ankommt. Dann begegnen wir noch der Grinsekatze, der Herzogin, der Königin, spielen Krockett mit Flamingos und Igeln und erfahren, was ein Hummerballett ist. Schade, dass ich im Matheunterricht in der Schule nie gelernt habe, wie die "Uglification" funktioniert.