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Veröffentlicht am 05.06.2017

Spannender, facettenreicher und teilweise brutaler Fantasy-Schmöker

Der Schwarze Thron 1 - Die Schwestern
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Inhalt:
Sie sind Schwestern. Sie sind Drillinge, die Töchter der Königin. Jede von ihnen hat das Recht auf den Thron des Inselreichs Fennbirn, aber nur eine wird ihn besteigen können. Mirabella, Katharine ...

Inhalt:
Sie sind Schwestern. Sie sind Drillinge, die Töchter der Königin. Jede von ihnen hat das Recht auf den Thron des Inselreichs Fennbirn, aber nur eine wird ihn besteigen können. Mirabella, Katharine und Arsinoe wurden mit verschiedenen magischen Talenten geboren — doch nur, wer diese auch beherrscht, kann die anderen Schwestern besiegen und die Herrschaft antreten. Vorher aber müssen sie ein grausames Ritual bestehen. Es ist ein Kampf um Leben und Tod — er beginnt in der Nacht ihres sechzehnten Geburtstages …

Meinung:
Die Drillinge Mirabella, Arsinoe und Katharine wurden als Kinder getrennt. Denn sie sind die Töchter der Königin. Eine uralte Tradition verlangt, dass die Schwestern getrennt werden und kurz nach ihrem 16 Geburtstag wieder aufeinander treffen. Jedoch nicht um zusammen zu regieren, sondern um einander zu töten, denn nur eine Königin kann die Herrschaft der Insel übernehmen.

Furchtbar neugierig war ich auf dieses Buch, da sehr viel Werbung für die Geschichte gemacht wurde. Und auch die Zitate auf dem Buchrücken schürten meine Erwartungen. Ich kann aus meiner Sicht sagen, dass die Zitate größtenteils gerechtfertigt sind. Das Buch bietet eine mehr als faszinierende, aber auch grausame Idee. Die Umsetzung ist gut gelungen und so bekommt der Leser einen schönen High-Fantasy Schmöker geboten.

Wie im Klappentext erwähnt, dreht sich die Geschichte um die drei Schwestern Mirabella, Arsinoe und Katharine. Abwechselnd begleiten wir die drei auf ihrem Weg bis zum alles entscheidenden Beltanefest. Dabei wird die Geschichte von einem allwissenden Erzähler beschrieben. Dadurch kann man eine nicht ganz so enge Bindung zu den drei Geschwistern aufbauen. Mich persönlich hat dies aber nicht weiter gestört.

Mirabella ist aufgrund ihrer Begabung, die Naturgewalten zu beherrschen, die mächtigste der drei Schwestern. Zeitgleich ist sie jedoch auch die Einzige die sich an ihre Kindheit mit ihren Schwestern erinnern kann. Dies macht Mirabella weich und angreifbar, in einer Welt in der ein Fehler den Tod bedeuten könnte.
Ihre Geschichte war die Einzige die mich nicht das ganze Buch über faszinieren konnte.
Arsinoe war mir da schon deutlich lieber. Zwar ist sie immer noch nicht im Besitz ihres Familiaris - einem Tier was ihr Seelenverwandter ist - dennoch tut dies ihrem losen Mundwerk und ihrer Kämpfernatur keinen Abbruch. Somit wurde Arsinoe schnell zu meinem persönlichen Liebling der drei Schwestern.
Besonders berührt hat mich dann Katharine. Als Giftmischerin (ihre Begabung) taugt sie nicht viel. Außerdem ist sie als Einzige der drei Schwestern in einem gefühllosen und grausamen Umfeld groß geworden.

In diesem Buch lernen wir neben den drei Schwestern jede Menge Nebenfiguren kennen. Teilweise werden diese jedoch nicht großartig vorgestellt. Dies fand ich etwas schade. Zudem hätte ich es gut gefunden, wenn es am Ende des Buches eine kurze Auflistung der drei mächtigen Familien und ihrer Mitglieder gegeben hätte.

Wie bereits erwähnt werden abwechselnd die Geschichten der drei Schwestern erzählt. Dadurch kommt es nur zu wenigen zähen Momenten. Wobei es jedoch im Buch wenig Actionszenen gibt. Dennoch ist die Spannung gegeben und baut sich immer mehr auf. Auch muss ich sagen, dass es stellenweise doch recht brutal zur Sache geht. Mich persönlich hat dies nicht gestört. Ich kann mir aber vorstellen, dass dies nicht für jedermann etwas ist.

Fazit:
Ein High-Fantasy Schmöker in den ich gerne abgetaucht bin und der mit einer packenden und faszinierenden Idee aufwarten kann. Trotz spannender und teilweise brutaler Story fehlte mir so ein wenig die Action. Dennoch bin ich sehr gespannt wie es mit den Schwestern weitergehen wird!
Sehr gute 4 von 5 Hörnchen.

Veröffentlicht am 30.05.2017

Dieses Buch lässt einen auch nach dem Lesen nicht los!

Der Koffer
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Inhalt:
»Wie viele Sterne?«, hat Julians Vater immer gefragt, wenn er ihn abends ins Bett brachte. Zehntausend-Sterne-Tage waren die besten überhaupt. Doch Julians Eltern sind tot. Seit er bei seinem Onkel ...

Inhalt:
»Wie viele Sterne?«, hat Julians Vater immer gefragt, wenn er ihn abends ins Bett brachte. Zehntausend-Sterne-Tage waren die besten überhaupt. Doch Julians Eltern sind tot. Seit er bei seinem Onkel wohnt, ist ihm ist nichts geblieben als Geheimnisse und ein Koffer voller Erinnerungen. Als Julian seinem Pflegebruder Adam wiederbegegnet, ist er zunächst voller Glück. Adam, der so nett ist und so tollpatschig und trotzdem zu den Coolen gehört. Doch es ist schwierig Vertrauen zu fassen. Und je mehr Vertrauen Julian fasst, desto mehr kommt Adam hinter seine Geheimnisse. Das bringt sie beide in große Gefahr.

Meinung:
Seit dem Tod seiner Eltern vor vielen Jahren ist Julian nicht gerade vom Glück verfolgt. Erst durfte er bei Adam und seiner Mutter als Pflegekind leben, doch dann trat eines Tages ein entfernter Verwandter auf und nahm ihn mit zu sich nach Hause. Hier erwartet Julian ein ganz anderes - liebloses - Leben ohne Freude. Sein Onkel scheint zu keinen positiven Gefühlen fähig zu sein und sieht in ihm nur eine Belastung. Eines Tages treffen Julian und Adam wieder aufeinander und eine besondere Beziehung entsteht zwischen den Beiden.

Schon viel hatte ich im Vorfeld über dieses Buch gehört. Es sollte emotional und sehr berührend sein und einen nicht mehr loslassen. All dies wusste ich bereits, doch hätten mich keine Hinweise der Welt auf das vorbereiten können was mich in diesem Buch erwartet hat. Ich wurde wirklich auf eine wahre Fahrt durch die inneren Ängste mitgenommen. Furchtbare und grausame Dinge geschehen in diesem Buch. Und doch ist auf der anderen Seite dieses helle Aufblitzen von Hoffnung. Man bangt und zittert mit Julian mit und hat aufgrund vieler Stellen im Buch immer wieder das Gefühl, dass letztendlich doch alles gut werden könnte.

Ich muss gestehen, dass ich mich an kein Buch erinnern kann, dass mich auf diese Art und Weise gefesselt, berührt und erschaudert hat. Dieses Buch ist definitiv nichts für zart besaitete Seelen. An einer Stelle ist mir wirklich schlecht geworden und das, wo ich schon das ein oder andere aus Büchern gewohnt bin.

Den Zauber dieses Buch komplettieren die beiden herzergreifenden Charaktere: Julian und Adam. Die Geschichte wird abwechselnd aus ihrer beiden Sichtweisen erzählt.
Julian ist, man kann schon sagen, ein wenig zurückgeblieben. Aufgrund seiner schwierigen Kindheit sieht er manche Dinge einfach komplett verkehrt. Er sieht sich selbst nur als eine Marionette, die seinem Onkel zur Last fällt. Daher ist Julian, was andere Menschen angeht, sehr wortkarg und zugeknöpft. Es fällt ihm schwer irgendeine Art von Freundschaft aufzubauen.
Adam ist das genaue Gegenteil von Julian. Er ist lebensfroh und bringt einfach jeden Menschen der ihm begegnet zum Lächeln. Zudem hat er einen recht großen Freundeskreis, die Adam ebenfalls vergöttern. Mit seiner positiven Art schafft er es Julian aus seinem Schneckenhaus zu locken.

Ein paar kleine Kritikpunkte habe ich aber auch. Zu Beginn des Buches gab es für mich viele Alltäglichkeiten (besonders in Adams Sichtweise) die meinen Lesefluss ein wenig hemmten. Für mich hätte es nicht ganz so viel Schulalltag und Co. sein müssen.
Zudem lässt mich das Buch mit ein paar Fragen zurück die leider nicht beantwortet wurden und eine Entwicklung gegen Ende des Buches fand ich etwas too much.
Dennoch kann ich das Buch einfach jedem empfehlen der Lust auf eine traurige, berührende und zu Herzen gehende Geschichte hat.

Fazit:
"Der Koffer" ist nicht wie jedes andere Buch. In ihm steckt so viel Tiefe, so viele tragische Botschaften und so viel Herzenswärme. Selten habe ich ein Buch gelesen was mich emotional so packen konnte. Aufgrund kleinerer Kritikpunkte vergebe ich am Ende sehr gute 4 von 5 Hörnchen.

Veröffentlicht am 23.05.2017

Fulminantes Ende entschädigt für kleinere Längen

Rache und Rosenblüte
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Inhalt:
Shahrzad und Chalid haben sich gefunden. Und obwohl ihre Gefühle füreinander unverbrüchlich sind, lauert da immer noch der Fluch, der dem jungen Kalifen auferlegt wurde. Sie wissen beide, dass ...

Inhalt:
Shahrzad und Chalid haben sich gefunden. Und obwohl ihre Gefühle füreinander unverbrüchlich sind, lauert da immer noch der Fluch, der dem jungen Kalifen auferlegt wurde. Sie wissen beide, dass diese Last ihrer gemeinsamen Zukunft im Weg steht. Und so verlässt Shahrzad den Palast. Sie verlässt Chalid. Aber kann sie einen Weg finden, ihre große Liebe nicht zu verlieren? Und kann sie verhindern, dass noch mehr Unschuldige sterben?

Meinung:
Shahrzad hat den Palast und Chalid den Rücken gekehrt. Allerdings nur um eine Möglichkeit zu finden, den Fluch zu brechen, der auf Chalid lastet. Dabei merkt sie selbst sehr schnell, dass sie die Begabung hat Magie zu wirken. Kann diese Fähigkeit Shahrzad helfen den Fluch zu brechen? Und kann sie den anbahnenden Krieg zweier Völker verhindern?

Dieser Fortsetzung habe ich sehr entgegengefiebert, da der erste Band eines meiner Jahreshighlights 2016 war.
Sehr froh war ich darüber, dass ich schnell wieder in die Geschichte hineingefunden habe. Die Magie aus 1001 Nacht nahm mich sofort wieder gefangen. Und die Magie steht in diesem Buch deutlich mehr im Vordergrund als noch bei seinem Vorgänger. Dies hat mir gut gefallen, wobei ich mir sogar noch etwas mehr Magie gewünscht hätte.

Auch in diesem Buch hat es die Autorin wieder geschafft mich mit den verschiedenen Beziehungen der Charaktere untereinander zu überzeugen. Ich fand es einfach wunderbar, wie die Charaktere ihre Meinungen zu den anderen Personen überdenken und verändern. All diese zwischenmenschlichen Beziehungen und das Begreifen, dass nicht alles Schwarz/Weiß ist hat mir ausgesprochen gut gefallen. Gerade das Chalid nicht das Monster ist, das viele in ihm sehen und die Veränderungen von Shahrzads Freunden ihm gegenüber fand ich berührend.

Shahrzad ist auch in diesem Buch die Kämpfernatur, die wir in Band 1 kennengelernt haben. Hat sie sich vorher schon nichts gefallen lassen, gewinnt sie durch ihren neuen Status als Kalifin noch mehr an Selbstbewusstsein. Die daraus entstehenden Wortgefechte mit dem ein oder Mann in der Geschichte fand ich sehr amüsant.
Chalid ist auch in diesem Buch der sympathische und zielstrebige junge Mann der mein Herz im ersten Buch schon im Sturm erobert hat.
Toll fand ich es, dass wir auch Shahrzads Schwester Irsa und ihren besten Freund Tarik deutlich besser kennenlernen. Beide Charaktere fand ich sehr faszinierend.
Besonders interessant fand ich jedoch die Entwicklung von Shahrzads Vater Jahandar.

Der Anfang des Buches ist gut, der Mittelteil zieht sich leider ein wenig und hätte etwas mehr Magie vertragen können. Das alles wird jedoch durch einen für mich epischen Showdown in den Schatten gestellt. Ich bin durch die letzten 100 Seiten geflogen und habe atemlos die Ereignisse mitverfolgt. Das Finale lässt keine Wünsche offen. Ein kleiner Wermutstropfen ist allerdings quasi die fast letzte Aktion im Buch, die es in meinen Augen nicht gebraucht hätte und die ein wenig überspitzt wirkt.

Fazit:
Noch einmal durfte ich wunderschöne Stunden mit Shahrzad und ihren Freunden verbringen. Die Magie von 1001 Nacht ist bei weitem noch nicht verflogen und der Showdown sucht seinesgleichen. Einzig der etwas gestreckte Mittelteil hat meinen Lesespaß ein wenig getrübt.
4 von 5 Hörnchen.

Veröffentlicht am 28.04.2017

Tolle Welt voller Superhelden und Schurken - mit kleinen Schwächen

Karma Girl
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Inhalt:
Reporterin Carmen Cole erlebt ihren absoluten Alptraum. Kurz vor ihrer Hochzeit erwischt sie ihren Verlobten mit ihrer besten Freundin im Bett. Und es kommt schlimmer - er ist auch noch der ortsansässige ...

Inhalt:
Reporterin Carmen Cole erlebt ihren absoluten Alptraum. Kurz vor ihrer Hochzeit erwischt sie ihren Verlobten mit ihrer besten Freundin im Bett. Und es kommt schlimmer - er ist auch noch der ortsansässige Superheld und ihre beste Freundin dessen Erzfeindin! Nach dieser Demütigung beschließt Carmen, sich zu rächen und befördert die beiden geradewegs in die Schlagzeilen. Von da an ist es ihre Lebensaufgabe, Superhelden zu enttarnen. Als sie jedoch in der Metropole Bigtime die Identität der mysteriösen Fearless Five aufdecken soll, geschieht eine Tragödie. Carmen möchte nichts lieber, als mit dem Job aufzuhören, nur leider haben die Superschurken Gefallen an Carmens Arbeit gefunden. Sie zwingen sie, sich an die Fersen des Anführers der Five zu heften. Und der sieht zu allem Überfluss extrem gut aus ...

Meinung:
Carmen Cole ertappt ihren Verlobten und ihre beste Freundin am Tag ihrer Hochzeit zusammen im Bett. Aber damit nicht genug erfährt sie auch noch, dass es sich bei den beiden um einen Superhelden und seine Erzefeindin handelt. Von diesem Tag an zieht Carmen in ihren eigenen Rachefeldzug gegen die Superhelden. Carmen zieht von Stadt zu Stadt und enttarnt die Identitäten der Superhelden. Bis sie in Bigtime auf die Fearless Five trifft, deren Identität alles andere als leicht zu enttarnen ist. Und dann ist da auch noch der charismatische Anführer der Fearless Five - Striker.

Die ersten gut 100 Seiten war ich nicht wirklich angetan vom Buch. Carmen konnte nicht bei mir Punkten und relativ schnell war mir klar, wer hinter den Fearless Five steckt und ich fragte mich, was auf den restlichen 300 Seiten noch alles passieren könnte. Dann wird jedoch schnell klar, dass die Autorin gar nicht plant ein langes Geheimnis um die Identität der Fearless Five zu machen. Und ab dem Punkt der öffentlichen Entlarvung, gefiel mir das Buch super gut.
Gemeinsam mit Carmen begab ich mich auf eine spannende Schurkenjagd, die gerade gegen Ende ein paar Wendungen und jede Menge Action und Spannung bereit hält.
Allerdings muss ich auch sagen, dass dem Buch 50-100 Seiten weniger bestimmt nicht geschadet hätten.

Nach den ersten Seiten des Buches war mir Carmen ziemlich unsympathisch. Zwar ist ihr etwas Schlimmes widerfahren, dennoch fand ich es heftig die Identitäten von allen Superhelden aufzudecken. Später in der Geschichte erläutert Carmen jedoch ihre Beweggründe und Gefühle. Diese konnte ich dann durchaus nachvollziehen.
Leider war dies nicht mein einziges Problem mit Carmen. Auch ihre absolute Besessenheit von Striker fand ich anstrengend und nervig. Zwar merkt sie selbst auf ironische Weise an, dass dies schon etwas krankhaft ist, dennoch kann sie es nicht lassen nach ihm zu schmachten.
Ansonsten mochte ich Carmen eigentlich ganz gerne. Sie hat einen coolen Job und ihre Recherchearbeit lässt sich sehen. Zudem flüchtet Carmen nicht vor Problemen und hat einen herrlichen Humor.
Striker ist natürlich der superhübsche Held und rettet Carmen aus der ein oder anderen gefährlichen Situation. Dies mag sich jetzt zwar sehr klischeehaft anhören, dennoch mochte ich ihn gerne.

Meine Rezension hört sich jetzt negativer an, als ich das Buch empfunden habe. Hauptsächlich gestört haben mich Carmens Geilheit auf Striker und der doch teilweise sehr ausschweifende Schreibstil. Ansonsten war ich begeistert von der tollen Geschichte, der brillanten Superhelden-Idee und den herzerfrischenden Charakteren. Nun bin ich gespannt, wie es mit den Superhelden in Band 2 weitergehen wird.

Fazit:
Ein tolles Buch über Superhelden und Bösewichte. Jede Menge faszinierende Superkräfte, tolle Detektivarbeit, actiongeladene Szenen und unterhaltsame Charaktere sorgten bei mir für schöne Lesestunden.
Einzig der teilweise ausschweifende Erzählstil und Carmens Versessenheit auf Striker, trübten meine Begeisterung.
4 von 5 Hörnchen.

Veröffentlicht am 24.04.2017

Holly Black verzaubert wieder, im Mittelteil konnte es mich dennoch nicht packen

Der Prinz der Elfen
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Inhalt:
Die Geschwister Hazel und Ben leben in dem Ort Fairfold, der an das magische Elfenreich grenzt. Seit Jahrzehnten steht dort, mitten im Wald von Fairfold, ein gläserner Sarg, in dem ein Elfenprinz ...

Inhalt:
Die Geschwister Hazel und Ben leben in dem Ort Fairfold, der an das magische Elfenreich grenzt. Seit Jahrzehnten steht dort, mitten im Wald von Fairfold, ein gläserner Sarg, in dem ein Elfenprinz schläft – von Touristen begafft und von der Bevölkerung argwöhnisch beäugt, auch wenn Hazel und Ben die alten Geschichten nicht glauben. Seit Kindertagen fühlen sie sich zu dem schlafenden Jungen magisch hingezogen, ihm vertrauen sie alle ihre Geheimnisse an. Inzwischen ist Hazel 16 und küsst immer neue Jungs, um die Leere in ihrem Herzen zu füllen. Doch als eines Tages der Sarg leer ist und der Prinz erwacht, werden die Geschwister in einen Machtkampf der Elfen gezogen. Hazel muss die Rolle annehmen, in die sie sich als Kind immer geträumt hat: als Ritter gegen ein dunkles Monster kämpfen …

Meinung:
Der Ort Fairfold ist kein Ort wie jeder andere. Denn der Wald von Fairfold wird vom Elfenvolk bewohnt. Und mitten in diesem Wald steht ein Sarg in dem ein schlafender Elfenprinz liegt. Dort schläft er schon seit Jahrzehnten bis eines Tages der Sarg leer ist. Die Geschwister Hazel und Ben sind bereits in frühester Kindheit mit dem Elfenvolk in Verbindung gekommen und so wird es ihre Aufgabe den Prinzen zu retten.

Holly Black schafft es in ihren Büchern jedes Mal aufs Neue mich mit ihren erdachten Welten total zu fesseln und zu begeistern. So war es auch mit der Welt von "Der Prinz der Elfen". Ich mochte die Magie des Ortes Fairfold und den Wald voller Elfen von Beginn an. Auch die Idee mit einem Prinzen im Sarg und nicht wie bei Schneewittchen mit einer Prinzessin im Sarg fand ich genial. Zudem ist es zur Abwechslung erfrischend, dass alle Bewohner von Fairfold über das Elfenvolk Bescheid wissen.

Neben der eigentlichen Geschichte werden ab und an Passagen aus Hazels und Bens Kindheit und Jugend eingestreut. Dies dient dem Verlauf der Geschichte zwar ungemein, mit der Zeit war ich jedoch auch ein wenig genervt von diesen Rückblenden, da sie mich immer wieder aus der eigentlichen Story herausgerissen haben.
Zeit zum Durchatmen bleibt den Charakteren nicht so wirklich. Immerzu passiert etwas neues und interessantes, so dass eigentlich keine Langeweile aufkommen kann. Dennoch erging es mir bei der Mitte des Buches so, dass mich die Geschichte nicht so wirklich fesseln konnte.

Hazel ist schon in frühster Kindheit mit den Elfen in Berührung gekommen. Seit diesem Tag hat sich ihr Leben verändert. Sie wirkt auf andere sehr unnahbar und ohne Gefühle. Zu Anfang war ich ein wenig über Hazel verwundert. Der Ort Fairfold ist nicht gerade groß, aber dennoch scheint sie gefühlt jeden Jungen im Ort geküsst zu haben. Mein erster Eindruck von ihr wandelte sich jedoch mehr und mehr. Ich fand ihre Entwicklung sehr gelungen und fand es toll, dass sie ab einem gewissen Zeitpunkt auch über ihre Gefühle und ihre Ängste sprechen kann.
Ihrem Bruder Ben wurde eine Gabe von den Elfen verliehen. Diese gestaltet sich manchmal aber auch als Fluch. Von daher möchte er eigentlich nichts mehr mit dem Elfenvolk zu tun haben. Ben ist ganz anders als Hazel. Er legt sehr viel Wert auf Gefühle und ist auf der Suche nach seiner großen Liebe.
Bens bester Freund Jack ist Hazels Schwarm aus Kindertagen und eigentlich ein Elf. Er wurde damals als Wechselbalg der Familie Gordon zugeschoben. Ich mochte Jacks innere Zerrissenheit und seinen Kampf zwischen dem Reich der Elfen und der Menschenwelt sehr gerne.

Fazit:
Auch in ihrem neuesten Werk schafft Holly Black es wieder mich von ihrer erdachten Welt rundherum zu begeistern. Ich liebe die Atmosphäre und die kreativen Ideen die Holly Black in ihre Bücher einwebt. Dennoch hat mir im Mittelteil der Geschichte etwas gefehlt und auch die Rückblenden in die Jugend der Protagonisten störten so ein wenig meinen Lesefluss.
Knappe 4 von 5 Hörnchen.